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Veröffentlicht am 16.05.2025

Zeitschleife

Gestern waren wir unendlich
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"Gestern waren wir unendlich" von Dominik Gaida ist in der Hörbuchfassung von Louis Friedemann Thiele, Joshua Seelenbinder und Marian Funk gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, ...

"Gestern waren wir unendlich" von Dominik Gaida ist in der Hörbuchfassung von Louis Friedemann Thiele, Joshua Seelenbinder und Marian Funk gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecher kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit haben mir die Stimmen gut gefallen.
Die grundlegende Prämisse des Buches, eine Zeitschleife (oder so ähnlich...), durch welche die Protagonisten immer wieder den selben Tag erleben, finde ich gut zu lesen und bietet eine gute Grundlage für eine inspirierende Story. Die Gefahr liegt darin die Handlung zu repetitiv zu gestalten, was dann in der Länge ermüdend wirkt. Die Gestaltung ist Autor Dominik Gaida gut gelungen, sich wiederholende Passagen werden durch die hervorragende Intonation der Sprecher nicht zu repetitiv. Dennoch hatte die Handlung einige Längen. Die Handlung wird abwechselnd aus den Pespektiven der beiden Protagonisten Louis und Henry erzählt, wobei beide Perspektiven in unterschiedlichen Zeitebenen spielen.
Die beiden Protagonisten sind sympathisch und auch einigermaßen facettenreich gezeichnet. Der Fokus liegt klar auf der Liebesbeziehung der beiden, aber auch auf persönlicher Charakterentwicklung, die insbesondere in den Abschnitten, die in der Vergangenheit liegen, dargestellt wird. Insgesamt fand ich sowohl Louis als auch Henry icht ganz greifbar, weswegen mich auch die Emotionalität des Buches nicht so ganz packen konnte. Emotionen finden sich hier zuhauf und auch der Schreibstil des Autors untermauern dies. Mich persönlich konnte es nur nicht so ganz mitnehmen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Geht so

Geht so
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"Geht so" von Beatriz Serrano beschreibt den Alltag von Protagonistin Marisa, die mit ihrem Job in der Werbebranche mehr als unzufrieden ist. Dazu gesellt sich eine Angststörung, die sie phasenweise teilweise ...

"Geht so" von Beatriz Serrano beschreibt den Alltag von Protagonistin Marisa, die mit ihrem Job in der Werbebranche mehr als unzufrieden ist. Dazu gesellt sich eine Angststörung, die sie phasenweise teilweise handlungsunfähig macht. Schon auf den ersten Seiten werden angstlösende Medikamente (Tavor) eingeworfen, wie Smarties; auch anderen Drogen ist Protagonistin Marisa nicht abgeneigt. Dabei dreht sich die Handlung um den wahrgenommenen Stillstand, ein nicht vorankommen im Leben, keine Perspektiven haben - oder die, die man hatte nicht erreicht zu haben. Das stimmt pessimistisch.
Glücklicherweise ist der Schreibstil, in Übersetzung durch Christiane Quandt angenehm humorvoll und leicht zu lesen. Andererseits wäre mir die Stimmung des Buches vermutlich zu dunkel gewesen.
Andererseits waren mir zu viele Längen in der ja doch recht überschaubaren Handlung, vor allem im ersten Teil sind die Ausführen für mich zu repetitiv und haben mich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr erreicht. Andererseits steht dies ja auch symptomatisch für die beschriebene Perspektivlosigkeit im sogenannten "Bullsh*t-Job". Es werden viele Themen angesprochen, dann jedoch irgwie lapidar und oberflächlich behandelt - mich konnte es nicht erreichen. Die versprochene Wendung auf dem Firmenevent war spaßig zu lesen, die Nachgänge hätten mich noch mehr interessiert. Zum Ende hin hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und so gehe ich zwiegespalten mit dem Buch auseinander.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Wenn wir lächeln

Wenn wir lächeln
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"Wenn wir lächeln" von Mascha Unterlehberg ist in der Hörbuchfassung von Bineta Hansen gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

"Wenn wir lächeln" von Mascha Unterlehberg ist in der Hörbuchfassung von Bineta Hansen gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Hansens Stimme gut gefallen.
An diesem Buch hat mich vor allem das Cover angesprochen, der Klappentext dann final neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht. Die Story wird aus Perspektive von Protagonistin Jara erzählt, ist dabei sehr kurzweilig und sprunghaft, die Kapitel sind sehr kurz und leiten zumeist neue Szenen ein. Somit ist die Handlung sehr dynamisch, aber auch sprunghaft und für mich nicht immer gut zu verfolgen gewesen. Eine Stringenz in der Erzählung habe ich im verlauf gefunden, gerade zu Beginn des Buches war ich etwas orientierungslos - was gut zu den Inhalten des Buches passt und somit eine gewisse Harmonie herstellt.
Berichtet wird über das Heranwachsen im Ruhrgebiet, von Freundschaften und grenzwertigen und -überschreitenden Situationen. Die geschilderten Szenen machen hilflos und wütend, sind aber real und authentisch. Dabei ist Jara eine Protagonistin, in die man sich hineinversetzen kann - ihre Freundin Anto blieb mir durchweg fern und nebulös - offensichtlich war sie auch für Jara nicht wirklich greifbarer...
Insgesamt ein Buch, dessen Schreibstil und Sprache mir sehr gefallen haben, die Handlung hatte trotz der Schnellebigkeit einige Längen.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

zwiegespalten

Blood of Hercules
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"Blood of Hercules - Berühre sie und stirb" von Jasmine Mas wird als düstere Romantasy mit Blut, Spice und Tränen beworben. Es ist der erste Band der Villains of Lore Reihe. Die Geschichte spielt im Setting ...

"Blood of Hercules - Berühre sie und stirb" von Jasmine Mas wird als düstere Romantasy mit Blut, Spice und Tränen beworben. Es ist der erste Band der Villains of Lore Reihe. Die Geschichte spielt im Setting der griechischen Mythologie, wenngleich sich nicht an die bisherigen Mythen und Sagen hält, sondern Zugehörigkeiten und Verbindungen durcheinander bringt. Vorwissen um die griechische Mythologie bringt einen hier eher durcheinander.

Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und hatte auch wirklich viel Freude dabei. Andererseits habe ich einige Kritikpunkte an dem Buch. Alexis ist eine interessante Protagonistin, die in ihrem Leben ausschließlich Leid erfahren hat. Andererseits ist sie seltesam unreflektiert und wirkt dadurch sehr naiv. Sie hat goldene Haut, ihr Bruder gelbe Augen - anscheinend vollkommen normal in der (hier sehr dystopischen) Welt der Menschen, denn sie macht sich darüber nie Gedanken und nimmt es als gegeben hin. Sie kann mit einer für anderen nicht wahrnehmbaren Schlange sprechen - auch vollkommen normal und keinen weiteren Gedanken wert. Auch im weiteren Verlauf wirkt Alexis in ihrer Darstellung recht flach und ich hätte mir mehr Facetten gewünscht. Bei einem Buch mit über 600 Seiten wünsche ich mir Charakterentwicklung - ich hoffe dann nun auf diese im kommenden Band. Dennoch hat mir ihr trockener Humor gut gefallen. Auch die Nebencharaktere wirken bisher eher eindimensional, auch hier wünsche ich mir mehr Komplexität, die auch schon teils angekündigt wurde oder ganz sachte durchschien.

Die Handlung zog sich auf den ersten Seiten etwas, beim Ankommen in der spartanischen Welt nahm sie dann jedoch Fahrt auf. Knochenbrüche, Blut und Sterben ziehen sich weiter durch die Handlung wie ein roter Faden, es ist wirklich sehr düster - und dann auch wieder nicht. Der Schrecken wird durch die Regenerationsfähigkeiten bagatellisiert. Die angekündigte Romantasy haben ich nicht so recht finden wollen, es wurde vorab jedoch auch angekündigt, dass sich im ersten Band der Romance zunächst genährt wird. Es gibt eine explizit spicy Szene, die ich irgendwie deplatziert und nicht zum Kontext passend empfunden habe, consent war auch nur so halb vorhanden - auch hier erwarte ich für den kommenden Band mehr.

Schreibstil und Sprache, in Übersetzung durch Julia Schwenk und Kira Wolf-Marz haben mir hingegen sehr gut gefallen. Das Buch hat sich sehr flüssig und zügig lesen lassen, die moderne Sprache und der trockene Witz haben mir gut gefallen. Ich war sofort in der Story drin und konnte mir die beschriebenen Szenerien gut vorstellen.

Das Buch lässt mich im Endeffekt vollkommen zwiegespalten zurück: Ich finde die Story und Charaktere haben klare Schwächen und sind teils wirklich diskussions- und fragwürdig. Andererseits hatte ich viel Spaß beim Lesen und habe die Story dennoch gern verfolgt und konnte mich voll in ihr verlieren - ich sollte nur nicht zu viel darüber nachdenken.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Familiengeschichte

Bis die Sonne scheint
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"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann hat mich vor allem durch den Klappentext - eine Familiengeschichte mit Hindernissen - neugierig gemacht. Der Klappentext verspricht eine ernste, aber auch ...

"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann hat mich vor allem durch den Klappentext - eine Familiengeschichte mit Hindernissen - neugierig gemacht. Der Klappentext verspricht eine ernste, aber auch humorvolle und ironische Erzählung.
Im Endeffekt war die Geschichte dann nicht ganz, was ich erwartet habe, aber dennoch eine angenehme, die mich nicht gelangweilt hat. Erst zum Ende des Buches ist mir durch das Nachwort bewusst geworden, dass sie zumindest in Teilen autobiografisch ist.
Mich hat am ehsten der angenehme und flüssige Schreibstil durch das Buch getragen und auch die facettenreiche Betrachtung der Familie. Dabei waren für mich tatsächlich inbesondere die Rückblenden in das Leben der Großeltern des Protagonisten spannend.
Die Haupt-Story war etwas träge und ging gemächlich voran, war jedoch nicht einschläfernd oder langweilig. An vielen Punkten habe ich mit dem Kopf geschüttelt, habe Entscheidungen nicht nachvollziehen können und mich gewundert. Somit war ich emotional auf jeden Fall in die Handlung verstrickt.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, vor allem wegen des angenehmen Schreibstils des Autors und den Rückblicken in die Vergangenheit. Die eigentliche Handlung konnte mich nur bedingt überzeugen, war aber auch angenehm zu lesen...

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