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Veröffentlicht am 23.10.2025

Damals wie heute ein wichtiges Thema - ein Klassiker als illustrierte Neuausgabe

Eine Insel im Meer
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„Eine Insel im Meer“ ist die illustrierte Neuauflage eines Jugendbuchklassikers aus dem Jahr 1996.
Der Titel bildet den Auftakt von vier Büchern, die die Geschichte der beiden Geschwister Steffi und Nelli ...

„Eine Insel im Meer“ ist die illustrierte Neuauflage eines Jugendbuchklassikers aus dem Jahr 1996.
Der Titel bildet den Auftakt von vier Büchern, die die Geschichte der beiden Geschwister Steffi und Nelli erzählen.
Ob die Folgebände ebenfalls neu aufgelegt werden, ist mir nicht bekannt. Im Buch ist kein Hinweis darauf zu finden.

Steffi und Nelli sind ein Geschwisterpaar aus Wien. Die Geschichte spielt im Jahr 1939. Da die Familie der Schwestern jüdischen Glaubens ist, schicken ihre Eltern die beiden vor Ausbruch des Krieges auf eine kleine schwedische Schäreninsel. Das Ganze soll nur von kurzer Dauer sein, da die Eltern einen Ausreiseantrag nach Amerika gestellt haben, dieser wird jedoch nicht bewilligt.
Der Anfang in einem fremden Land ist für die Schwestern sehr schwer. Nicht nur, dass die beiden die Sprache nicht sprechen und auf dem Land alles ganz anderes ist als in der Großstadt, können die beiden nicht zusammen bei einer Familie leben.
Während die jüngere Nelli trotz allen Widrigkeiten schnell Anschluss in Schweden findet, fühlt sich Steffi weiterhin allein und unwillkommen. Selbst in Schweden sieht sie sich mit Antisemitismus konfrontiert. Auch Kinder machen nicht Halt vor Ausgrenzung und Hass.

Obwohl „Eine Insel im Meer“ ein Kinderbuch ist, ist die Geschichte aufgrund des historischen Hintergrunds bedrückend.
Sprachlich auf einem kindgerechten und leicht verständlichen Niveau wiegt der Kontext dennoch genauso schwer wie bei einem adulten Roman.
Man muss nichts oder nicht allzu viel mit Steffi und Nelli gemein haben, um sich in ihr neues Leben in Schweden hineinversetzen zu können.
Mobbing und Ausgrenzung können unabhängig von Herkunft oder Glauben geschehen und in der Fremde ohne Familienangehörige zu sein, ist auch ohne Kriegsszenario eine traurige und erschreckende Vorstellung.

Von der Sprache lässt sich das Buch auch für ein jüngeres Lesepublikum empfehlen, jedoch ist der Inhalt zu schwer und düster, um die Geschichte unbegleitet Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren an die Hand zu geben.
Als begleitete Lektüre könnte ich mir das Buch aber sehr gut im Schulunterricht vorstellen, zumal der Inhalt und die Geschichte der beiden Schwestern noch weit mehr behandelt als jüdisches Leben in Europa zu Beginn des 2. Weltkriegs.

Dreißig Jahre alt und leider immer noch aktuell, ein Thema, das auch in zukünftigen Generationen nicht totgeschwiegen werden sollte.
Hier liegt eine jugendgerechte Geschichte vor, die als Alternative zu im deutschen Sprachraum bekannteren Titeln wie „Das Tagebuch der Anne Frank“ oder „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ dienen kann.
Entweder als Schullektüre oder für interessierte Leser*innen.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Buntes Buch über Roboter und KI lädt zum Entdecken ein

Roboter und KI
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„Roboter und KI“ ist ein buntes Buch für Entdecker*innen, welches nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Mitmachen einlädt. Neben allerhand Wissenswertem enthält das Buch Bastelvorschläge und Rätsel.
Das ...

„Roboter und KI“ ist ein buntes Buch für Entdecker*innen, welches nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Mitmachen einlädt. Neben allerhand Wissenswertem enthält das Buch Bastelvorschläge und Rätsel.
Das Buch ist weniger zum Vorlesen, sondern vielmehr zum Erkunden konzipiert, da die Seiten sehr individuell, bunt und kreuz und quer illustriert sind. Man kann sich gut mit einzelnen Kapiteln beschäftigen, das Buch ist nicht so aufgebaut, dass man es am Stück lesen muss.

Neben Errungenschaften und Fortschritten in der Robotertechnik und Entwicklung der KI, erwähnt das Buch auch die Gefahren und Nachteile, die beides mit sich bringen kann. An dieser Stelle hätte ich mir noch mehr Kritik gewünscht, insbesondere was das Training der KI mit menschengemachten Daten angeht, die oftmals ungefragt und ohne Erlaubnis einbezogen werden.
Ansonsten bietet das Buch vielfältige und interessante Einblicke in das Thema Roboter und KI und vermittelt viel Wissen zu diesen Themen.

Die Vorsatzseiten sind passend zum Thema mit Zahnrädern illustriert. Auch alle anderen Illustrationen passen perfekt zur Thematik und sind modern. Die Begleittexte lassen sich gut lesen, obwohl ein Typo ähnlich einer Handschrift ausgewählt wurde.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Vom Glück mit Katzen zu leben

Die Magnolienkatzen
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Die Autorin Noriko Morishita erzählt in ihrem Buch „Die Magnolienkatzen“, wie eine streunende Katze mit ihrem Wurf Kätzchen in ihr Leben tritt.
Noriko und ihre Mutter sind eigentlich Hundemenschen. Da ...

Die Autorin Noriko Morishita erzählt in ihrem Buch „Die Magnolienkatzen“, wie eine streunende Katze mit ihrem Wurf Kätzchen in ihr Leben tritt.
Noriko und ihre Mutter sind eigentlich Hundemenschen. Da jedoch niemand die streunende Katze und ihre Jungen aufnehmen möchte, nehmen die beiden Frauen gezwungenermaßen ihre Bestimmung an, den Katzen zumindest ein vorübergehendes Zuhause zu geben. Wenigstens so lange, bis die Kätzchen groß genug sind, um in eigene Familien zu ziehen.

Das Buch richtet sich vorrangig an Katzenliebhaber. Andere Leserinnen könnten sich von der Geschichte der Katzenfamilie schnell gelangweilt fühlen.
Alle anderen erwartet eine poetisch geschriebene und erzählte Geschichte. Zum einen über das Glück, das auf vier Pfoten in einem Leben Einzug halten kann. Zum anderen über die Gemeinschaft, die aus dem Zusammenleben mit Katzen wachsen kann.
Freunde und Nachbarn geben sich tagtäglich bei Noriko und ihrer Mutter die Klinke in die Hand. Besuchen die Katzen, bewundern sie, bringen ihnen Geschenke, geben Tipps zur Haltung und Aufzucht und erzählen von ihren eigenen Haustieren.

Die Leser
innen begleiten Mimi – die ehemalige Streunerin – und ihren Wurf, vom Tag ihres Einzugs, bis zum Auszug der Kätzchen und darüber hinaus.
Nach dem Auszug der kleinen Katzen in ihre neuen Familien fand ich das Buch nicht mehr ganz so kurzweilig zu lesen wie zu Beginn. Selbst für mich als Katzenmensch hatte es gegen Ende Längen. Dennoch habe ich es sehr gern gelesen, da man sich und seine Katzen in sehr vielen Situationen wiederfindet.

Das recht schlicht gestaltete, aber äußerst zauberhafte Cover, passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte – unaufgeregt und warmherzig.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Ein sehr düsteres Kinderbuch, bei dem sich viele Fragen auftun

Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt
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Maggie wohnt bei ihrer Tante in der kleinen Stadt West Minchen, da ihre Eltern sich getrennt haben und ihre Mutter in einer Klinik weilt.
In der Schule ist sie eine Außenseiterin und wird von einer beliebten ...

Maggie wohnt bei ihrer Tante in der kleinen Stadt West Minchen, da ihre Eltern sich getrennt haben und ihre Mutter in einer Klinik weilt.
In der Schule ist sie eine Außenseiterin und wird von einer beliebten Schülerin gemobbt, die eines Tages auf mysteriöse Weise in eine Parallelwelt entführt wird. Nur Maggie kann ihr helfen. Als sie ihr durch ein Portal in die Düsterwelt folgt, beginnt ein gefährliches Abenteuer.
Das Buch ist in drei Teile untergliedert.
Mir hat bereits der erste Teil der Geschichte gut gefallen, auch wenn sich die Spannung dort nur langsam aufbaut. Jedoch wird die Neugier am weiteren Verlauf permanent geschürt, da sich viele Fragen auftun. Warum ist Maggies Mutter an schweren Depressionen erkrankt? Was hat es mit der seltsamen Vertrauenslehrerin an ihrer Schule auf sich?
Etwas anstrengend hingegen empfand ich Maggies Verhalten gegenüber ihrer Mitschülerin Ida, von der sie gemobbt wird. Warum möchte man dennoch mit so jemandem befreundet sein?

Sobald die Handlung in der Düsterwelt spielt, zieht die Spannung permanent an und der Inhalt ist für ein Kinderbuch recht gruselig, eindeutig nichts für zartbesaitete Kinder!
Die fantastischen Figuren, die Anna Goodall erdacht hat, finde ich sehr abwechslungsreich, vielschichtig und selten eindeutig Gut oder Böse zuzuordnen. Dies passt wiederum perfekt zur Hauptfigur Maggie, da es in der Geschichte Andeutungen gibt, dass auch sie sowohl Gutes als auch Schlechtes bewirken könnte.
Von daher bin ich sehr neugierig, wie Maggies Geschichte in den Folgebänden weitererzählt wird, da sich um sie ein großes Geheimnis rankt und ich mir selbst am Ende dieses ersten Bandes noch unsicher bin, inwiefern auch ihre Familienmitglieder darin involviert sein könnten.
Sehr gut hat mir auch der tierische Begleiter gefallen, den die Autorin Maggie an die Seite gestellt hat, der sprechende, einäugige Kater Hoagy.

„Das Portal zur Düsterwelt“ ist wie der Titel es bereits sagt, ein wirklich düsterer Auftakt, der Leser*innen am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt, sodass man kaum anders kann als dem nächsten Band entgegenzufiebern.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Hommage an "Bücher über Bücher"

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Mit dem Auftakt ihrer Dilogie ist Alina Metz eine spannende Hommage an Bücher über Büchern gelungen. Gleich zu Beginn fühlte ich mich an Bücher wie Endes „Die unendliche Geschichte“ oder die Tinten-Reihe ...

Mit dem Auftakt ihrer Dilogie ist Alina Metz eine spannende Hommage an Bücher über Büchern gelungen. Gleich zu Beginn fühlte ich mich an Bücher wie Endes „Die unendliche Geschichte“ oder die Tinten-Reihe aus der Feder von Funke erinnert.
Im Inneren des Buches setzt sich die Liebe zu Büchern und der Literatur fort. Das Buch enthält Vignetten an den Kapitelanfängen, Charakter-Illustrationen und Zitaten aus realen und für die Dilogie erfundenen Büchern. Das Ganze übt einen Zauber aus, dem man sich kaum entziehen kann.

Protagonistin ist die sechzehnjährige Minna, die in die Fußstapfen ihrer verstorbenen Mutter treten und sich zur Büchersucherin ausbilden lassen möchte.
Zu Beginn des Buches lernt man Minna noch als Kind in Begleitung ihrer Mutter kennen. Sie betreten gemeinsam das Bücherlabyrinth, einen geheimnisvollen Ort, der keine Grenzen zu kennen scheint. In diesem existieren zahlreiche in unserer Welt unbekannte und oftmals gefährliche Wesen.
Nachdem es Minna gelungen ist, dass der Antiquar Raban Krull sie als weiteren Lehrling aufnimmt, macht sie die Entdeckung, dass ihre Mutter noch lebt, gefangen in den Spiegelgängen des Labyrinths.
Nur mit Hilfe eines legendären Buches hat Minna die Chance, ihre Mutter zu befreien. Es folgt eine teils lebensgefährliche Suche, bei dem nicht nur einmal infrage gestellt wird, wem zu trauen ist und wem nicht. Das Ganze gipfelt in einen Showdown, bei dem die Beweggründe der Figuren und die Vertrauensfrage ein weiteres Mal neu ausgeleuchtet werden.
Klar ist, nach diesem Ende muss man nach dem zweiten und letzten Band greifen, der zum Glück zeitnah erscheint.

Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Altersgruppe, für die dieses Buch empfohlen wird, und dem Alter der Protagonistin. Das reale und gefühlte Alter der Hauptfigur durchlebt diese Diskrepanz auch. Die Charaktere sind sechzehnjährig und älter, daher hätte ich mir von ihrem Verhalten einen gewissen Lernprozess innerhalb der Geschichte gewünscht.
Des Weiteren lernt man in diesem ersten Teil der Dilogie zahlreiche Charaktere, Wesen und Besonderheiten kennen. Das Kennenlernen blieb für mein Empfinden aber oftmals an der Oberfläche. So fand ich das Personal der Geschichte zwar durchweg interessant, konnte aber zu keiner Figur eine nähere Bindung aufbauen.

„Das Buch der Verlorenen“ lässt auf einen spannenden zweiten Teil der Dilogie hoffen.
Trotz kleiner Abstriche habe ich das Buch sehr gerne gelesen und finde den eingebrachten Ideenreichtum von Alina Metz grandios.

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