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Veröffentlicht am 15.04.2025

aktuelles Thema, bei Spannung noch Luft nach oben

Riot Girl
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Ermittlerin Obalski ist Quereinsteigerin. Nach dem Gender-Studium wurde sie beim BKA zur Forensikerin und Kriminologin ausgebildet. Was sie aber im Besonderen auszeichnet ist, dass sie die Menschen lesen ...

Ermittlerin Obalski ist Quereinsteigerin. Nach dem Gender-Studium wurde sie beim BKA zur Forensikerin und Kriminologin ausgebildet. Was sie aber im Besonderen auszeichnet ist, dass sie die Menschen lesen kann. Das hat die Autorin gleich am Anfang des Buches sehr gut vermittelt. Wie Obalski anhand von Falten am Körper auf Schlafgewohnheiten und bei Füsse trippeln auf Bluthochdruck schließt, hat mich schon beeindruckt. Auf der anderen Seite wurde Obalski aber als selbstzweifelnd dargestellt als sie ihren Job als VE (Verdeckte Ermittlerin) beim Jugendamt antritt. Ja es war ihr erster Job als VE, aber es passte irgendwie nicht zu ihrem Auftritt gegenüber ihren Kollegen bei der Polizei.
Auf jeden Fall kann man sie als sehr engagiert beschreiben. Ich empfand die ihr gestellte Aufgabe, durch ihren Job beim Jugendamt Kontakt und Vertrauen zu den aggressiven Mädchengruppen im Netz aufzubauen und die Drahtzieher zu ermitteln als Herausforderung. Die beschriebenen Challenges sind echt krass, aber durchaus vorstellbar. Vor allem die Sogwirkung, die sie innerhalb der jungen Menschen auslösen. Obalski prüft alle ihr zugängigen Informationen, hört auf ihr Bauchgefühl und findet so einige entscheidende Hinweise für die polizeilichen Ermittlungen. Doch eines wird ihr dabei klar, es sind nicht gewaltbereite Jugendliche, es sind Opfer von Gewalt. Opfer, denen bisher nicht geglaubt und geholfen wurde. Weder durch die Familie, die Polizei oder andere Behörden.
Was mich beim Lesen gestört hat, waren die vielen Abkürzungen. Die Autorin hat im Nachwort erklärt, dass sie die wegen der Authentizität des Buchs hat einfließen lassen und sie wurden auch immer einmal erklärt. Aber es waren zu viele, um sich alle zu merken. Da hätte ich mir eine Gesamtübersicht zum Nachschlagen gewünscht. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Stolz und Schuld – gelungene Familiengeschichte

Wo wir uns treffen
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Die Familie Brooke trifft sich auf dem riesigen Anwesen von Philip Brook anlässlich seiner Beerdigung. Das Anwesen der Brookes befindet sich seit 240 Jahren in Familienbesitz. Es wurde gegründet von Oliver ...

Die Familie Brooke trifft sich auf dem riesigen Anwesen von Philip Brook anlässlich seiner Beerdigung. Das Anwesen der Brookes befindet sich seit 240 Jahren in Familienbesitz. Es wurde gegründet von Oliver Brook. Zu Lebzeiten war der Umgang mit dem Philip kein leichtes Unterfangen. Seine Ehefrau Grace, mit der er drei Kinder hat, musste jahrelang ohne ihn zurechtkommen, während er bei seiner Geliebten in New York war. Grace nimmt es klaglos hin, auch wenn sie mit ihrem Leben nicht zufrieden ist und sich in Philips riesigen Haus nie richtig zu Hause gefühlt hat.
Ich tue mich ein wenig schwer mit der Beurteilung der Handlung. Viel lieber würde ich mit der Autorin oder anderen Lesern darüber diskutieren. Auf jeden Fall sind die Beschreibungen zur Natur und der Rückkehr zur ursprünglichen Bewaldung sehr anschaulich. So ist es auch Ned, der bereits seit 50 Jahren auf einer Lichtung im alten ausgedienten Bus lebt, für mich die interessanteste Figur. Er lebt mir der Natur im Einklang, hat für jedes Wehwehchen ein natürliches Mittel bereit. Er selbst bezeichnet sich als lebenslanger Lehrling des Waldes. Auf mich hat er den Eindruck hinterlassen in sich selbst zu ruhen. Ich denke, das empfinden Philips und Grace Kinder Frannie, Milo und Isa auch so. Denn wann immer sie Probleme oder Zweifel haben, suchen sie seine Nähe und seinen Rat. Bis heute. Man erfährt, wie unterschiedlich die 3 Kinder mit dem despotischen Verhalten des Vaters umgehen. Ohne Spuren bleibt das bei keinem. Doch dann kommt die Tochter von Philips amerikanischer Geliebten zur Beisetzung. Sie ist es, die ein völlig neues Bild der Familiengeschichte der Brooks zeichnet. Nicht allem, was sie ans Licht bringt, würde ich vorbehaltlos zustimmen.
Für mich waren die Naturbeschreibungen an einigen Stellen zu ausgedehnt. Das ging zu Lasten der Beschreibungen der einzelnen Charaktere. Ich hätte mir mehr Einblicke in die Gedanken der drei Kinder gewünscht. Insgesamt ist das ein sehr einfühlsamer Familienroman, dem ich 3,5 Lese-Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

alte Schuld – Spannung ausbaufähig

Haus Waldesruh
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Nach fast 15 Jahren lädt Marco seine Schulfreunde zum Treffen in einer abgelegenen Jagdhütte in der Steiermark ein. Sie sind vier, Anna, Ferdinand, Lea und ihr Gastgeber Marco. Lea hat noch ihre Zugbekanntschaft, ...

Nach fast 15 Jahren lädt Marco seine Schulfreunde zum Treffen in einer abgelegenen Jagdhütte in der Steiermark ein. Sie sind vier, Anna, Ferdinand, Lea und ihr Gastgeber Marco. Lea hat noch ihre Zugbekanntschaft, Frank, unangekündigt mitgebracht.
Schnell stellen die ehemaligen Freunde fest, dass sie kaum noch etwas verbindet, außer ihrer Vergangenheit während ihrer Matura-Zeit. Und über die durften sie laut den von Marco aufgestellten Regeln für das Treffen nur zur Sprache kommen, wenn alle 4 im Raum anwesend sind und Regel Nummer 2 - es muss immer die Wahrheit gesagt werden. Anna bringt spontan noch eine dritte Regel mit ein. Jeder soll sein schmerzlichstes Geheimnis offenbaren. Ich fand diese Regel für das Miteinander in der Hütte und für mich als Leser am spannendsten. Wider Erwarten kommen so Tatsachen zum jetzigen Leben der Teilnehmer ans Licht, das ich so nach ihrem Äußeren und Auftreten nicht erwartet habe. Mit den Beichten von Anna und Fredi habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Bei Lea und Marco kamen mir die persönlichen Antriebe bei diesem Treffen mitzumachen. Ich denke dadurch kamen mir diese beiden Figuren etwas zu oberflächlich worunter die Dramatik des Wiedersehens etwas auf der Strecke geblieben ist. Dabei werden die Stunden in der Hütte doch für alle zur Zerreißprobe. Eine vermeintlich alte Rechnung soll beglichen werden, nur gerät das Ganze außer Kontrolle.
Ich habe die Entwicklung, die dieses Treffen genommen hat, so nicht erahnt und doch hätte es für mich ruhig noch ein wenig dramatischer sein können. Gerade der dunkle Ort und der alte Groll einiger Teilnehmer wie auch die Schuldzuweisungen hätten durchaus ausgebaut werden können. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannung entwickelte sich er allmählich

Sonst stirbt sie!
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Emma ist verschwunden. Die einjährige Tochter von Lena und Philipp Dorn verschwand ohne erkennbare Einbruchsspuren nachts aus ihrem Kinderzimmer. Philipp, der fürsorgende Vater und Hausmann, ist außer ...

Emma ist verschwunden. Die einjährige Tochter von Lena und Philipp Dorn verschwand ohne erkennbare Einbruchsspuren nachts aus ihrem Kinderzimmer. Philipp, der fürsorgende Vater und Hausmann, ist außer sich. Ihn quälen Selbstzweifel, da er sich an die letzten Stunden nicht erinnern kann. Mutter Lena scheint das Verschwinden der Tochter weit weniger zu berühren.
Den Schreibstil fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Die Superermittlerin Kriminalhauptkommissarin, Svenja Paulus, bringt ihrem Neuling im Team Ermittlungsarbeit bei. Lehrer und Schüler. Selbst als Leser kam ich mir dabei wie in einer Vorlesung vor. Sympathien gegenüber dieser dominanten Ermittlerin kamen da nicht auf. Um so mehr habe ich Alwin Welte, den neuen Kollegen, wegen seiner Ruhe ihr gegenüber bewundert. Der Vermisstenfall weitet sich immer mehr aus. Zeugen fliehen, neue Ansatzpunkte und damit Verdächtige treten auf und damit kam dann auch bei mir Spannung auf. Dabei hat es mir gefallen, wie der Autor in einzelnen Kapiteln Ereignisse und Gedanken schildert ohne die betreffende Person beim Namen zu nennen. Auf jeden Fall ist es ihm damit gelungen, mich in die Irre zu führen und die Spannung zu halten. Den Ausgang dieses Thrillers fand ich absolut gelungen, auch wenn einige Dinge offenbleiben. Es weckt die Neugier auf eine Fortsetzung. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

macht neumacht neugierig auf die Fortsetzung

Der Mann aus der Flut
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Fria Nordström, ehemals Mordermittlerin beim LKA Hamburg, lässt sich nach Sylt in die Polizeiwache Nord in List versetzen. Irgendetwas ist in Hamburg passiert, das immer nur angedeutet wird, was Fria aber ...

Fria Nordström, ehemals Mordermittlerin beim LKA Hamburg, lässt sich nach Sylt in die Polizeiwache Nord in List versetzen. Irgendetwas ist in Hamburg passiert, das immer nur angedeutet wird, was Fria aber bis heute Albträume beschert. Gleich an ihrem ersten Tag auf der neuen Dienststelle gibt es einen Toten. Tamme Mattes, ein eher eigenbrötlerisch ehemaliger Seemann, jetzt Rentner, wird stranguliert in seinem Haus gefunden. Auf den ersten Blick sieht alles nach Selbstmord aus, aber Fria hat da starke bedenken, die sich auch schnell bestätigen sollen. Unter diesen ereignisreichen ist mir der Einstieg recht schnell gelungen und meine Neugier war geweckt. Spannung kam im Sylt-Krimi dann auch recht schnell durch die mitunter sehr zwielichtigen Inselbewohner auf. Der aus Flensburg hinzugerufene Kommissar Jorgens, der die Leitung der Ermittlungen hatte, erschien mir recht unerfahren und wenig professionell. Immer wieder gibt Fria ihm gezielte Denkanstöße und zeigt Ermittlungsansätze auf, die Jörgens bereitwillig aufnimmt. In meinen Augen wäre Fria die bessere Wahl als Ermittlungsleiterin, wobei sie recht hoch pokert.
Dann gibt es aber noch den Fremden, den Fria am Strand gefunden, der sein Gedächtnis verloren hat und den sie vorerst bei sich wohnen lässt. Würde eine erfahrene Ermittlerin so etwas tun? Nun weil Fee, ihr Hund vertrauen zu ihm zeigt?
Der Krimi hat an einigen Stellen so seine Ecken und Kanten, soll heißen, dass ich es eher unglaubhaft fand, was meiner Spannung aber keinen Abbruch tat. Dafür ist dieser Mann mit dem zu dicken Mantel und den eisgrauen Augen einfach zu gut beschrieben. Der kennt kein NEIN und nur seine Bedingungen gelten. Einfach gruselig. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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