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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2025

Spannender Berlin-Krimi mit viel Tempo, Witz und Herz

Lügen haben schnelle Beine
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„Lügen haben schnelle Beine“ ist bereits der zweite Fall für Kommissar Peer Pedes – und für mich eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Diesmal beginnt alles spektakulär: Vor 70.000 Zuschauern wird ein ...

„Lügen haben schnelle Beine“ ist bereits der zweite Fall für Kommissar Peer Pedes – und für mich eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Diesmal beginnt alles spektakulär: Vor 70.000 Zuschauern wird ein Politiker im Olympiastadion erschossen. Peer ist mit seiner Mutter vor Ort, darf aber nicht offiziell ermitteln. Erst als Spuren zu seiner ehemaligen Kollegin Marina Gabor führen, wird er doch noch in den Fall eingebunden, allerdings auf ziemlich ungewöhnliche Weise: Um Marina unauffällig zu überprüfen, trainiert er mit ihr für einen Triathlon. Dabei muss Peer sich nicht nur sportlich überwinden, sondern gerät emotional zunehmend in einen Konflikt zwischen Pflichtgefühl und persönlichen Gefühlen.
Mir hat dieser Krimi wieder richtig gut gefallen. Der Schreibstil ist locker, lebendig und durchzogen von feinem Humor. Besonders Peers Eigenheiten und sein trockener Ton machen ihn zu einer sehr unterhaltsamen Figur, die mir mit jeder Seite sympathischer wurde. Gleichzeitig bleibt die Geschichte spannend und überraschend, mit mehreren Wendungen und gut miteinander verwobenen Themen.
Ein bisschen hätte man den Text hier und da straffen können, vor allem in den sportlichen Passagen, die nicht immer mein Interesse getroffen haben. Auch Peers schnoddriger Ton ist sicher Geschmackssache, für mich hat er aber gut zum Charakter gepasst.
Insgesamt bietet „Lügen haben schnelle Beine“ spannende Unterhaltung mit Berliner Lokalkolorit, starken Figuren und einer ungewöhnlichen Ermittlungsführung. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Re-Read mit Genuss: Lynleys sechster Fall

Denn keiner ist ohne Schuld
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„Denn keiner ist ohne Schuld“ ist der sechste Band der Inspector-Lynley-Reihe von Elizabeth George. Auch beim erneuten Lesen hat mir der Roman wieder richtig gut gefallen. Ich bin ein großer Lynley-Fan ...

„Denn keiner ist ohne Schuld“ ist der sechste Band der Inspector-Lynley-Reihe von Elizabeth George. Auch beim erneuten Lesen hat mir der Roman wieder richtig gut gefallen. Ich bin ein großer Lynley-Fan und feiere Barbara Havers, die in diesem Band leider nur selten auftaucht.
Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf in Lancashire, wo sich Simon St. James und seine Frau Deborah eigentlich eine Auszeit gönnen wollen. Doch der plötzliche Tod des Pfarrers ruft Inspector Lynley auf den Plan, und bald zeigt sich, dass mehr dahintersteckt als ein tragischer Unfall.
Elizabeth George verbindet den Kriminalfall mit intensiven Einblicken in das Innenleben ihrer Figuren. Besonders schätze ich die psychologische Tiefe und die sorgfältige Charakterzeichnung. Auch wenn sich die Handlung an einigen Stellen etwas zieht und man sich gelegentlich fragt, warum bestimmte Begebenheiten so ausführlich geschildert werden, blieb mein Interesse durchgehend erhalten.
Ein atmosphärischer und klug erzählter Krimi mit spannenden Wendungen und einem ungewöhnlichen Motiv. Ich freue mich darauf, die Reihe weiterzulesen und mir so die Wartezeit bis zum neuen Band im September zu verkürzen.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Sommerfeeling pur

Mein Leben am Strand
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In Mein Leben am Strand entführt Stefan Maiwald die Leser mit viel Witz und Charme an die italienische Adriaküste. In kurzen, unterhaltsamen Kapiteln erzählt er vom Alltag am Strand – mit all seinen Ritualen, ...

In Mein Leben am Strand entführt Stefan Maiwald die Leser mit viel Witz und Charme an die italienische Adriaküste. In kurzen, unterhaltsamen Kapiteln erzählt er vom Alltag am Strand – mit all seinen Ritualen, skurrilen Figuren und der Leichtigkeit des Südens.

Das Buch vermittelt echtes Italien-Flair und lässt einen stellenweise glauben, man säße selbst mit den Füßen im Sand. Die beschriebenen Menschen wirken so nahbar, dass man sie sich beim nächsten Strandurlaub gut vorstellen kann.

Zwar bleibt der Inhalt eher oberflächlich, und manches wiederholt sich, doch die sommerliche Stimmung und der humorvolle Stil machen die Lektüre zu einem echten Vergnügen – perfekt für kleine Auszeiten vom Alltag.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Leicht, lebendig und überraschend

Das Leben fing im Sommer an
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"Das Leben fing im Sommer an" ist der Debütroman von Christoph Kramer – ein ehemaliger Fußballprofi, der hier mit überraschender Leichtigkeit und Tiefe eine Coming-of-Age-Geschichte erzählt. Im Mittelpunkt ...

"Das Leben fing im Sommer an" ist der Debütroman von Christoph Kramer – ein ehemaliger Fußballprofi, der hier mit überraschender Leichtigkeit und Tiefe eine Coming-of-Age-Geschichte erzählt. Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Chris, der während des WM-Sommers 2006 nicht nur von einer Fußballkarriere träumt, sondern vor allem seinen Platz im Leben sucht. Die Geschichte führt zurück ins „Sommermärchen“, voller Hitze, Freundschaft, ersten Gefühlen und jugendlichem Freiheitsdrang. Besonders spannend ist das Spiel mit der Frage, welche Anteile autobiografisch sind und wo die künstlerische Freiheit beginnt.
Mich hat der Roman positiv überrascht. Trotz meiner sonstigen Distanz zum Genre hat mich die Leichtigkeit des Erzähltons, die glaubwürdige Perspektive eines Jugendlichen und die bildhafte Sprache sofort abgeholt. Das Gefühl dieses besonderen Sommers wurde stimmig eingefangen – leicht, warm, lebendig. Die Geschichte wirkt emotional, ohne schwer zu sein, und bleibt dennoch reflektiert.
Einziger Kritikpunkt ist für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis – das Buch ist recht schmal, dafür aber relativ teuer. Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck: Ich habe den Roman aufgrund vieler guter Rezensionen und aus reiner Neugier gelesen – und obwohl ich ohne Erwartungen gestartet bin, hat mich die Geschichte rund um Chris berührt und bestens unterhalten. Eine schöne Lektüre für alle, die sich gerne in jugendliche Erinnerungen und das Lebensgefühl eines besonderen Sommers entführen lassen.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Ein Wochenende voller Entdeckungen

Mein perfektes Wochenende Hamburg
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In „Mein perfektes Wochenende Hamburg“ nimmt Malte Brenneisen seine Leser:innen mit auf einen 48-stündigen Streifzug durch die Hansestadt – kompakt, abwechslungsreich und abseits der typischen Touristenpfade. ...

In „Mein perfektes Wochenende Hamburg“ nimmt Malte Brenneisen seine Leser:innen mit auf einen 48-stündigen Streifzug durch die Hansestadt – kompakt, abwechslungsreich und abseits der typischen Touristenpfade. Der Aufbau folgt dem klassischen Wochenendtrip von Freitag bis Sonntag und verbindet kulturelle Highlights, besondere Orte, kulinarische Tipps und charmante Unterkünfte.

Mit inspirierenden Fotos, neugierig machenden Texten und Interviews mit spannenden Persönlichkeiten bringt der Autor seine Begeisterung für Hamburg auf jeder Seite zum Ausdruck. Trotz vieler Hamburg-Besuche konnte ich neue Orte entdecken – etwa die Bunthaus-Spitze oder die Boberger Dünen. Besonders praktisch: der integrierte Wochenendplaner, der Eventkalender, eine HVV-Übersichtskarte und das handliche Format.

Der Fokus liegt auf Erwachsenen ohne Kinder – das sollte man bei der Planung bedenken.

Fazit: Ein idealer Begleiter für den nächsten Städtetrip und auch ohne konkrete Reisepläne eine inspirierende Lektüre für zwischendurch. Hamburg ist und bleibt eine Reise wert.

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