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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Sehr persönliches und kluges Buch über das sensible Thema Trost - sehr empfehlenswert!

Trost
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Madeleine Hofmann ist Autorin und gerade Anfang dreißig, also mitten drin in der weiteren Lebensplanung, als sie die Schockdiagnose Brustkrebs bekommt. Ihr komplettes Leben wird von einer Minute auf die ...

Madeleine Hofmann ist Autorin und gerade Anfang dreißig, also mitten drin in der weiteren Lebensplanung, als sie die Schockdiagnose Brustkrebs bekommt. Ihr komplettes Leben wird von einer Minute auf die andere auf den Kopf gestellt und sie muss erstmal die Diagnose und die Reaktionen ihres Umfelds darauf verarbeiten. Sie merkt, dass es für die meisten Menschen unglaublich schwierig zu sein scheint, Trost zu spenden und auch für sie, Trost zu empfangen, anzunehmen und zu finden. Bewusst setzt sie sich mit diesem Thema weiter auseinander und hat dieses hervorragende Buch geschrieben, das viel mehr als ein Sachbuch oder ihre eigene Geschichte ist.

Emphatisch und unverblümt erzählt sie von ihrem Weg, angefangen mit der Diagnose bis zu der Zeit nach Chemotherapie und Reha. Nach den ersten Seiten hatte ich zunächst Sorge, dass es eine Geschichte wird, die sich ausschließlich um die Krankheit dreht und dadurch schwer und zu traurig wird, aber schnell findet man hinein in diese Geschichte.
Madeleine Hofmann setzt sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema Trost auseinander: persönlich als Betroffene, aber auch als Trostspenderin selbst. Dabei beleuchtet sie verschiedenste Aspekte und Dinge, die anderen Menschen Trost geben können, z.B. die Verbundenheit zur Natur, zu anderen Menschen in Partnerschaften, Familie, Selbsthilfegruppen und der Kirche, der Umgang mit Tieren und Musik, Kunst und Kultur. Sie holt sich dazu auch Expertinnen und Fachleute an die Seite und untersucht so diese trostgebenden Dinge, erzählt aber auch aus ihrem persönlichen Umfeld. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch, keine Universalanleitung, die für jeden Menschen gilt, so individuell jeder Mensch auf seine Weise ist, so individuell sind auch die Dinge, die einem Trost und Halt in schwierigen Situationen geben können. Jeder muss damit seinen eigenen Weg finden und dieses Buch ist eine unglaublich tolle Hilfestellung dafür.

Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und es wird noch lange in mir nachklingen. Ich werde mir das Buch sicherlich in einer ruhigen Minute nochmals vornehmen und achtsam und bewusst die verschiedenen Kapitel lesen. Für mich ein sehr lesenswertes Buch, das trotz des schwierigen Themas viele Anregungen und Ideen bereit hält, aus denen jeder etwas für sich mitnehmen kann.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Wunderschön gestaltetes Kinderbuch über Menschen, die nachts arbeiten

Durch die ganze Nacht
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Ich war im Rahmen einer Weiterbildung als Grafikdesignerin auf der Suche nach Inspirationen für interessante Landschaften und Städtedarstellungen und bin bei diesem Buch hier fündig geworden.
Ein Mädchen ...

Ich war im Rahmen einer Weiterbildung als Grafikdesignerin auf der Suche nach Inspirationen für interessante Landschaften und Städtedarstellungen und bin bei diesem Buch hier fündig geworden.
Ein Mädchen macht sich abends fertig fürs Bett und winkt ihrer Mutter zu, die gerade zur Arbeit aufbricht. Ihre Mutter ist nämlich Busfahrerin, während der Vater zu Hause ist und Care-Arbeit leistet. Durch ihre Arbeit als Busfahrerin kennt sie alle, die ebenfalls nachts arbeiten: Ärzte, Bäcker, Polizisten, Taxifahrer, Reinigungskräfte, Gleisarbeiter und viele mehr. Die einzelnen Berufe werden auf jeweils einer Doppelseite kurz dargestellt.

Die Landschaften, Figuren und Details sind toll und vor allem bunt dargestellt. Gerade die Umgebung und Details sind schön und kindgerecht illustriert, es lohnt sich, sich länger damit zu beschäftigen, weil man immer etwas Neues entdeckt. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Menschen so unterschiedlich dargestellt wurden wie ihre Berufe selbst sind: Frauen sind Gleisarbeiterinnen, Polizistinnen tragen Hijab. Das Buch stellt diese Berufe zwar nur kurz dar, aber diese kurzen Geschichten geben einen guten Einblick in eine Welt, die für die meisten von uns und gerade für Kinder verborgen bleibt und es ist spannend und wichtig zu sehen, was alles passiert, wenn wir schlafen.

Von mir gibt es eine Empfehlung für dieses tolle Kinderbuch, dass sich mit wichtigen Berufen auseinandersetzt.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Toll illustriertes Kinderbuch über Einzigartigkeit und Anders-Sein

Seltsam
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Für eine Aufgabe innerhalb einer Weiterbildung als Grafikdesignerin brauchte ich Inspiration für die Illustration von Kinderbuchfiguren - und bin hier fündig geworden!
Das Buch zeigt großflächig die Geschichte ...

Für eine Aufgabe innerhalb einer Weiterbildung als Grafikdesignerin brauchte ich Inspiration für die Illustration von Kinderbuchfiguren - und bin hier fündig geworden!
Das Buch zeigt großflächig die Geschichte von Clemens, der als Einziger im Ort normal ist. Alle anderen Tiere haben z.B. einen großen Rüssel wie Rosa oder einen langen Hals wie Gustav. Als in der großen Villa neues Personal gesucht wird, ist sich Clemens sicher: er bekommt auf jeden Fall einen Job! Doch alle anderen Tiere werden sofort eingestellt, nur Clemens muss wieder nach Hause gehen. Er erkennt, dass alle eingestellt wurden, weil sie etwas Besonderes haben oder können - und dass das auch gut so ist.

Das Buch ist bunt und toll gestaltet, die Figuren sind allesamt kindgerecht illustriert und mit einfachen Formen gemalt. Die Themen Einzigartigkeit und Anders-Sein werden hier toll verarbeitet. Die Geschichte zeigt spielerisch, dass jeder etwas Besonderes ist und dass man das zeigen darf und sollte. Erst das macht uns und unser Miteinander lebendig.

"Seltsam" ist ein wunderbares Buch zum Träumen und Vorlesen, von mir gibt es eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Absolute Leseempfehlung für dieses eindrückliche Buch!

Die schönste Version
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Ostdeutschland in den 2010er-Jahren: Jella ist Anfang zwanzig und wohnt mit ihrem Freund Yannick zusammen, es ist die erste große Liebe. Jella studiert, Yannick ist Künstler, muss aber noch zusätzlich ...

Ostdeutschland in den 2010er-Jahren: Jella ist Anfang zwanzig und wohnt mit ihrem Freund Yannick zusammen, es ist die erste große Liebe. Jella studiert, Yannick ist Künstler, muss aber noch zusätzlich auf Montage gehen um die Wohnung zu finanzieren. Die Beziehung hat mehr Tiefen als Höhen und so kommt es eines Tages zu einer heftigen Auseinandersetzung mit körperlicher Gewalt. Jella flüchtet zu ihrem Vater und erstattet Anzeige gegen Yannick bei der Polizei.

Ich kann nur sagen: Wow! Das Buch hat mich komplett in seinen Bann gezogen und ich habe es schon mehrmals weiterempfohlen. Das Cover gefällt mir sehr gut und hebt sich von der breiten Masse der sonstigen aktuellen Cover ab. Das Rosa lässt nicht erahnen, welche gewaltige Geschichte in dem Buch steckt.
Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht, man begleitet Jella auf der Polizeistation als sie gerade die Anzeige aufgeben möchte. Das Buch ist komplett aus ihrer Perspektive geschrieben, was unglaublich gut die Gefühlslage widerspiegelt und die Sprache und Handlung authentisch macht.

In Rückblenden erinnert sich Jella an ihre frühe Jugend, sie möchte gefallen und begehrt werden, dazugehören und verstellt sich oft. Schonungslos und eindrücklich, aber auch authentisch erzählt sie in ihrer eigenen Weise von dem für sie damals normalen Alltag, der sich darum dreht, gerade der Männerwelt zu gefallen. Jella steht beispielhaft für die Sozialisierung von Mädchen und Frauen, die leider immer noch genau so passiert und normal ist. Da ihre Eltern getrennt leben und sie bei ihrem Vater lebt, kümmert sie sich mehr oder weniger früh um sich selbst. Sie lernt, wie sie sich verstellen muss, was sie anziehen muss, wie sie schauen muss um den Männern zu gefallen. Mit Yannick scheint sie endlich ihr Glück gefunden zu haben, doch auch in dieser Beziehung erkennt man beim Lesen nach und nach, dass es bereits früher gewalttätige Auseinandersetzungen gab und die Beziehung mehr als toxisch ist.

Ich habe mit Jella mehr oder weniger sympathisieren können, aber das spielt auch keine Rolle, denn sie erzählt ihre Geschichte so realistisch und echt. Man erlebt ihre Zerrissenheit und ihr Schwanken: war der Angriff von Yannick wirklich so schlimm? Muss nicht ich mich entschuldigen, ihn so provoziert zu haben? Und die wichtigste Frage: soll ich ihm verzeihen und die Anzeige zurück ziehen?
Der Autorin gelingt es hier grandios, so wichtige Themen wie toxische Beziehungen, häusliche Gewalt und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft so eindrücklich und authentisch zu verpacken, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ja, es ist an einigen Stellen hart zu lesen und auch die Sprache bedient sich einiger Formulierungen und Beschreibungen, die an einigen Stellen heftig sind, aber gerade das macht die Geschichte aus.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses aktuelle und wichtige Buch, für mich wäre hier auch der Buchpreis sehr verdient gewonnen gewesen.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Authentischer Roman über die Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen mit wunderschönen Illustrationen

Und die Welt, sie fliegt hoch
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Die Sommerferien sind in vollem Gange, aber Ava sitzt alleine in ihrem Zimmer - sie hat Hausarrest. Ebenso Juri, der allerdings die Menschen und Situationen draußen meidet. Er ist lieber alleine zu Hause ...

Die Sommerferien sind in vollem Gange, aber Ava sitzt alleine in ihrem Zimmer - sie hat Hausarrest. Ebenso Juri, der allerdings die Menschen und Situationen draußen meidet. Er ist lieber alleine zu Hause anstatt wie die meisten Jugendlichen im Freibad oder bei Freunden. Ava und Juri haben sich seit der vierten Klasse nicht mehr gesehen, aber als Ava Juri eine Nachricht schreibt, beginnt eine Unterhaltung. Was zunächst mit Geplänkel über Belanglosigkeiten beginnt, weitet sich immer mehr aus zu den wichtigen Fragen im Leben, die voller Emotionen sind.

Das Buch ist mir in der Stadtbibliothek durch sein wunderschönes Cover und die ungewöhnliche Aufmachung aufgefallen. Die Seiten sind in zwei dicke Pappdeckel eingefasst und das Cover zeigt einen Sternenhimmel mit kleinen Zeichnungen.
Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht, auf jeder Doppelseite verfolgt man als Leser die Chatnachrichten, die sich Ava und Juri schreiben. Anfangs sträubt sich Juri noch, Ava zu antworten, aber sie gewinnt sein Vertrauen immer mehr.
Ava wirkt taff und selbstbewusst, als könne ihr nichts etwas anhaben. Sie versteckt sich hinter dieser Mauer, denn tief im Inneren ist auch sie von Zweifeln geplagt und hat mit Problemen zu kämpfen: die Trennung der Eltern hat sie noch nicht ganz überwunden. Auch Juri zieht sich in ein Schneckenhaus zurück. Er meidet andere Jugendliche und verlässt das Haus kaum aufgrund seiner Angststörung. Nur zu Hause fühlt er sich sicher. So unterschiedlich die beiden auch sind, gewinnen sie trotzdem mit der Zeit das Vertrauen des Anderen. Sie sprechen über ihre Zweifel und Sorgen und haben einiges mehr gemeinsam als sie denken. Der kindliche Schreibstil ist dabei authentisch und holt den Leser ab. Nichts wirkt gekünstelt oder erzwungen, vielmehr bringt Sarah Jäger die Emotionen einfühlsam und toll rüber.
Besonders hervorzuheben sind auch die wunderschönen Illustrationen von Sarah Maus, die jede (!) Doppelseite begleiten. Auch sie passen hervorragend zu dem Schreibstil und begleiten die Geschichte leise ohne zu stören oder fehl am Platz zu wirken.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen tollen und authentischen Roman über Freundschaft und das Leben, der gleichermaßen für Jugendliche wie Erwachsene geeignet ist!

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