Profilbild von Recensio

Recensio

Lesejury Star
offline

Recensio ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Recensio über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Magie, Drama, Abenteuer - wohin man auch schaut.

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
0

Es herrscht Ausnahmezustand, denn die Jagd auf die Hexen ist eröffnet. Plötzlich sind alle auf sich selbst gestellt, sowohl Familien als auch Freunde haben sich gegeneinander gewandt und liefern sich gegenseitig ...

Es herrscht Ausnahmezustand, denn die Jagd auf die Hexen ist eröffnet. Plötzlich sind alle auf sich selbst gestellt, sowohl Familien als auch Freunde haben sich gegeneinander gewandt und liefern sich gegenseitig ans Messer. Zu groß ist die Gefahr, als „Hexensympathisanten“ abgestempelt zu werden. Einfaches Spiel für die Hexenjäger der Blutwache, wie Gideon – sollte man zumindest meinen. Allerdings kann es auch ganz anders kommen, wie uns Ciccarelli hier auf mythische Weise erzählt.

Rune ist eine wundervolle und beeindruckende Protagonistin. Ihr Charakter ist sehr authentisch dargestellt und hat erkennbare menschliche Züge. Auch ihr passieren Fehler, die sie hinnimmt, und sie macht mutig weiter, obwohl sie jede Menge Schmerz in sich trägt. Dass Gideon in ihr Leben getreten ist, war auf lange Sicht gesehen das Beste, was ihr passieren konnte. Ein nach außen hin willensstarker und anmutiger Mann, der ebenfalls eine verletzliche Seite hat. Ich habe die Annäherung der beiden mit großer Neugier und Herzflattern verfolgt. Die Anziehung der beiden war stets greifbar und hatte einfach etwas Magisches.

Die Autorin hat mich direkt in ihren Bann gezogen und an ihr Werk gefesselt. Ob es an der angespannten Atmosphäre lag oder an den unerwarteten Wendungen, die Ciccarelli hervorragend eingebaut hat – ich war rundum begeistert. Für mich eine wunderbare und abenteuerliche Liebesgeschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat. Der flüssige und bildgewaltige Schreibstil hat mich das Buch fast in einem Rutsch verschlingen lassen.

Henriette Schreurs als Sprecherin gefiel mir gut. Sie hat eine angenehme (wenn auch teilweise recht monotone) Stimme und setzt Betonungen gezielt, ohne dass diese zu übertrieben wirken.

Fazit: Magie, Drama, Abenteuer - wohin man auch schaut. Dieser Fantasyroman hat einfach alles, was man von diesem Genre erwartet. Aus Feinden werden Freunde und aus Freundschaft eine magische Liebesgeschichte, die übrigens mit einem fiesen Cliffhanger endet, der neugierig auf Band 2 macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2025

Spannend, unterhaltsam, kreativ - typisch Fox!

Devil's Kitchen
0

Engine 99 ist eine Feuerwehrtruppe, die nicht nur Feuer löscht, sondern auch geplant legt, um ungestört Raubgänge zu erledigen.
Als Bens Freundin Luna und ihr Sohn jedoch verschwinden, verdächtigt der ...

Engine 99 ist eine Feuerwehrtruppe, die nicht nur Feuer löscht, sondern auch geplant legt, um ungestört Raubgänge zu erledigen.
Als Bens Freundin Luna und ihr Sohn jedoch verschwinden, verdächtigt der Feuerwehrmann seine Kollegen, damit zu tun zu haben, und opfert für Lunas Rettung alles.

Die private Ermittlerin Andy schleust sich unter die Männer und ist auf der Suche nach Beweisen zu Lunas Verbleib. Im Gegenzug überführt sie die Truppe aber auch der Raubüberfälle. Ein gefährlicher Auftrag, wie sich bald rausstellt.

Candice Fox ist bekannt für ihre starken weiblichen Figuren. So ist auch Andy taff, unerschrocken und perfekt ausgebildet für diese Undercover-Arbeit.

Zitat S. 157:
»Ich glaube, du bist eine Irre.« Ben riss die Schranktür auf und schob Kartons in die Regale. »Du bist ein Adrenalinjunkie. Das Risiko der verdeckten Ermittlung ist ein großer Spaß für dich, deswegen hast du die Schraube noch ein bisschen angezogen und damit das Leben anderer Menschen gefährdet. Wenn du als Undercover-Hirnchirurgin arbeiten müsstest, würdest du das auch machen? Würdest du dich in Delaware ausbilden lassen und kurz danach Patienten aufschneiden?«

Aber es gibt auch eine gefühlvolle Seite, die immer wieder durchblitzt - vor allem was Andys Vergangenheit betrifft. Die Autorin versteht es, dem Leser die Hintergründe der Protagonisten durch Rückblicke und interessante Dialoge nahe zu bringen. Keiner der hier erwähnten Personen ist nur gut oder böse dargestellt, was jedem eine ganz besondere Tiefe verleiht.

Die Story ist detailreich, komplex und bietet jede Menge Spannung, die zum Schluss fulminant endet. Allerdings ohne Happy End. Nach dem letzten Absatz könnte ich mir durchaus eine Fortsetzung vorstellen. Aber auch das mag ich besonders an Fox' Geschichten: Alles ist möglich.

Fazit: Sehr empfehlenswerte Story für Spannungsliebhaber und/oder (freiwillige) Feuerwehrleute. Candice Fox geht für mich immer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Fulminanter Reihenauftakt voller Geheimnisse, Intrigen und jeder Menge Spice

Ruthless Creatures
0

Vor fünf Jahren hätte Natalie ihre große Liebe David heiraten sollen. Doch bevor es überhaupt dazu kommt, verschwindet David spurlos. Heute, fünf Jahre später, lebt Natalie immer noch in der Ungewissheit, ...

Vor fünf Jahren hätte Natalie ihre große Liebe David heiraten sollen. Doch bevor es überhaupt dazu kommt, verschwindet David spurlos. Heute, fünf Jahre später, lebt Natalie immer noch in der Ungewissheit, was mit ihrem Verlobten passiert ist, und hofft auf seine Rückkehr. Ihre beste Freundin Sloane führt sie an ihrem eigentlich fünften Hochzeitstag zu einem Mädelsabend aus, bei dem sie auf den attraktiven Kage trifft. Obwohl er direkt gefährlich auf Natalie wirkt, spürt sie dennoch eine gewisse Anziehung. Es kommt wie es kommen muss und Natalie lässt sich auf ein riskantes Spiel mit ihm ein, das ihr ganzes Leben verändern wird…

Die Story wird hauptsächlich aus Sicht von Natalie erzählt. Eine wirklich außergewöhnliche Protagonistin, die sich von der zurückgelassenen und gebrochenen Verlobten zu einer mutigen und selbstwussten Frau entwickelt. Dabei entdeckt sie verborgene Eigenschaften an sich, die sie gerade im Umgang mit Kage und anderen bösen Männern definitiv gebrauchen kann. Ihre Entwicklung mitzuerleben, fand ich super interessant und war am Ende richtig stolz auf die Frau, die aus ihr geworden ist.

Mit Kage hat J. T. Geissinger sich selbst übertroffen. Was für ein Mann! Auch er ist in der Vergangenheit verletzt worden und hat meiner Meinung nach nur auf eine Frau wie Natalie gewartet, die ihn heilt. Doch Kage ist unglaublich autoritär und besitzergreifend. Damit muss Natalie erst einmal zurechtkommen, wobei ich sie bewundert habe, wie oft sie sich ihm widersetzt und ihn in seine Schranken gewiesen hat. Dennoch hat sie sich ihm hingegeben und ihm die sexuelle Führung überlassen. Und mal ganz ehrlich, wer von uns hätte das nicht getan? Kage ist einfach ein Hottie!!!

Der Schreibstil ist bildgewaltig und hat mich direkt zu Beginn an die Handlung gefesselt. Nicht nur, dass die Autorin die düstere Atmosphäre perfekt auffängt, nein, ihre Mischung aus einer brutalen Mafia-Geschichte gekoppelt mit dunkler Leidenschaft hat mein Herz höherschlagen lassen. Geissinger weiß genau, wie sie ihre Dark Romance-Liebhaber erreicht und sorgt mit prickelnden Sexeinlagen für den nötigen Nervenkitzel. Aber auch Wortwitz kommt bei ihr nicht zu kurz, wie wir gerade in den Dialogen zwischen Natalie und Sloane erfahren.

Fazit: Ein fulminanter Reihenauftakt voller Geheimnisse, Intrigen und jeder Menge Spice. Entwicklungsreiche Charaktere, prickelnde Szenen und ein Cliffhanger am Ende von Band 1 machen definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2025

Ein kleines literarisches Juwel

Cinema Love
0

Dieser Roman fiel mir schon weit vor der deutschen Veröffentlichung ins Auge aufgrund des Covers und der Inhaltsbeschreibung. Für das Original gab es dutzende überschwängliche Rezensionen. Da ich mir trotzdem ...

Dieser Roman fiel mir schon weit vor der deutschen Veröffentlichung ins Auge aufgrund des Covers und der Inhaltsbeschreibung. Für das Original gab es dutzende überschwängliche Rezensionen. Da ich mir trotzdem nicht sicher war, ob es thematisch meinen Nerv treffen kann, habe ich zunächst in die Leseprobe geschnuppert. Was mich vorwiegend beeindruckt hat, war die Qualität des Schreibstils: sensibel, feinfühlig, pochend, beinahe filmisch. Man merkt, dass sich der Autor intensiv mit der LGBTQ-Community auseinandergesetzt hat.

China in den 80er Jahren. Im Mittelpunkt des Romans steht das Arbeiter-Kino in Mawei City. Das Kino ist heruntergekommen, schmuddelig, dunkel – und somit ein heißer Treffpunkt. Homosexuelle Männer treffen sich hier, um ihrer verbotenen Liebe nachzugehen. Es kommt im Verlauf der Story zu einem Aufstand, der Tote und Verletzte nach sich zieht. Tang erzählt von den Schicksalen der Überlebenden über Jahrzehnte hinweg, sowohl damals in China als auch heute in New York. Er behandelt damit die Themen Migration, Gleichheit und Homosexualität auf eine ganz besondere Art und Weise und vor allem mit jeder Menge Fingerspitzengefühl. Das Buch wirkt besonders nachvollziehbar und eindringlich, wenn man es als Chronik der Migrationserfahrungen einer älteren Generation von China in die USA liest. Diese Menschen tragen vergrabene, aber unvergessene Traumata mit sich, erleben zerbrochene „amerikanische Träume“ und halten dennoch tapfer an ihren Sehnsüchten, Hoffnungen und Wünschen fest.

Seine Protagonisten hat der Autor hierfür präzise ausgewählt. So stehen bei ihm Menschen, die ein Faible für Kino und Filme haben, klar im Fokus. Dabei zeigt er ebenfalls auf, wie stark Filme uns und unseren Charakter beeinflussen können. Er wechselt in seiner Erzählung oft die Per-spektiven, was mich anfangs etwas verwirrt hat. Doch diese unterschiedlichen Blickwinkel sind unglaublich wichtig für die Story und ich fand sie zudem total faszinierend. Tang nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Mit seinen Schilderungen hat er mich völlig in seinen Bann gezogen. Meiner Meinung nach lässt die Handlung gegen Ende zwar etwas nach und hat das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn ansonsten hat Tang hier ordentlich abgeliefert.

Der Buchtitel hat seine volle Wirkung gezeigt, denn es war wirklich wie ein Film, der vor meinen Augen ablief. Emotional hat mich der Autor total abgeholt hat und nachdenklich gemacht. Diese Story wirkt definitiv nach und lässt einen die eigene Denkweise noch einmal neu reflektieren.

Fazit: Mit „Cinema Love“ ist Jiaming Tang ein gefühlvolles Debüt gelungen. Ein kleines literarisches Juwel der Neuzeit. Der Autor zeigt uns auf raffinierte Weise, dass die Themen der 80er Jahren immer noch topaktuell sind und regt damit (hoffentlich noch mehr Menschen) zum Nachdenken an.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2025

Intrigen, Geheimnisse, coole Twists

Dunkelste Nacht
0

Gabriel kann einfach nicht glauben, dass sein Vater Selbstmord begangen haben soll. Die Ermittlungsergebnisse sind eindeutig, doch Gabe – wie er sich nennt – ist misstrauisch. Er lässt seinen Vater privat ...

Gabriel kann einfach nicht glauben, dass sein Vater Selbstmord begangen haben soll. Die Ermittlungsergebnisse sind eindeutig, doch Gabe – wie er sich nennt – ist misstrauisch. Er lässt seinen Vater privat nochmals obduzieren. Hier versucht offenbar die Polizei, einen Mord zu vertuschen. Aber warum? Um das herauszufinden, kontaktiert er Burke Broussard, einen Privatermittler, der früher mit seinem Vater im aktiven Polizeidienst unterwegs war. Aufgrund seiner Befangenheit übernimmt seine Mitarbeiterin Molly Sutton den Fall. Die beiden finden schnell heraus, dass ein alter Mordfall, an dem Gabes Vater trotz Ruhestand noch arbeitete, eine große Rolle spielt. Jemand scheint es auf ihn abgesehen zu haben - und auch Gabe und Molly sind in großer Gefahr, denn der Mörder hat seine Augen überall…

„Am Ende beschloss er, sich dem Unvermeidlichen zu stellen, denn er war kein Mann, der weglief.“

Molly und Gabe sind zwei außerordentlich interessante Protagonisten. Ich mochte beide sehr gern und fand es schön, dass die Autorin dafür gesorgt hat, dass die beiden nicht nur ermittlungstechnisch ein tolles Team sind, sondern sich auch privat näherkommen. Das hat die Handlung hin und wieder aufgefrischt und mich positiv vom eigentlichen Geschehen abgelenkt. Karen Rose versteht es generell, ihre Charaktere gekonnt in Szene zu setzen. So gibt es ziemlich viele Nebenfiguren, die unterschiedlicher und zum Teil zwielichtiger nicht sein könnten. Ihnen hat Rose auf authentische Art Leben eingehaucht und sie unglaublich realistisch dargestellt.

Wie wir es von Karen Rose bereits gewohnt sind, ist ihr Schreibstil auch hier wieder zeitgemäß und wortgewaltig. Sie entführt uns in gefährliche Welten und sorgt mit ihrer bildhaften Ausdrucksweise für jede Menge Kopfkino. Die Story ist mit 768 Seiten nicht gerade kurz geraten, jedoch ist man so im Leseflow, dass die Seiten geradezu dahinfließen. Das mag durchaus an den unerwarteten Wendungen liegen, die Rose in ihre brutalen Gewaltszenen mit hat einfließen lassen, um ihre Leser maximal zu verwirren.

Fazit: Mit „Dunkelste Nacht“ ist Karen Rose ein genialer Auftakt ihrer neuen New-Orleans-Reihe gelungen, in der es um Intrigen und dunkle Geheimnisse geht. Eine spannende Story, die nachdenklich stimmt und mich mit coolen Twists voll begeistert hat!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere