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Veröffentlicht am 02.08.2025

Weg heraus aus einer psychosomatischen Erkrankung

Junge Frau mit Katze
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"Lügen über meine Mutter" hatte mir sehr gefallen und so war ich gespannt und neugierig auf den neuen Roman von Daniela Dröscher. Stand im ersten Band die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter und ...

"Lügen über meine Mutter" hatte mir sehr gefallen und so war ich gespannt und neugierig auf den neuen Roman von Daniela Dröscher. Stand im ersten Band die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter und die elterliche Ehe im Vordergrund, geht es jetzt um Elas Beziehung zu sich selber. Angestellt als Doktorandin, zusammen mit ihrem Kater in einer kleinen 1-Zimmer-Wohnung unter dem Dach lebend, bestimmen ausgeprägte psychosomatische Symptome ihren Alltag.
Dabei ist die Sprache wie auch beim ersten Teil einnehmend und sehr zugänglich. Mit genauem Blick schildert Daniela Dröscher die Hilflosigkeit und Ängste der Protagonistin aber auch ihres Umfeldes angesichts ihrer vielen Beschwerden, durch die "der Körper laut spricht, wo die Seele schweigt". Es hat stellenweise für den Leser fast etwas Zermürbendes, Ela bei den zahlreichen Arztbesuchen zu begleiten, ohne dass eine tiefere Auseinandersetzung mit ihren darunter liegenden Konflikten und Gefühlen stattfindet. Mit den eingeschobenen Zitaten einer ihrer japanischen Lieblingsautorinnen konnte ich persönlich wenig anfangen bzw. lösten sie bei mir eher ein Gefühl von Distanz aus.
In jedem Fall habe ich die Darstellung des Leidensweges ausgelöst durch eine psychosomatische Erkrankung als stimmig erlebt. Während mich "Lügen über meine Mutter" wirklich berührt hat und ich emotional nah an den Figuren dran war, blieb bei "Junge Frau mit Katze" für mich Wesentliches nicht ausgesprochen. Aber vielleicht liegt es auch in der Natur einer psychosomatischen Erkrankung, dass der Kern ("das Eigentliche, das Wesentliche") so schwer zu greifen und zu benennen ist. Ich bin sehr gespannt auf ihre folgenden Bücher.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Faszinierendes Buch zum Thema Weltraum für die ganze Familie

National Geographic Kids - Jenseits der Unendlichkeit
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Das Buch widmet sich dem Superteleskop, dem James-Webb-Teleskop. Spannend zu lesen, dass es ganze 25 Jahre gebraucht hat, dieses zu entwickeln aber auch interessant, wie es aufgebaut ist und funktioniert. ...

Das Buch widmet sich dem Superteleskop, dem James-Webb-Teleskop. Spannend zu lesen, dass es ganze 25 Jahre gebraucht hat, dieses zu entwickeln aber auch interessant, wie es aufgebaut ist und funktioniert. Die Bilder von fernen Galaxien sind großartig und besonders der Vergleich zu dem Vorgängermodell, dem Hubbleteleskop, sind beeindruckend und faszinierend.
Zwischendrin kommen in Interviewform verschiedene Weltraumforscher zu Wort. Insbesondere mit welcher Leidenschaft und Expertise Frauen dieses technische Fach vertreten fand ich sehr inspirierend und vorbildlich.
Jetzt kommt leider das große Aber... meine beiden Kinder (8 und 11 Jahre) waren anfangs trotz der tollen Bilder wenig für das Buch zu begeistern. Zu unstrukturiert ist teilweise die Kapitelanordnung und zu viel Wissen wird bereits vorausgesetzt (Aufbau des Sonnensystems, Gravitation, ...), so dass das Lesen und Verstehen für sie alleine mühsam war. Erst durch meine Begeisterung und viel zusätzliche Erklärung wurde das Buch auch für sie spannend und interessant. Die Altersangabe ab 8 Jahre finde ich zu früh, es sei denn, das Kind ist ein ausgesprochener Astronomiefan. Als Buch für die ganze Familie mit der Möglichkeit, auf Fragen der Kinder direkt eingehen zu können, gibt es einen tollen Einblick zum Thema Weltraum und James-Webb-Teleskop.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Ein wenig wie ein alter französischer Film

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Ein wenig erinnert der Roman mich an einen alten französischen Film - langsame Kamerafahrten, viel Zeit für das Bewegungsspiel der Mimik, immer etwas melancholisch, immer etwas schwierige Beziehungsthemen...
Als ...

Ein wenig erinnert der Roman mich an einen alten französischen Film - langsame Kamerafahrten, viel Zeit für das Bewegungsspiel der Mimik, immer etwas melancholisch, immer etwas schwierige Beziehungsthemen...
Als Leser starten wir in Brüssel, wo Dumont nachts als Telefonseelsorger arbeitet und tagsüber ein kleines Uhrengeschäft betreibt. Geschieden, scheu im Kontakt mit Frauen, rührt ihn plötzlich eine nächtliche anonyme Anruferin so an, dass er ihren Spuren nach Antibes folgt.
Der Roman ist grundsätzlich gut lesbar, wenngleich mich der Schreibstil jetzt nicht völlig in seinen Bann ziehen konnte bzw. mir etwas die Originalität gefehlt hat. Die Ortsbeschreibungen sind sehr ansprechend und man fühlt das Meer und die Sonne an der Côte d'Azur. Insgesamt ist es ein leiser Roman über die Sehnsucht nach Nähe und Zärtlichkeit, blieb mir an manchen Stellen dann leider doch etwas zu flach und stereotyp.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

.Dystopie die philosophische Fragen aufwirft

Schweben
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Die Protagonistin, die sich selber nicht mehr an ihren Namen erinnert, nimmt im Rahmen ihres Berufes immer neue Identitäten an, um die Rolle der Schwester, Tochter, Freundin zu übernehmen. Das Setting ...

Die Protagonistin, die sich selber nicht mehr an ihren Namen erinnert, nimmt im Rahmen ihres Berufes immer neue Identitäten an, um die Rolle der Schwester, Tochter, Freundin zu übernehmen. Das Setting spielt in der Zukunft. Menschen leben in einer abgeschotteten Siedlung. Nach "draußen" zu gehen ist mit dem sicheren Tod assoziiert. Nach der Vergangenheit zu forschen, "mehr" zu wollen, nach Entwicklung zu streben, ist untersagt. Insbesondere die Jugendlichen leiden darunter. Aber insbesondere auch die Frauen sind überwiegend müde und erschöpft, antriebslos.
Die Dystopie eröffnet gedanklich einen Raum für philosophische Gedankenexperimente - inwieweit gibt das Wissen um unsere Herkunft und ein Streben nach Weiterentwicklung uns Halt, inwieweit lässt sich die Metapher des Schwebezustandes (insbesondere bei den Jugendlichen) auf unsere Gesellschaft übertragen, was hat es mit Erschöpfungssyndrom bei den Frauen auf sich.
Allerdings fand ich die Figuren nicht ganz ausgemalt und hätte mir an mancher Stelle noch mehr Tiefe gewünscht. Viele Themen werden reingebracht und angeschnitten. Gerade die Schilderung der toxischen Beziehung hätte es meiner Meinung nicht unbedingt gebraucht und ging für mein Empfinden zu Lasten der eigentlich interessanten Fragen des Buches. Es bleibt ein Gedankenexperiment, was aber für mein Empfinden an der Oberfläche bleibt.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Ein leiser, teils poetischer Roman

Schwimmen im Glas
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In dem Roman geht es um Lore, die in kleinen Sequenzen aus ihrer Kindheit erzählt. Ländlich aufwachsend in den 90er Jahren in Österreich, zwischen Eltern- und Großelternhaus pendelnd. Es gibt keine Unterteilung ...

In dem Roman geht es um Lore, die in kleinen Sequenzen aus ihrer Kindheit erzählt. Ländlich aufwachsend in den 90er Jahren in Österreich, zwischen Eltern- und Großelternhaus pendelnd. Es gibt keine Unterteilung in größere Kapitel. Nur Absätze markieren die gedanklichen Wechsel. Beim Lesen stellt sich schnell ein Fluss ein. Vieles bleibt aus dem kindlichen Verständnis und dessen unschuldigen Betrachtung heraus offen und unerklärlich. Und dennoch begleitet einen als Leser eine Ahnung, was der Großvater wohl erlebt haben mag, wie die Beziehungsqualitäten zwischen den Erwachsenen sein mögen, welche Rollenbilder Männer und Frauen in sich tragen. Schwimmen im Glas - ein poetischer Ausdruck über die Begrenztheit der Lebens- und Erlebensmöglichkeiten vor allem von Frauen in einem patriarchalem Umfeld. Ich mochte den leisen, feinfühligen Ton der Autorin, wie die Fragezeichen in der Luft hängen bleiben, vieles nicht ausgesprochen wird. Letztendlich waren es mir manchmal fast etwas zu viel Fragezeichen und Verbleiben in der Vorahnung beim Lesen. Dennoch ein lesenswertes Buch vor allem für diejenigen, die eine teilweise poetische Sprache schätzen.

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