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Veröffentlicht am 06.05.2025

Der Druck auf die 3 Familien wächst – spannend, kurzweilig, empfehlenswert

Die Stunde des Widerstands
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Die Familien auf Gut Falkenbach kommen nicht zur Ruhe. Zwei ihrer Kinder, Gustav und Leopold, sind an der Front und haben lange nichts von sich hören lassen. Es ist mir unter die Haut gegangen, wie traumatisch ...

Die Familien auf Gut Falkenbach kommen nicht zur Ruhe. Zwei ihrer Kinder, Gustav und Leopold, sind an der Front und haben lange nichts von sich hören lassen. Es ist mir unter die Haut gegangen, wie traumatisch für Gustav der Einsatz an der Front ist. Er, der empathische Arzt, muss Soldaten mit wenig Überlebenschancen aussortieren und sie damit dem sicheren Tod ausliefern.
Und auf dem Gut selbst, erhärtet sich der Verdacht, dass sie bespitzelt werden. Also heißt es nicht nur vorsichtig mit seinen wahren Ansichten zu sein, dringend muss der Verräter auch entlarvt werden. Dazu schmieden Ferdinand und Johannes einen Plan um ihn zu enttarnen. Es bleibt also spannend auf dem Gut. Außerdem plant Paul-Friedrich noch immer die heimliche Ausreise aller Bewohner des Guts in ein Land in dem die Nazis keine Macht haben. Doch noch immer hat er nicht alle Schritte und Eventualitäten geplant und die Risiken bewertet. Wilhelmine gerät durch ihre Mitarbeit in der Widerstandsgruppe Weiße Rose in den Focus der Gestapo, was zusätzliche umgehende Maßnahmen erfordert.
Mein Argwohn gegenüber dem neuen Lagerleiter, Viktor Sander, hat sich noch immer nicht beruhigt. Auch wenn er Wilhelmine angeblich liebt und sie beide eine heimliche Beziehung haben, traue ich ihm nicht. Liebe schön und gut, aber schließlich ist er SS-Hauptsturmführer und das wird man ja auch nicht ohne weiteres.
Ich fand diese Fortsetzung jedenfalls wieder unheimlich aufregend und spannend. Auf der einen Seite sind mir die Bewohner von Gut Falkenbach, bis auf wenige Ausnahmen, ans Herz gewachsen, so dass ich mit ihnen bange. Auf der anderen Seite sind es aber gerade die, ich nenne sie mal die Zwielichtigen, die Intriganten, die ihre eigenen Ziele verfolgen, die Spannung in die Familiengeschichte bringen. Von mir gibt’s eine 100%ige Lese-Empfehlung und natürlich 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

konnte das Buch nicht aus der Hand legen

Beeren pflücken
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Jedes Jahr kommen die Mi’kmags mit ihren 5 Kindern nach Maine, wo sie als Saisonarbeiter Blaubeeren pflücken. Ein harter Job, bei dem auch bereits die Kinder mithelfen müssen. Sie führen ein bescheidenes ...

Jedes Jahr kommen die Mi’kmags mit ihren 5 Kindern nach Maine, wo sie als Saisonarbeiter Blaubeeren pflücken. Ein harter Job, bei dem auch bereits die Kinder mithelfen müssen. Sie führen ein bescheidenes Leben, aber eines zeichnet sie aus: der Zusammenhalt der Familie und die Liebe zueinander.
Das vermittelt die Autorin ganz einzigartig. Mir hat es ganz wunderbar gefallen, wie hier im Buch ein fließender Wechsel zwischen der Gegenwart und dem Rückblick in die vergangenen 50 Jahre erfolgt. Im Jahr 1962 trifft die Familie nämlich ein sehr harter Schlag. Da verschwindet die jüngste Tochter, Ruthie, im Alter von vier Jahren. Joe, ihr größerer Bruder macht sich bis heute Vorwürfe nicht gut genug auf sie aufgepasst zu haben. Er war damals gerade sechs Jahre und war nur kurz am See und dann war Ruthie weg als er wiederkam. Nicht der einzige Verlust an dem er sich schuldig fühlt und der ihn ein Leben in Wut und Einsamkeit führt.
Dann gibt es noch Norma, die in Maine ein behütetes, besser gesagt ein überbehütetes, Leben lebt. Ihre Eltern lieben sie, keine Frage. Aber ihre Mutter erdrückt sie mit ihrer Liebe und ihren Ängsten. Das Elternhaus ist der einzige Ort an dem sie sich frei bewegen kann, wenn auch immer mit heruntergelassenen Jalousien. Freundinnen hat sie keine, dafür wird sie von ihrer Mutter zu sehr isoliert. Doch immer wieder hat Norma diese Träume. Sie träumt von Dingen, die sie nie zuvor gesehen hat. Oder doch?
Ich habe das Buch aufgeschlagen und bin einfach in diese traurige Geschichte eingetaucht. Sicher konnte man bereits recht früh erahnen, wie die Hauptfiguren zusammenhängen und doch war es für mich ein spannendes und sehr emotionales Lesevergnügen, das noch lange in mir nachklingen wird. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Die Suche nach den Wurzeln – bewegende Geschichte

Um jeden Preis
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Hauptfigur dieses Romans ist Lydia Groß, die als Jugendliche mit ihrer Familie nach der Vertreibung aus der Ukraine als Zwangsarbeiterin nach Sibirien verbannt wurde. Es war für mich erschütternd, was ...

Hauptfigur dieses Romans ist Lydia Groß, die als Jugendliche mit ihrer Familie nach der Vertreibung aus der Ukraine als Zwangsarbeiterin nach Sibirien verbannt wurde. Es war für mich erschütternd, was den Menschen dort angetan und zugemutet wurde. Nicht nur die harte Arbeit bei nur 300 Kcal und einem Arbeitstag von mindestens 12 Stunden am Tag, auch die unwirtlichen, beengten Unterkünfte, die eisigen Temperaturen, waren für mich kaum vorstellbar. Um so mehr habe ich Mutter Marianna dafür bewundert, wieviel Kraft sie aus ihrem Glauben gezogen hat, wieviel Liebe sie ihren Kindern entgegengebracht hat und trotz der so widrigen Umstände versucht hat ihnen ein Heim zu schaffen. Die Familie hatte ein Mantra: zusammenbleiben um jeden Preis! Dieses Mantra hat Lydia als Vater und Mutter nicht mehr dafür einstehen konnten, beharrlich fortgesetzt. Ich habe es als riesige Stärke dieser so mutigen, liebevollen und zupackenden Frau empfunden. Was die Familie Groß/Judt alles durchmachen musste, sollte jeder selbst nachlesen. Ich möchte hier nicht spoilern. Auf jeden Fall hat mich ihr (Leidens-) Weg oft sehr traurig gestimmt und auf der anderen Seite ihr ungebrochener Lebenswille beeindruckt.
Mir hat es gefallen, wie die Autorin gleich zum Anfang Lydia Judts Familie vorstellt. Lydia selbst ist bereits im Alter von 92 Jahren verstorben. Ziel des Treffens ist es, auf Grundlage der Tagebucheinträge von Lydia und den Erinnerungen ihrer Kinder und Enkel Lydias Leben in einem Buch festzuhalten. So sind es am Anfang dann auch die Tagebucheinträge der Mutter bzw. Oma, die in die Kapitel einfließen. Erst am Ende werden noch Empfindungen und Erlebnisse der jüngeren Generation vermittelt. Mir hat das stilistisch gut gefallen, wurde doch dadurch der Bogen zwischen gestern und heute erst vollständig. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

packend und wendungsreich – ein MUSS für Thriller-Fans

Signalrot
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Ich habe es gar nicht gemerkt, dass es 461 Seiten waren, denn die sind nur so dahingeflogen. Es war für mich Spannung pur und ist in meinen Augen sein bisher bestes Buch. Ich hoffe, es gibt noch weitere ...

Ich habe es gar nicht gemerkt, dass es 461 Seiten waren, denn die sind nur so dahingeflogen. Es war für mich Spannung pur und ist in meinen Augen sein bisher bestes Buch. Ich hoffe, es gibt noch weitere so spannende Fälle mit Tara Kronberg.
So ganz habe ich am Anfang ihre Stellung bzw. die Stellung des Dezernats 47 nicht einordnen können. Keine eigenen Ermittlungen, eine Kontrollfunktion, so war die Einweisung. Was Tara aber nicht daran hindert, doch mal eigene Ermittlungen aufzunehmen. Anfangs ist ihr einziger Kollege im neuen Dezernat, Gabriel Schneider, nicht wirklich eine Hilfe, da er bei Außeneinsätzen strikt auf sein Attest besteht und abweist. Aber Tara merkt schnell, dass er ein brillanter Kopf ist, schnell recherchiert und auch die richtigen Schlüsse zieht. Das ist in diesem Fall auch mehr als nötig. Schließlich haben sie es mit einem ganz perfiden Serientäter zu tun und die Zeit drängt.
Es war sehr unterhaltsam mitzuerleben, wie Tara sich immer wieder gegen die Sturheit des Leiters des K11 durchsetzen und ihre Emotionen wegen dessen laufenden Provokationen im Zaum halten muss. Der Fall selbst ist so und undurchschaubar und wie die Taten abschreckend sind. Geschickt hat mich der Autor zu falschen Vermutungen verführt, was Spannung bis zum Schluss garantierte. Denn eigentlich ist alles ganz anders. Ein Geschwür, das seit Jahrzehnten wuchert. Mehr verrate ich nicht. Ich empfehle diesen Thriller zu 100 % weiter und die 5 Lese-Sterne sind absolut verdient.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Urlaub mit Hindernissen – toller Jugendthriller

QUBIT
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Nora Achtziger ist gerade aus Kalifornien zurückgekommen und hat einen Zwischenstopp in Schottland eingelegt. Damit folgt sie einer Einladung von Sir Reginald auf seine Burg. Der hat sie und ihre gesamte ...

Nora Achtziger ist gerade aus Kalifornien zurückgekommen und hat einen Zwischenstopp in Schottland eingelegt. Damit folgt sie einer Einladung von Sir Reginald auf seine Burg. Der hat sie und ihre gesamte Münchner Familie zu sich eingeladen. Die erste Woche will sie aber allein hier mit Regi, so wird Reginald von seinen Freunden genannt, und seinem Enkel Matt, ihrem Ex-Freund, verbringen. Doch so geruhsam, wie Nora sich das vorgestellt hat, wird es nicht. Erstens wird eine Leiche vor der Küste gefunden und zweitens hat Noras Oma sich selbst früher eingeladen.
Wer die ersten Bände kennt, ist vorgewarnt. Für alle anderen, nur so viel: Oma Achtziger ist ungebremst voller Leben, lässt keine Abenteuer aus und ist prädestiniert Nora zur Verzweiflung zu bringen. Ich mag diese quirlige Oma, die ihr Alter gerne vergisst, die sich ihre kindliche Neugier bewahrt hat, keine Risiken scheut und immer für eine Überraschung gut ist.
Auch in diesem Teil ist der technische Fortschritt des Jahres 2039 im Mittelpunkt. Mittels Quantum-Computing-Algorithmen sollen Klimavoraussagen, insbesondere Klimakatastrophen langfristiger vorhergesagt werden, um Menschen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Wie das funktioniert, wird von Entwickler Prof. Theo Cheng gegenüber der Achtziger-Oma sehr originell erklärt. Jedoch sind hinter dieser Neuentwicklung noch andere her, so dass es auf der Burg keinesfalls ruhig und gediegen zugeht, im Gegenteil. Es passiert so viel. Nora und ihre Freunde haben dabei so viele Gefahren zu bestehen, dass es an keiner Stelle langweilig wird.
Ich habe mich, auch wenn ich dem Jugendalter schon lange entwachsen bin, wunderbar unterhalten gefühlt und empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. 5 Lese-Sterne sind da voll verdient.

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