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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2025

Noah und Camilla

Wut und Liebe
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Martin Suter hat schon viele Bücher geschrieben und er hält ein gewissen Niveau, welches er auch nicht überschreiten kann oder will.
Doch immer erzählt er eine interessante Story.
Noah ist Künstler, jedoch ...

Martin Suter hat schon viele Bücher geschrieben und er hält ein gewissen Niveau, welches er auch nicht überschreiten kann oder will.
Doch immer erzählt er eine interessante Story.
Noah ist Künstler, jedoch ohne monetären Erfolg bisher. Seine Freundin Camilla leidet darunter und will sich trennen. Für Noah sehr schmerzhaft. Er will etwas ändern und als er durch Zufall mit Betty eine Frau kennenlernt, die ihm etwas vorschlägt, überlegt er zum Mörder zu werden.
Hier geht es um eine schwierige Beziehung. Hinzu kommt ein Thrillerplot, der an Alfred Hitchcock erinnert, ohne dass das Buch dadurch zu einem Krimi wird. Es bleibt Suter pur.
Insgesamt halte ich Wut und Liebe aber für schwächer als Martin Suter Roman aus dem letzte Jahr, Melody. Hauptgrund ist ein zu verhaltenes Tempo und auch dem Plot ist leicht enttäuschend.
Gert Heidenreich ist der Sprecher des Hörbuchs und er liest ruhig und passend, für meinen Geschmack aber zu langsam.
Ich gebe dem Buch 3,5 Sterne aufgerundet zu vier.

Veröffentlicht am 18.04.2025

Debütroman

Prinzip Ungefähr
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Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben ...

Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben aber auch Gemeinsamkeiten.
Das Buch ist stark geprägt von der Selbstironie der Ich-Erzählerin, der sich überwiegend durch ihre Gedanken mitteilt, aber auch durch die witzigen, pointierten Dialoge. Dennoch, so ganz nahe fühlte ich mich den beiden nicht. Der Handlungsverlauf war mir manchmal zu übertrieben, die Gags auch zu platt, anderes zu oberflächlich. Nicht jeder Einfall trifft ins Schwarze. Auffällig das Ausmaß an Namedropping mit Referenzen auf Filme und Literatur.
Aber eigentlich schon ein beachtlicher Debütroman. Mal sehen, was von Caspar-Maria Russo noch folgen wird.

Veröffentlicht am 15.04.2025

Somerset Maugham

Das Haus der Türen
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Twan Eng Tans Roman Der Garten der Abendnebel war großartig. Daran gemessen wirkte Das Haus der Türen auf mich etwas blass, obwohl es immer noch eingutes Buch ist.
Es geht um W.Somerset Maugham, dem Schriftsteller, ...

Twan Eng Tans Roman Der Garten der Abendnebel war großartig. Daran gemessen wirkte Das Haus der Türen auf mich etwas blass, obwohl es immer noch eingutes Buch ist.
Es geht um W.Somerset Maugham, dem Schriftsteller, der hier eine Hauptrolle hat. Angesiedelt ist die Handlung in Malysia 1921 und der Roman kann ein Gespür für diese Zeit vermitteln.
W.Somerset Maugham war ein oft verfilmter Autor bedeutender Romane (z.B. Der bunte Schleier) und Kurzgeschichten, die einen heute altmodisch wirkenden Charme haben.
Setzt man diesen Stil aber in einen heute geschriebenen Buch ein, wirkt es doch nicht so frisch. Daher war ich eher leicht enttäuscht.

Veröffentlicht am 13.04.2025

Montreal / Beirut

Frau im Mond
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Es ist die Geschichte einer Familie in Kanada mit Wurzeln aus dem Libanon.
Erzählerin ist Lilit, die Dokumentarfilmerin ist. Die Erzählweise ist daher auch recherchierend, suchend und erinnernd gestaltet.
Lilit ...

Es ist die Geschichte einer Familie in Kanada mit Wurzeln aus dem Libanon.
Erzählerin ist Lilit, die Dokumentarfilmerin ist. Die Erzählweise ist daher auch recherchierend, suchend und erinnernd gestaltet.
Lilit ist mit ihrer Zwillingsschwester Lina 1986 geboren.
Außer den Eltern ist besonders der Großvater Maroun eine zentrale Figur im Roman. Nicht anwesend ist die Großmutter. Die Suche nach ihrem Schicksal wird Lilit wichtig. Offenbar war sie armenischer Herkunft und im Sinne des Genozid an den Armeniern ihrer Herkunft schon als Kind beraubt.
Es gibt Rückblicke, z.B. auch die (etwas blasse) Liebesgeschichte als Maroun und Manoush sich kennen lernten.
Die Romanhandlung springt in den Zeiten und schafft es durchaus jeweils ein Gefühl für die Zeiten zu schaffen.
Das Buch ist themenreich und vielfältig. Pierre Jarawan ist außerdem stark bei den Details.
Kritisch kann man sagen, dass sich die anfangs gut angelegten Figuren im Laufe der Handlung nicht allzu viel weiterentwickeln. Es gibt nach meinem Empfinden in der Mitte zudem ein paar Längen.
Im Großen und Ganzen ein lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 18.03.2025

Mimikry

Schweben
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Schweben ist der bei Zsolnay erschienene Debütroman der österreichischen Schriftstellerin Amira Ben Souad
Ein ungewöhnlicher Roman. Im ersten Moment schwer fassbar.
Das liegt auch daran, dass die Autorin ...

Schweben ist der bei Zsolnay erschienene Debütroman der österreichischen Schriftstellerin Amira Ben Souad
Ein ungewöhnlicher Roman. Im ersten Moment schwer fassbar.
Das liegt auch daran, dass die Autorin einfallsreich ist und viele gediegene Ideen einfließen lässt.
Es ist eine andere Welt. Die Protagonistin hat einen ungewöhnlichen Beruf, oder soll man sagen Berufung, immer wieder in andere Rollen zu schlüpfen.
Sie nimmt die Rollen von Frauen ein, für Partner, die jeweils diese Beziehung nicht überwunden haben. Sie kann Aussehen, Mimik und Gestik imitieren. Dabei verliert sie selbst an Erinnerungen. Es wird ein Spiel mit Identitäten.
Für ihren aktuellen Auftrag wird sie für den Mann Gil dessen Emma.
Der Roman ist nicht direkt psychologisierend, weswegen man die Figuren manchmal nicht so ganz versteht.
Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Dann kann es faszinierend sein.