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Veröffentlicht am 10.04.2025

Manche Bücher treffen halt genau da, wo es noch lange nachklingt

Nowhere Heart Land
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Rosa ist verloren.
Sie lebt zu Beginn der Geschichte in London, muss dann aber zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um die Angelegenheiten für ihre an Demenz erkrankte Großmutter zu regeln.
Denn Rosa ...

Rosa ist verloren.
Sie lebt zu Beginn der Geschichte in London, muss dann aber zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um die Angelegenheiten für ihre an Demenz erkrankte Großmutter zu regeln.
Denn Rosa ist die letzte Angehörige.
Ihr Großvater verstarb bei einem Motorradunfall und ihre Mutter... Conny... Ja, Conny. Conny wurde viel zu früh schwanger und starb dann ebenfalls viel zu früh, mit gerade 29 Jahren.
Und jetzt wird Rosa 30, "älter als Conny je sein wird" und geistert durch ihre Heimatstadt, sowie ihre Erinnerungen an früher, früher als sie noch eine Mutter hatte, früher auf dem Internat, auf dem Internat in dem schon davor Conny war.
Und so verschwimmen Rosas Geschichten mit den Geschichten von Conny, gehen nahtlos ineinander über, verlieren sich in der Vergangenheit um dann wieder in die Gegenwart zurück zu schnellen.
Wir Leser begleiten Rosa bei ihrem Versuch etwas Reales, etwas Greifbares aus der längst vergangenen, längst vergrabenen, längst abgerissenen Zeit zu fischen.

Dabei wählt Emily Marie Lara unglaublich poetische Worte, reiht mit Geschick Sätze aneinander wie Lyrics, wie Poesie und erschafft so ganze Passagen, die vorgetragen bei einem Poetry Slam dem Publikum die Tränen in die Augen treiben würde.
Diese Passagen wiederum ergeben ein Psychogramm, eine Momentaufnahme, ein Snippet eines Lebens, das an seinen Rändern von der Vergänglichkeit der Existenz zerfasert wird.
Dabei versucht unsere Protagonistin Rosa händeringend ihr Selbst zusammenzuhalten.
Es war wunderschön und unglaublich schmerzhaft, dieses Buch zu lesen. Bittersüß.
Ich wollte Rosa schütteln und in den Arm nehmen, ihr den Weg zeigen. Aber den Weg wohin?
Sind wir nicht auch alle irgendwie lost zwischen Nostalgie, Kippen & Songtexten?
Das Buch ist fordernd, keine Frage. Lange Sätze die Rosas Gedankenspiralen aufzeigen und einen mit ihr hinunterziehen. Da muss man manchmal auch nochmal lesen, wo man sich da gedanklich gerade gemeinsam mit der Protagonistin aufgehangen hat. Langsam um alles aufzunehmen.
Rosas Gedanken? Sind stellenweise wie der Nebel, der Morgens langsam aus dem Tal über die Hänge wandert. Hier und da blitzt etwas auf und manches sieht man erst, wenn es fast zu spät ist und man rein rennt.
Rosas Leben? Ziemlich verbockt.
Rosas Bewältigungsstrategie? Mindestens fragwürdig bis hochgradig toxisch.
Ich empfand es als extrem bedrückend zu erleben wie es sein kann ohne Anker, ohne Menschen die einen halten, lieben und erden.
Und auch wenn es so, so schmerzhaft war zeigt das Gefühl nur dass das Buch so, so gut ist.
Ich fühlte mich beim Lesen einfach wie Rosa, während ich mit ihr durch die Gassen lief, während wir gemeinsam von Ikea den Berg runter nach Hause stolperten und uns fragten, was zu Hause überhaupt bedeutet.

Und aus meiner Sicht gibt das Buch darauf auch ganz bewusst keine konkrete Antwort. Das muss jeder für sich selbst definieren.

Es beginnt, es ist auf poetische, wunderschöne Weise Melancholie gegossen in Worte, wirft existentielle Fragen auf und entlässt uns dann nach einer Weile wieder nach Luft schnappend in unsere individuelle Lebensrealität.
Die Fragen fest im Herzen, ohne Antwort, mit etwas zum Nachdenken.

Und genau das macht für mich ein gutes Buch mit Substanz aus. Man nimmt etwas mit, es bleibt ein Stück zurück.
Klar ist es auch mal schön, alles vorgekaut zu bekommen. Aber die richtig guten Autor:innen trauen ihren Leser:innen Eigeninterpretation zu, trauen den Leser:innen zu, sich Gedanken zu machen und selbst Dinge weiterzuspinnen. Die Leser:innen mit in den Alltag der Figuren zu nehmen und damit zu einem Teil ihrer Gedankenwelt zu machen.

Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall noch des öfteren ein Echo von Rosas Gedanken mit mir tragen.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

In der Mitte ein Hänger, am Ende ein WTF!?

Prison Healer (Band 1) - Die Schattenheilerin
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Kiva lebt in Zalindov, dem brutalstem Gefängnis des Landes. Dort ist sie die Heilerin. Dabei ist sie selbst gerade mal 17 Jahre alt. Als die Rebellenkönigin Tilda krank und nicht ansprechbar eingeliefert ...

Kiva lebt in Zalindov, dem brutalstem Gefängnis des Landes. Dort ist sie die Heilerin. Dabei ist sie selbst gerade mal 17 Jahre alt. Als die Rebellenkönigin Tilda krank und nicht ansprechbar eingeliefert wird und Kiva Drohungen erhält, sollte sie sie nicht am Leben erhalten muss sie all ihr Wissen zusammen nehmen. Zusätzlich muss sie sich dem Elementarurteil unterziehen. Vier Prüfungen, die sie eigentlich nicht überleben kann.

Ehrlich gesagt hatte ich nicht mit viel gerechnet und wollte das Buch "nur mal so nebenbei" lesen. Doch die Hauptfiguren, die Story und die Welt in Zalindov nahmen mich vollkommen in ihren Bann. So sehr, dass ich das Buch zwischendurch weg legen musste, da ich ehrlich gesagt, die gesamte Gefängnis-Hoffnungslosigkeits-Atmosphäre eine Weile nicht so gut verarbeiten konnte.
Zum Glück konnte ich das Buch zu einem späteren Zeitpunkt weiterlesen. Denn sonst hätte ich eine unglaublich gute Story, voller Wendungen verpasst, an deren Ende ich einfach nur noch laut: WAS ZUR HÖLLE??? gebrüllt habe.

Ich freue mich schon sehr auf Band 2 und 3.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Trauer, Wut und viel zu viele Drogen

Weird Girls
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Gráinne O'Hare erzählt in „Weird Girls“ die Geschichte der Freundinnen Maggie, Harley und Róise die gemeinsam in Belfast in einer WG leben und den Verlust ihrer 4. Freundin im Bunde, Lydia, auch ein Jahr ...

Gráinne O'Hare erzählt in „Weird Girls“ die Geschichte der Freundinnen Maggie, Harley und Róise die gemeinsam in Belfast in einer WG leben und den Verlust ihrer 4. Freundin im Bunde, Lydia, auch ein Jahr nach ihrem plötzlichen Todnicht verarbeitet haben.
Erzählt wird die Geschichte dabei im Wechsel aus den 3 Perspektiven, wodurch wir Leser:innen einen guten Gesamteindruck über das Leben in der WG und auch außerhalb bekommen.

Ich habe O‘Hares recht sprunghaften, schnellen und sehr bildhaften Schreibstil beim Lesen geliebt und musste mehrmals ob der, teilweise bizarren Situationen in die sich die Mädels bringen lachen. Dadurch ist das Buch extrem kurzweilig und mir kamen die knapp 320 Seiten viel kürzer vor.
Ich mochte die 3, auch wenn ich mich nun so gar nicht mit einer von ihnen identifizieren kann. Aber das muss für mich auch nicht zwangsläufig gegeben sein um einen Roman zu genießen.
O‘Hare macht in ihrem Debüt vor fast keinem Thema halt, egal wie heikel oder gesellschaftlich Tabuisiert (Abtreibung, Drogen, etc pp) und so sehr ich das einerseits feiere, dass hier offen über alles gesprochen wird, so sehr empfand ich den Drogen Part als einfach „way too much“. Ich habe keine Ahnung, ob das in irgendeiner Weise realistisch für irgendjemanden ist, aber die Frauen sind eigentlich immer auf irgendeiner Party und schmeißen sich irgendetwas ein/ziehen es durch die Nase und kippen darauf dann noch Unmengen an Alkohol. Trotzdem gehen sie alle einem mehr oder weniger geregeltem Leben mit Job, Dates und Familienbesuchen nach.
Das war mir dann doch irgendwann einfach zu viel Party, Party, Party. Ja, es gibt einiges was sie aufarbeiten müssen, aber dass das auf den ersten Blick nur durch „sich betäuben“ zum Ausdruck gebracht wird... Puh. Schwieirg.
Gerade der mittlere Teil des Buches zog sich dann von einer Stroposkop Lich und Heroin geschwängerten Nacht zur nächsten. An irgendeinem Punkt wusste selbst ich beim Lesen nicht mehr genau wo wir denn da gerade waren.
Auf der anderen Seite haben wir hier einen stellenweise sehr feinfühligen Roman über Verlust und Trauerbewältigung (auch wenn Drogen niemals eine gute Art sind um irgendetwas zu bewältigen!!!).
Der Schmerz und die Zerrissenheit der Frauen war beinahe spürbar.
Und auch, wenn sich in „Weird Girls“ vordergründig viel ums Party machen dreht und den nächsten Rausch, der so beiläufig angegangen wird, wie ich mir gerade eine Tasse Tee geholt habe, so werden doch auch einige wichtige Fragen aufgeworfen. Fragen über Tod und Trauer und auch darüber ob man wütend auf die Verstorbene sein darf. Ob man ein schlechtes Gewissen haben sollte, weil man zum Zeitpunkt des Todes zerstritten war? Wichtige Fragen eben, mit denen sich Maggie, Harley und Ròise auseinander setzen müssen.
Dabei ist das Buch aber nicht einfach tot traurig, sondern wie bereits erwähnt stellenweise wirklich witzig, absurd und liebenswert. Einfach wie das Leben.

Ihr merkt, ich bin ein wenig zerrissen wie gut ich das Buch nun letztendlich finde.
Ein volles 5 Sterne Buch ist es auf keinen Fall, aber nur 2 oder 3? Dafür hat es mir zu viel Spaß gemacht zu lesen.
Ich hätte mir gewünscht, dass einige der Party Exzesse dann einfach gekürzt worden wären, um einer realistischen Charakterentwicklung platz zu machen.

Und auch, wenn ich nicht 100% alles toll fand ist „Weird Girls“ aber auf jeden Fall genau das was es verspricht: Wunderbar weird!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Geheime Geheimnisse mit sapphic Buffy Flair

Cursed – Eine Vampirin, eine Jägerin und ein Fluch, der sie auf ewig bindet
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Allein das Cover von „Cursed“ von Annie Summerlee erregt Aufmerksamkeit. Den kruden deutschen Untertitel lassen wir dabei mal außer Acht (warum???). Der hübsche Farbschnitt wird sein Übriges für die Erstauflage ...

Allein das Cover von „Cursed“ von Annie Summerlee erregt Aufmerksamkeit. Den kruden deutschen Untertitel lassen wir dabei mal außer Acht (warum???). Der hübsche Farbschnitt wird sein Übriges für die Erstauflage tun. Aber never judge a book by its cover wie man so schön sagt. Stellen wir uns also mal der Frage, ob das Buch auch hält was es verspricht.

Nebel, schottische Highlands, Mystik, Dark-Academia-Romantasy-Setting und eine Vampirjägerin an einer Vampir-Uni?! Bitte was? Was nach einem wilden „Ich mixe mir mal was aus den aktuell angesagten Themen der 90er die wieder hochkommen“ Autor:innen Mottoabend klingt weiß doch durchaus zu überzeugen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Rebecca, deren Eltern vor Jahren brutal von Vampiren ermordet wurden. Seitdem sinnt sie auf Rache, weswegen sie sich auch einer geheimen Geheimorganisation von Vampirjägern angeschlossen hat. Da Rebecca sich da den ein oder anderen Patzer erlaubte, hängt sie aber noch auf dem untersten Rang fest. Mit dem Versprechen auf Beförderung (und damit mehr Wissen um die Mörder ihrer Eltern) wird sie an eine exklusive Vampir-Uni geschickt um dort ein geheimes Geheimbuch zu finden und zu stehlen. Soweit zur Theorie. Die Praxis sieht dann allerdings so aus, dass sie nicht allein auf dem Zimmer ist, sondern mit einer umwerfenden Vampirin die auch noch (hey, genau wie Rebecca selbst) auf Frauen steht. Juchuh! Allerdings hasst sie ja Vampire… Und was macht jede gute Autorin in so einem Fall? Forced Proximity! Zack, werden beide durch ein blödes Missgeschick auf ewig aneinander gebunden. Nun sprühen nicht nur so langsam die Funken, sondern auch noch das Verlangen (hier könnte man einen Punkt setzen, muss man aber nicht) auf beiden Seiten den Fluch aufzuheben.

Summerlees Schreibstil ist prägnant und lässt sich super schnell lesen. Rebeccas Innenansicht wird gut wiedergegeben. Allerdings ging mir ab einem Punkt, ca zur Hälfte des Buches ihr immer wiederkehrender innerer Monolog „aber ich hasse doch Vampire“ oder auch „ich sollte alle Vampire hassen“ (so oder so ähnlich) langsam aber zunehmend auf den Keks.
Und auch darüber hinaus blieb manches andere doch ein wenig auf der Strecke. Ich hätte mir durchaus noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Wer eine sapphic Vampir x Vampir Jägerin Romance vor stimmungsvoller Kulisse mit ein wenig Spice haben möchte wird nicht enttäuscht und genau darum geht es ja in dem Buch. Da stört es auch nicht, dass die ein oder andere Begebenheit dann doch aus meiner Sicht zu einfach abgehandelt wurde.

Während ich Rebecca und auch ihre gehasste Angebetete Alice ein wenig zu blass (Haha, in einem Vampir Roman!) beziehungsweise mir die beiden doch etwas zu sehr nach 08/15 tougher Heldin und Vampirin Abziehbild erschienen konnten die Nebenfiguren überzeugen. Die Dynamik in Rebeccas Freundesgruppe an der Uni hat mir sehr gut gefallen. Von den dreien würde ich tatsächlich gerne mehr lesen. Potenzial wäre definitiv da.

Vielleicht liegt es auch einfach an meinem Alter und dass ich mit Buffy und Co aufgewachsen bin, dass mir die ein oder andere Parallele aufgefallen ist. Ist aber auch nicht hinderlich für die Story. Für mich bleibt einfach so ein gewisses 90er Jahre Feeling, auch wenn man hier schon Handys hat und nutzt.

So oder so es war ein sehr unterhaltsames Buch mit etwas Potenzial nach oben , das hält was es verspricht und schöne Lesestunden bereithält.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wesentlich tiefer als es der Klappentext vermuten lässt

Homesick
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„Homesick“ von Silvia Saunders war für mich eine kleine Wundertüte, denn der Klappentext täuscht über die Tiefe, die uns Leser:innen hier erwartet hinweg.

Unsere Protagonistin Mara ist Mitte zwanzig, ...

„Homesick“ von Silvia Saunders war für mich eine kleine Wundertüte, denn der Klappentext täuscht über die Tiefe, die uns Leser:innen hier erwartet hinweg.

Unsere Protagonistin Mara ist Mitte zwanzig, in einer langjährigen Beziehung, hat einen netten Job in einer Bücherei in London und befindet sich in der Lage sich plötzlich eine Wohnung kaufen zu können.
Doch ihr Freund Tom hat andere Pläne: Er möchte nicht bei ihr einziehen. Er hat Heimweh.
Soweit ungefähr das was auch auf dem Klappentext zu finden ist. Achtung ab jetzt gehts tiefer rein (ohne wirkliche Spoiler versteht sich): Denn Tom hat Depressionen. Und das ist etwas was sich durchaus noch gut auf dem Klappentext gemacht hätte. Einfach um besser einschätzen zu können, ob die Geschichte was für einen ist.
Mich hat diese Tiefe in der das Thema dargestellt wurde positiv überrascht. Dadurch bekommt das Buch aber eine ganz andere Dynamik, als nur ein „Er hat Heimweh und sie lernt ohne ihn zu leben.“ Denn es ist nicht leicht der beiden damit umzugehen. Natürlich resultieren unfassbar viele Momente und Entscheidung daraus. Und natürlich macht das sehr viel mit der Beziehung und definiert wichtige Momente.

Saunders Schreibstil ist locker, in Verbindung mit den kurzen Kapiteln lässt sich das Buch dadurch fast nicht aus der Hand legen. „Ach, noch eins schaffe ich jetzt auch noch. Und noch eins. Und noch eins. Und... Huch, warum ist es 2 Uhr Nachts?“
Einen Comedy Award hätte ich dem Buch jetzt allerdings trotzdem nicht gegeben, auch wenn so manche Situation absurd lustig war und mich zum Schmunzeln gebracht hat. Dafür war das Thema einfach zu ernst, wenn auch locker verpackt.

Die Figuren, allen vorran Mara selbst, sind realistisch, haben Tiefe und Charakter. Durch kleine Begebenheiten und Anmerkungen hier und da verkommen die Nebenfiguren auch nicht zu reinen Statisten, sondern wirken als hätten sie ein Leben außerhalb der Seiten dieses Buches in das sie zurückkehren sobald wir die Buchdeckel schließen.
Besonders mochte ich Maras Mum die so wunderbar warmherzige Ratschläge parat hat, dass ich mir fast wünschen würde sie schriebe ein Self-Help-„Für alle Lebenslagen“-Buch.

Das Thema mentale Gesundheit wird von Saunders wunderbar in die Geschichte eingebettet. Es wirkt nicht aufgesetzt oder gar „draufgeploppt“ weil man einen Handlungsmotor brauchte. Feinfühlig schafft es die Autorin uns Toms Depression näher zu bringen und zeigt die Schwierigkeiten auf die dadurch für Mara da sind, die Fragen denen sie sich stellen muss. Und auch wenn Depressionen ein schweres Thema sind, schafft es Saunders ganz wundervoll das Thema nicht alles dominieren zu lassen.

Mein einziger Kritikpunkt: Der Alkoholkonsum. Meine Güte. Bei jedem Problem und jeder lustigen Begebenheit wurde gefühlt getrunken. Uhrzeit? Egal! Das ist etwas was mir mittlerweile einfach negativ ins Auge sticht und das meiner Meinung nach nicht so positiv und lustig dargestellt werden sollte.

Fazit:
„Homesick“ ist ein Buch was ich, mit seiner Message und den Ratschlägen von Maras Mom gut in meinen zwanzigern hätte gebrauchen können, ob die Message dann angekommen wäre ist natürlich eine andere Frage.

Von mir gibt es dafür 4/5 Sternen.

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