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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2025

Früher war alles besser?

Courting – Be mine through all time
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Rebeccas Zeitreise aus unserer Zeit in das Jahr 1816, London in der Regency-Zeit, ist eine tolle, lockere Lektüre mit viel Humor, schlägt zwischendurch aber auch mal ernste und kritische Töne an.
Der Lesefluss ...

Rebeccas Zeitreise aus unserer Zeit in das Jahr 1816, London in der Regency-Zeit, ist eine tolle, lockere Lektüre mit viel Humor, schlägt zwischendurch aber auch mal ernste und kritische Töne an.
Der Lesefluss ist sehr angenehm mit kurzen Kapiteln, man will nur noch kurz weiterlesen und ist "plötzlich" 200 Seiten weiter. Hierbei fand ich es auch super, dass eine Unterteilung nach Tagen stattfindet, ein bisschen wie ein Tagebuch, so konnte man gut den Überblick behalten.
Auch befindet sich ganz hinten eine nützliche Karte, die erst zuerst übersehen hatte.

Der Zeitreise-Aspekt wird kurz "erklärt", jedoch sollte man hieran keine hohen Ansprüche stellen: Vieles ist nicht so ganz logisch und würde vermutlich zu Paradoxen führen, jedoch erhebt das Buch auch keinen Anspruch darauf, ein Science-Fiction Werk zu sein.
Dafür wirkte die Regency-Zeit überwiegend authentisch, die Dialoge und Sprache empfand ich passend, es wurden historische Persönlichkeiten eingebaut und die damalige Gesellschaft ausführlich dargestellt. Vieles wird aus unserer heutigen Perspektive durch Rebeccas Augen betrachtet, von dem Luxus einer Dusche bis hin zu Menschen- und Frauenrechten. Der Mix aus lustigen und ernsten Themen hat mir hierbei gut gefallen.

Generell versprüht das Buch Bridgerton-Vibes, Fans der Bücher/Serie sollten hier auch auf ihre Kosten kommen! Zwischen Nachmittagstee und Bällen gibt es auch noch eine gute Prise Spannung und einige Plottwists inklusive Kriminalfall und anschließender Ermittlungen.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Das Streben nach Glück

Cinema Love
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Ein heruntergekommenes Kino in China ist für viele Männer ihr geheimes Paradies: Hier können sie in der Dunkelheit ihre Homosexualität ausleben, nur um danach zu ihren ahnungslosen Frauen zurückzukehren.
Als ...

Ein heruntergekommenes Kino in China ist für viele Männer ihr geheimes Paradies: Hier können sie in der Dunkelheit ihre Homosexualität ausleben, nur um danach zu ihren ahnungslosen Frauen zurückzukehren.
Als Leser begleitet man mehrere Charaktere, deren Schicksale durch dieses Kino verbunden sind, über Jahrzehnte hinweg. Hierbei springt die Geschichte öfters in der Zeit herum und wechselt auch schnell die Perspektive, was eventuell kurz verwirren kann, für mich war es jedoch noch im angenehmen Bereich und interessant zu lesen.

Auch die Themen waren spannend, während man zunächst einen Einblick in die chinesische Kultur bekommt, weitet es sich später noch auf die Probleme (chinesischer) Migranten in den USA aus. Die Darstellung der verbotenen Liebe wird zu einem Porträt der Liebe in all ihren Formen: Was zeichnet eine Ehe aus? Wie gehen die Charaktere mit Eifersucht, Enttäuschung, Sehnsucht und Verrat um?
Ich fand die Charaktere hierbei durchweg authentisch, auch oder gerade weil sie das Gegenteil von perfekt waren und teilweise zweifelhafte Entscheidungen getroffen haben. Dabei weiß ich nicht mal, ob ich überhaupt einen von ihnen wirklich mochte, aber ich habe irgendwie trotzdem gespannt ihre Geschichte verfolgt.
Hierbei muss ich jedoch kritisieren, dass so im letzten Drittel zwischenzeitlich für mich kurz die Luft raus war: Dies ist kein Roman, in dem wahnsinnig viel passiert, stattdessen erhält man einfach einen Einblick auf Ausschnitte des Lebens mehrerer Personen über die Jahre hinweg. Kurz vor Ende hat sich dies für mich dann aber doch ein wenig gezogen.

Absolut positiv hervorheben muss man jedoch auf jeden Fall den Schreibstil! Der Autor schafft schnell eine ganz besondere Atmosphäre, die einen direkt in ihren Bann zieht. Die Erzählung ist immer wieder schon fast poetisch geschrieben und überzeugt mit Wortgewalt und einer starken Symbolkraft. Immer wieder finden sich kleine Satzjuwelen, die man gerne nochmals liest.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein Gedicht in emotionalen Bildern

OKEN
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Dieser Comic schafft, was zunächst unheimlich schwierig erscheint: Er wandelt die Worte und die Geschichte des Dichters Yang Mu in wunderschöne Bilder um, die auch ohne viele Worte eindrucksvoll Emotionen ...

Dieser Comic schafft, was zunächst unheimlich schwierig erscheint: Er wandelt die Worte und die Geschichte des Dichters Yang Mu in wunderschöne Bilder um, die auch ohne viele Worte eindrucksvoll Emotionen vermitteln.
Dabei werden eine Vielzahl von Themen aufgegriffen, ohne den Leser jedoch zu überfordern. Man wächst zusammen mit dem jungen Yang Mu, genannt Oken, in der Zeit des 2. Weltkriegs in Taiwan auf und erlebt die anschließenden politischen Geschehnisse aus seinen kindlichen Augen.

Zunächst zu den Bildern: Der Comic ist durchgängig in Farbe und wirkt qualitativ hochwertig. An die Darstellung der Menschen musste ich mich kurz gewöhnen, jedoch fand ich es mit jeder Seite passender. Manche Seiten sind künstlerisch sehr beeindruckend, andere entwickeln ohne große Effekte im Kontext extreme Symbolkraft. Man fühlt die Bilder und wird schnell in ihren Bann gezogen, manchmal hatte ich richtig Gänsehaut. Tragische Erlebnisse werden gleichzeitig bedrückend, aber auch unheimlich poetisch dargestellt, man merkt die poetischen Züge des zugrunde liegenden Werkes.

Auch die erzählte Geschichte fand ich sehr interessant, vor allem, da mir die Geschichte Taiwans vorher noch komplett unbekannt war. Man bekommt wichtige Sachen kurz erklärt zur besseren Einordnung, was ich sehr hilfreich fand, auch weil sich die Anmerkungen auf die Kerninformationen beschränkt haben.
Es werden oft berührende Kontraste verwendet, man erlebt ein Land im Krieg und späteren kulturellen Wandel mit den dazugehörigen Schrecken, sieht dies alles aber auch aus der kindlichen Sicht von Oken. Die Flucht vor Bombenangriffen wird zur abenteuerlichen Reise, fremde Kulturen und Soldaten üben eine besondere Faszination aus, erste romantische Gefühle führen zu Verwirrung.
Auch gibt es ein ausführliches Nachwort des Autors und an der Entstehung beteiligter Personen, das ich ebenfalls sehr interessant fand, man bekommt noch mehr Kontext geliefert und einen Blick hinter die Kulissen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Wohlfühlbuch mit tierischen Helden

Frühstück mit Elvis
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Startet das Buch auch eher traurig (Kater Elvis wird von seiner Dosenöffnerin getrennt), so entsteht sehr schnell eine absolute Wohlfühlgeschichte vor allem für Katzenfreunde.
Auf tierischen Pfoten erkundet ...

Startet das Buch auch eher traurig (Kater Elvis wird von seiner Dosenöffnerin getrennt), so entsteht sehr schnell eine absolute Wohlfühlgeschichte vor allem für Katzenfreunde.
Auf tierischen Pfoten erkundet man Koblenz und wird dadurch zugleich inspiriert, selber der Stadt einen Besuch abzustatten. Man lernt sowohl die menschlichen Bewohner als auch die lokale Katzencommunity kennen. Hier fand ich die Charakterisierung der Personen sehr gelungen, alle wirken authentisch, sind aber dabei grundverschieden. Auf sanfte Art wird dem Leser vermittelt, dass jeder Mensch seine Fehler und Probleme hat, dabei wirkt die "Moral" aber keinesfalls erzwungen. Schnell wachsen die verschiedenen Charaktere einem auch ans Herz und man fiebert mit ihnen mit.

Der Schreibstil ist wunderbar leicht und flüssig, perfekt zum Entspannen. Kurze Kapitel erlauben sowohl kurze Leseeinheiten als auch das ganze Buch am Stück zu lesen. Ebenfalls als positiv empfand ich die wechselnden Perspektiven, dies war zu Beginn etwas verwirrend, aber man lernt rasch alle Personen kennen.

Mein Highlight war die Darstellung der Katzen: Anstatt diesen menschliche Eigenschaften oder Fähigkeiten zu geben, bleiben sie im Grunde weiterhin Katzen. Sie lassen sich von Fliegen ablenken, genießen Leckerlis oder einen warmen Schlafplatz und beweisen, dass sie großartige Zuhörer sind, die einen besonderen Sinn für Emotionen haben. Gerade wenn man selber Katzen hat, erkennt man vieles wieder, sodass die Katzen hier sehr echt wirken.
Absolut zu empfehlen für ein paar gemütliche Lesestunden!

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Mordermittlungen in spannender und kreativer Welt

Der Ränkelord
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Der Distrikt Ashbury gehört zwar zu London, ist jedoch durch eine Barriere vom Rest der Welt getrennt und beherbergt so einige spannende und magische Besonderheiten. Als dort ein Adliger ermordet wird, ...

Der Distrikt Ashbury gehört zwar zu London, ist jedoch durch eine Barriere vom Rest der Welt getrennt und beherbergt so einige spannende und magische Besonderheiten. Als dort ein Adliger ermordet wird, nimmt Garth zusammen mit Erro und Flyn die Ermittlungen auf.
Für mich war dies der erste Ausflug nach Ashbury, obwohl es bereits der zweite Band ist. Manche Eigenheiten der Welt haben mich dadurch zu Beginn ein wenig verwirrt, jedoch hilft das Buch gut mit und stellt einem eine Karte, ein Glossar und eine Personenübersicht zur Verfügung.
Ich denke für wiederkehrende Leser wird dies jedoch kein Problem sein.

Generell fand ich Ashbury und dessen Darstellung sehr interessant: Auktionen von Kriminalfällen, magische Gilden, gespaltene Seelen, Wandler und vieles mehr. Die abgeschnitte Stadt wirkt lebendig und hat ihren ganz eigenen Charakter, der durch kleine Details immer wieder ergänzt wird. Diese werden quasi nebenbei zum Teil der Handlung, wie beispielsweise eine Erklärung über die dortigen Lebensmittel und Zubereitungsarten beim Mittagessen, und vermitteln so ganz natürlich mehr Wissen über die Stadt, ohne belehrend zu wirken.

Ist man einmal gut in Ashbury angekommen, lässt einen die Stadt und der Kriminalfall auch so schnell nicht mehr los. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse in den Ermittlungen, aber auch richtige Überraschungen, die man so nicht erwartet hätte.
Gleichzeitig werden offensichtliche Vermutungen des Lesers nicht ewig offen gehalten, Garth und Erro finden diese Antworten meist ebenfalls schnell und machen so einen fähigen Eindruck. Auch geniale Tricks und Pläne zählen zu ihrem Repertoire, auch wenn nicht immer alles wie erhofft verläuft. Zwischendurch gibt es im Rahmen der Geschichte auch immer wieder mal kleine Zusammenfassungen des aktuellen Standes - diese hätte ich persönlich nicht gebraucht, jedoch sind sie bestimmt für viele Leser hilfreich.

Als Charaktere stehen Garth und Erro im Vordergrund und liefern so ganz unterschiedliche Einblicke in die Welt, aus der Sicht eines Adligen und auch bei der "einfachen" Bevölkerung. Erro entwickelt sich im Laufe der Geschichte charakterlich toll weiter, auch seine Freundschaften und sonstigen Beziehungen werden gut und manchmal auch berührend dargestellt. Im direkten Vergleich wirkte Garth dann doch eher blass auf mich, jedoch waren auch bei ihm schon gute Ansätze erkennbar, weshalb ich schon jetzt auf seine weitere Entwicklung und den nächsten Band gespannt bin!

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