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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2025

Lockerflockig

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja ist introvertiert und lebt seit einer Krise in einem Haus in der Peripherie der Stadt wo sie sich in ihrem Garten wunderbar erholen kann. Dort sammelt sie unter anderem auch Inspirationen für ihre ...

Toja ist introvertiert und lebt seit einer Krise in einem Haus in der Peripherie der Stadt wo sie sich in ihrem Garten wunderbar erholen kann. Dort sammelt sie unter anderem auch Inspirationen für ihre Arbeit als Illustratorin. Als sie am Zaun auf eine Jugendliche trifft, die mit ihrer Introvertiertheit hadert, beschließt sie ihr zu helfen.

Der Roman ist aus der Sicht von Introvertierten verfasst. Da ich selbst halb intro-, halb extrovertiert bin, mag ich die Schreibweise von Patricia Koelle-Wolken. Manchmal wird sie mir allerdings zu beschreibend und zu blumig dabei. Und: nicht alle Introvertierten ticken gleich, wir sind genauso unterschiedlich wie sehr gesellige Menschen, das geht aus ihren Romanen nie hervor. Beispielsweise haben Intros angeblich nie Langeweile, auf mich trifft das eindeutig nicht zu. Ohne Langeweile wird man nicht kreativ, kommt nicht selbst auf Ideen... Dennoch macht es ihr locker-flockiger Schreibstil leicht die Geschichte zu lesen. Ein paar langatmige Beschreibungen steckt man gut weg. Ab der Mitte wird der Roman richtig gut, vorher ist er semi-gut zu lesen.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

guter Krimi mit ein paar Seltsamkeiten

Die Toten von Valldemossa
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Lenis Vater ist ein gebürtiger Perez aus Valdemossa und vor ihrer Geburt gestorben. Sie selbst ist waschechte Berlinerin und erbt von einer ihr unbekannten Tante eine Finca in Valdemossa.

Kurz entschlossen ...

Lenis Vater ist ein gebürtiger Perez aus Valdemossa und vor ihrer Geburt gestorben. Sie selbst ist waschechte Berlinerin und erbt von einer ihr unbekannten Tante eine Finca in Valdemossa.

Kurz entschlossen kündigt sie ihren Job in der Pharma-Branche und zieht samt Hund nach Mallorca. Was sie erwartet, weiß sie nicht. Alles ist anders als gedacht: ihr Onkel ist mutmaßlich als „Madonnenmörder“ verschrien, die Finca heruntergekommen und mit Geheimnissen behaftet, viele Leute im Ort sind von vornherein gegen sie bis auf zwei.
Zu Beginn ergibt sich daraus ein spannendes Gemenge. Der Krimi nimmt Fahrt auf als der erste Spuk passiert, dann geschieht ein Mord und jemand scheint Leni nach dem Leben zu trachten.
Was nicht zusammenpasst: Leni wird von Beginn an als „Schisserin vor dem Herrn“ bezeichnet, dabei ist sie sehr mutig. Sie hatte eine Stelle, in der sie international unterwegs war, hat aber kein Geld, um Handwerker zu bezahlen. Und auch sprachlich ist der Roman unrund. Ein ehemaliger Polizist ist nun als Touristenführer unterwegs und hilft Leni vor Ort. In manchen Sätzen wechseln die beiden mehrfach vom Du zum Sie und umgekehrt. Das müsste dem Lektorat eigentlich auffallen. Es irritiert beim Lesen ziemlich.
Zum Ende hin klärt sich noch ein alter Fall auf und der neue hängt damit zusammen. Friede, Freude, Eierkuchen? ein wenig, ja, aber hier wieder: gut erzählt.

Fazit: Generell ein guter Krimi mit ein paar Seltsamkeiten und sprachlichen Auffälligkeiten.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Seicht, gut als Bettlektüre :-)

Das Glücksatelier am Meer
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Als Stellas Mann plötzlich stirbt, steht sie vor dem Nichts. Die Eigentumswohnung ist längst nicht abbezahlt, die Konten sind leer und sie ist alleinerziehend. Ihre Norderneyer Freundin lädt sie zu sich ...

Als Stellas Mann plötzlich stirbt, steht sie vor dem Nichts. Die Eigentumswohnung ist längst nicht abbezahlt, die Konten sind leer und sie ist alleinerziehend. Ihre Norderneyer Freundin lädt sie zu sich auf die Insel ein. Dort begegnet sie Mira.

Alle drei finden zueinander. Stella und Mira finden für sich neue Lebenswege und das Ganze ist nett erzählt. Es ist ein kurzer Roman und das ist gut so. So kann man sich launig auf die drei einlassen, ein bisschen mit träumen, mitfiebern und jeder, der Nordseeinselflair kennt und mag, träumt sich noch ein bisschen Richtung Nordsee, Strand und Dünen. Ein echter, wunderschöner Wohlfühlroman rund um Freundschaft unter Frauen! Ideal für den Strandkorb oder ein verregnetes Wochenende.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Gut

Die Wächterin von Köln
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Elsbeth Mutter war eine Hure und sie wird auch eine Hübschlerin. Das Ganze spielt im mittelalterlichen Köln um 1397 herum und wird in zwei Zeitebenen erzählt. Man erlebt die junge Hübschlerin Elsbeth am ...

Elsbeth Mutter war eine Hure und sie wird auch eine Hübschlerin. Das Ganze spielt im mittelalterlichen Köln um 1397 herum und wird in zwei Zeitebenen erzählt. Man erlebt die junge Hübschlerin Elsbeth am Berlich und die deutlich ältere Schlupfmutter Elsbeth, die nun das Haus samt Badezubern selbst leitet und mit Meister Hans eine wilde Ehe führt. Es geschehen seltsame Dinge, ihr Stiefbruder Nicolai wird aufgeknüpft vor den Toren der Stadt gefunden. Elsbeth ermittelt mit, auf ihre Weise. Denn in ihrem Haus geht auch der Gewaltrichter ein und aus und so manch anderer.

Wer die "Beginen-Romane" von Andrea Schacht mochte, wird dieses hier lieben.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Lesenswert

Das Glaskind
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Maya arbeitet als Ärztin für Frühchen in München und lebt mit ihrem Partner Nicolas in getrennten Wohnungen. Wenn er ihr sagt, dass er sie liebt und mit ihr ganz zusammenziehen möchte, zuckt sie zurück. ...

Maya arbeitet als Ärztin für Frühchen in München und lebt mit ihrem Partner Nicolas in getrennten Wohnungen. Wenn er ihr sagt, dass er sie liebt und mit ihr ganz zusammenziehen möchte, zuckt sie zurück. Das hat mir ihrer Vergangenheit zu tun. Als Kind und Jugendliche musste sie sich immer um ihren autisitischen Bruder kümmern. Nun hat die Mutter einen Unfall und als ihr Vater anruft, damit sie aus München nach Hamburg kommt, um sich wieder einmal um Tobias zu kümmern, bricht etwas in Maya zusammen. Und auch ihre Partnerschaft leidet, weil sie sich um Tobias kümmert und in alte Muster zurückfällt. Glaskind - wie aus Glas, transparent, der Fokus der Familie lag und liegt immer auf dem Autisten.

Es ist am Anfang schwer zu lesen, weil Maya eingekapselt ist in ihrer Vergangenheit und das tut, was sie und wie sie es immer schon gemacht hat. Erst als sich außen etwas tut, durch einen Nachbarn und ihren Partner, verändert sich etwas in ihrer Denkweise. Bis dahin ist es ein gefühlt langer Weg. Die Geschichte ist sehr einfühlsam gelesen. Sie ist, wie Familien nun mal sind, sehr komplex und die Herausforderungen, die ein behindertes Geschwister mit sich bringen kann, werden gut analysiert. Es ist eine lesenswerte Familiengeschichte.

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