Profilbild von anette1809

anette1809

aktives Lesejury-Mitglied
offline

anette1809 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit anette1809 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

Das erste Mal

24 Sekunden ab jetzt
0

Neon und Aria stehen kurz vor ihrem ersten Mal, genau 24 Sekunden davor. Neon steht im Bad und sein Herz klopft bis zum Hals.
Leser*innen erleben rückblickend die letzten 24 Sekunden, 24 Minuten, 24 Stunden, ...

Neon und Aria stehen kurz vor ihrem ersten Mal, genau 24 Sekunden davor. Neon steht im Bad und sein Herz klopft bis zum Hals.
Leser*innen erleben rückblickend die letzten 24 Sekunden, 24 Minuten, 24 Stunden, 24 Wochen und 24 Monate vor diesem Moment.

Jason Reynolds erzählt authentisch von der Liebesgeschichte zwischen zwei Schwarzen Jugendlichen.
In den Rückblicken erlebt man nicht nur in umgekehrter Chronologie ihre Gefühle zueinander, man lernt auch ihre Freunde und ihre Familie kennen.
Wenn der Zufall in Form eines entlaufenen Hundes nicht zu Hilfe gekommen wäre, wäre aus Neon und Aria wahrscheinlich nie ein Paar geworden. Denn trotz, dass sie auf die gleiche Highschool gehen, leben ihre Familien und sie unterschiedliche Leben und sie haben gänzlich andere Pläne für die Zukunft.

Jugendliche und junge Erwachsene werden sich hier ehrlich und authentisch repräsentiert und dargestellt sehen. Auch die Bindungen zu Freunden und Familie, die Gespräche, die im Vorfeld zu Neons und Arias wichtigem Moment geführt werden, wirken dem echten Leben entnommen.

Für mich hatte dieses Buch von Jason Reynolds leichte Längen im Gegensatz zu anderen Romanen, die ich von ihm gelesen habe.
Die länger zurückliegenden Passagen haben mich mehr angesprochen, da die Handlung hier weniger abzusehen war und ich in Erfahrung bringen wollte, wie die Geschichte ihren Anfang genommen hat.

Jason Reynolds ist eine sehr authentische Stimme für die Schwarzen Jugendlichen seiner Zeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Humorvolle Sachensuche mit cooler Heldin

Einfach Sunny
0

Sie ist nicht auf den Mund gefallen, wenn sie von Gleichaltrigen gemobbt wird. Sie kontert gern mit Humor, der überdies gern mal schwarz ist, und nimmt sich dabei auch selbst auf die Schippe.

'Für einen ...

Sie ist nicht auf den Mund gefallen, wenn sie von Gleichaltrigen gemobbt wird. Sie kontert gern mit Humor, der überdies gern mal schwarz ist, und nimmt sich dabei auch selbst auf die Schippe.

'Für einen Moment wünscht sich Sunny eine Fernbedienung für Frau Wilmers. Dann würde sie im Menü die Einstellung "Tonspur für Blinde" abstellen und zusätzlich ein ordentliches Stück vorspulen.' (S.57)

Eines Tages trifft sie den gleichaltrigen Ben, der etwas verloren hat. Sunny bietet sich als Sachen-Sucherin an, obwohl Ben zunächst herumdruckst, wonach er überhaupt sucht.
Auch mit - oder wegen - ihrer Behinderung ist Sunny viel mutiger und selbstbewusster als Ben. Selbst ihren Eltern ist ihre eigenständige Art manchmal etwas zu viel, aber Sunny behauptet sich auch gegen diese und andere Erwachsene für ihr junges Alter erstaunlich gut.

Der Tag, an dem Sunny gemeinsam mit Ben auf der Suche nach seinem verlorenen Gegenstand ist, zog sich im Mittelteil für mich leicht, da einige Irrungen und Wirrungen auftraten, die ich als etwas zu viel und konstruiert für einen einzigen Tag und den Vorfall empfand.
In Summe beinhaltet das Buch jedoch eine für die Altersgruppe spannende und sehr lustige Geschichte mit einem witzigen Dreh am Ende.

Ansonsten lebt und gewinnt die Geschichte durch die Illustrationen Olivia Viewegs. Die Bilder sind knallbunt und nehmen viel Platz ein.
Darüber hinaus wurden die Kapitelanfänge und Seitenzahlen je nach Perspektive aus Sunnys oder Bens Sicht, in Orange oder Grün gestaltet. So ist direkt zu erkennen, aus welcher Sicht gerade erzählt wird.

Gerade weil sich Sunny und Ben hier ganz frisch kennenlernen, ist es sehr passend, die Geschichte aus zwei persönlichen Perspektiven erleben zu dürfen. So erfährt man die jeweiligen Gedanken zum Gegenüber aus erster Hand und kommt den beiden Charakteren als Leserin schneller näher, als dies durch einen neutralen Erzähler möglich wäre.

"Einfach Sunny" besticht durch eine selbstbewusste und witzige Hauptfigur, die sich an einem Tag mit einem neuen Freund zusammenrauft und von der man als Leser
in währenddessen viel erfährt, sowie auch von dem zweiten Hauptakteur Ben.
Die Geschichte beschäftigt sich mit für das junge Lesepublikum relevanten Themen wie Mobbing – nicht nur aufgrund von Behinderungen -, Freundschaft und Schule und transportiert diese authentisch mit etwas Spannung und ganz viel Humor.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2025

Damals wie heute ein wichtiges Thema - ein Klassiker als illustrierte Neuausgabe

Eine Insel im Meer
0

„Eine Insel im Meer“ ist die illustrierte Neuauflage eines Jugendbuchklassikers aus dem Jahr 1996.
Der Titel bildet den Auftakt von vier Büchern, die die Geschichte der beiden Geschwister Steffi und Nelli ...

„Eine Insel im Meer“ ist die illustrierte Neuauflage eines Jugendbuchklassikers aus dem Jahr 1996.
Der Titel bildet den Auftakt von vier Büchern, die die Geschichte der beiden Geschwister Steffi und Nelli erzählen.
Ob die Folgebände ebenfalls neu aufgelegt werden, ist mir nicht bekannt. Im Buch ist kein Hinweis darauf zu finden.

Steffi und Nelli sind ein Geschwisterpaar aus Wien. Die Geschichte spielt im Jahr 1939. Da die Familie der Schwestern jüdischen Glaubens ist, schicken ihre Eltern die beiden vor Ausbruch des Krieges auf eine kleine schwedische Schäreninsel. Das Ganze soll nur von kurzer Dauer sein, da die Eltern einen Ausreiseantrag nach Amerika gestellt haben, dieser wird jedoch nicht bewilligt.
Der Anfang in einem fremden Land ist für die Schwestern sehr schwer. Nicht nur, dass die beiden die Sprache nicht sprechen und auf dem Land alles ganz anderes ist als in der Großstadt, können die beiden nicht zusammen bei einer Familie leben.
Während die jüngere Nelli trotz allen Widrigkeiten schnell Anschluss in Schweden findet, fühlt sich Steffi weiterhin allein und unwillkommen. Selbst in Schweden sieht sie sich mit Antisemitismus konfrontiert. Auch Kinder machen nicht Halt vor Ausgrenzung und Hass.

Obwohl „Eine Insel im Meer“ ein Kinderbuch ist, ist die Geschichte aufgrund des historischen Hintergrunds bedrückend.
Sprachlich auf einem kindgerechten und leicht verständlichen Niveau wiegt der Kontext dennoch genauso schwer wie bei einem adulten Roman.
Man muss nichts oder nicht allzu viel mit Steffi und Nelli gemein haben, um sich in ihr neues Leben in Schweden hineinversetzen zu können.
Mobbing und Ausgrenzung können unabhängig von Herkunft oder Glauben geschehen und in der Fremde ohne Familienangehörige zu sein, ist auch ohne Kriegsszenario eine traurige und erschreckende Vorstellung.

Von der Sprache lässt sich das Buch auch für ein jüngeres Lesepublikum empfehlen, jedoch ist der Inhalt zu schwer und düster, um die Geschichte unbegleitet Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren an die Hand zu geben.
Als begleitete Lektüre könnte ich mir das Buch aber sehr gut im Schulunterricht vorstellen, zumal der Inhalt und die Geschichte der beiden Schwestern noch weit mehr behandelt als jüdisches Leben in Europa zu Beginn des 2. Weltkriegs.

Dreißig Jahre alt und leider immer noch aktuell, ein Thema, das auch in zukünftigen Generationen nicht totgeschwiegen werden sollte.
Hier liegt eine jugendgerechte Geschichte vor, die als Alternative zu im deutschen Sprachraum bekannteren Titeln wie „Das Tagebuch der Anne Frank“ oder „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ dienen kann.
Entweder als Schullektüre oder für interessierte Leser*innen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2025

Buntes Buch über Roboter und KI lädt zum Entdecken ein

Roboter und KI
0

„Roboter und KI“ ist ein buntes Buch für Entdecker*innen, welches nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Mitmachen einlädt. Neben allerhand Wissenswertem enthält das Buch Bastelvorschläge und Rätsel.
Das ...

„Roboter und KI“ ist ein buntes Buch für Entdecker*innen, welches nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Mitmachen einlädt. Neben allerhand Wissenswertem enthält das Buch Bastelvorschläge und Rätsel.
Das Buch ist weniger zum Vorlesen, sondern vielmehr zum Erkunden konzipiert, da die Seiten sehr individuell, bunt und kreuz und quer illustriert sind. Man kann sich gut mit einzelnen Kapiteln beschäftigen, das Buch ist nicht so aufgebaut, dass man es am Stück lesen muss.

Neben Errungenschaften und Fortschritten in der Robotertechnik und Entwicklung der KI, erwähnt das Buch auch die Gefahren und Nachteile, die beides mit sich bringen kann. An dieser Stelle hätte ich mir noch mehr Kritik gewünscht, insbesondere was das Training der KI mit menschengemachten Daten angeht, die oftmals ungefragt und ohne Erlaubnis einbezogen werden.
Ansonsten bietet das Buch vielfältige und interessante Einblicke in das Thema Roboter und KI und vermittelt viel Wissen zu diesen Themen.

Die Vorsatzseiten sind passend zum Thema mit Zahnrädern illustriert. Auch alle anderen Illustrationen passen perfekt zur Thematik und sind modern. Die Begleittexte lassen sich gut lesen, obwohl ein Typo ähnlich einer Handschrift ausgewählt wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2025

Vom Glück mit Katzen zu leben

Die Magnolienkatzen
0

Die Autorin Noriko Morishita erzählt in ihrem Buch „Die Magnolienkatzen“, wie eine streunende Katze mit ihrem Wurf Kätzchen in ihr Leben tritt.
Noriko und ihre Mutter sind eigentlich Hundemenschen. Da ...

Die Autorin Noriko Morishita erzählt in ihrem Buch „Die Magnolienkatzen“, wie eine streunende Katze mit ihrem Wurf Kätzchen in ihr Leben tritt.
Noriko und ihre Mutter sind eigentlich Hundemenschen. Da jedoch niemand die streunende Katze und ihre Jungen aufnehmen möchte, nehmen die beiden Frauen gezwungenermaßen ihre Bestimmung an, den Katzen zumindest ein vorübergehendes Zuhause zu geben. Wenigstens so lange, bis die Kätzchen groß genug sind, um in eigene Familien zu ziehen.

Das Buch richtet sich vorrangig an Katzenliebhaber. Andere Leserinnen könnten sich von der Geschichte der Katzenfamilie schnell gelangweilt fühlen.
Alle anderen erwartet eine poetisch geschriebene und erzählte Geschichte. Zum einen über das Glück, das auf vier Pfoten in einem Leben Einzug halten kann. Zum anderen über die Gemeinschaft, die aus dem Zusammenleben mit Katzen wachsen kann.
Freunde und Nachbarn geben sich tagtäglich bei Noriko und ihrer Mutter die Klinke in die Hand. Besuchen die Katzen, bewundern sie, bringen ihnen Geschenke, geben Tipps zur Haltung und Aufzucht und erzählen von ihren eigenen Haustieren.

Die Leser
innen begleiten Mimi – die ehemalige Streunerin – und ihren Wurf, vom Tag ihres Einzugs, bis zum Auszug der Kätzchen und darüber hinaus.
Nach dem Auszug der kleinen Katzen in ihre neuen Familien fand ich das Buch nicht mehr ganz so kurzweilig zu lesen wie zu Beginn. Selbst für mich als Katzenmensch hatte es gegen Ende Längen. Dennoch habe ich es sehr gern gelesen, da man sich und seine Katzen in sehr vielen Situationen wiederfindet.

Das recht schlicht gestaltete, aber äußerst zauberhafte Cover, passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte – unaufgeregt und warmherzig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere