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Veröffentlicht am 24.04.2025

Romantasy mit klassischen Horrorelementen, ein fesselndes Lesevergnügen

Phantasma – Spiel um dein Leben, fürchte die Liebe
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Als Ophelias und Genevieves Mutter überraschend stirbt, müssen sich die Schwestern einigen unangenehmen Ereignissen stellen. Nicht nur dass Ophelia viel zu früh die Nekromantenkräfte ihrer Mutter erbt, ...

Als Ophelias und Genevieves Mutter überraschend stirbt, müssen sich die Schwestern einigen unangenehmen Ereignissen stellen. Nicht nur dass Ophelia viel zu früh die Nekromantenkräfte ihrer Mutter erbt, sie erfahren auch plötzlich von den hohen Schulden, die auf dem Familienanwesen liegen. Um Grimm Manor zu retten, geht Genevieve in das Spukhaus Phantasma, wenn sie die tödlichen Teufelsspiele gewinnt, kann sie sich wünschen, was immer sie möchte. Als Ophelia Genevieves Verschwinden bemerkt, folgt sie ihr nach Phantasma und trifft kurz darauf auf den geheimnisvollen Blackwell. Der verspricht zwar, Ophelia zu helfen, allerdings verpflichtet sie sich dafür in einen Pakt, der sie Jahre ihrer Lebenszeit kosten könnte. Im Lauf der Spiele muss sie nicht nur gegen ihre inneren Ängste sowie alle möglichen Spuks und Gefahren zur Wehr setzen, sie erfährt auch, dass sie und Genevieve nicht die ersten Mitglieder ihrer Familie sind, die sich Phantasma stellen.

"Phantasma – Spiel um dein Leben, fürchte die Liebe" von Kaylie Smith ist eine fantastische Geschichte, die in New Orleans beginnt und mich in ihren Grundzügen an klassische Horrorstorys erinnert. Überraschend schnell war ich dem Sog des Buches erlegen und mochte zwischenzeitlich kaum eine Lesepause einlegen, durch den klassische Hintergrund (New Orleans, Spukhaus usw.) hat sich die Atmosphäre für mich von Anfang an vertraut angefühlt. Ophelia, deren Alltag von ihren Ängsten und Zwangsstörungen geprägt ist, war mir schnell ans Herz gewachsen, sie selbst und alle Menschen und sonstige Wesen, denen sie begegnet, habe ich als authentisch und lebensecht empfunden.

Der fesselnde Schreibstil hat dafür gesorgt, dass die Handlung beinahe wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablief, ich hatte immer eine farbenfrohe Vorstellung der Figuren und ihres Umfelds im Kopf. Dass eine Wendung zum Ende hin etwas vorhersehbar war und mich der große Plottwist nicht ganz so sehr überraschte, hat dem Lesevergnügen meiner Meinung nach absolut keinen Abbruch getan, nach Beendigung des Romans bin ich mit der Auflösung glücklich und zufrieden zurück geblieben. Ein gutes Maß an Erotik rundet die spannenden Spielelevel ab, das sollte man mögen um die Stimmung in Phantasma besonders zu genießen. Obwohl ein Fortsetzungsband angekündigt ist, auf den ich mich sehr freue - in dem Ophelias Schwester Genevieve im Mittelpunkt stehen wird - kann dieses Buch auch einzeln gelesen werden. Für diese fantasievolle und im wahrsten Sinne des Wortes "geistreiche" Geschichte spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Mit klassischen Horrorelementen und farbenfroh dargestelltem Hintergrund hat mich dieser Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, so dass ich dieses Lesevergnügen gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 09.04.2025

Gelungene Fortsetzung der magischen Spellbound-Reihe

Dämonenmagie und ein Martini
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Nach Ihrer offiziellen Aufnahme in die Gilde fühlt sich Tori im Crow and Hammer mehr zuhause als jemals zuvor. Wegen ein paar Kürbisdekorationen wurde sie kurzerhand verpflichtet, eine Halloween-Party ...

Nach Ihrer offiziellen Aufnahme in die Gilde fühlt sich Tori im Crow and Hammer mehr zuhause als jemals zuvor. Wegen ein paar Kürbisdekorationen wurde sie kurzerhand verpflichtet, eine Halloween-Party zu organisieren, doch mitten im Vorbereitungsstress erscheint ein bösartiger Dämon im Revier. Die Bar wird kurzerhand zur Einsatzzentrale umfunktioniert, denn um dieses magische Wesen zu bekämpfen, müssen die Gilden zusammen arbeiten. Noch ahnt niemand, worauf es der Dämon abgesehen hat, doch schon bald stecken Tori und ihre drei Lieblingsmagier wieder im Mittelpunkt des Geschehens.

"Dämonenmagie und ein Martini" von Annette Marie ist der vierte Band um die temperamentvolle Barkeeperin Tori und ihre Magier-Freunde. Sowohl die Protagonistin als auch viele der Figuren in ihrem Umfeld waren mir bereits im ersten Teil der fantasievoll geschriebenen Reihe ans Herz gewachsen, so dass sich die Geschichte für mich wie ein Wiedersehen mit alten Freunden angefühlt hat. Wer die Vorgängerbücher noch nicht kennt, sollte das meiner Meinung nach unbedingt in der chronologischen Reihenfolge tun, denn der Handlungsstrang um den Dämon ist zwar in sich abgeschlossen, die persönlichen Verflechtungen im Hintergrund werden aber fortlaufend weiter entwickelt - außerdem macht es einfach Spaß, Tori und die Gildemitglieder von Anfang an kennen zu lernen.

Den Schreibstil habe ich als gewohnt fesselnd empfunden, einmal angefangen mochte ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Die Kampfszenen, von denen es in jedem Band ein gutes Maß gibt, dominieren dieses Mal die Handlung, deswegen bleibt etwas weniger Platz für den Humor, der die Serie in meinen Augen so besonders macht. Dem Lesevergnügen hat das für mich keinen Abbruch getan, ich habe mich stattdessen sehr gefreut, endlich das große Geheimnis um Ezras Unberechenbarkeit zu erfahren. Für diesen wunderbaren Fortsetzungsband spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus und freue mich, dass der Second Chances Verlag bereits den nächsten Teil der Reihe für den deutschen Markt angekündigt hat.

Fazit: Auch der vierte Band der Spellbound-Reihe hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert, ich freue mich auf jedes weitere magische Abenteuer mit Tori und ihren Lieblingsmagiern. Diese gelungene Fortsetzung empfehle ich daher gern weiter.

Veröffentlicht am 27.03.2025

Faszinierende Geschichte über die Besiedlung eines fernen Planeten

Lyneham
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An seinem zwölften Geburtstag landet Henry Meadows mit seinem Vater und seinen Geschwistern auf dem Mond Perm. Nachdem die Erde für Menschen unbewohnbar geworden war, sind sie gemeinsam mit vielen anderen ...

An seinem zwölften Geburtstag landet Henry Meadows mit seinem Vater und seinen Geschwistern auf dem Mond Perm. Nachdem die Erde für Menschen unbewohnbar geworden war, sind sie gemeinsam mit vielen anderen zu dieser fremden Welt gereist, 12.000 Jahre lang schlafend in Stasis-Kapseln. Henrys Mutter sollte mit einem anderen Raumschiff nachkommen, doch die Geschwister können sie nirgendwo finden - allerdings häufen sich im Lauf der Zeit die Anzeichen, dass sie schon lange vor ihnen hier gewesen ist. Obwohl angedacht war, dass Perms Bedingungen bereits bei der Ankunft der Siedler an die menschlichen Bedürfnisse angepasst sein sollte, ist die Atmosphäre immer noch giftig und enthält zu wenig Sauerstoff. Dazu kommen ungeahnte Gefahren durch unsichtbare Tiere, die sich den Menschen gegenüber aggressiv verhalten, so dass die Neuankömmlinge gezwungen sind, in abgegrenzten Biomen zu leben - was hat Henrys Mutter also mit Ihrer Forschung in der fremden Welt erreicht?

"Lyneham" von Nils Westerboer ist eine fantasievoll geschriebenen Science-Fiction Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert und begeistert hat, obwohl das Genre weit außerhalb meines bevorzugten Leseschemas liegt. Sowohl die fremdartige Welt des Mondes Perm als auch die handelnden Figuren fand ich vielschichtig und umfassend beschrieben, so dass die Handlung beinahe wie ein Film vor meinem geistigen Auge abgelaufen ist.

Der Großteil des Geschehens ist aus der Perspektive des zwölfjährigen Henry dargestellt, zwischendurch gab es Kapitel, die seine Mutter Mildred und ihre Forschungen zeigen. Durch verbesserte Antriebstechnologie war deren Raumschiff bereits 10.800 Jahre vor ihrer Familie auf Perm angekommen und zunächst richtet sich all ihr Bestreben darauf, die feindliche Atmosphäre an das menschliche Leben anzupassen. Erst als Mildred erkennt, welche Ziele der Leiter des Unternehmens, dessen Technologie die Reise erst ermöglicht hatte, wirklich verfolgt, stellt sie sich dem moralischen Konflikt, den ihre Arbeit verursacht: Darf man für das eigene Überleben so stark in das System eines anderen Planeten eingreifen, dass alles ursprünglich hier heimische Leben dafür ausgelöscht wird?

Den Schreibstil habe ich als äußerst spannend empfunden, obwohl weder Henry noch Mildred zu großartigen Sympathieträgern taugen, war ich emotional in jeder einzelnen Leseminute an ihrer Seite. Mit dem vielschichtigen Ökosystem des Mondes Perm und der Vielzahl seiner für das menschliche Verständnis so fremdartigen Bewohner fordert der Autor jederzeit die volle Konzentration seiner Lesenden - was mit einer außergewöhnlichen Geistesreise belohnt wird, dieses einzigartige Lesevergnügen stellt für mich bisher das Highlight des Jahres 2025 dar. Für diesen im wahrsten Sinne des Wortes fantastischen Roman spreche ich daher eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Die fantastische Geschichte führt die Lesenden auf eine faszinierende Weltraum-Reise, die Spannung hat mich bis zum Ende hin gefesselt und begeistert. Dieses Lesehighlight empfehle ich gern weiter - auch an Leute, deren Lesepriorität nicht unbedingt im Science-Fiction Genre liegt.

Veröffentlicht am 10.03.2025

Originelle Geschichte, die zwei Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft

Wackelkontakt
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Wegen eines Wackelkontakts seiner Küchensteckdose hat Franz Escher einen Elektriker bestellt, der allerdings auf sich warten lässt. Zum Zeitvertreib liest er ein Buch, dessen Hauptfigur Elio Russo ist, ...

Wegen eines Wackelkontakts seiner Küchensteckdose hat Franz Escher einen Elektriker bestellt, der allerdings auf sich warten lässt. Zum Zeitvertreib liest er ein Buch, dessen Hauptfigur Elio Russo ist, ein Mafioso, dem für seine Aussage als Kronzeuge ein Platz im Zeugenschutzprogramm zugesichert wurde. Da er die Rache der Mafia fürchtet, kann Elio im Gefängnis nicht schlafen, um sich abzulenken liest er ein Buch - welches von Franz Escher handelt, der auf den Elektriker wartet....

"Wackelkontakt" von Wolf Haas ist eine faszinierende Geschichte in der die beiden Handlungsstränge auf raffinierte Weise miteinander verflochten werden. Obwohl dieses Buch so gar nicht zu meinem üblichen Leseschema passt, hat mich der Klappentext bereits so neugierig gemacht, dass ich es unbedingt lesen wollte - und ich wurde nicht enttäuscht. Wie in dem Bild "Drawing Hands" des Künstlers M.C. Escher (das wohl auch für den Autor als Inspiration gedient hat, denn es kommt im Buch als Geschenk für den jungen Franz Escher vor, das einst die Puzzle-Leidenschaft des Protagonisten geweckt hat), stehen beide Realitäten gleichberechtigt nebeneinander und es ist für den Leser nicht ersichtlich, wo das Ganze seinen Anfang nahm.

Die Figuren fand ich sehr originell konstruiert, niemand ist ein wirklicher Sympathieträger, doch jeder ist auf seine eigene verschrobene Art interessant. Einige - zunächst scheinbar nebensächliche - Details tauchen plötzlich in dem anderen Erzählstrang auf, so wird die Handlung immer dichter miteinander verwoben. Obwohl besonders in der zweiten Buchhälfte manche Mafia-Klischees eingearbeitet sind, die mich an den einen oder anderen Hollywood-Film erinnerten, hebt sich dieses Buch in meinen Augen deutlich aus der Vielfalt der literarischen Werke heraus, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. Für diesen ausgefallenen Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten hat, spreche ich daher eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Die originelle Geschichte mit den beiden Protagonisten, die übereinander in Büchern lesen, hat mich vom ersten Moment an fasziniert - die Verbindung die der Autor zu einem Bild von M.C. Escher knüpft, fasst das Lesegefühl meiner Meinung nach perfekt zusammen. Dieses einzigartige Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 23.01.2025

Mitreißender Auftakt der vierteiligen Fantasy-Reihe

Shifter Island - Die Akademie der Wölfe
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Ein Jahr früher als erwartet wird Nai, die Alpha-Erbin des Crescent-Clans, aufgefordert, sich zur Alpha-Academy zu begeben, noch dazu ohne jegliche Vorankündigung. Die vier Wächter, die sie dort hin eskortieren, ...

Ein Jahr früher als erwartet wird Nai, die Alpha-Erbin des Crescent-Clans, aufgefordert, sich zur Alpha-Academy zu begeben, noch dazu ohne jegliche Vorankündigung. Die vier Wächter, die sie dort hin eskortieren, sind zu Nais großer Überraschung die Erben des Königs aller Wolfswandler - und Angehörige des Midnight-Clans, der mit dem Crescent-Rudel verfeindet ist. Das ist allerdings nicht das einzige Problem, das sie an der Academy erwartet, Nais Clan wurde vor Ihrer Geburt von der Insel verbannt, entsprechend geringschätzig wird sie von den anderen Erben angesehen. Als sie bei einem Maskenball ihrem Schicksalsgefährten begegnet, ist sie zunächst überglücklich, doch er lässt sie zurück, ohne sich zu erkennen zu geben.

"Shifter Island - Die Akademie der Wölfe" von Leia Stone ist der Auftaktband einer vierteiligen Fantasy-Reihe, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht wieder los gelassen hat. Nai ist eine starke Protagonistin, von klein auf wurde sie dazu ausgebildet, einmal die Anführerin ihres Rudels zu werden. Mit ihrem Mut und ihrer schlagfertigen Art ist sie mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich emotional stets an ihrer Seite war. Sie selbst und auch die Figuren in ihrem Umfeld fand ich authentisch dargestellt.

Den Schreibstil der Autorin kenne und mag ich bereits aus verschiedenen Büchern, auch dieses Mal ist es ihr gelungen, mich durchgehend zu fesseln. Das Geheimnis um die Identität des Schicksalsgefährten war vielleicht etwas vorhersehbar, dem Lesevergnügen hat das meiner Meinung nach aber keinen Abbruch getan, sowohl die Angriffe auf die Academy als auch Nais persönliche Entwicklung hatten für mich genügend Spannungspotential. Zwischenzeitlich mochte ich den E-Reader kaum aus der Hand legen und habe heute morgen als erstes geschaut, wann denn der Fortsetzungsband erscheint. Für diesen fantasievoll geschriebenen Reihenauftakt spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Mich hat der erste Band dieser Fantasy-Reihe gefesselt und begeistert, das magische Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.