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Veröffentlicht am 30.01.2024

Verdächtiges Summen

Der Stich
13

Schon das Cover des Buches lässt vermuten, worum es in diesem Buch geht: jede Menge gefährliche Mücken. Die Gestaltung mit den vielen kleinen Plagegeistern ließ mich schon beim Anfassen und Ansehen des ...

Schon das Cover des Buches lässt vermuten, worum es in diesem Buch geht: jede Menge gefährliche Mücken. Die Gestaltung mit den vielen kleinen Plagegeistern ließ mich schon beim Anfassen und Ansehen des Buches erschaudern. Gut, dass ich das Buch im Winter gelesen habe und es noch eine Weile dauert bis die echten Mücken wieder auftauchen.

Das Buch selbst liest sich wie ein spannender Action-Film aus den 1990er Jahren. Die Figuren sind zum Teil recht schematisch angelegt, sodass die Lesenden gleich wissen, was sie erwartet. Die skrupellose Wissenschaftlerin, der rechtschaffende Polizist und der junge Student, der die Welt vor den genmanipulierten Killer-Moskitos retten will. Es gibt ein junges Mädchen, das dem Helden zur Seite steht und auch Gegner, die sich erst später offenbaren. Für den obligatorischen Aufruhr sorgt ein alter Vietnam-Veteran mit Hau-drauf-Rettungsplänen. Bis zur etwas unorthodoxen Lösung des Mücken-Problems müssen einige Menschen das Leben lassen, es gibt dramatische Szenen und einen recht achtbaren Showdown.

Trotzdem sich der Autor einiger Klischees bedient, nimmt sein Werk durch seinen mitreißenden Schreibstil gleich auf den ersten Seiten schnell an Fahrt auf. Er verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen, die er im Nachwort näher erläutert, mit der fiktiven Handlung. Seine Beschreibungen der Moskitos und deren Verhalten sorgen für Gänsehaut und einem verdächtigen, leisen Mückensummen im Ohr.

Ein kurzweiliger Roman mit wissenschaftlichem Hintergrund und einem ordentlichen Schauder-Faktor.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Wissenschaftsthriller mit tödlichem Erreger

Toxin
4

"Toxin" ist ein mikrobiologischer Wissenschafts-Thriller, der sich vor allem um die Folgen der Klimakatastrophe dreht. Durch den fortschreitenden Klimawandel taut der Permafrostboden in Alaska auf, die ...

"Toxin" ist ein mikrobiologischer Wissenschafts-Thriller, der sich vor allem um die Folgen der Klimakatastrophe dreht. Durch den fortschreitenden Klimawandel taut der Permafrostboden in Alaska auf, die Kadaver einer Karibuherde gelangen an die Oberfläche und mit ihnen auch ein konservierter tödlicher Anthrax-Stamm. Jahre später verschwindet ein Forscher, der mit Hilfe dieses Erregers ein Krebsmedikament entwickeln will und in Berlin sterben zwei Obdachlose an Milzbrand.

Nach einer längeren Einleitung, die vor allem die handelnden Personen einführt und die Grundzüge der Klimaproblematik darlegt, nimmt der Thriller schnell an Spannung zu. Die Autorinnen vermischen hierbei immer wieder die fiktive Handlung mit umfangreich recherchierten wissenschaftlichen Fakten und aktuellen Debatten um die Klimakatastrophe und gesellschaftliche Ungleichheiten. Der Erzählstil ist flüssig, spannend und zum Ende hin immer temporeicher. Die wissenschaftlichen Grundlagen werden verständlich erklärt und unterstützen die Handlung. Besonders der Bezug zu aktuellen Themen gemischt mit dem wissenschaftlichen Hintergrund und einer spannenden Geschichte inklusive überraschender Wendungen hat mir an diesem Buch gefallen.

Auch ohne den ersten Teil um die Hauptfiguren Nina Falkenberg und Tom Morell gelesen zu haben, ist dieser Thriller gut verständlich und liefert die fehlenden Informationen aus "Probe 12" wo es nötig ist. Über den Hintergrund der meisten Nebenfiguren erfährt der Leser nicht viel.

Ich habe mich durch die Lektüre von "Toxin" gut unterhalten gefühlt und würde auch weitere Bücher von den Autorinnen lesen.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Ein starkes Nein mit Schwächen in der Umsetzung

Hazel sagt Nein
0

Jessica Berger Gross befasst sich in "Hazel sagt Nein" mit dem aktuellen und schwierigen Thema sexueller Machtmissbrauch in der Schule und dem Mut, sich dem zu widersetzen.

Die achtzehnjährige Hazel zieht ...

Jessica Berger Gross befasst sich in "Hazel sagt Nein" mit dem aktuellen und schwierigen Thema sexueller Machtmissbrauch in der Schule und dem Mut, sich dem zu widersetzen.

Die achtzehnjährige Hazel zieht mit ihrer Familie von New York in eine Kleinstadt in Maine. Gleich an ihrem ersten Schultag wird sie vom Schuldirektor in sein Büro gerufen. Er suche sich jedes Jahr eine Schülerin aus dem Abschlussjahrgang für eine sexuelle Beziehung aus und dieses Jahr sei Hazel an der Reihe. Hazel sagt Nein. Dieses Nein ist der Beginn einer Kette von Ereignissen, die nicht nur Hazels Leben, sondern das ihrer gesamten Familie und der Kleinstadt verändert.

Die Geschichte wird nicht ausschließlich aus Hazels Sicht erzählt, sondern auch aus der ihrer Eltern und ihres jüngeren Bruders Wolf. Dadurch werden die Folgen für alle besonders deutlich. Vor allem Wolf bereichert enorm die Dimension des Romans.

Das Buch beginnt sehr direkt und aufwühlend. Die klare, eher nüchterne Schreibweise verstärkt den Eindruck der ersten Seiten. Die Resonanz nach dem Bekanntwerden des Vorfalls, insbesondere die Schuldumkehr, wird nachvollziehbar dargestellt. Die zentrale Botschaft, dass ein Nein legitim und richtig ist, wird deutlich.

Später verliert der Roman jedoch für mich an Prägnanz. Die Handlung driftet immer mehr ab, der eigentliche Machtmissbrauch verwässert. Stattdessen werden zahlreiche weitere Themen angerissen. Vieles davon ist relevant, doch die Masse führt dazu, dass kaum ein Aspekt wirklich vertieft wird. Der Roman wirkt stellenweise überladen und thematisch zerrissen.

Hinzu kommt, dass die Geschichte gegen Ende immer konstruierter wirkt und durch den übertrieben positiven Drive nicht mehr glaubwürdig erscheint. Einige Wendungen wirken unwirklich und stehen in Kontrast zum anfänglichen Realismus.

Trotz dieser Schwächen bleibt "Hazel sagt Nein" ein durchaus wertvolles Buch, das Mut macht. Sein großes Potenzial schöpft der Roman allerdings nicht vollständig aus.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Zwischen Rache und Moral

How To Kill a Guy in Ten Ways
0

Als Millies Schwester Opfer einer Vergewaltigung wird und die Justiz versagt, gründet sie eine Hotline für Frauen in Not. Doch nach und nach wird aus (Selbst-)Hilfe Selbstjustiz.

"How to Kill a Guy in ...

Als Millies Schwester Opfer einer Vergewaltigung wird und die Justiz versagt, gründet sie eine Hotline für Frauen in Not. Doch nach und nach wird aus (Selbst-)Hilfe Selbstjustiz.

"How to Kill a Guy in Ten Ways" ist eine provokante, überzeichnete Geschichte, die gesellschaftliche Missstände mit Sarkasmus aufzeigt. Die Erzählweise ist direkt und teilweise erschreckend deutlich. Der Schreibstil ist flüssig. Besonders im letzten Drittel steigt die Spannung stark an, auch wenn zwischendurch Rückblenden und Wiederholungen dem Tempo schaden.

Die Hauptfigur Millie ist ein fragwürdiger und eher unsympathischer Charakter mit gehässigen Kommentaren und Doppelmoral. Im Laufe der Handlung wird sie immer radikaler. Das wirft interessante Fragen auf wie: Wo ist die Grenze zwischen Selbsthilfe und Selbstjustiz? Wann wird Gerechtigkeit zur Ungerechtigkeit?

Trotz starker Themen wie Gewalt gegen Frauen, psychische Gesundheit und Versagen der Justiz bleibt die Auseinandersetzung damit eher flach. Die eigentlich zentrale Hotline wird nicht wirklich vertieft. Die Polizei wird sehr klischeehaft dargestellt und es gibt einige logische Ungereimtheiten.

Insgesamt bietet "How to Kill a Guy in Ten Ways" eine interessante und provokante Geschichte. Auch wenn nicht alle Details überzeugen, haben mich die Idee und die angesprochenen Themen beeindruckt.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ambitioniert, aber mit Längen

Die Fletchers von Long Island
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"Die Fletchers von Long Island" erzählt die Geschichte einer enorm reichen amerikanischen Familie. In den 1980ern wird Carl Fletcher entführt und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder frei gelassen. ...

"Die Fletchers von Long Island" erzählt die Geschichte einer enorm reichen amerikanischen Familie. In den 1980ern wird Carl Fletcher entführt und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder frei gelassen. Noch Jahrzehnte später kämpfen seine Kinder mit den Nachwirkungen dieses Familientraumas.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Hauptfiguren sind die drei erwachsenen Kinder. Ihr jeweiliges Trauma zeigt sich in unterschiedlicher Weise. Beamer, der Drehbuchautor, der immer wieder über Entführungen schreibt. Nathan, der Anwalt, hat mit vielen Ängsten zu kämpfen. Die hochintelligente Jenny flüchtet sich in ein Computerspiel. Die Figuren werden detailliert und nachvollziehbar beschrieben, wirken an vielen Stellen aber überzeichnet und sind nicht im herkömmlichen Sinne sympathisch.

Der Sprachstil ist eher anspruchsvoll mit langen Schachtelsätzen. Im Zusammenwirken mit Humor, Ironie und Sarkasmus soll die Tragik etwas aufgeweicht werden, was nicht an allen Stellen gelingt. Während der Anfang noch eher fesselnd und flüssig zu lesen ist, hat die Erzählung besonders im Mittelteil einige Längen. Neben der umfangreichen Familienerzählung thematisiert die Autorin auch den Einfluss von Tradition, enormem Wohlstand und traumatischen Ereignissen auf die Familiendynamik.

Insgesamt ist "Die Fletchers von Long Island" ein umfangreiches und ambitioniertes Werk, das durch Kürzungen an einigen Stellen an Schwung gewonnen hätte.

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