Ein frostiges Märchen zwischen Magie, Emotionen und einer überraschenden Wendung
The North Wind – Reich aus Eis und Schatten (The Four Winds 1)Obwohl mir die Autorin vorher nicht bekannt war, bin ich mit recht hohen Erwartungen an The North Wind herangegangen – vor allem, weil das Buch im Vorfeld sehr positiv beworben wurde, besonders durch viele ...
Obwohl mir die Autorin vorher nicht bekannt war, bin ich mit recht hohen Erwartungen an The North Wind herangegangen – vor allem, weil das Buch im Vorfeld sehr positiv beworben wurde, besonders durch viele Creator auf Social Media. Und auch wenn nicht alle Erwartungen vollständig erfüllt wurden, hat mich die Geschichte insgesamt überzeugt und positiv überrascht.
Die märchenhafte Atmosphäre, inspiriert von Die Schöne und das Biest, ist in meinen Augen wunderbar umgesetzt. Besonders das düstere, eisige Setting verleiht der Geschichte eine ganz eigene Magie, die sich durch das gesamte Buch zieht. Auch der Fantasy-Aspekt mit den dunklen Wesen (deren Namen mir leider entfallen ist) war spannend und kreativ – genau die Art von Welt, in die man gerne abtaucht.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken vielschichtig, auch wenn ich persönlich manchmal mit der Protagonistin Wren gehadert habe. Ihr Verhalten war stellenweise kindisch oder etwas unverständlich, was mich hier und da gestört hat. Trotzdem ist ihre Entwicklung nachvollziehbar, und gerade im Zusammenspiel mit Boreas, dem männlichen Protagonisten, entsteht eine fesselnde Dynamik.
Auch die Nebenfiguren haben mein Interesse geweckt – Elora, Wrens Schwester, fand ich zunächst sehr spannend, leider wurde sie im Verlauf der Handlung kaum weiterentwickelt und blieb eher negativ in Erinnerung. Zephyr, Boreas' Bruder, ist für mich ein echtes Rätsel: einerseits faszinierend, andererseits schwer greifbar. Genau das macht ihn aber auch so interessant – ich bin gespannt, wie sich sein Charakter im zweiten Band entfalten wird.
Was mich etwas überrascht hat, war der Verlauf der Geschichte. Der Plot ist sehr "slow burn", entwickelt sich langsam, was nicht schlecht ist – aber gerade das Ende kam dann doch recht abrupt. Trotz der Geschwindigkeit fand ich das Finale jedoch emotional, überraschend und insgesamt sehr gelungen.
Ein Punkt, den ich noch ansprechen möchte: Das Buch wird teils als „spicy“ beworben – das trifft es in meinen Augen nicht wirklich. Wer hier mit hohen Erwartungen in Richtung Romance-Drama startet, sollte wissen, dass sich dieser Teil erst sehr spät im Buch entfaltet. Das ist sicherlich Geschmackssache – für mich war es aber völlig in Ordnung.