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Veröffentlicht am 27.07.2025

Eine Offenbarung

Nackt
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Worum geht es?
Jennifer Weist, die Frontfrau der Band "Jennifer Rostock" und jetzige Solokünstlerin "YAENNIFER", gewährt in ihrem Buch "Nackt" tiefe und schonungslose Einblicke in ihr Leben. Es ist keine ...

Worum geht es?
Jennifer Weist, die Frontfrau der Band "Jennifer Rostock" und jetzige Solokünstlerin "YAENNIFER", gewährt in ihrem Buch "Nackt" tiefe und schonungslose Einblicke in ihr Leben. Es ist keine typische Autobiografie, sondern vielmehr eine Sammlung von Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, die sie unzensiert mit ihren Leserinnen und Lesern teilt.
Sie spricht offen über ihre Ängste, Unsicherheiten und Verletzlichkeiten. Beleuchtet Themen wie Körperwahrnehmung, mentale Gesundheit, Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum, Schönheitsideale und den Druck, in der Öffentlichkeit zu stehen. Dabei scheut sie sich nicht, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und mit Klischees aufzuräumen.

Meine Meinung
Das Buch ist ein ehrliches Plädoyer für Selbstakzeptanz. Weist ermutigt ihre Leser, sich von gesellschaftlichen Erwartungen zu lösen und zu sich selbst zu stehen.
Es ist an vielen Stellen sehr persönlich und authentisch, was es leicht macht, eine Verbindung zur Autorin aufzubauen. Sie ist zweifellos eine beeindruckende Persönlichkeit und ihr Schreibstil ist erfrischend, unverblümt und mutig.
Allerdings gibt es zwei Aspekte, die den Lesefluss für mich etwas getrübt haben. Zum einen empfand ich das konsequente Gendern, obwohl es zur Intention der Künstlerin gehört, stellenweise als störend. Zum anderen waren die vielen, teils sehr ausführlichen Erklärungsartikel zu verschiedenen Themen, zwar informativ, aber für meinen Geschmack etwas zu dominant. Sie fühlten sich manchmal wie Bevormundungen und Einschübe an, die das Tempo der eigentlichen Erzählung drosselten. Weniger ist hier manchmal mehr, und ich hätte mir gewünscht, dass diese Informationen kürzer und neutraler, statt "mit dem erhobenen Zeigefinger" gehalten worden wären.
Das Cover finde ich sehr gelungen, es passt im übertragenen Sinne zum Buch.

Fazit
"Nackt" ist für alle geeignet, die sich für Jennifer Weist interessieren oder eine ehrliche, ungeschönte und ungewöhnlich gestaltete Autobiografie suchen. Es bietet viele Denkanstöße und zeigt, dass es sich lohnt, zu sich selbst zu stehen. Und sehr passend finde ich die Triggerwarnungen gleich am Anfang des Buches. Auch das Kapitel "Outro" ist meines Erachtens sehr erwähnenswert.
Trotz meiner Kritikpunkte bekommt es von mir eine Leseempfehlung.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2025

Die zweite Chance

Liebe und all das Theater
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Inhalt
Die Geschichte spielt in Brighton, wo der bekannte Schauspieler Viktor de Ruiter sein Comeback auf einer renommierten Bühne feiert. Bei der ersten Pressekonferenz trifft er auf Hannah, eine Journalistin, ...

Inhalt
Die Geschichte spielt in Brighton, wo der bekannte Schauspieler Viktor de Ruiter sein Comeback auf einer renommierten Bühne feiert. Bei der ersten Pressekonferenz trifft er auf Hannah, eine Journalistin, die ihn am liebsten nie wiedersehen würde. Die beiden verbindet eine komplizierte Vergangenheit. Hannah soll als Journalistin über Viktors Comeback berichten, obwohl sie ihn eigentlich nie wiedersehen wollte. Je mehr Zeit sie jedoch mit Viktor verbringt, desto stärker fühlt sie sich wieder zu ihm hingezogen. Ob es für die beiden ein Happy End geben wird ... ?

Meine Meinung
Es ist eine romantische Komödie, modern ausgedruckt : eine RomCom zum Wohlfühlen.
Der Schreibstil der Autorin Anne Sanders ist locker, flüssig und humorvoll. Das Setting spielt unter anderem in einer Umgebung rund ums Theater und wird lebendig und anschaulich beschrieben. Die meisten Charaktere sind sympathisch, nachvollziehbar und haben alle ihre Macken und Eigenarten sowie glaubwürdige Hintergründe.
Dieses Buch ist eine "Second Chance"-Geschichte mit Potenzial zur Entwicklung der Charaktere, um alte Muster zu überwinden. Diese "zweite Chance" ist allerdings nicht so meins, auch wenn das Buch gut geschrieben ist.
Das Cover finde ich sehr gut gelungen.

Fazit
"Liebe und all das Theater" ist der zweite Band der "Chestnut Road"-Reihe.
Es geht um eine zweite Chance für die Liebe, die Verarbeitung der Vergangenheit und die Entwicklung einer Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen mit einer komplizierten Vorgeschichte. Wenn man solche RomComs mag, die zudem in einem interessanten Umfeld spielen, dann ist dieses Buch passend. Von mir gibt's eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2025

Ungewöhnliche Mischung aus Realität und Fantasie

Der verschwundene Buchladen
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Inhalt
OPALINE ist eine junge Frau, die in den 1920er Jahren in Dublin lebt und gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit rebelliert. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, flieht sie nach Paris ...

Inhalt
OPALINE ist eine junge Frau, die in den 1920er Jahren in Dublin lebt und gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit rebelliert. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, flieht sie nach Paris und findet Arbeit in einer Buchhandlung.
MARTHA lebt in der Gegenwart. Vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht sie und findet in Dublin als Haushälterin bei der exzentrischen Lady Bowden Unterschlupf. Durch die Bücher im Haus der Lady entdeckt sie ihre Liebe zur Literatur.
HENRY ist ein Doktorand, der ebenfalls in der Gegenwart lebt und in Dublin nach einem verschwundenen Buchladen sucht, der sich einst in einem unbebauten Grundstück neben Lady Bowdens Haus befunden haben soll. Er ist fasziniert von der Geschichte dieses Ladens und dessen Verbindung zu einer gewissen Opaline.

Die Protagonisten werden auf geheimnisvolle Weise von einem verschwundenen Buchladen angezogen.
Martha und Henry versuchen in der Gegenwart, das Geheimnis des verschwundenen Buchladens zu lüften, dabei entdecken sie, dass ihre eigenen Lebensgeschichten auf überraschende Weise mit der Vergangenheit von Opaline verknüpft sind ...

Meine Meinung
Die Autorin erzählt aus der Ich-Perspektive der drei Hauptprotagonisten, die authentisch und liebenswert sind. Es gibt zwei Zeitebenen. Die Vergangenheit der 20er Jahre und die Gegenwart. So entsteht durchaus eine interessante Dynamik. Die aber nicht immer nachvollziehbar und verständlich wirkt. Mitunter etwas verworren und undurchsichtig ist. Evie Woods verwebt die Handlungsstränge trotz meiner Kritik geschickt miteinander, bis sie sich am Ende auf überraschende Weise zusammenfügen. Ihr Schreibstil ist fesselnd und fantasievoll.
Das Cover und der Farbschnitt passen hervorragend.

Fazit
Auf berührende Weise werden die Themen Gemeinschaft, Magie der Literatur, Selbstbestimmung, Überwindung schwieriger Lebensphasen und die Chance, im Leben anderer Menschen einen wichtigen Platz einzunehmen, aufgegriffen. Es ist eine Geschichte über Befreiung, Freundschaft und den Hinweis das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Die Magie der Ostsee und ein Urlaub voller Gefühle

Mein Herz will Meer
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Inhalt
Sommer, Sonne, Meer und die Chance auf die große Liebe. In dem idyllischen Küstenort Sulzhagen sucht Viola Ruhe und findet viel mehr. Die leichte Sommerluft, lange Spaziergänge am Strand und ein ...

Inhalt
Sommer, Sonne, Meer und die Chance auf die große Liebe. In dem idyllischen Küstenort Sulzhagen sucht Viola Ruhe und findet viel mehr. Die leichte Sommerluft, lange Spaziergänge am Strand und ein überraschend charmanter Mann wirbeln ihre Pläne durcheinander. Kann aus einer flüchtigen Begegnung ein Sommer voller Hoffnung und romantischer Zweisamkeit entstehen, oder wird das Meer ihre Herzen wieder trennen ... ?

Meine Meinung
Der Schreibstil des Autoren-Ehepaars Christine und Andreas J. Schulte, die unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben, ist flüssig, leicht und durchaus fesselnd. Er hat Wohlfühlcharakter. Das Setting in Sulzhagen wird lebendig beschrieben, man möchte gleich an die Ostsee und das Rauschen der Wellen hören.
Die Charaktere sind sympathisch und nachvollziehbar, man fühlt mit ihnen mit. Aber insgesamt fehlt mir ein bisschen mehr Tiefgang.
Die Handlung ist angenehm und sehr unterhaltsam, aber wer auch hier Wendungen mit Tiefgang erwartet, der wird enttäuscht. Es dreht sich vieles um die zwischenmenschliche Beziehung, die teils vorhersehbar ist.
Das Cover ist erfrischend und hübsch gestaltet und es passt zum Genre.

Fazit
Ein Sommerroman, der die Ostsee schön beschreibt, der leicht und unterhaltsam ist. Wirklich nur etwas für Zwischendurch und um dem Alltag zu entfliehen. Für alle, die dieses einfach gestrickte Wohlfühl-Genre mögen, gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Schwarzhumoriger Rachethriller

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Inhalt
Die Geschichte folgt Millie Masters, die die Hotline "Message M" für Frauen gründet, die sich auf ihrem Heimweg unsicher oder von aufdringlichen Männern belästigt fühlen. Doch Millie erkennt bald, ...

Inhalt
Die Geschichte folgt Millie Masters, die die Hotline "Message M" für Frauen gründet, die sich auf ihrem Heimweg unsicher oder von aufdringlichen Männern belästigt fühlen. Doch Millie erkennt bald, dass ein offenes Ohr allein nicht ausreicht, um die Frauen vor Übergriffen zu schützen. Als ihre eigene Schwester Opfer eines sexuellen Übergriffs wird, wächst in Millie der unbändige Wunsch nach Gerechtigkeit – und Vergeltung ...

Meine Meinung
Eve Kellman gelingt es auf gekonnte Weise, eine eigentlich "böse" Protagonistin zu erschaffen, für die man als Leserin trotz allem Sympathie entwickeln kann. Der Roman balanciert auf dem schmalen Grat zwischen schwarzem Humor und der ernsten Thematik von sexueller Gewalt und ihren Folgen. Die Handlung ist fesselnd und temporeich, gespickt mit überraschenden Wendungen. Auch wird vor expliziten Darstellungen, was eine gewisse Sensibilität beim Lesen erfordert, nicht zurück geschreckt. Der Schreibstil ist flüssig und dennoch unterhaltsam, es wird in der Ich-Form erzählt. Nur die Mitte wirkte auf mich teils etwas zu sehr in die Länge gezogen. Und die Selbstjustiz war für mich ein wenig zu überzogen dargestellt.
Das Cover ist durch die Farbwahl sehr auffällig und passt gut zur Story.

Fazit
"How to Kill a Guy in Ten Ways" von Eve Kellman präsentiert sich als ein schwarz-humoriger Female-Revenge-Thriller, der Fans von unkonventionellen Thrillern mit starken, wenn auch moralisch fragwürdigen, Frauenfiguren begeistern wird. Es ist eine Geschichte über weibliche Wut, Selbstjustiz und die Frage, wie weit man gehen darf, um sich und seine Liebsten zu schützen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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