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Veröffentlicht am 10.08.2025

Spiel mit Identität und Wahrheit

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Sophie Stava legt mit „Eine falsche Lüge“ ihr Debüt vor und widmet sich darin dem vielschichtigen Thema der Selbstinszenierung und den Facetten der Lüge. Im Mittelpunkt steht Sloane Caraway, deren Leben ...

Sophie Stava legt mit „Eine falsche Lüge“ ihr Debüt vor und widmet sich darin dem vielschichtigen Thema der Selbstinszenierung und den Facetten der Lüge. Im Mittelpunkt steht Sloane Caraway, deren Leben von kleinen und großen Unwahrheiten durchzogen ist. Sie lügt nicht aus Bosheit, sondern um sich interessanter zu machen, um Anerkennung und Nähe zu gewinnen. Schon zu Beginn wird deutlich, wie leicht ihr das Täuschen fällt: Als sie in einem Park einem weinenden Mädchen begegnet und sich kurzerhand als Krankenschwester ausgibt, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihr Zugang zu einer privilegierten Familie verschafft.

Die Dynamik zwischen Sloane und Violet, der Mutter des Mädchens, entwickelt sich rasch. Sloane wird von der hilfsbereiten Fremden zum Kindermädchen und findet in Violet eine Freundin – oder zumindest eine Verbündete. Doch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind von Beginn an von Unsicherheit und Täuschung geprägt. Sloane beginnt, sich immer mehr an Violet zu orientieren, übernimmt äußerliche Merkmale und wird von Violet sogar ermutigt, sich ihr weiter anzunähern. Ich frage mich immer öfter: Ist Sloane wirklich die Einzige, die lügt? Welche Wahrheiten bleiben verborgen?

Die Figurenzeichnung ist bewusst ambivalent gehalten. Violet erscheint zunächst freundlich und undurchsichtig, erst später erschließt sich ihr wahres Wesen. Jay Lockhart, Violets Ehemann, wird als attraktiv beschrieben, bleibt jedoch in seiner Charakterzeichnung blass und wenig greifbar. Sloane selbst ist für mich eine arme Person, deren Lügen mehr Ausdruck eines Mangels als einer Täuschungsabsicht sind.
Stavas Erzählstil ist gegenwärtig und direkt, die Geschichte beginnt recht spannend, verliert aber bald an Tempo und Tiefgang. Erst mit dem großen Twist, der an Freida McFaddens „Wenn sie wüßte“ erinnert, gewinnt der Roman neue Spannung und überrascht mit einer Wendung, die das bisherige Geschehen in ein anderes Licht rückt. Bis dahin bleibt die Handlung nett und unterhaltsam, aber wenig nachhallend. Auch das Ende hat mir nicht gut gefallen. Letztendlich eine nette Geschichte, die mich nicht wirklich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Vielschichtiger Familienroman

Die Fletchers von Long Island
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Die Handlung des Romans „Die Fletchers von Long Island“ beginnt mit einem dramatischen Ereignis: der Entführung von Carl Fletcher und der nachfolgenden Zahlung eines Lösegelds. Obwohl Carl freigelassen ...

Die Handlung des Romans „Die Fletchers von Long Island“ beginnt mit einem dramatischen Ereignis: der Entführung von Carl Fletcher und der nachfolgenden Zahlung eines Lösegelds. Obwohl Carl freigelassen wird und die Familie versucht, den Vorfall zu überwinden, hinterlässt dieser Tag bleibende Spuren im Leben der Familie. Vierzig Jahre später, als sich die Familie bei einem Fest wieder vereint, werden die Auswirkungen des Vorfalls auf ihr Leben deutlich.

Taffy Brodesser-Akner zeichnet die Charaktere der Fletchers präzise und einfühlsam. Jeder von ihnen verarbeitet die Erinnerungen auf seine eigene Weise, und die Autorin stellt die inneren Konflikte und daraus resultierenden Dynamiken innerhalb der Familie dar. Die Dialoge sind lebendig und authentisch, die Beschreibungen fein beobachtet und detailliert.

Ein zentrales Thema des Romans ist, wie ein traumatisches Ereignis das Leben und die Beziehungen in einer Familie über Jahrzehnte hinweg beeinflussen kann. Der Aufbau des Buches ist ungewöhnlich, mit wenigen langen Kapiteln, was es manchmal schwierig macht, dem Fluss der Geschichte zu folgen. Dennoch verleiht die Erzählweise den Charakteren Authentizität und Tiefe, auch wenn mir die Sprache zuweilen zu vulgär war. Aber die innere Zerrissenheit wurde sehr gut dargestellt und vielleicht war die vulgäre Sprache hierfür nötig.

Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit der Autorin, emotionale und humorvolle Momente zu kombinieren. Auch wenn der Humor nicht immer meinen Geschmack trifft, zeigt er dennoch eine kunstvolle Art, ernste Themen mit Humor zu verbinden.

Insgesamt ist „Die Fletchers von Long Island“ ein vielschichtiger Roman, der tief in die Familiengeschichte eintaucht. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und unterhält, auch wenn es nicht immer leicht zu lesen ist. Diejenigen, die detaillierte Charakterstudien und eine Mischung aus Tragik und Komik schätzen, werden es mögen.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Eine dystopische Reise

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Stuart Turtons Roman "Der letzte Mord am Ende der Welt" entführt mich auf eine letzte bewohnte Insel im Mittelmeer, die von einem giftigen Nebel umgeben ist. Das Setting ist zunächst faszinierend und dann ...

Stuart Turtons Roman "Der letzte Mord am Ende der Welt" entführt mich auf eine letzte bewohnte Insel im Mittelmeer, die von einem giftigen Nebel umgeben ist. Das Setting ist zunächst faszinierend und dann eher beängstigend, da die letzten Überlebenden der Menschheit auf dieser kleinen Insel im Mittelmeer um ihr Leben kämpfen müssen.

Die Geschichte beginnt mit der Entdeckung der Leiche einer Wissenschaftlerin, die die Vision von einer Welt ohne Leid, in der alle gleich sind, aufgeben musste. Außerdem war sie die Schlüsselfigur für die Sicherheit der Insel. Ihre Ermordung setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die das fragile Ökosystem der letzten Zuflucht der Menschheit bedroht. Das Sicherheitssystem der Insel wird durch den Mord außer Kraft gesetzt und den Bewohnern bleiben nur 107 Stunden, um den Mörder zu finden, bevor der tödliche Nebel die Insel erreicht und alle vernichtet. Die Atmosphäre ist demnach sehr bedrückend und von der Idylle bleibt nicht mehr viel übrig.

Gleichzeit werden so viele Fragen aufgeworfen, die nicht alle beantwortet werden. Da ist zum Beispiel Abi, die Ich-Erzählerin, die nur in den Gedanken der Menschen existiert. Das fand ich mitunter beim Lesen etwas irritierend. Außerdem warum müssen die Menschen mit 60 Jahren sterben? Warum muss man sich bewerben, um Eltern zu werden? Ab dem Moment ahnte ich schon Böses.

Der Schreibstil Stuart Turtons ist fesselnd und spannungsgeladen. Die Handlung ist komplex und vielschichtig, mit vielen Wendungen und Enthüllungen. Allerdings wiederholen sich einige dieser Wendungen und manche Aspekte der Geschichte wirken ein wenig gezwungen.

"Der letzte Mord am Ende der Welt" ist ein ungewöhnlicher dystopischer Roman, der viele interessante Fragen aufwirft und vor allem eine düstere Welt erschafft. Obwohl einige Elemente der Geschichte verstörend sind und nicht alle Fragen vollständig geklärt werden, bleibt das Buch spannend und lesenswert. Ich fand es allerdings anstrengend und war froh, als es zu Ende war.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Skurrile und brutale Satire

Nimms nicht persönlich
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Ich mag Bücher, die anders sind. Daher hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Denn der Roman "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland sollte eine faszinierende Mischung aus schwarzem Humor und satirischen ...

Ich mag Bücher, die anders sind. Daher hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Denn der Roman "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland sollte eine faszinierende Mischung aus schwarzem Humor und satirischen Elementen bieten. Die Geschichte dreht sich um den Qualitätsmanager Lute und die düsteren Machenschaften des Headhunters Lombard. Trotz dieser interessanten Prämisse konnte das Buch mich nicht ganz überzeugen.

Die Kombination aus Skurrilität und Brutalität war für meinen Geschmack etwas zu extrem und beeinträchtigte mein Lesevergnügen. Insbesondere der Mangel an auflockerndem Humor hat dazu beigetragen, dass die Geschichte stellenweise schwer verdaulich war. Die Horrorelemente erschienen mir manchmal unpassend und störten meinen erzählerischen Fluss.

Insgesamt konnte "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Die übertriebene Skurrilität, die ausgeprägte Brutalität und der fehlende Humor machten das Buch für mich zu einer weniger erfreulichen Lektüre. Dennoch könnte es Leserinnen und Leser ansprechen, die eine Vorliebe für diese Art von ungewöhnlicher Mischung haben. Mein Geschmack war es leider nicht.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Interessante Grundidee, aber leider nicht spannend

Die Schanze
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Der Anfang rief ja schon eine heftigste Gänsehaut bei mir hervor. Solche Taten kenne ich zwar schon aus vielen anderen Thrillern, aber mich gruselt es jedes Mal aufs Neue.

Dann lerne ich Ellen kennen, ...

Der Anfang rief ja schon eine heftigste Gänsehaut bei mir hervor. Solche Taten kenne ich zwar schon aus vielen anderen Thrillern, aber mich gruselt es jedes Mal aufs Neue.

Dann lerne ich Ellen kennen, die nach einer gescheiterten Beziehung in Hamburg in ihr bayrisches Heimatdorf zurück kehrt, um dort eine Hausarztpraxis zu übernehmen. Aber ihr Vorgänger erscheint nicht wie vereinbart zur Übergabe, die Praxis und auch das dazugehörige Haus sind total heruntergewirtschaftet. Und Ellen hat heftige psychische Probleme, was sich so nach und nach herausstellt. Der Mord an der Schanze geschieht in ihrer ersten Nacht. Ein Zusammenhang ist mehr als klar! Zu ihr gesellt sich Merab, ein Journalist bei der örtlichen Zeitung. Ein sympathischer Geselle, der aber leider etwas farblos bleibt. Ein paar falsche Fährten hat der Autor auch gelegt, aber auch das konnte den Thriller nicht retten.
Denn was richtig spannend hätte sein können, plätschert für mich so
dahin. Der Autor schafft es einfach nicht, den Spannungsbogen straff zu halten, sondern schweift immer wieder ab mit Belanglosigkeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Ellen so richtig unsympathisch finde und es fällt mir sehr schwer, mich in sie hineinzuversetzen oder ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Lars Menz hat eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die gut zu dem abgelegenen Dorf und dem Setting passt. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr gelungen. Der Schreibstil ist ok, aber manchmal etwas abgehackt und das hat mir auch nicht gefallen.

Für mich ist „Die Schanze“ ein eher mittelmäßiger Thriller, der zwar mit einer interessanten Grundidee und einer düsteren Atmosphäre punktet, letztlich jedoch an der fehlenden durchgängigen Spannung und einer unsympathischen Protagonistin scheitert.

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