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Veröffentlicht am 28.04.2025

Atmosphärisch dichter Kriminalroman aus der Lausitz

Das Galgenrätsel
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Mit diesem Buch legt der Autor Danilo Fender einen packenden und wendungsreichen Kriminalroman vor, bei dem es sich zugleich um den Auftaktband zu einer Reihe um eine Einheit der operativen Fallanalyse ...

Mit diesem Buch legt der Autor Danilo Fender einen packenden und wendungsreichen Kriminalroman vor, bei dem es sich zugleich um den Auftaktband zu einer Reihe um eine Einheit der operativen Fallanalyse (OFA) handelt. Der Auftakt konnte mich gleich gut und spannend unterhalten.

Nachdem einer Fehleinschätzung mit dramatischen Folgen verabschiedet sich der langjährige Partner von Frieder Aronowsky in den Ruhestand. Zuvor schlägt er den jungen Polizisten Eric Parker als möglichen Nachfolgekandidaten vor. Frieder lässt sich von Eric überzeugen und bietet ihm die Ausbildung zum Fallanalysten an. Als auf einem abgelegenen Hof in der Lausitz die Leichen einer Frau und ihrer beiden erwachsenen Söhne erhängt aufgefunden werden, steht für Eric der erste große Praxistest an. Ist er seiner neuen Aufgabe bereits gewachsen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei stehen Eric und Frieder sehr stark im Mittelpunkt des Geschehens, ihre beiden weiblichen Kolleginnen fallen dagegen doch deutlich dagegen ab, deuten aber durchaus ihr Potential für größere Rollen im weiteren Verlauf der Reihe an. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Lausitz mit ihren Legenden und Mythen, die hier die passende Atmosphäre für die eher düster angelegte Geschichte liefert. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend und legt die Messlatte für die nachfolgenden Bände gleich mächtig hoch.

Wer auf spannende und wendungsreiche Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf die weiteren Bände bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Packender Rache-Thriller, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt

Wahrheit oder Pflicht: Du hast die Wahl
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sophie Edenberg einen spannenden Rache-Thriller vor, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mich dabei bestens unterhalten konnte.

Im Jahr 2005 ergibt sich ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sophie Edenberg einen spannenden Rache-Thriller vor, der auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mich dabei bestens unterhalten konnte.

Im Jahr 2005 ergibt sich für die 17-jährige Verena die unverhoffte Chance, ein Stipendium am renommierten Elite-Internat Santa Clara zu erhalten. Über ihre Zimmergenossin findet sie dort auch schnell Anschluss. Doch als sie begreift, dass ihre neuen Freunde ein dunkles Geheimnis verbergen, steckt sie schon mitten in einem perfiden Spiel, das keine Regeln kennt und aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. 20 Jahre später begibt sich Leonie auf die Spuren von Verena und heuert als Kindermädchen bei einem reichen Ehepaar an, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch die alten Seilschaften funktionieren immer noch und so geht das Spiel von einst in die nächste Runde.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und wechselt dabei immer wieder geschickt zwischen den beiden Zeitebenen. So enthüllt sich nach und nach das erschreckende Gesamtbild und das Geschehen gipfelt in einem fulminanten Showdown, der eine überzeugende Auflösung bietet und dabei keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Obwohl schon relativ früh enthüllt wird, welche Motive Leonie, die in ihren Kapiteln auch als Ich-Erzählerin fungiert und uns so hautnah an ihren Zweifeln und Ängsten teilhaben lässt, auf ihrem Rachefeldzug antreiben, hält der Spannungsbogen bis zum Schluss und hat auch noch die eine oder andere böse Überraschung auf Lager.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Rache-Thriller steht, wird hier sehr gut bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit der Autorin wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Packender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus dem Schwarzwald

Schwarzwälder Treibjagd
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Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Sonja Kindler den vierten Band der Krimi-Reihe um ihre Kommissarin Ines Sandner aus Villingen vor und konnte mich dabei ein weiteres Mal auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden problemlos lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als auf der Kuppe des Fürstenbergs die Leiche der 15-jährigen Michaela gefunden wird, übernehmen Ines und ihr Team die Ermittlungen. Liegt das Motiv für den Tod des Mädchens in ihrem privaten Umfeld oder hängt es mit ihrem Engagement in Sachen Umwelt zusammen, bei dem sie sich nicht nur Freunde gemacht hat ? Gibt es sogar einen Zusammenhang mit dem geplanten Baus eines Windparks, der gerade in der Region für viel Aufregung sorgt ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Diese erzählt sie fast ausschließlich aus der Perspektive der Ermittler. So ist man als Leser die ganze Zeit auf Augenhöhe mit Ines und ihren Kollegen, ohne dabei einen Wissensvorsprung zu besitzen, und kann aus den Ermittlungsergebnissen eigene Schlüsse ziehen und Theorien aufstellen, um am Ende doch von der verblüffenden Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben, überrascht zu werden. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die teilweise bereits aus den ersten Bänden bekannt sind, die neuen Figuren reihen sich zudem nahtlos in das gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Besonders das Zusammenspiel zwischen Ines und ihrer neuen Kollegin Emma weiß zu überzeugen, hier steckt noch einiges an Potential für weitere Auftritte. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Ermittler sorgen zudem immer wieder für ein wenig Abwechselung, lassen dabei den Spannungsbogen aber nicht abreißen.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Moderne Fabel mit viel Humor und skurrilen Figuren

Die Flora schlägt zurück
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Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat ...

Mit diesem Buch legt der Autor Carsten Wunn eine moderne Fabel vor, die er mit reichlich Humor und skurrilen Figuren anreichert. Zwar konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen, unter dem Strich hat die Lektüre aber doch sehr viel Spaß und durchaus auch Lust auf mehr gemacht.

Dies ist bereits der dritte Roman des Autors, der im „Kniesel“-Universum angesiedelt ist. Dennoch braucht man hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Büchern, um die Geschichte lesen und verstehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Allerdings wird man dann nicht jede der zahlreichen Anspielungen auf frühere Ereignisse in Gänze nachvollziehen können, bei mir konnte dies den Lesegenuss aber nur unwesentlich schmälern.

Der Autor übernimmt hier selbst die Rolle des Ich-Erzählers und Chronisten der Parallelgesellschaft der Tiere. Eines Tages bittet ihn der baldriansüchtige Sammy Kater um Hilfe. In letzter Zeit hat es einige besorgniserregende Vorfälle gegeben, die den Verdacht nahelegen, dass die Fauna zum Gegenschlag gegen die Menschen und die Tierwelt ausholt und sich für die schlechte Behandlung rächen will. Oder steckt doch eine finstere Verschwörung hinter den Vorfällen ? Carsten und Sammy machen sich auf zu einem irrwitzigen Abenteuertrip, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Mit einem packenden Schreibstil, der aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erschafft dabei mit viel Einfallsreichtum und Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen. Diese bestückt er mit liebevoll gezeichneten Figuren, die bisweilen aber doch ziemlich skurril ausfallen. So entwickelt sich ein wahres Getümmel aus Humor, Situationskomik und überraschenden Wendungen, bei der die eigentliche Geschichte zwischendurch aber doch etwas zu sehr in den Hintergrund rückt. Zum Ende hin bekommt der Autor aber noch so gerade die Kurve und bringt die Geschichte in einem großen Showdown zu einem überzeugenden Ende, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Wer Gefallen an humorvollen Büchern mit einer abgedrehten Geschichte und skurrilen Typen findet, wird hier gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Packender Umwelt-Thriller mit einem Szenario, das auf realen Ereignissen beruht

Die Herde
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Mit diesem Buch legt der Autor und Wissenschaftsjournalist Thilo Winter seinen dritten Thriller vor, der sich diese Bezeichnung aber erst spät verdient. Angesiedelt ist die Geschichte hauptsächlich in ...

Mit diesem Buch legt der Autor und Wissenschaftsjournalist Thilo Winter seinen dritten Thriller vor, der sich diese Bezeichnung aber erst spät verdient. Angesiedelt ist die Geschichte hauptsächlich in China und Mexiko, darüber hinaus werden aber auch noch ein paar reizvolle Nebenschauplätze geboten.

Der schwedische Zoologe Peter Danilsson reist nach China, um dort gegen die Errichtung der Drachenmauer, einem riesigen Staudamm mit verheerenden Auswirkungen auf die dortige Tier- und Pflanzenwelt, zu protestieren. Als er vor Ort erfährt, dass eine Herde Elefanten ihr angestammtes Revier verlassen und sich auf den Weg Richtung Norden gemacht hat, beschließt er, dem rätselhaften Verhalten auf den Grund zu gehen, zumal es auch an anderen Orten auf der Welt seltsame Vorkommnisse gibt, an denen Tiere beteiligt sind. Doch die örtlichen Behörden haben längst die Jagd auf die Elefanten eröffnet. Zeitgleich hält sich sein Vater Abel Söneland, zu dem Peter ein ziemlich angespanntes Verhältnis hat, in Mexiko auf, und stößt dort auf ein altes Geheimnis, dass ihn in große Gefahr bringt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und steuert sie dabei mit einem hohen Erzähltempo auf einen krachenden Showdown zu. Geschickt entwickelt er dabei einige parallele Handlungsstränge, die er im Verlauf der Geschichte immer stärker miteinander verknüpft, bis sich am Ende das Gesamtbild enthüllt und eine gelungene Auflösung bietet, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Echte Thrillerspannung kommt dabei zwar erst spät auf, dennoch konnte mich der Autor von Beginn an in den Bann der atmosphärisch dichten Geschichte ziehen. Getragen wird das Ganze von einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Gerade der Hauptbösewicht ist dabei allerdings doch ein wenig überzeichnet und wandelt zuweilen knapp an der Grenze zur Karikatur. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen, auch wenn der gute Gesamteindruck dadurch nur unwesentlich getrübt wird. Ein Nachwort, das aufklärt, was hier Dichtung und was Wahrheit ist, rundet das Ganze am Ende noch hervorragend ab.

Wer auf spannende und facettenreiche Umwelt-Thriller steht, wird hier insgesamt sehr gut bedient und spannend unterhalten.

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