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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Der rote Punkt

Five Survive
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Sechs Freunde, ein Roadtrip, alle zusammen in einem großen Camper von einer Länge von 9,4 Metern! Red ist dankbar dafür, dass ihre Freundin Maddy dafür gesorgt hat, dass sie mitkommen kann, denn seit dem ...

Sechs Freunde, ein Roadtrip, alle zusammen in einem großen Camper von einer Länge von 9,4 Metern! Red ist dankbar dafür, dass ihre Freundin Maddy dafür gesorgt hat, dass sie mitkommen kann, denn seit dem Tod ihrer Mutter vor fünf Jahren geht es ihr finanziell schlecht. Womit sie nicht gerechnet hat, ist der plötzliche Ausfall der Navigationsgeräte und dass mitten in der Wildnis plötzlich jemand die Reifen des Campingbusses zerschießt. Doch damit nicht genug. Ihnen wird ein Funkgerät zugespielt und eine Stimme fordert sie auf, ein Geheimnis preiszugeben. Passiert das, dürfen fünf überleben. Falls nicht, werden sie alle bis zum Morgengrauen tot sein. Im Laufe der nächsten Stunden zeigen sich wahre Gesichter und düstere Vergangenheiten ...

Eigentlich lese ich Holly Jackson echt gern. Sie hat einen coolen Schreibstil und coole Ideen. Hier gebe ich jedoch zu, dass ich ganz schöne Probleme beim Einstieg in das Buch hatte. Ich mochte wirklich niemanden aus der Gruppe und ihr Schicksal war mir zwar nicht egal, aber mitgenommen hat es mich nicht. Je mehr Zeit im Camper verging, desto besser lernt man die einzelnen Personen kennen (und teilweise hassen), und es gab auch wirklich spannende Szenen und unerträgliches Verhalten seitens eines Charakters. Am Ende gab es auch noch unerwartete Wendungen (wobei ich wirklich gern gewusst hätte, wer noch mit "Ja" gestimmt hat), aber sagen wir mal so: Mein Lieblingsbuch von Holly ist es nicht. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Good girl

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ...

Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ist, hat sie nicht viele Freunde, sich jedoch mit der Kapitänin der Turmspringerinnen, Pen, angefreundet. Pen ist gefühlt seit dem Kindergarten mit dem Schwimm-Ass Lukas zusammen, doch jetzt geht deren Beziehung in die Brüche. Vandy erfährt, dass Lukas ausgerechnet auf kinky, dominanten Sex steht, was ihren Kinks entgegenkommt. Sie beschließen, eine rein körperliche Beziehung einzugehen - doch weder in der Wissenschaft noch in der Liebe geht alles immer genau so, wie es sich Vandy vorstellt.

Das war mal eine etwas andere Geschichte von Ali Hazelwood. Zwar studieren die Protagonisten auch hier im wissenschaftlichen Bereich, allerdings wird hier der Fokus doch mehr auf den Sport gelegt. Und wie üblich sind die Charaktere etwas introvertiert (Vandy) oder extrem selbstsicher und übermännlich (Lukas) und das ist auch okay, man erwartet eigentlich nicht viel anderes, wenn man Bücher von Ali liest. Allerdings muss ich sagen, dass mir die letzten Bücher nicht mehr so ganz gut gefallen wie die früheren Geschichten. Es wird so unendlich viel Wert auf spicy Szenen gelegt, dass es mich teilweise zu Tränen langweilt. Wirklich, ich habe überhaupt nichts gegen Sex im real life, aber wenn ich viele Sexszenen lesen möchte, dann kaufe ich mir einfach einen Porno. Davon abgesehen mag ich es nicht mal im Berufsleben, wenn mir jemand versucht, Anweisungen zu geben, also bin ich wohl eher die völlig falsche Zielgruppe hier, wo Vandy eben auf genau diesen Kink mit Dominanz stand. Ich glaube, ich habe insgesamt so um die 150 Seiten Sexszenen überblättert, ohne dass ich groß was verpasst hätte. Der Rest der Geschichte hingegen gefiel mir wieder ganz gut. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Expats

Das Ministerium der Zeit
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In einer nahen Zukunft wird unsere namenslose Protagonistin angeheuert, um im Ministerium der Zeit sozusagen Verbindungsoffizierin für einen Zeitreisenden - einen sogenannten Expat - zu werden. Dank einer ...

In einer nahen Zukunft wird unsere namenslose Protagonistin angeheuert, um im Ministerium der Zeit sozusagen Verbindungsoffizierin für einen Zeitreisenden - einen sogenannten Expat - zu werden. Dank einer hochmodernen Technik gelingt es, Personen aus ihren Zeiten zu entfernen, die ohnehin gestorben wären (um ein Zeitparadoxon zu verhindern) und in die heutige Zeit zu bringen. Es gibt viel Geheimhaltungsgemauschel, aber schließlich wird ihr der Offizier und Polarreisende Graham Gore aus dem Jahr 1847 zugewiesen, während andere Leute aus verschiedenen Jahrhunderten ebenfalls ankommen. Je mehr Zeit sie mit Graham verbringt, desto näher kommen sie sich. Doch das Ministerium hat diese Leute nicht aus Herzensgüte aus ihrer Zeit geholt und überhaupt sind Zeitreisen ein zweischneidiges Schwert, wie sie alle irgendwann erkennen müssen ...

Eine spannende Idee, das gebe ich zu. Und Commander Gore war mir mit einigen Abstrichen, die wohl seiner zeitlichen Herkunft zuzuordnen ist, hochsympathisch. Das traf nicht für seine Betreuerin zu. Um ehrlich zu sein, ging mir die Ich-Erzählerin nach einiger Zeit ordentlich auf den Keks. Wie sie eine psychologische Begutachtung für einen solchen Job hinter sich bringen konnte, wurde zwar spätestens am Schluss klar, aber okay war sie für mich nicht. Beinahe von Tag 1 an schmachtet sie ihren Schützling an, was einem Viktorianer ganz sicher ebenfalls ordentlich auf den Keks gegangen wäre. Sie schien manchmal die einfachsten Zusammenhänge nicht zu begreifen und war auch so in meinen Augen meistens inkompetent, was sich bis zum Schluss nicht besserte. Meistens gefiel mir der Schreibstil, auch wenn gelegentlich so seltsame oder unpassende Metaphern eingeflochten wurden, dass ich stoppen und den Satz noch mal lesen musste. Was ich auch schade fand, war, dass scheinbar keiner der Expats groß Probleme mit der Anpassung hatte.

Wenn ich sehe, dass die Lady aus dem 17. Jahrhundert von heute auf morgen zum Hippie mutiert oder Graham, der Viktorianer, mal so eben durch sämtliche technischen Details inklusive Pässe und ähnliches durchsteigt, betrachte ich das schon gelegentlich ein bisschen zweifelnd. Was die Vorgesetzte der Protagonistin betrifft, hatte ich schnell eine Ahnung und war fast enttäuscht, als sie zutraf. Insgesamt gesehen finde ich die Idee und das Konzept wirklich spannend, allerdings konnte die Umsetzung dabei nicht mithalten. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Schmetterlingstattoo

Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings
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Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, ...

Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, finden sie dort nicht nur nicht das, was sie stehlen sollen - nämlich einen Koffer - sondern dafür eine Leiche. Und schon ist ihnen der megascharfe Detective David Bell auf den Fersen. Remi und Mako werden wegen Mordverdacht festgenommen, während Skadi von ihrem "Meister" geschützt wird: dem teuflischen Iskaris, der ihr durch eine Art dämonischen Pakt das Leben gerettet hat und dem sie jetzt verpflichtet ist. Doch Skadi möchte frei sein und dafür geht sie sogar einen Deal mit Bell ein, der ihr nicht glaubt und der nicht nur ihrem Herzen gefährlich werden kann.

Ich mag die Bücher der Autorin, so eigentlich. Hier bin ich nicht sicher. Für meine Begriffe wurde mir einiges hier viel zu schnell abgehandelt. Die Welt der Red Umbrella Society konnte ich nicht greifen, ich fühlte mich meistens, als hätte ich hier einen zweiten Band einer Reihe vorliegen, bei dem die Erklärungen im ersten abgehandelt wurden. Die Dialoge waren wie üblich spritzig und es lässt sich auch gut lesen, aber so richtig überzeugt bin ich vom Ganzen noch nicht. Außerdem konnte ich Bell von Anfang an nicht ausstehen und obwohl sich Skadi die Mühe gemacht hat, mir zu erklären, was sie an ihm anziehend findet - und das nicht nur einmal - so war es für mich trotzdem nicht nachvollziehbar, zumal sich die spicy Szenen wie hinterher eingeschoben anfühlten. (Stelle mir das Gespräch zwischen Autorin und Verlag vor: Hey, Caro, du weißt doch, dass jetzt in jedem Buch random mindestens zwei, drei Spice-Szenen vorkommen müssen, also hopp, füg die mal noch schnell ein!) So ist der Plot zwar originell, aber schwer greifbar und alles geschah ein wenig hektisch. Vielleicht bringt der zweite Teil eine etwas rundere Geschichte, aber von dieser Autorin erwarte ich einfach mehr. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 17.12.2024

Monstertage

Tage einer Hexe
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Zwölf Tage lang herrscht Auszeit in Chernograd, der grauen Stadt hinter der Mauer. In dieser Zeit regieren die Monster in den Straßen und man sollte das Hexenkompendium gelesen haben, um zu wissen, wie ...

Zwölf Tage lang herrscht Auszeit in Chernograd, der grauen Stadt hinter der Mauer. In dieser Zeit regieren die Monster in den Straßen und man sollte das Hexenkompendium gelesen haben, um zu wissen, wie man sich am besten schützt. Kosara lebt hier; als Hexe weiß sie, dass nur ihr Hexenschatten sie vor den Gefahren schützt, der sie jetzt ausgesetzt ist. Doch vor einem Monster kann sie auch ihr Schatten nicht schützen: dem Zmey, dem Fürsten der Monster und derjenige, der am menschlichsten aussieht. Dennoch lässt sie sich auf einen Handel mit einem Unbekannten ein und ... verliert ihren Schatten. Dafür landet sie in Belograd, der Stadt auf der anderen Seite der Mauer, dort, wo die Reichen und Schönen und Monsterlosen leben. Hier trifft sie auf Asen, den Polizeiinspektor, mit dem sie einen Handel abschließt, damit sie den Zwey loswird und er eine Mörderin findet ...

Es ist eine komplexe Geschichte und man wird am Anfang ein wenig im Regen stehengelassen. Immer wieder werden Ereignisse angesprochen, die passiert sind, aber nicht erklärt werden und ich habe mich mehrmals vergewissern müssen, dass ich hier nicht den zweiten Teil einer Reihe in der Hand halte, so verwirrend schien es manchmal. Irgendwann ergibt sich ein Bild, aber es ist ein teilweise steiniger Weg dorthin. Ein paar Sachen sind auch mal unlogisch, gerade am Schluss, und wurden irgendwie passend gehämmert, damit es eine Fortsetzung geben kann. Und warum es Tage einer Hexe heißt, erschließt sich auch nicht ganz, denn es sind zwar Tage, aber sicherlich hat Kosara schon bessere erlebt. Es sei denn, es sind wirklich ihre Tage gemeint - falls dem so ist, wurde das nicht erwähnt, obwohl es doch wenigstens die Wrukolakas, die Werwölfe, hätten riechen müssen. Schön fand ich jedoch, wie innerhalb einer Fantasygeschichte toxische Männlichkeit und Grooming verpackt wurde und dass das wirklich Slow Burn ein langsames war und Asen eben auch als eine green flag einen hervorragenden Kontrast zum Zmey bildete. Alles in allem ein holpriger Start mit guten Ideen, guten Monstern und noch Luft nach oben. 3.5/5 Punkten.