Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
offline

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Wichtiges Thema

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
0

Als Lolas Mitbewohnerin Vivian endlich einen Freund hat und überglücklich erscheint, freut sich auch Lola sehr für sie. Doch schon bald ändert sich das Blatt und Lola bekommt das Gefühl, dass die Beziehung ...

Als Lolas Mitbewohnerin Vivian endlich einen Freund hat und überglücklich erscheint, freut sich auch Lola sehr für sie. Doch schon bald ändert sich das Blatt und Lola bekommt das Gefühl, dass die Beziehung zu Pascal nicht gut für Vivian ist. Sie verändert sich, beginnt zu lügen, bettelt nach Geld und wird unzuverlässig. Plötzlich verschwindet Vivian nach einem Streit spurlos. Lola ist sich schnell sicher, dass Pascal der Grund für ihr Verschwinden sein muss.
Elias, Vivians Halbbruder, ist der Erste, der Lolas Befürchtungen teilt, denn die Polizei möchte ihr einfach nicht helfen. Die beiden machen sich auf die Suche nach Vivian und ahnen nicht, in welchen Kreisen diese mittlerweile verkehrt.

Loverboy - Niemand liebt dich so wie ich von Antonia Wesseling klang nach einem super spannenden Konzept. Leider bin ich mit dem Schreibstil nicht sehr warm geworden, der mir zum Lesen zu holprig wirkte. Doch inhaltlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und so habe ich zum Hörbuch gegriffen, das von den Sprecher:innen (Leonia Landa, Flemming Stein, Dagmar Bittner und Sven Macht) auch gut eingesprochen wurde, allerdings wirkte auf mich eine Sprechstimme/Stimmfarbe nicht passend für die entsprechende Figur, das ist jedoch ein super subjektives Empfinden und da ich die Stimme ansonsten als angenehm empfunden habe, hat es mich auch nicht weiter gestört.

Romance-Thriller finde ich eine spannende Mischung, die ich bisher nur von Karen Rosé kenne und deren Werke absolut nicht mit Loverboy verglichen werden können, was möglicherweise am New-Adult-Touch liegen könnte, aber auch daran, dass die Charaktere für mich viel zu oberflächlich blieben und das obwohl sie eigentlich sehr viel Raum bekamen.

Lola und Elias fand ich beide interessant und vor allem Elias hatte einen interessanten Background und dazu spannende Gedankengänge, die aber immer nur an der Oberfläche gekratzt haben. Schade, denn da war richtig viel Potenzial drin, auch um dann die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten mehr mitfühlen zu können. Das konnte ich leider gar nicht, ein weiterer Grund, weswegen mir die Spice-Szenen zu viel waren, aber gut die kann man überspringen/-lesen.

Dann der Part mit Vivian. Loverboy. Ein Thema, über das gesprochen werden muss und ich finds super, dass Unterhaltungslektüre an dieser Stelle möglicherweise aufklären kann und vielleicht dafür sorgt, dass Alarmglocken läuten können. Das Konstrukt hinter dem Begriff kam auf jeden Fall gut rüber.

Nur das Ende war dann viel zu viel. Vivians Perspektive war mir viel zu drüber und ich bin bei den Gedankengängen wirklich froh, dass ihre Perspektive nicht häufiger eingenommen wurde. Lola und Elias, die schon während der Story teilweise seltsame Entscheidungen treffen, übertreiben am Ende komplett. Zu viele vermeintliche Schockmomente auf einen Schlag, die der Geschichte für mich die Authentizität genommen haben.

So bleibt Loverboy für mich am Ende ein Buch, das ein wichtiges Thema anspricht und darauf aufmerksam macht, interessante Charaktere aufweist, aber das mir am Ende auch zu oberflächlich war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2025

Gezeitenmagie

Magic of Moon and Sea. Die Diebin der vielen Gesichter
0

In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz ...

In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz besondere Gabe, sie kann sich in eine andere Person verwandeln, das macht sie zu einer Meisterdiebin. Doch kann ihre Fähigkeit ihr auch dabei helfen, ihren verloren Vater zu finden? Gemeinsam mit Nathaniel „Nat“ Shah und Ruby macht sie sich auf die Suche.

Die Diebin der vielen Gesichter von Clare Harlow ist der erste Band der Magic of Moon and Sea Reihe. Das Magiesystem, das mit den Gezeiten zu- und abnimmt war ziemlich interessant und mal etwas anderes. Allerdings hat deswegen auch eine genauere Beschreibung des Systems gefehlt, zwar bekommt man das relativ deutlich über Ista mit, allerdings wäre es schön gewesen, wenn man auch mehr über die Fähigkeiten der anderen erfahren und damit ein größeres Bild von dieser Welt bekommen hätte.

Es fehlte auch an Tiefe, die Ista, Nat und Ruby etwas mehr Charakter mitgibt und dazu beiträgt, Empathie zu entwickeln. Insgesamt bleiben die aber blass und lassen auch die Geschichte und die Suche nach Istas Vater eher dahinplätschern. Auch der Schreibstil konnte phasenweise nicht richtig packen. Erst gegen Ende entwickelte sich etwas Spannung, die aber vermutlich nicht reichen wird, um an der Geschichte dranzubleiben. Schade, denn die Idee hinter der Magie gefiel uns richtig gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2025

Plan A bis Ä

Breakups and Butterflies
0

Mara möchte nur eins: Ihr Leben immer im Griff haben. Doch dann trennt sich ihr Verlobter von ihr und ihre Chefin lässt sie mit dem Zwergspitz Zeus für einige Tage allein. Plötzlich steht Maras Leben komplett ...

Mara möchte nur eins: Ihr Leben immer im Griff haben. Doch dann trennt sich ihr Verlobter von ihr und ihre Chefin lässt sie mit dem Zwergspitz Zeus für einige Tage allein. Plötzlich steht Maras Leben komplett auf den kopf und sie muss von heute auf morgen eine neue Bleibe im teuren München finden. Ihre erste Zeit verbringt sie im Büro, doch dort ist nicht nur das Sofa super ungemütlich, sondern auch noch der sieben Jahre jüngere Marius, der ihr viel zu schnell nicht mehr aus den Kopf geht und das obwohl er völlig planlos durchs Leben geht.

Breakups and Butterflies von Kyra Groh ist eine Neuauflage des Romans Gar kein Plan ist auch eine Lösung, das bereits 2020 erschien und ich muss gestehen, dass man dem Buch das Alter etwas anmerkt oder anders gesagt, dass Grohs Schreibstil sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Mir persönlich gefallen ihre neusten Bücher besser, weil ich den Humor feiner und die Charaktere tiefgründiger empfinde. Das geht diesem Buch aber nicht komplett ab, es liest sich auch gut und es gibt ebenso einige Szenen zum Schmunzeln.

Dennoch fehlt mir an vielen Stellen noch das gewisse etwas, sei es durch eine stärkere humoristische Spitze oder eine tiefere Ausarbeitung - sowohl im Bezug auf einzelne Szenen als auch auf Charaktereigenschaften oder Thematiken. Ich mochte Mara mit ihren gegenwärtigen Problemen, die sich auf ihre Vergangenheit zurückführen ließen. Mir gefiel es auch, dass sie ihrer Vergangenheit gegenüber emotional wurde, aber durch den großen Aufbruch des Themas hätte ich mir noch etwas mehr Veränderung in der Gegenwart gewünscht.

Klappentext und Cover der Erstauflage legen den Schwerpunkt auf Mara und ihre Lebensplanung. Das passt auch inhaltlich sehr gut. Durch die Gestaltung der Neuauflage geht die Erwartung eher Richtung RomCom, wie wir es von u.a. Fireworks and Fake Dates gewohnt sind und diese könnten möglicherweise enttäuscht werden. Zwar sind die Szenen mit Marius vorhanden und humorvoll, doch insgesamt eher wenig präsent und eben nicht im Fokus stehend.

Insgesamt konnte mich Breakups and Butterflies leider nicht ganz so unterhalten wie andere Bücher der Autorin. Dennoch gab es wieder schöne Szenen und eine interessanter familiäre, aber auch berufliche Konstellation.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2025

Thriller ohne Thrill

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
0

Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und ...

Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und verliert sich vollkommen in der Suche nach Ryans wahrem Ich. Claire, Eds Frau und Abbie distanzieren sich immer mehr von ihm, doch nichts kann Eds Suche stoppen.

The Catch von T.M. Logan lässt mich zweigespalten zurück. Ich mochte die Tiefe, die der Autor seinem Protagonisten verleiht. Wir erleben die Geschichte fast (!) ausschließlich aus Eds Perspektive und seinem Innenleben, wir erfahren seine Bedenken, erleben seine Ängste und erkennen seine Gefühle. Ich habe bis zum Schluss mit Ed mitgefiebert, wobei meine Gefühle ihm gegenüber nicht nur positiv waren. Aber all diese Gefühlsvielfalt Ed gegenüber mochte ich.

Außerdem sorgen kurze Kapitel und wenige andere Perspektiven für ein wahnsinniges Lesetempo, sodass man regelrecht durch das Buch durchfliegt und das obwohl (und jetzt kommt das große aber) der Inhalt leider ziemlich langweilig ist. Die größte Spannung ergibt sich aus dem Klappentext und leider verspricht dieser nicht, was ich durch ihn erwartete. Die Geschichte ist komplett vorhersehbar und bis etwas passiert, passiert lange gar nichts. Das große Finale ist dann leider ziemlich an den Haaren herbeigezogen und macht für mich an vielen Stellen gar keinen Sinn (Handlungen der verschiedenen Personen). Und dann fehlt mir an der entscheidenden Stelle auch der Blick, den wir die ganze Zeit hatten, Eds.

Am Ende war es für mich ein Psychothriller ohne Psycho, ein Thriller ohne Thrill und ein Spannungsroman ohne Spannung. Also einfach nur ein Roman?! Ich kann The Catch nicht wirklich in ein Genre einordnen, als Thriller hat er mich nicht abgeholt und dennoch hat mir das Buch auf eine gewisse Weise sehr lange Spaß gemacht und erst mit dem Ende kam die Enttäuschung. Dennoch bleibt trotz aller Kritik am Ende ein Lesegefühl, das sehr lange positiv war, weswegen es letztendlich noch für 3 Sterne reicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Schillernde Fassade

Ein ungezähmtes Tier
0

Sophia und Arpad leben ein privilegiertes Leben in Genf. Sie scheinen glücklich und werden von vielen für die scheinbar perfekte Ehe beneidet. Auch von ihren Nachbarn Karine und Greg. Greg, der Polizist, ...

Sophia und Arpad leben ein privilegiertes Leben in Genf. Sie scheinen glücklich und werden von vielen für die scheinbar perfekte Ehe beneidet. Auch von ihren Nachbarn Karine und Greg. Greg, der Polizist, der Arpad für seine leidenschaftliche Ehefrau beneidet und Karine, die in jedem Belangen gerne wie Sophia wäre. Doch ist wirklich alles perfekt bei den Eheleuten und was verbindet sie mit einem Juwelenraub?

Ein ungezähmtes Tier von Joël Dicker wird auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, diese Erzählweise gefiel mir ausgesprochen gut und hat sowohl für eine Nähe zu den Figuren als auch für eine Tiefe in der Geschichte gesorgt. Allerdings konnten mich weder die Figuren noch der Inhalt überzeugen.

Den Figuren fehlten allesamt sympathische Charakterzüge, alle Charaktere besitzen Eigenschaften, die sie unsympathisch bis unerträglich wirken ließen und durch die Erzählweise ergibt sich auch schnell, in welche Richtung das Buch gehen wird, was auch die letzte Spannung schnell genommen hat.

Dennoch mochte ich den Schreibstil des Autors gerne und auch die Tiefe des Romans, der mich eben inhaltlich leider nicht richtig abholen konnte. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich es Dank Ein ungezähmtes Tier sicher mal mit einer anderen Lektüre des Autors probieren werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere