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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein überladener Abschluss, der mich nicht ganz überzeugen konnte

Auris. Puls der Angst
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Ich habe alle Bände der "Auris"-Reihe gelesen und war daher natürlich gespannt auf das große Finale. Leider konnte mich "Auris. Puls der Angst" nicht so mitreißen wie die Vorgänger. Die Handlung wirkt ...

Ich habe alle Bände der "Auris"-Reihe gelesen und war daher natürlich gespannt auf das große Finale. Leider konnte mich "Auris. Puls der Angst" nicht so mitreißen wie die Vorgänger. Die Handlung wirkt dieses Mal sehr überladen: Terrorismus, vergiftete Eltern, überraschende Familiengeheimnisse, eine angeblich demente Mutter, die plötzlich glasklar denkt. Das war mir persönlich einfach zu viel des Guten. Die Geschichte hat sich dadurch zunehmend unglaubwürdig angefühlt.
Obwohl ich die Reihe kenne, hatte ich viele Details aus den früheren Bänden nicht mehr vollständig präsent, was das Verstehen mancher Zusammenhänge erschwert hat. Ohne Vorkenntnisse dürfte man hier komplett den Faden verlieren. Zudem spielt die forensische Phonetik, die ich an den vorherigen Teilen so interessant fand, kaum noch eine Rolle. Dabei war sie eigentlich das Alleinstellungsmerkmal der Reihe.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und durch die kurzen Kapitel bleibt das Tempo hoch. Dennoch habe ich das Buch eher gehetzt zu Ende gelesen, nicht aus Begeisterung, sondern weil ich einfach wissen wollte, wie es ausgeht. Wirklich gefesselt war ich dabei allerdings nicht. Einige Fragen werden beantwortet, andere bleiben offen, und insgesamt wirkt das Finale eher überstürzt als rund.
Für eingefleischte "Auris"-Fans ist es sicher ein Muss, aber für mich persönlich war es ein enttäuschender Abschluss einer Reihe, die stark begonnen hat.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Psychothriller mit Längen

SIEBEN STUNDEN. Wen würdest du retten?
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„Sieben Stunden“ klang für mich nach einem fesselnden Thriller: Eine Gruppe von Überlebenden, ein tragisches Ereignis in der Vergangenheit und ein geheimnisvoller Todesfall – all das versprach Spannung, ...

„Sieben Stunden“ klang für mich nach einem fesselnden Thriller: Eine Gruppe von Überlebenden, ein tragisches Ereignis in der Vergangenheit und ein geheimnisvoller Todesfall – all das versprach Spannung, psychologischen Tiefgang und eine dichte Atmosphäre. Leider konnte das Buch dieses Versprechen für mich nicht einlösen.

Obwohl die Grundidee wirklich viel Potenzial hatte und der Schreibstil angenehm flüssig war, kam ich nur schwer in die Geschichte hinein. Der Einstieg zog sich, und auch im weiteren Verlauf wollte sich bei mir keine echte Spannung aufbauen. Ich hatte das Gefühl, immer auf einen Höhepunkt zu warten, der nie wirklich kam.

Hinzu kam die Vielzahl an Charakteren, die es mir erschwerte, den Überblick zu behalten oder eine emotionale Bindung zu entwickeln. Die Handlung blieb für mich oft blass, und die Dynamik innerhalb der Gruppe konnte mich nicht fesseln. Der Klappentext hatte eine deutlich packendere Story suggeriert, als letztlich erzählt wurde.

Trotz einzelner atmosphärischer Momente und eines soliden Schreibstils sprang der Funke bei mir einfach nicht über. Schade – denn ich hatte mir von diesem Thriller deutlich mehr erhofft.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Todesfälle an der Nordseeküste

Tod an der Küste: Zwei Ostfrieslandkrimis
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Mit „Zwei tote Frauen“ startet Anja Urban ihre Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Vivien Stein, die neu bei der Kriminalpolizei Leer angefangen hat. Die Handlung beginnt mit dem rätselhaften Tod einer ...

Mit „Zwei tote Frauen“ startet Anja Urban ihre Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Vivien Stein, die neu bei der Kriminalpolizei Leer angefangen hat. Die Handlung beginnt mit dem rätselhaften Tod einer jungen Frau im beschaulichen Ostfriesland – ein scheinbarer Suizid, der auf den ersten Blick als solcher erscheint. Doch schon bald muss Vivien erkennen, dass sich hinter der Fassade des vermeintlich einfachen Falls mehr verbirgt. Als dann eine weitere Leiche auftaucht, wird der Fall noch undurchsichtiger. Mit viel Charme, aber auch einer gesunden Portion Skepsis, begibt sich Vivien auf die Spurensuche und muss sich gleichzeitig mit ihrem unausgesprochenen Konflikt mit ihrem neuen Kollegen Tamme herumschlagen, der ihren Ermittlungen nicht immer förderlich ist.
Der Lesefluss ist grundsätzlich in Ordnung, und die Beschreibung von Viviens Charakter sowie ihres bisherigen Werdegangs hat mich schnell in das Buch einsteigen lassen. Auch das für Regionalkrimis typische Lokalkolorit ist spürbar und schafft eine authentische Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt. Allerdings ist beim Lesen kaum Spannung aufgekommen – die Handlung plätscherte oft vor sich hin und ließ mich nicht so recht mitfiebern. Zwar hat es für mich nicht zum Abbruch des Buches gereicht, da ich doch wissen wollte, wie die Geschichte endet, doch insgesamt bleibt der Eindruck eines eher durchschnittlichen Krimis.
Für ein leichtes Buch zwischendurch mag „Zwei tote Frauen“ durchaus geeignet sein, aber für einen Krimi, der wirklich fesselt oder einen über längere Zeit beschäftigt, fehlt es an der nötigen Tiefe und Spannung. Ich werde vorerst keine weiteren Bücher der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Leicht zu lesen, ohne Aha-Effekt

So alt war ich noch nie
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Das farbenfrohe Cover und das Thema von Stefanie Hielschers Buch „So alt war ich noch nie. Über das, was uns ab 50 erwartet“ haben mich sofort angesprochen. Obwohl ich den Podcast der Autorin nicht kenne, ...

Das farbenfrohe Cover und das Thema von Stefanie Hielschers Buch „So alt war ich noch nie. Über das, was uns ab 50 erwartet“ haben mich sofort angesprochen. Obwohl ich den Podcast der Autorin nicht kenne, weckten die Interviews und Tipps, die das Buch verspricht, meine Neugier.

Hielschers Schreibstil ist angenehm leicht und macht es einfach, die Interviews zu lesen. Einige der befragten Frauen waren mir bekannt, andere entdeckte ich neu. Die Gespräche bieten zwar interessante Einblicke in die Lebenswege und Erfahrungen der Frauen, doch insgesamt empfand ich die Darstellung als etwas oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass genauer auf die individuellen Beschwerden, psychischen Herausforderungen und das familiäre Umfeld eingegangen wird. Außerdem hätte ich es spannend gefunden, mehr über konkrete Tipps und „Überlebensstrategien“ zu erfahren, die die Frauen genutzt haben, um ihre Situationen zu meistern. Die porträtierten Frauen sind überwiegend beruflich erfolgreich, attraktiv und oft in der Medienbranche tätig. Auch wenn einige von ihnen Herausforderungen wie Trennungen oder Krankheiten bewältigt haben, vermitteln die Geschichten ein Bild von großer Zufriedenheit in und nach der Lebensmitte.

Diesen Eindruck kann ich aus meinem eigenen Umfeld nicht uneingeschränkt teilen. Viele Frauen in den Wechseljahren oder danach stehen vor großen Herausforderungen: gesundheitlichen Problemen, der Pflege von Angehörigen oder finanziellen Schwierigkeiten. Auch ein Blick auf Frauen, die mit dem Alter, dem Älterwerden oder den Wechseljahren hadern, hätte dem Buch mehr Ausgewogenheit verliehen und das Themenspektrum erweitert.

Die Tipps, die Hielscher gibt, sind nachvollziehbar und praktisch, aber ein echter Aha-Moment blieb aus. Das Buch konnte mich leider nicht so fesseln wie andere Werke zu diesem Thema. Leserinnen, die den Podcast der Autorin kennen und schätzen, finden vermutlich einen leichteren Zugang.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

New York, Party und viel Oberflächlichkeit

Happy Hour
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„Happy Hour“ ist der Titel eines Romans von Marlowe Granados aus dem Hanser Verlag. Das Buch erzählt die Geschichte von Isa und Gala, zwei jungen Frauen in New York. Sie sind in der Metropole, um Abenteuer ...

„Happy Hour“ ist der Titel eines Romans von Marlowe Granados aus dem Hanser Verlag. Das Buch erzählt die Geschichte von Isa und Gala, zwei jungen Frauen in New York. Sie sind in der Metropole, um Abenteuer zu erleben, Leute kennenzulernen und Spaß zu haben. Während sie tagsüber auf einem Markt Klamotten verkaufen, versuchen sie abends und nachts an der Upper East Side neue Leute kennenzulernen, die ihnen die Drinks bezahlen. Es ist ein Leben zwischen Geldsorgen und Gelegenheitsjobs, zwischen Glamour und Party, welches die beiden Frauen führen.
Mir hat der Schreibstil der Autorin nicht gefallen, mir war die Erzählung zu oberflächlich und nichtsagend. Durch die ständige Wiederholung vom Marktgeschehen am Tag und Party am Abend wurde das Lesen schnell eintönig und langweilig. Die Geschichte, aus Sicht von Isa erzählt, enthält keine Höhepunkte oder eine persönliche Entwicklung. Viel mehr habe ich den Eindruck einer eher losen Freundschaft, die leider ohne tiefe Verbindung oder Vertrauen besteht. Die von mir erhoffte New York Atmosphäre kam in diesem Roman leider nicht bei mir an.
Leider konnte ich mit diesem Buch nichts anfangen und habe es nach etwa der Hälfte beendet. Ich habe aber auch bessere und sogar gute Bewertungen gelesen, daher kann der Roman durchaus für andere Leser eine gute Unterhaltung sein.

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