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Veröffentlicht am 04.06.2025

"Kinderverschickung"als Kur betitelt:Trauma bis zur Gegenwart

Am Meer ist es schön
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Barbara Leciejewski hat mit Ihrem Roman " Am Meer Ist Es Schön", erschienen im List Verlag, ein brisantes Thema aufgegriffen: die Kinderverschickung, denn als Kuren konnte man es kaum bezeichnen.
Das ...

Barbara Leciejewski hat mit Ihrem Roman " Am Meer Ist Es Schön", erschienen im List Verlag, ein brisantes Thema aufgegriffen: die Kinderverschickung, denn als Kuren konnte man es kaum bezeichnen.
Das Cover sieht total friedlich aus: ein fröhliches Mädchen und im Hintergrund spielende Kinder.
Die Wirklichkeit der Kinder damals sah anders aus. Alleine, ohne Eltern, mit Erzieherinnen, die sogenannten "Tanten" die alles andere als liebevoll waren.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen:
1969, Susanne, 8 Jahre alt, genannt Susi, wird, weil Sie zu dünn ist, wie so viele andere Kinder in der Zeit,nach St.Peter Ording verschickt, zur Kur.
Dort soll Sie sich am Meer aufpäppeln lassen.
In der Gegenwart sitzt Susanne mit Ihrer Tochter Julia am Sterbebett der Mutter und auch Ihre zwei Geschwister kommen dazu.
Die Mutter, Luise, hat einen klaren Moment und entschuldigt sich bei Susanne dafür, dass Sie Ihr nicht geglaubt hat, dass in der Kur so viele schreckliche Dinge passiert sind.
Susanne beginnt Ihrer Tochter, den Geschwistern und der Mutter von Ihren traumatischen Erlebnissen zu berichten.Die Schilderungen sind zutiefst erschütternd, ja grausam und die Macht der "Tanten", die die Kinder mit Härte statt Liebe behandelt haben ist so furchtbar.
Die Kinder bekamen Strafen die entsetzlich waren. Ihre Kuscheltiere mussten Sie abgeben, Toilettengänge wurden vorgeschrieben und das Essen war ekelhaft.
In den Tagen der Erzählungen kommen sich die Geschwister wieder näher und die Mutter kann Ihren Frieden machen, weil Sie und Susanne durch die Aufarbeitung Vergebung annehmen können.

Der Roman hat mich tief bewegt, denn auch ich wurde mit 6 Jahren zusammen mit meiner Schwester, 8 Jahre, "verschickt".
Es war so wie in diesem Buch, die Betreuerinnen haben mit Härte betraft und schön war es nicht.

Der Schreibstil ist einfühlsam. Die Personen sind authentisch geschildert.

Fazit: ein tolles Buch, aber vielleicht sollten Personen, die als Kind verschickt wurden, sich überlegen das Buch in die Hand zu nehmen.
Es ist trotzdem sehr gut, das dieses Tabuthema in Angriff genommen wurde, von einer Autorin, die den Kindern, die gedemütigt, gequält und misshandelt wurden, eine Stimme gibt.



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Veröffentlicht am 15.04.2025

Pia Korittki und ein Cold Case Fall

Ostseedämmerung
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"Ostseedämmerung" von Eva Almstädt ist bereits der 20. Fall mit der Kommissarin Pia Korittki und ist im Lübbe Verlag erschienen.

Handlung:
Zwei Kinder finden beim Spielen in einem Dorfteich eine bronzene ...

"Ostseedämmerung" von Eva Almstädt ist bereits der 20. Fall mit der Kommissarin Pia Korittki und ist im Lübbe Verlag erschienen.

Handlung:
Zwei Kinder finden beim Spielen in einem Dorfteich eine bronzene Gewand-Fibel aus der Wikingerzeit.
Alleine dieses Fundstück hat mich bereits gereizt in diesem Buch zu lesen.
Daraufhin wird die Suche einer Archäologie Studentin wieder aufgerollt und zu einem Cold Case Fall, denn Mira wird tot aufgefunden.
Nun werden die Dorfbewohner und die Archäologen befragt und es kommen viele Tatverdächtige in Frage.
Dorfbewohner wie Archäologen verhalten sich ziemlich merkwürdig und es müssen viele Puzzleteile zusammengefügt werden.

Meinung:
Da ich die Romane über Pia K. wirklich sehr mag, sind ein paar Schwächen gut zu akzeptieren.
Am Ende des Buches taucht plötzlich der Name einer Frau auf die mit der Freundin von Mira, dem Mordopfer liiert war, auf, obwohl Sie vorher überhaupt nicht erwähnt wurde.
Im Klappentext hätte man gut die Entführung von Broders, dem Kollegen von Pia, weglassen können, denn das nimmt ein wenig Spannung weg.
Das Cover enthält eine schöne Stimmung, obwohl das kleine Dorf der Ermittlung alles andere als harmonische Komponenten hat, und gefällt mir sehr gut.
Der Schreibstil ist leicht, enthält viele Spannungsanteile und durch die Verwirrungen fragt man sich: wer ist der Täter..?Das Ende ist dann überraschend und nur weil Trine, das Mädchen das die Fibel gefunden hat und das es nicht leicht hat, Hinweise geben kann.
Das private von Pia ist in diesem Band, meines Erachtens, nicht zu viel, eher fehlt mir noch einiges, wie z. B. das Verhalten von Hinnerk und Mascha über die Vaterschaft von Felix könnte mehr geschildert werden, aber das ist Ansichtssache.


Fazit:
Ostseedämmerung ist eine sehr gute Fortsetzung und die Idee mit dem Cold Case gefällt mir sehr gut.
Ein lesenswerter Krimi mit Lokalkolorit!
Auf den nächsten Band freue ich mich jedenfalls jetzt schon.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Spannender Krimi aus dem Wendland

Der Wolf im dunklen Wald
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Das Cover finde ich sehr gut gelungen ( ein Ansitz, ein Reh im dunstigen Wald) und passt zu dem Thema in dem Krimi.
"Der Wolf im dunklen Wald" ist der zweite Band, nach "Die Sehenden und die ...

Das Cover finde ich sehr gut gelungen ( ein Ansitz, ein Reh im dunstigen Wald) und passt zu dem Thema in dem Krimi.
"Der Wolf im dunklen Wald" ist der zweite Band, nach "Die Sehenden und die Toten" der Autorin Sia Piontek (Pseudonym) und hat 440 Seiten. Erschienen ist es im Goldmann Verlag.

Handlung:
Heiko von Boenning ist nach 30 Jahren zurück im Wendland und gibt eine Gesellschaftsjagd.
Ein Teilnehmer, ein ehemaliger Schulfreund von Heiko v.B., wird grausam ermordet.
Kommissarin Carla Seidel, die sich aus dem Hamburger Morddezernat ins Wendland versetzten ließ, gräbt intensiv in der Vergangenheit aller Teilnehmer. Sie hat nicht nur mit Ihrer Vergangenheit zu kämpfen, sondern Ihre Tochter Lana, die bald 18 Jahre wird, ist auch irgendwie in den Fall involviert, da Sie Interesse für den Sohn von Heiko v.B. hat und die beiden in der Mordnacht auf einem Hochsitz zugebracht haben.
Als dann ein zweiter Mord geschieht wird es immer schwieriger die Puzzleteile zusammen zu setzen.
Das Ende ist dann eine Überraschung......

Meinung:
Das Privatleben von Cara S. , die menschlich und sympathisch ist, spielt hier eine ebenso große Rolle wie der ziemlich komplexe Fall.Manchmal war es fast schon zu viel, dann aber auch wieder nicht.
Die Protagonisten haben mir insgesamt gut gefallen, obwohl ich manchmal überlegen musste wer jetzt zu welcher Polizeistation in welcher Position gehört.
Der Schreibstil, mit den kurzen Kapiteln, ist flüssig und erhöht die Spannung.
Die Gegend wird bildlich beschrieben und das mag ich sehr.
Gut finde ich, dass es verschiedene Erzählperspektiven gibt: einmal Lana, einmal Carla.

Fazit:
Das Buch gefällt mir, ebenso wie Band 1, und ich gebe eine Leseempfehlung für diesen spannenden, komplexen Krimi und freue mich auf Band 3, denn man möchte ja wissen wie es mit Carla und Ihrer Tochter weitergeht..


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Veröffentlicht am 09.03.2025

Liebevolles Kinderbuch mit toller Botschaft

Mister O'Lui und das Mutigsein
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"Mister O`Lui und das Mutigsein" von Silke Seifert ist für uns eine neue Bilderbuchfigur und sie ist einfach nur süss.
Das Cover ist wunderbar und passt so gut zu dem Buch.
Die Zeichnungen gefallen mir ...

"Mister O`Lui und das Mutigsein" von Silke Seifert ist für uns eine neue Bilderbuchfigur und sie ist einfach nur süss.
Das Cover ist wunderbar und passt so gut zu dem Buch.
Die Zeichnungen gefallen mir und sind einfach super niedlich gezeichnet.Die Mimik ist köstlich.
Am Anfang des Buches sind zwei Steckbriefe der beiden "Protagonisten" abgebildet und diese Idee finde ich genial.
Handlung:
Der Biberbär Mister O´Lui und das kleine Streifenschweinchen Rupert wohnen zusammen und leben ziemlich gemütlich miteinander. Sie sind beide glücklich...bis...Sachen, d.h. Essen , verschwindet.
Zuerst wird Rupert verdächtigt, aber...es kommt ganz anders.Das Streifenschweinchen verschwindet und ein Gewitter zieht auf.Mister O´Lui sucht seinen Freund und entdeckt im Garten..ein "Ungeheuer"?
Mutig macht er sich auf den Weg um Rupert zu retten......

Meinung:
Das Thema ist nicht nur mutig sein, sondern ich denke es geht hier um Freundschaft, Vertrauen und sich gegenseitig zu helfen,um unterschiedliche Charaktere und Lösungen zu finden.
Das alles wird so toll kindgerecht erzählt und die Illustrationen passen hervorragend dazu. Sie sind nicht überzeichnet, sondern einfach und gerade darum hervorragend geeignet die Themen darzustellen.

Fazit:
Ich kann das Kinderbuch nur empfehlen!


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Veröffentlicht am 18.01.2025

Grenzübergreifende spannende Ermittlung in Österreich und Deutschland

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Das Cover sieht den anderen Bänden sehr ähnlich, hat damit einen hohen Wiedererkennungswert und passt gut zu dem Titel.

"Grenzfall/ Ihre Spur in den Flammen" ist der 5. Band von Anna Schneider ...

Das Cover sieht den anderen Bänden sehr ähnlich, hat damit einen hohen Wiedererkennungswert und passt gut zu dem Titel.

"Grenzfall/ Ihre Spur in den Flammen" ist der 5. Band von Anna Schneider mit dem Ermittlerduo Bernhard Krammer(aus Österreich)und seiner Tochter Alexa Jahn aus Weilheim.
Ich habe mich sehr auf diesen Fall gefreut, denn das Duo ist bemerkenswert, auch gerade deshalb, weil Vater und Tochter gerade erst kurz von Ihrer Familienzugehörigkeit wissen. Beide habe viele Eigenheiten die irgendwie liebenswert sind.
Es ist, aus meiner Sicht, besser wenn die anderen Bücher vorher gelesen werden, zumindest Band 4, denn dann sind die Zusammenhänge im privaten Bereich besser zu verstehen.

Handlung:
Bei Bad Tölz brennt ein Wagen aus.Eine Frau, die etwas in das Auto geworfen hat, wird gesucht und dann wird die Zeugin, die Sie gesehen hat, als unglaubwürdig hingestellt.Es gibt weitere Brandanschläge auf mehrere Häuser von Immobilienmaklern und Bankern.Auch in Österreich brennt es und an den Häusern werden Kränze aus Kräutern gefunden.Die Fälle sind vielschichtig und auch komplex.Die in kursiver Schrift eingefügten Kapitel weisen auf eine/n Tatverdächtige/n und auf ein mögliches Motiv.

Meinung:
Der Krimi ist auf vielfältige Weise interessant: das Vater-Tocher-Duo ergänzt sich, trotz Ihrer Ecken und Kanten, hervorragend und auch die anderen Protagonisteninnen, wie die Kollegin und der Kollege von A. Jahn, passen super zusammen.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man kann gut mitfiebern.
Es ist toll die grenzübergreifenden Fälle auf verschiedene Weisen lösen zu wollen.
Schon jetzt warte ich auf den 6. Band

Fazit:
Diese Serie ist sehr unterhaltsam und ich mag die Ermittler
innen, den Schreibstil, auch mit den Rückblicken in anderer Schrift, und freue mich, sie für mich entdeckt zu haben.


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