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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2024

Kurzweilig mit versöhnlichem Ende

All The Right Reasons
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Hier bekommt man es mit einer emotionsgeladenen Geschichte zu tun. Direkt am Anfang geht es schon relativ hoch her, denn Caras Eltern haben sich getrennt, was nicht ganz problemlos vonstatten geht. Cara ...

Hier bekommt man es mit einer emotionsgeladenen Geschichte zu tun. Direkt am Anfang geht es schon relativ hoch her, denn Caras Eltern haben sich getrennt, was nicht ganz problemlos vonstatten geht. Cara sitzt dabei quasi zwischen den Stühlen, lässt ihrem Frust in einem Videotagebuch raus. Dieses wird aus Versehen veröffentlicht, was den Grundstein für den Hauptteil Geschichte legt.

Eine Trennung mit derart viel Streitigkeiten wirkt vordergründig erstmal recht klischeehaft. Ich muss der Autorin allerdings zugute halten, dass sie alles sehr glaubhaft und nicht überzogen rübergebracht hat.
Ich konnte besonders Caras Gefühle sehr gut nachvollziehen und fand die Beziehung zu ihrer Mutter ebenso authentisch wie bewundernswert.
Als die beiden in die Castingshow hineingeschlittert sind, nahm die Geschichte dann richtig Fahrt auf, denn hier trafen Charaktere aufeinander die es in sich hatten. Die Autorin hat es geschafft sehr greifbare Figuren zu erschaffen, alle mit ihren persönlichen Ecken und Kanten, dabei aber sehr glaubhaft.
Es war sehr interessant zu lesen, wie es bei diesen Shows abgeht, wobei ich davon ausgehe, dass die Autorin alles nur etwas abgeschwächt dargestellt hat. Aber auch so bekam man schon einen guten Eindruck. Die vielen kleinen Nebengeschichten fand ich sehr schön zu lesen und brachten noch mehr drive in die Story. Leider wurden hier einige Szenen nicht wirklich aufgelöst und hinterließen zum Schluss ein Fragezeichen. Mich hat das nicht nachhaltig gestört, aber ich hätte es schön gefunden, wenn die Geschichte insgesamt rund gewesen wäre.
Ganz wunderbar und versöhnlich fand ich das Ende, aber hier möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen.
Was mich irritiert hat war die nahezu fehlende Liebesgeschichte zwischen Cara und Connor. Nach dem Lesen des Inhaltstextes hätte ich erwartet, dass hier das Hauptaugenmerk liegt, dem war allerdings nicht so. Wenn überhaupt, dann handelte es sich um eine kleine Liebelei. Nicht schlimm, aber meine Erwartungshaltung war eine andere.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr flüssig zu lesen, aber an manchen Stellen wirkte die Geschichtsführung etwas gehetzt. Anderen Szenen hingegen hätte es gut getan, wenn diese etwas abgekürzt worden wären. Für meinen Geschmack hatte die Geschichte ihre Höhen und Tiefen, einige Szenen wurden leider nicht aufgeklärt, aber das Ende hat mich dann doch versöhnt. Insgesamt bescherte sie mir kurzweilige Lesestunden.

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Veröffentlicht am 24.06.2018

Unterhaltsam, humorvoll, mit Wiedererkennungsfaktor

Ich dachte, älter werden dauert länger
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Den Untertitel kann man mit einem Augenzwinkern lesen,

denn er lautet „Ein Überlebenstraining für alle ab 50“. Hier bekommt man so manches aus dem Erfahrungsschatz der Autorinnen präsentiert, aber das ...

Den Untertitel kann man mit einem Augenzwinkern lesen,

denn er lautet „Ein Überlebenstraining für alle ab 50“. Hier bekommt man so manches aus dem Erfahrungsschatz der Autorinnen präsentiert, aber das ganze wurde mit sehr viel Humor gewürzt, was ich sehr erfrischend fand.
Ich habe mich schon am Anfang köstlich amüsiert, denn die beiden Autorinnen kommen immer abwechselnd zu Wort und man merkt schnell, dass beide vollkommen unterschiedlich mit dem Thema „älter werden“ umgehen. So sollte es ja auch sein: jeder muss seinen Weg finden, um sich bestmöglich damit zu arrangieren. Die Zwiesprache der Beiden war dabei richtig klasse und bot reichlich Stoff zum nachdenken. Nichts, was mit dem älter werden (oder auch speziell mit dem Klimakterium) zu tun hat, wurde totgeschwiegen. Ob Hitzewellen, Falten oder weinerliche Ausbrüche – alles wurde beleuchtet, versehen mit viel Realitätssinn und/oder Humor.

Ein Buch mit Tipps, Tricks, Selbsterfahrung und einem bisschen „Alters-Knigge“

Zuerst dachte ich ja, jetzt kommt der Werbeblock. Es wurden detaillierte Make-up-Tipps gegeben, man erfuhr welche Falten man mit welcher Creme am besten verzögert etc. Ich musste oft schmunzeln, aber ich habe mich hier und da auch selbst wiedererkannt, und nicht nur das. Ich konnte für mich tatsächlich etwas finden, von dem ich dachte „das ist genau meins“. Die beiden Autorinnen schilderten auch, wie sich die Persönlichkeit und deren Wahrnehmung verändert, nach innen und außen. Es wird offen über Marotten, plötzliche Lust (oder Unlust) auf sportliche Aktivitäten aller Art, das Verhältnis zur jüngeren Generation und vieles mehr gesprochen. Ich fand es interessant, humorvoll und habe mich auch hier in Teilen wiedergefunden.

Die Quintessenz? Nimm das Alter wie es kommt und mach das beste draus

Dieses Buch ist ein Rundumschlag für die Generation (fast) 50+. Sie vermittelt den positiven Eindruck, dass das älter werden nicht so schlimm ist wie es sich manchmal anfühlt, dass man immer noch viel Spaß haben kann und vor allem, dass man mit vielen Fragen und Problemchen nicht alleine dasteht. Schon deshalb mochte ich dieses Buch sehr und empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 25.09.2016

Ein wunderbarer Roman über den tieferen Sinn des Lebens

Dein perfektes Jahr
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Manchmal sind es Schicksalsschläge, die Menschen auseinander treiben. Manchmal sind es gute, kreative Ideen und eine positive Einstellung zum Leben, die Menschen zusammenführen.

Die Hauptfiguren der Geschichte ...

Manchmal sind es Schicksalsschläge, die Menschen auseinander treiben. Manchmal sind es gute, kreative Ideen und eine positive Einstellung zum Leben, die Menschen zusammenführen.

Die Hauptfiguren der Geschichte werden zum Teil stark gebeutelt.
Auf der einen Seite steht Hannah mit ihrer Geschichte.Sie hält ihr Leben sicher in der Hand und blickt gerne positiv in die Zukunft. Doch es scheint ihr nicht vergönnt zu sein, dass sie glücklich und zufrieden sein kann. Das Schicksal schlägt hart und vollkommen unerwartet zu. Doch sie ist eine starke und vor allem neugierige junge Frau, was mir sehr gut gefallen hat.
Auf der anderen Seite steht Jonathan. Er ist in seinem Leben gefangen, ohne es wirklich zu bemerken, ein Korintenk***** vor dem Herrn, vollkommen eingefahren in seinen Strukturen und Gewohnheiten. Doch ein Zufall holt ihn aus seiner Welt heraus und zeigt ihm, wie anders das Leben sein kann. Seinen Wandel fand ich unerwartet, aber sehr interessant und nachvollziehbar.
Da das Buch abwechselnd aus der Sicht von Hannah und Jonathan geschrieben ist, bekommt man einen guten Einblick in das Seelenleben beider Figuren.

Neben diesen Beiden gibt es noch einige Nebenfiguren, die die Geschichte bereichern und das Buch lesenswert machen. Meine liebster Nebendarsteller war Leopold. Alleine das erste Zusammentreffen mit ihm war schon lesenswert, der Rest sowieso.

In diesem Roman werden verschiedene Themen angesprochen, die das Leben im positiven wie im negativen Sinne bunt machen. Trauer und ihre Verarbeitung und Demenz sind nur zwei davon. Daher wird es emotional, mit einer guten Portion Tiefe, allerdings ohne gefühlsduselig zu sein. Die Geschichte wirft viele philosophische, ethische und moralische Fragen auf, die über das eigene Leben nachdenken lassen, aber ohne schwermütig zu wirken. Insgesamt bekommt man hier ein Buch, welches lustig und traurig zugleich ist.

Einer der besten Sätze des Buches war für mich „Wer Rührei kann, der kann auch Bücher“. Wenn das auch im Umkehrschluss stimmt, dann macht die Autorin mit Sicherheit wunderbare Rühreier!

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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ich mag gekürzte Hörbücher nicht so gerne, aber dieses hat mich gepackt

Der Junge, der Träume schenkte
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Dieses Hörbuch hat mich direkt mitgerissen und abtauchen lassen. Ich wurde sofort von der Geschichte gefangen genommen, anfangs besonders von dem Mut und dem Schicksal von Natales (alias Christmas) Mutter.
Erstaunt ...

Dieses Hörbuch hat mich direkt mitgerissen und abtauchen lassen. Ich wurde sofort von der Geschichte gefangen genommen, anfangs besonders von dem Mut und dem Schicksal von Natales (alias Christmas) Mutter.
Erstaunt hat mich nicht nur an dieser Stelle, die immer wieder aufflackernde Brutalität. Die Begebenheiten, die damit zu tun hatten, passten zugegebenermaßen gut in die Zeit und somit auch zur Geschichte, aber eine Nebenhandlung wurde fast gänzlich von ihr bestimmt. Ich fand das o.k., es ist aber bestimmt nicht jedermanns Sache.
In der Hauptsache jedoch verfolgt man Natales/Christmas´ Geschichte. Er ist ein Lebenskünstler, gaukelt dabei manchen Leuten auch gerne mal etwas vor und erfindet sich immer wieder neu. Er hat eine besondere Ausstrahlung und im Grunde ein gutes Herz. Letzteres verschenkt er an Ruth, doch die beiden trennen zunächst Welten, dann verlieren sie sich aus verschiedenen Gründen sogar ganz aus den Augen. Von da an sind es beide, Christmas und Ruth, deren Geschichte erzählt wird. Man trifft hier auf die schon erwähnte Brutalität, wie auch auf Traurigkeit, Orientierungslosigkeit, Hoffnung, Humor und anderes mehr. Die Bandbreite der Gefühle ist groß.
Wenn man den Titel zu Grunde legt, so mag man sich während des hörens fragen, welche Träume Christmas denn nun schenkt. Das ist allerdings gar nicht so leicht zu beantworten, und es liegt sicher im Auge des Betrachters, was als Traum gelten kann und was nicht. Fest steht für mich, dass es keine nächtlichen, sondern sehr reale Träume sind, und sie handeln von Erfolg, Freundschaft, Liebe etc.. Christmas lässt die Menschen an das Gute glauben, auch wenn sie teilweise einen Preis für diesen und andere Träume zahlen müssen.

Das einzige was ich zu bemängeln hätte ist, dass es sich bei der CD-Ausgabe um eine gekürzte Fassung handelt. Dadurch wirkten einige Szenen leider nicht ganz rund. Obwohl ich gekürzte Hörbücher nicht so sehr mag, empfand ich das hier allerdings als nicht ganz so tragisch, weil der Kern der Geschichte trotzdem gut herausgearbeitet war.
Zudem hat Timmo Niesner die Geschichte sprecherisch toll umgesetzt. So wird eine überwiegend gleichmäßig ruhige und unaufgeregte Stimmung geschaffen, aber ohne dabei langweilig zu wirken, weil er mit den nötigen Betonungen an den richtigen Stellen geradezu spielerisch umgeht.

Diese Hörreise nach Amerika hat mich verzaubert und in eine Welt entführt, die schön und grausam zugleich war. Trotz der Kürzungen ein empfehlenswertes Hörbuch.

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Veröffentlicht am 15.09.2016

Nicht typisch aber wunderbar

Fast perfekt ist gut genug
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Jenny ist Single und auf der Suche nach der großen Liebe. Doch frei nach dem Motto „Pech in der Liebe, Glück im Beruf“, ist sie sehr erfolgreich als Designerin für Brautmoden. Sie ist allerdings fest entschlossen ...

Jenny ist Single und auf der Suche nach der großen Liebe. Doch frei nach dem Motto „Pech in der Liebe, Glück im Beruf“, ist sie sehr erfolgreich als Designerin für Brautmoden. Sie ist allerdings fest entschlossen etwas an ihrem Beziehungsstatus zu ändern, denn sie blickt neidisch auf ihre Schwester Rachel, die ein Leben voller Liebe und Kinder hat.

In diesem Buch legen die zwei Schwestern abwechselnd jeweils ihre Geschichte und ihre Sicht auf das Leben und die Zukunft offen. Je mehr ich erfuhr, desto mehr drängten sich die Fragen auf, welches Leben näher an der Perfektion ist, welche Kompromisse man eingehen sollte und welche eher nicht, und ob es überhaupt ein perfektes Leben gibt.

Jenny ist nicht immer glücklich, u.a. weil sie in Leo ihren Traummann sieht, der diese Rolle aber nicht ausfüllen möchte. Doch auch Rachels Geschichte zeigt deutlich, dass auch Ehe- und Familienleben Schattenseiten haben. Zumal sie, durch die berufliche Stellung ihres Mannes, auch noch eine gewisse gesellschaftliche Verpflichtung hat.
Der Charakter der Geschichte ist ernsterer Natur und nicht überwiegend beschwingt, wie man es vielleicht erwartet. Viele Stellen ließen mich nachdenklich zurück, aber es gab auch einige Abschnitte, die sehr humorvoll waren. Besonders zwischen Jenny und Leo entspinnen sich Dialoge, die mich sehr zum lachen brachten.

Neben der Haupthandlung, die ich sehr gelungen fand, waren es aber auch die Nebenschauplätze, die zu begeistern wussten. Da war z.B. Jenny Jugendfreund Jared, dessen Freundin Kimber ich zum niederknien frisch und authentisch fand, und die Erzählungen von Leos Arbeit fand ich auch ganz bezaubernd.

Zu den Figuren hatte ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Jenny und Leo mochte ich sehr, wobei ich bei Leo etwas länger brauchte, um ihn einschätzen zu können.
Mit Rachel hatte ich Probleme warm zu werden und selbst als das besser wurde, fand ich sie immer noch etwas altbacken und blauäugig.
Ansonsten gab es noch die Guten, Bösen und Bitterbösen, die manchmal etwas klischeehaft daher kamen, aber ihre Rolle trotzdem (oder gerade deswegen) hervorragend spielten und ihre Persönlichkeit in die Geschichte einbrachten.

Eine Geschichte mit ernsterem Hintergrund, die durch Humor aufgelockert wird und sich wunderbar lesen lässt