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Veröffentlicht am 17.02.2026

Reizlos

Schwarzer September
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Gigio erzählt die Geschichte des Sommers, als er zwölf Jahre alt war, und an dessen Ende seine Familie für immer zerstört wurde. Er ist ein Einzelgänger, der sich für Sport interessiert und sich mit allen ...

Gigio erzählt die Geschichte des Sommers, als er zwölf Jahre alt war, und an dessen Ende seine Familie für immer zerstört wurde. Er ist ein Einzelgänger, der sich für Sport interessiert und sich mit allen möglichen Disziplinen gut auskennt. Selber betreibt er aber keinen Sport. Er begeistert sich für die Olympischen Spiele 1972 und für Sammelbildchen, und er verliebt sich zum ersten Mal.
Der Stil ist flüssig und gut zu lesen. Das braucht es auch, denn die Geschichte selbst ist reizlos. Obwohl gesagt wird, dass noch etwas Schlimmes kommt, wird in keiner Weise Spannung aufgebaut. Es ist ein ganz normaler Sommer, das Geschehen plätschert vor sich hin. Die Geschichte funktioniert auch nicht als Coming-of-Age-Story, denn der Protagonist erlebt keine Entwicklung, höchstens eine leichte Irritation, die ein Entwicklung roch sich ziehen könnte. Er ist ein ganz normaler Junge kurz vor der Pubertät, dem bis zur Katastrophe nichts Ungewöhnliches widerfährt.
Auch als diese endlich da ist, kommt die Geschichte immer noch nicht in Gang. Im Gegenteil: Sie endet. Das ist etwas enttäuschend.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Schwierig

Zwischen zwei Leben
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Jenni Mäki verlässt ihren Ehemann, bezieht eine eigene Wohnung und nennt sich ab sofort Jenny Hill. Sie schildert ihre Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, spricht mit einer Therapeutin und schreibt Briefe ...

Jenni Mäki verlässt ihren Ehemann, bezieht eine eigene Wohnung und nennt sich ab sofort Jenny Hill. Sie schildert ihre Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, spricht mit einer Therapeutin und schreibt Briefe an Brigitte Macron. All das wird kommentiert von Ajattaras, weiblichen Dämonen aus der Welt der Brüder Grimm.
In den Märchen sollen Dornröschen, Schneewittchen, Aschenputtel und all die anderen Vorbilder sein für ganz normale Frauen: angepasst, hübsch gemacht und den Männern dienend. Aber in Wahrheit – in diesem Buch – sind sie ganz anders. Und sie haben der geflohenen Ehefrau eine Menge zu sagen.
Es geht darum, mit welchem Lebensgefühl Menschen heute Frauen sind. Wie selbstverständlich Jenni ihr Äußeres und ihr ganzes Dasein optimiert hat, um Ansprüchen, Erwartungen und Geschichten zu entsprechen. Aschenputtel und Rotkäppchen aber haben sie genau gesehen. Und sie empfehlen: Sei wie du bist, denn so bist du richtig. Sie erzählen ihre eigene Geschichte und rufen sie dazu auf, sie selbst zu sein.
Das Buch ist schwierig zu lesen und teilweise ganz schön düster. Die Hauptperson steckt in einer Krise und weiß im Moment nicht weiter. Es gibt keine spannende Geschichte, sondern Betrachtungen, Erinnerungen und anders erzählte Märchen. Das ist ambitioniert, aber schwer zu lesen.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Liebe und Suff

Die Garnett Girls
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Margo hat drei erwachsene Töchter. Der Ehemann und Vater verließ sie, als die Mädchen noch klein waren. Das wirkt nach. Alle drei Mädchen sind unbefriedigende Beziehungen mit Männern eingegangen. Margo ...

Margo hat drei erwachsene Töchter. Der Ehemann und Vater verließ sie, als die Mädchen noch klein waren. Das wirkt nach. Alle drei Mädchen sind unbefriedigende Beziehungen mit Männern eingegangen. Margo erscheint als die Matriarchin, die im Mittelpunkt der Familie steht.
Hier sind vier Lebensgeschichten, die eng und sehr unglücklich miteinander verflochten sind. Die Frauen lieben einander und arbeiten sich an einander ab, das ist schmerzlich mit anzusehen, aber oft auch einfach unverständlich. Die Personen wirkten auf mich unlogisch und wenig klar. Auffällig ist der unmäßige Alkoholkonsum. Getrunken wird ständig.
Das zentrale Ereignis der Familiengeschichte – der Weggang des Vaters – klärt sich zum Schluss, allerdings auf wenig befriedigende Weise. Immerhin gibt es eine Art positiven Abschluss.
Die Insel Whight ist nur ein Hintergrund. Die Geschichte könnte an jedem beliebigen Strand in Südengland spielen.
Wer sich gern auf eine Familiengeschichte über Mütter und Töchter einlassen möchte, ist hier richtig. Sehr gelungen fand ich diese aber nicht.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Schwer verständlich

Unmöglicher Abschied
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Inseon und Gyeongha sind Künstlerinnen. Als Inseon sich schwer an einer Hand verletzt und im Krankenhaus bleiben muss, ruft sie ihre Freundin zu Hilfe: Gyeongha soll in ihre Wohnung fahren und sich um ...

Inseon und Gyeongha sind Künstlerinnen. Als Inseon sich schwer an einer Hand verletzt und im Krankenhaus bleiben muss, ruft sie ihre Freundin zu Hilfe: Gyeongha soll in ihre Wohnung fahren und sich um ihr Haustier kümmern, einen Vogel.
Auf Gyeonghas Reise tauchen immer wieder Erinnerungen an Massaker auf. Gebeine wurden gefunden, in Massengräbern. Der Koreakrieg ist zur dieser Zeit erst seit wenigen Jahrzehnten vorbei und gehört damit zur Familiengeschichte der beiden Frauen. Diese Erinnerungen vermischen sich mit dem, was Gyeongha erlebt, wie in einem Fiebertraum. Zum Teil muss man sogar rätseln, wer hier gerade spricht und an wessen Erinnerungen wir teilhaben. Das damals Geschehene ist grausam.
Ich konnte damit nicht viel anfangen. Ich mag es lieber, wenn ich weiß, ob etwas gerade wirklich passiert in einer Geschichte oder ob es nur erinnert ist und viel früher stattfand. Und ich schätze es, wenn ich weiß, von wem hier die Rede ist und wer hier eigentlich spricht. Das Ganze scheint mir eher eine Metapher oder eine persönliche Aufarbeitung zu sein. Selbst der Vogel, der die Handlung antreiben soll, ist nur ein poetisches Bild. So ein Tier, wie dort beschrieben wird, gibt es nicht. Dies ist keine Geschichte sondern eine künstlerische Erinnerungsbewältigung.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Komplex

Das große Spiel
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Es beginnt mit einer Gottheit, und dann startet das große Spiel des Lebens auf unserer Erde – im Wasser. Dann geht es um vier Personen, die zunächst jeder für sich eine Persönlichkeit entwickeln, erwachsen ...

Es beginnt mit einer Gottheit, und dann startet das große Spiel des Lebens auf unserer Erde – im Wasser. Dann geht es um vier Personen, die zunächst jeder für sich eine Persönlichkeit entwickeln, erwachsen werden und dann aufeinander treffen.
Die Geschichte geht viel zu langsam los und erschließt sich auch nach zweihundert Seiten nur sehr zögernd. Nun kommen die vier Hauptpersonen auf der Pazifik-Insel Makatea zusammen und eine neue Herausforderung kommt auf sie alle zu.
Einzelne Szenen zu lesen, macht wirklich Freude, der Stil ist einfühlsam und sehr flüssig. Beeindruckend sind die Tauchgänge, in denen Evie die seltsamen Wesen schildert, die dort in der Tiefe leben. Aber allzu schnell und sehr konsequent wechselt der Autor immer wieder zu ganz anderen Szenen, und auch in ganz andere Zeiten und Mileus. Die junge Evie braucht nur ein paar Dutzend Seiten, um eine alte Frau zu werden. Da muss man beim Lesen immer gut im Blick haben, wo und wann man sich gerade befindet. Ich hatte „Der Klang der Zeit‟ gelesen, deshalb war ich neugierig auf das neue Buch von Powers. Es ist mir zu kompliziert.
Eher etwas für Literaturstudiere im höheren Semester.

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