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Veröffentlicht am 06.05.2025

Packender und facettenreicher Roman, der viel Stoff zum Nachdenken bietet

Untergang der "GREEN"
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In diesem Roman greift der Autor Ralf M. Ruthardt ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema auf und transportiert es über eine facettenreiche und spannende Geschichte.

Dennis Jung hat es nach seinem ...

In diesem Roman greift der Autor Ralf M. Ruthardt ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema auf und transportiert es über eine facettenreiche und spannende Geschichte.

Dennis Jung hat es nach seinem Studium der Politikwissenschaften relativ schnell an die Spitze einer NGO geschafft, die sich mit der Klimakrise beschäftigt. In seiner Position steht er aber zugleich unter dem Druck der Geldgeber, zu expandieren und so den Einfluss der Organisation zu vergrößern. Und so plant er ein besonders Event, dass in illustrer Runde auf einem Schiff inmitten der Nordsee stattfinden soll. Als die „Green“ dabei in stürmische Gefilde gerät, wird die Klimakrise urplötzlich zur Überlebenskrise.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und führt uns Leser dabei schnell in den klassischen Konflikt zwischen Schein und Sein. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die die unterschiedlichen Positionen dieses Konfliktes gekonnt abbilden. Im Rahmen der dramatischen Ereignisse treffen die typischen Narrative aus dem Umfeld der diversen NGOs immer wieder auf die Wirklichkeit und werden durch sie auch entlarvt. Dabei sind es nicht nur die Geschichte und ihre Protagonisten an sich, sondern vor allem die eher kleinen Begebenheiten und Aussagen am Rande, die im Hinterkopf hängen bleiben und dort zu arbeiten beginnen. Hier muss man schon aufmerksam lesen, damit einem keine der zahlreichen Facetten entgeht. Und der Titel des Buches ist wie auch der Name des Schiffes sehr bewusst doppeldeutig gewählt. Dass das Ende der Geschichte dann vielleicht doch etwas hopplahopp daherkommt, nimmt ihr nur wenig von ihrer vorherigen Wirkung.

Ein bewegender und kompromissloser Roman, der nicht nur gute und spannende Unterhaltung bietet, sondern zudem auch noch lange über sein Ende hinaus nachhallt und dabei reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Abwechslungsreiche Kurzkrimis aus dem Ruhrgebiet

MORDsJAHRE
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In dieser Anthologie, die anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Veranstaltungsreihe „Krimi-Couch“ entstanden ist, versammeln 19 Autoren und Autorinnen, die allesamt bereits auf der Couch Platz genommen ...

In dieser Anthologie, die anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Veranstaltungsreihe „Krimi-Couch“ entstanden ist, versammeln 19 Autoren und Autorinnen, die allesamt bereits auf der Couch Platz genommen haben, abwechslungsreiche Kurz-Krimis, die im Ruhrgebiet angesiedelt sind. Der 20. Beitrag stammt aus der Feder von Steffen Hunder, dem Gastgeber der Veranstaltungen, die in Essen-Kettwig stattfinden. Ausgangspunkt der Geschichten sind jeweils Zeitungsschlagzeilen aus den letzten 20 Jahren, die die Phantasie der Autoren und Autorinnen angekurbelt haben und am Ende des Buches auch nachzulesen sind. Eine Ausnahme bildet hier die Geschichte des Gastgebers, einem evangelischen Pfarrer, der eine Geschichte aus der Bibel in die Gegenwart transportiert.

Die Geschichten bilden die gesamte Bandbreite des Krimigenres ab. Manchmal geht es eher humorvoll zu, dann wird es düster und ab und an auch durchaus blutig. Spannend und abwechslungsreich ist es aber eigentlich immer. Wie immer kann in einer solchen Sammlung nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 Prozent treffen, hier lag die Trefferquote aber schon außergewöhnlich hoch. Meine persönlichen Favoriten sind dabei die Beiträge „Bruchlandung“ von Thomas Salzmann, „Die Autobumser von Gelsenkirchen-Buer-Beckhausen“ von Herbert Knorr, „Eiskalt serviert“ von Arnd Federspiel und „Familiensache“ von Andreas Edelhoff. Aber auch die anderen Geschichten weisen durchgehend einen hohen Unterhaltungswert auf und üben ihren ganz eigenen Reiz aus. Als Liebhaber von bösen Schlusspointen bin ich zudem in vielen der Beiträge bestens bedient worden.

So bietet das Buch eine nahezu perfekte Mischung für den Krimi-Spaß zwischendurch. Dabei sollte jeder Liebhaber von Kurz-Krimis den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden. Mich konnte das Buch auf jeden Fall gut und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Atmosphärisch dichter Kriminalroman aus der Lausitz

Das Galgenrätsel
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Mit diesem Buch legt der Autor Danilo Fender einen packenden und wendungsreichen Kriminalroman vor, bei dem es sich zugleich um den Auftaktband zu einer Reihe um eine Einheit der operativen Fallanalyse ...

Mit diesem Buch legt der Autor Danilo Fender einen packenden und wendungsreichen Kriminalroman vor, bei dem es sich zugleich um den Auftaktband zu einer Reihe um eine Einheit der operativen Fallanalyse (OFA) handelt. Der Auftakt konnte mich gleich gut und spannend unterhalten.

Nachdem einer Fehleinschätzung mit dramatischen Folgen verabschiedet sich der langjährige Partner von Frieder Aronowsky in den Ruhestand. Zuvor schlägt er den jungen Polizisten Eric Parker als möglichen Nachfolgekandidaten vor. Frieder lässt sich von Eric überzeugen und bietet ihm die Ausbildung zum Fallanalysten an. Als auf einem abgelegenen Hof in der Lausitz die Leichen einer Frau und ihrer beiden erwachsenen Söhne erhängt aufgefunden werden, steht für Eric der erste große Praxistest an. Ist er seiner neuen Aufgabe bereits gewachsen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei stehen Eric und Frieder sehr stark im Mittelpunkt des Geschehens, ihre beiden weiblichen Kolleginnen fallen dagegen doch deutlich dagegen ab, deuten aber durchaus ihr Potential für größere Rollen im weiteren Verlauf der Reihe an. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Lausitz mit ihren Legenden und Mythen, die hier die passende Atmosphäre für die eher düster angelegte Geschichte liefert. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend und legt die Messlatte für die nachfolgenden Bände gleich mächtig hoch.

Wer auf spannende und wendungsreiche Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf die weiteren Bände bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Packender Rache-Thriller, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt

Wahrheit oder Pflicht: Du hast die Wahl
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sophie Edenberg einen spannenden Rache-Thriller vor, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mich dabei bestens unterhalten konnte.

Im Jahr 2005 ergibt sich ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sophie Edenberg einen spannenden Rache-Thriller vor, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mich dabei bestens unterhalten konnte.

Im Jahr 2005 ergibt sich für die 17-jährige Verena die unverhoffte Chance, ein Stipendium am renommierten Elite-Internat Santa Clara zu erhalten. Über ihre Zimmergenossin findet sie dort auch schnell Anschluss. Doch als sie begreift, dass ihre neuen Freunde ein dunkles Geheimnis verbergen, steckt sie schon mitten in einem perfiden Spiel, das keine Regeln kennt und aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. 20 Jahre später begibt sich Leonie auf die Spuren von Verena und heuert als Kindermädchen bei einem reichen Ehepaar an, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch die alten Seilschaften funktionieren immer noch und so geht das Spiel von einst in die nächste Runde.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und wechselt dabei immer wieder geschickt zwischen den beiden Zeitebenen. So enthüllt sich nach und nach das erschreckende Gesamtbild und das Geschehen gipfelt in einem fulminanten Showdown, der eine überzeugende Auflösung bietet und dabei keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Obwohl schon relativ früh enthüllt wird, welche Motive Leonie, die in ihren Kapiteln auch als Ich-Erzählerin fungiert und uns so hautnah an ihren Zweifeln und Ängsten teilhaben lässt, auf ihrem Rachefeldzug antreiben, hält der Spannungsbogen bis zum Schluss und hat auch noch die eine oder andere böse Überraschung auf Lager.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Rache-Thriller steht, wird hier sehr gut bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit der Autorin wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Packender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus dem Schwarzwald

Schwarzwälder Treibjagd
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden problemlos lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als auf der Kuppe des Fürstenbergs die Leiche der 15-jährigen Michaela gefunden wird, übernehmen Ines und ihr Team die Ermittlungen. Liegt das Motiv für den Tod des Mädchens in ihrem privaten Umfeld oder hängt es mit ihrem Engagement in Sachen Umwelt zusammen, bei dem sie sich nicht nur Freunde gemacht hat ? Gibt es sogar einen Zusammenhang mit dem geplanten Baus eines Windparks, der gerade in der Region für viel Aufregung sorgt ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Diese erzählt sie fast ausschließlich aus der Perspektive der Ermittler. So ist man als Leser die ganze Zeit auf Augenhöhe mit Ines und ihren Kollegen, ohne dabei einen Wissensvorsprung zu besitzen, und kann aus den Ermittlungsergebnissen eigene Schlüsse ziehen und Theorien aufstellen, um am Ende doch von der verblüffenden Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben, überrascht zu werden. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die teilweise bereits aus den ersten Bänden bekannt sind, die neuen Figuren reihen sich zudem nahtlos in das gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Besonders das Zusammenspiel zwischen Ines und ihrer neuen Kollegin Emma weiß zu überzeugen, hier steckt noch einiges an Potential für weitere Auftritte. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Ermittler sorgen zudem immer wieder für ein wenig Abwechselung, lassen dabei den Spannungsbogen aber nicht abreißen.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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