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Veröffentlicht am 07.04.2025

Cat Distribution System

Die Magnolienkatzen
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In "Die Magnolienkatzen" von Noriko Morishita begleiten wir die Schriftstellerin Noriko - ob das Buch autobiografisch ist konnte ich nicht eindeutig feststellen, aber sicherlich gibt es zumindest einige ...

In "Die Magnolienkatzen" von Noriko Morishita begleiten wir die Schriftstellerin Noriko - ob das Buch autobiografisch ist konnte ich nicht eindeutig feststellen, aber sicherlich gibt es zumindest einige Parallelen - wie sie eines Tages unverhofft die Verantwortung für Katzenmama Mimi und ihre fünf Kitten übernimmt und wie dies ihr Leben beeinflusst.

Morishitas Schreibstil zieht einen elegant und mit Leichtigkeit in die Geschichte hinein, wobei sich ihre Worte ganz von alleine vor dem inneren Auge verbildlichen. Insgesamt lässt sich die Geschichte sehr schnell und einfach weglesen und genießen.

Die Protagonistin Noriko wird in ihrer Gefühlswelt auch für uns immer zugänglicher, was sich auf den Einfluss der Katzen zurückführen lässt. Sie macht eine durchaus beachtliche Wandlung durch, die vermutlich viele Personen bei ihrem erstem Kontakt mit Katzen erleben. Ich konnte auf jeden Fall sehr mit ihr mitfühlen und ihre wachsende Katzenliebe durch alle schönen und auch schwierigeren Momente nachempfinden.

In den Beschreibungen der Katzen und dem Zusammenleben mit ihnen konnte ich meine Beobachtungen über meine eigenen Katzen gut wiederfinden. Hier hat die Geschichte definitiv einen Niedlichkeitsfaktor, der einen Großteil meines Lesevergnügens ausgemacht hat.

"Die Magnolienkatzen" ist eine bezaubernde Studie einer Katzen-Mensch-Beziehung, die für jede Katzen-liebende Person ein Must-Read ist. Für mich ein Wohlfühlbuch mit immer wieder eingestreuten, tiefgründigen Gedanken.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Zwischen Geheimnissen und Knistern

Dark Cinderella
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"Dark Cinderella" ist der Auftakt der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah und ist - wie der Name vermuten lässt - ein Cinderella-Retelling mit mehr als einem Twist. Sofias beste Freundin ist verschwunden ...

"Dark Cinderella" ist der Auftakt der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah und ist - wie der Name vermuten lässt - ein Cinderella-Retelling mit mehr als einem Twist. Sofias beste Freundin ist verschwunden und die Spur führt sie in den königlichen Palast, wo sie Prinz Maximilian begegnet, der ihr Vorhaben das ein oder andere Mal durchkreuzt. Oder stellt er sich am Ende vielleicht doch als wertvoller Verbündeter heraus?

Anya Omahs Schreibstil mag ich sehr. Er ist mir gut zugänglich und zieht mich zwischen seine Zeilen, sodass ich beinahe vergesse, dass ich lese. Außerdem hat Omah einen gut dosierten Witz, der mich zwischendurch immer wieder schmunzeln lässt.

Sofia habe ich als Protagonistin schnell ins Herz geschlossen. Ich bewundere ihren Mut, ihre Loyalität und ihre Entschlossenheit für sich und ihre Liebsten einzustehen und zu kämpfen.
Und auch Prinz Maximilian konnte mich mit seinem tiefgründigeren Charakter, als er unter der glatten Fassade vermuten lässt, von sich überzeugen. Er löst sich immer mehr von den Erwartungen und Traditionen seiner Familie.
Der Funke zwischen den beiden springt schnell über, aber die Umstände verhindern zunächst ein Näherkommen. Ich konnte die Konflikte der Protagonisten und ihre Emotionen gut nachempfinden und habe zunehmend mitgefiebert.

Die Geschichte hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Sowohl die Charaktere, die entstehende Lovestory, wie auch die Suche nach ihrer Freundin haben die Spannung durchgehend gehalten.
Die Geheimnisse, die im Palast verborgen bleiben, lassen mich während dem Lesen immer wieder rätseln und jeglichen Personen misstrauen.

Auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus werden in die Geschichte mit einbezogen und damit darf das Buch gerne auf eure Leselisten zum aktuell laufenden Black History Month wandern.

Ich bin nach den ungeklärten Geheimnissen und dem Cliffhanger sehr gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Empörend und wütend machend

Bright Young Women
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In „Bright Young Women“ erzählt Jessica Knoll die tragischen Geschehnisse einer Reihe an Morden mit einem Perspektivwechsel weg vom Täter hin zu den Frauen und Opfern der schrecklichen Taten. Pamela ist ...

In „Bright Young Women“ erzählt Jessica Knoll die tragischen Geschehnisse einer Reihe an Morden mit einem Perspektivwechsel weg vom Täter hin zu den Frauen und Opfern der schrecklichen Taten. Pamela ist 1978 Studentin an der Florida State University und hat als Einzige den Mörder ihrer Mitbewohnerinnen und Freundinnen gesehen. Trotzdem ist es den Behörden nicht möglich, den Täter zu stellen und so nehmen die Frauen die Ermittlungen selbst in die Hand. Auch besonders die Stärke, die sich entwickelnden Freundschaften und der Zusammenhalt zwischen den Frauen waren für mich zentrale Punkte der Geschichte.

Die Erzählung hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen und immer wieder empört. Durch den Perspektivwechsel lag meine Empörung aber weniger auf den Taten oder Perversionen des Täters, sondern vielmehr in dem systemischen Versagen der Behörden. Ein Versagen, das zurückzuführen ist auf Misogynie und das Vertuschen eigener Fehler. Und hierbei würde ich gerne behaupten, dass das ein Problem der Zeit war, in der die Handlung stattfindet, fürchte aber, dass wir heute höchstens wenige Schritte weiter sind.

Neben Pamelas Perspektive wird schon früh eine zweite Erzählstimme eingeführt. Ruth ist dem Täter bereits 1974 begegnet und ihr Schicksal verbindet sich später mit Pamelas. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

„Bright Young Women" ist ein Roman, der mich vom ersten Moment an packen konnte. Knoll ist der Perspektivwechsel so eindrücklich gelungen, dass mich der Roman immer wieder wütend und sprachlos gemacht hat. Für mich ein Lesehighlight und eine Empfehlung. Aufgrund der Thematik möchte ich anmerken, dass bei Bedarf vor dem Lesen Content Warnings recherchiert werden sollten, im Buch selber sind keine enthalten.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Queere Wohlfühlgeschichte

Imogen, Obviously
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"Imogen, Obviously“ von Becky Albertalli ist ein Jugendbuch über die 17-jährige Imogen, die sich als Ally der LGBTQIA+ Community sieht, aber herausfindet, dass sie möglicherweise doch selber queerer ist, ...

"Imogen, Obviously“ von Becky Albertalli ist ein Jugendbuch über die 17-jährige Imogen, die sich als Ally der LGBTQIA+ Community sieht, aber herausfindet, dass sie möglicherweise doch selber queerer ist, als ihr zunächst bewusst ist. Denn als Imogen ihre beste Freundin Lilli an der Uni besucht und eine Ex-Beziehung mit ihr faken muss, lernt sie Tessa kennen, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte.

Imogen ist ein liebenswerter Charakter und eine Freundin, auf die man sich immer verlassen kann. Auch wenn ich sie am liebsten manchmal auf die offensichtlichsten Dinge hinweisen wollte, habe ich Imogen schnell in mein Herz geschlossen und konnte mich gut mit ihr identifizieren.

In meinen Augen leistet diese Geschichte einen ganz wichtigen Beitrag zum Verständnis von Queerness und insbesondere Bisexualität, wie man zu seiner eigenen sexuellen Identität findet, den Unsicherheiten und Bewertungen von Außen und der Selbstakzeptanz.

Die Szenen um Bisexualität reproduzieren durchaus schmerzhafte Konflikte, die im Nachhinein aber aufgeklärt werden können. Für mich waren diese - besonders durch eine Person, die ich nur bedingt nachvollziehbar fand - etwas störend. Ich sehe aber ein, dass diese Konflikte notwendig waren, um die Botschaften zu transportieren, die diese Geschichte im Endeffekt bereichert haben.

“Imogen, Obviously” ist ein Buch, das mir, da ich genau solch eine Geschichte früher auch gerne gelesen hätte, sehr viel bedeutet und ich möchte es unbedingt an jede*n weiterempfehlen. Ein wichtiger und wertvoller Roman und eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Knisternde RomCom zu Silvester

Fake Dates and Fireworks
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„Fake Dates and Fireworks” ist eine RomCom von Kyra Groh und spielt zu Silvester. Becca und Nils sind seit 10 Jahren beste Freunde und jedes Silvester läuft auch körperlich mehr zwischen den beiden. Dieses ...

„Fake Dates and Fireworks” ist eine RomCom von Kyra Groh und spielt zu Silvester. Becca und Nils sind seit 10 Jahren beste Freunde und jedes Silvester läuft auch körperlich mehr zwischen den beiden. Dieses Jahr möchte Becca den nächsten Schritt wagen und plant einen gemeinsamen, romantischen Urlaub in den Alpen. Doch auch Raphael, der unzuverlässige Onkel eines ihrer Kita-Kinder, der Becca immer wieder Zeit und Nerven kostet, verbringt Silvester ausgerechnet in ihrem Chalet. Als Nils dann mit seiner Verlobten auftaucht und Beccas Träume von einer gemeinsamen Zukunft platzen, muss sie sich mit Raphael zusammentun und eine glückliche Beziehung vortäuschen, nichtsahnend, dass das möglicherweise all ihre Emotionen erneut durcheinanderbringt.

Becca und Raphael habe ich sehr geliebt. Ich fand beide authentisch und nahbar und mochte das Knistern zwischen ihnen sehr. Raphael ist eine absolute Green Flag, sodass ich die Liebesgeschichte guten Gewissens genießen konnte.
Ich fand es sehr schön mitzuerleben, wie sich Becca innerhalb der Geschichte entwickelt und zu sich gefunden hat und schließlich für sich selbst einstehen konnte.
Besonders auch die eher schweren Themen, die beide Protagonist*innen mit sich tragen und die ich gut eingearbeitet fand, haben die Geschichte bereichert und ihr Tiefe gegeben.

Kyra Groh ist für mich mittlerweile zu einer Wohlfühlautorin geworden, was ich auch bei „Fake Dates and Fireworks” wieder gemerkt habe. Trotz zum Teil großer Emotionen und tiefgründiger Themen schafft sie es, der Geschichte Leichtigkeit mitzugeben und mich voll und ganz mit ihren Charakteren einzunehmen. Für mich wieder ein Highlight und eine große Empfehlung über den Jahreswechsel (und natürlich darüber hinaus).

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