Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
online

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Plan A bis Ä

Breakups and Butterflies
0

Mara möchte nur eins: Ihr Leben immer im Griff haben. Doch dann trennt sich ihr Verlobter von ihr und ihre Chefin lässt sie mit dem Zwergspitz Zeus für einige Tage allein. Plötzlich steht Maras Leben komplett ...

Mara möchte nur eins: Ihr Leben immer im Griff haben. Doch dann trennt sich ihr Verlobter von ihr und ihre Chefin lässt sie mit dem Zwergspitz Zeus für einige Tage allein. Plötzlich steht Maras Leben komplett auf den kopf und sie muss von heute auf morgen eine neue Bleibe im teuren München finden. Ihre erste Zeit verbringt sie im Büro, doch dort ist nicht nur das Sofa super ungemütlich, sondern auch noch der sieben Jahre jüngere Marius, der ihr viel zu schnell nicht mehr aus den Kopf geht und das obwohl er völlig planlos durchs Leben geht.

Breakups and Butterflies von Kyra Groh ist eine Neuauflage des Romans Gar kein Plan ist auch eine Lösung, das bereits 2020 erschien und ich muss gestehen, dass man dem Buch das Alter etwas anmerkt oder anders gesagt, dass Grohs Schreibstil sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Mir persönlich gefallen ihre neusten Bücher besser, weil ich den Humor feiner und die Charaktere tiefgründiger empfinde. Das geht diesem Buch aber nicht komplett ab, es liest sich auch gut und es gibt ebenso einige Szenen zum Schmunzeln.

Dennoch fehlt mir an vielen Stellen noch das gewisse etwas, sei es durch eine stärkere humoristische Spitze oder eine tiefere Ausarbeitung - sowohl im Bezug auf einzelne Szenen als auch auf Charaktereigenschaften oder Thematiken. Ich mochte Mara mit ihren gegenwärtigen Problemen, die sich auf ihre Vergangenheit zurückführen ließen. Mir gefiel es auch, dass sie ihrer Vergangenheit gegenüber emotional wurde, aber durch den großen Aufbruch des Themas hätte ich mir noch etwas mehr Veränderung in der Gegenwart gewünscht.

Klappentext und Cover der Erstauflage legen den Schwerpunkt auf Mara und ihre Lebensplanung. Das passt auch inhaltlich sehr gut. Durch die Gestaltung der Neuauflage geht die Erwartung eher Richtung RomCom, wie wir es von u.a. Fireworks and Fake Dates gewohnt sind und diese könnten möglicherweise enttäuscht werden. Zwar sind die Szenen mit Marius vorhanden und humorvoll, doch insgesamt eher wenig präsent und eben nicht im Fokus stehend.

Insgesamt konnte mich Breakups and Butterflies leider nicht ganz so unterhalten wie andere Bücher der Autorin. Dennoch gab es wieder schöne Szenen und eine interessanter familiäre, aber auch berufliche Konstellation.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2025

Thriller ohne Thrill

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
0

Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und ...

Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und verliert sich vollkommen in der Suche nach Ryans wahrem Ich. Claire, Eds Frau und Abbie distanzieren sich immer mehr von ihm, doch nichts kann Eds Suche stoppen.

The Catch von T.M. Logan lässt mich zweigespalten zurück. Ich mochte die Tiefe, die der Autor seinem Protagonisten verleiht. Wir erleben die Geschichte fast (!) ausschließlich aus Eds Perspektive und seinem Innenleben, wir erfahren seine Bedenken, erleben seine Ängste und erkennen seine Gefühle. Ich habe bis zum Schluss mit Ed mitgefiebert, wobei meine Gefühle ihm gegenüber nicht nur positiv waren. Aber all diese Gefühlsvielfalt Ed gegenüber mochte ich.

Außerdem sorgen kurze Kapitel und wenige andere Perspektiven für ein wahnsinniges Lesetempo, sodass man regelrecht durch das Buch durchfliegt und das obwohl (und jetzt kommt das große aber) der Inhalt leider ziemlich langweilig ist. Die größte Spannung ergibt sich aus dem Klappentext und leider verspricht dieser nicht, was ich durch ihn erwartete. Die Geschichte ist komplett vorhersehbar und bis etwas passiert, passiert lange gar nichts. Das große Finale ist dann leider ziemlich an den Haaren herbeigezogen und macht für mich an vielen Stellen gar keinen Sinn (Handlungen der verschiedenen Personen). Und dann fehlt mir an der entscheidenden Stelle auch der Blick, den wir die ganze Zeit hatten, Eds.

Am Ende war es für mich ein Psychothriller ohne Psycho, ein Thriller ohne Thrill und ein Spannungsroman ohne Spannung. Also einfach nur ein Roman?! Ich kann The Catch nicht wirklich in ein Genre einordnen, als Thriller hat er mich nicht abgeholt und dennoch hat mir das Buch auf eine gewisse Weise sehr lange Spaß gemacht und erst mit dem Ende kam die Enttäuschung. Dennoch bleibt trotz aller Kritik am Ende ein Lesegefühl, das sehr lange positiv war, weswegen es letztendlich noch für 3 Sterne reicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Schillernde Fassade

Ein ungezähmtes Tier
0

Sophia und Arpad leben ein privilegiertes Leben in Genf. Sie scheinen glücklich und werden von vielen für die scheinbar perfekte Ehe beneidet. Auch von ihren Nachbarn Karine und Greg. Greg, der Polizist, ...

Sophia und Arpad leben ein privilegiertes Leben in Genf. Sie scheinen glücklich und werden von vielen für die scheinbar perfekte Ehe beneidet. Auch von ihren Nachbarn Karine und Greg. Greg, der Polizist, der Arpad für seine leidenschaftliche Ehefrau beneidet und Karine, die in jedem Belangen gerne wie Sophia wäre. Doch ist wirklich alles perfekt bei den Eheleuten und was verbindet sie mit einem Juwelenraub?

Ein ungezähmtes Tier von Joël Dicker wird auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, diese Erzählweise gefiel mir ausgesprochen gut und hat sowohl für eine Nähe zu den Figuren als auch für eine Tiefe in der Geschichte gesorgt. Allerdings konnten mich weder die Figuren noch der Inhalt überzeugen.

Den Figuren fehlten allesamt sympathische Charakterzüge, alle Charaktere besitzen Eigenschaften, die sie unsympathisch bis unerträglich wirken ließen und durch die Erzählweise ergibt sich auch schnell, in welche Richtung das Buch gehen wird, was auch die letzte Spannung schnell genommen hat.

Dennoch mochte ich den Schreibstil des Autors gerne und auch die Tiefe des Romans, der mich eben inhaltlich leider nicht richtig abholen konnte. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich es Dank Ein ungezähmtes Tier sicher mal mit einer anderen Lektüre des Autors probieren werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Auf den Spuren der Vergangenheit

Die Schanze
0

Ellen Roth arbeitet in einem Krankenhaus in Hamburg, nach ihrer Trennung hält sie jedoch nichts mehr in der Hansestadt. Da kommt das Angebot, die Hausarztpraxis in ihrer Heimat zu übernehmen, genau zur ...

Ellen Roth arbeitet in einem Krankenhaus in Hamburg, nach ihrer Trennung hält sie jedoch nichts mehr in der Hansestadt. Da kommt das Angebot, die Hausarztpraxis in ihrer Heimat zu übernehmen, genau zur richtigen Zeit. Doch Ellen hat ihre Heimat nicht ohne Grund verlassen, viele Männer haben ihre Vergangenheit geprägt und genau am Tag ihrer Ankunft wird einer von ihnen brutal ermordet. Ausgerechnet Ellen findet den Toten Johannes Gruber an der Skisprungschanze vor.

Die Schanze von Lars Menz konnte mich leider nicht vollends von sich überzeugen. Der Schreibstil, die Grundidee und die Atmosphäre der Geschichte mochte ich durchaus, die Umsetzung war mir jedoch von allem etwas zu viel und doch zu wenig Spannung.

Vor allem die Bewohner des Ortes, die allesamt ihre Leichen im Keller haben und in der Masse absolut drüber wirkten, konnten mich nicht überzeugen. Die Auflösung des Täters kann dann schon gar nicht mehr für eine Überraschung sorgen, weil man es jedem zutrauen würde und jeglicher Effekt dabei verloren geht. Auch Ellen konnte bei mir keine Sympathien entwickeln, weswegen der Verlauf der Geschichte relativ emotionslos an mir vorüberging.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2025

Kannst du dir trauen?

Die Tochter des Serienkillers
0

Vor zwanzig Jahren gelang es Jane endlich, sich ihrer manipulativen und kontrollsüchtigen Mutter zu entziehen. Seitdem lebt sie nicht mehr unter dem Namen Jane, sondern nennt sich jetzt Jenny. Auch um ...

Vor zwanzig Jahren gelang es Jane endlich, sich ihrer manipulativen und kontrollsüchtigen Mutter zu entziehen. Seitdem lebt sie nicht mehr unter dem Namen Jane, sondern nennt sich jetzt Jenny. Auch um sich von ihrem Vater zu distanzieren, einem verurteilten Serienkiller. Jenny lebt mir ihrem Mann Mark und den beiden Kindern in einem kleinen Ort, weit weg von ihrer Familie und dem Horror der Vergangenheit. Bis Marks Ex-Geliebte Olivia plötzlich verschwindet und Jenny vor ihrer Haustür einen Müllsack mit Tierkadavern findet, die den Verdacht wecken, das jemand Jennys Vergangenheit kennt. Hat jemand herausgefunden, wer Jenny wirklich ist? Hat ihr Vater sie gefunden? Oder ihre Mutter?
Im Zuge der Ermittlungen und im Laufe der Zeit wird klar, dass auch Mark und Jenny ihre Geheimnisse haben.

Nachdem mich der erste Teil begeistert hat, musste ich auch Die Tochter des Serienkillers von Alice Hunter direkt lesen. Beide Teile sind komplett unabhängig voneinander zu lesen, dennoch hat mir das Vorwissen des ersten Bandes diesen Teil spannender erscheinen lassen. Dies liegt nicht am Inhalt, denn der steht zu keiner Zeit in irgendeinem Zusammenhang, sondern am Aufbau und den Auflösungen der beiden Geschichten.

Alice Hunters Schreibstil ist erneut sehr einnehmend und lässt einen super schnell durch die Geschichte fliegen. Im Fokus steht vor allem Jenny, aber auch Marks Perspektive hat einen relativ hohen Anteil. Jennys Perspektive wird dabei noch auch zwei Zeitebenen aufgeteilt, wobei die Vergangenheit nur selten einfließt. Außerdem werden über Extrakapitel die Taten ihres Vaters näher beschrieben. Durch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen wird der Geschichte eine gute Tiefe verliehen.

Durch kurze Kapitel, einem flüssigen Schreibstil und den Perspektivwechseln liest sich das Buch sehr gut und lässt sich kaum aus der Hand legen und das obwohl ich inhaltlich dieses Mal leider nicht ganz so begeistert bin. Das liegt u.a. daran, dass ich mir bzgl. der Auflösung ziemlich schnell sicher war und auch die Umstände erahnen konnte. Alice Hunter hat zwar wieder sehr geschickt Streufeuer gelegt, aber überzeugen konnte mich davon keins, sodass mir die Spannung letztendlich fehlte. Zudem nahm mir ein Aspekt In Jennys Gegenwartsgeschichte deutlich zu viel Platz ein und hatte ein erhöhtes Nervpotenzial.

Sehr gut gefallen hat mir wiederum der Prolog und Epilog, der die Geschichte einrahmt, der Figurenbeschreibung super dient und Hoffnung auf mehr aus der Feder Alice Hunters’ macht. Denn auch wenn mich Die Tochter des Serienkillers nicht komplett packen konnte, wurde ich doch wieder gut unterhalten und vor allem der Fokus auf das Innenleben der Figuren finde ich immer wieder spannend.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung