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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2025

Mitternachtserde

Bury Our Bones in the Midnight Soil
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Drei Frauen, drei Schicksale.
1511: Maria wächst in dem kleinen, spanischen Dorf Santo Domingo de la Calzada auf. Dort trifft sie auf einen Edelmann, den sie heiratet, um ihr Dorf zu verlassen. Ihre Ehe ...

Drei Frauen, drei Schicksale.
1511: Maria wächst in dem kleinen, spanischen Dorf Santo Domingo de la Calzada auf. Dort trifft sie auf einen Edelmann, den sie heiratet, um ihr Dorf zu verlassen. Ihre Ehe ist keine glückliche und Maria sehnt sich nach Freiheit.
1827: Charlotte soll ihren Heimatort verlasse, in London Anstand lernen und einen Ehemann finden. Doch Charlotte denkt gar nicht daran und flieht mit einer mysteriösen Frau.
2019: Alice studiert in Boston und ist das erste Mal auf einer Studentenparty. Nach einem One-Night-Stand entdeckt sie eine seltsame Wunde an ihrem Hals und sie hat Hunger - großen Hunger auf Blut!

V. E. Schwab Schreibstil konnte mich auch in Bury Our Bones in the Midnight Soil wieder komplett überzeugen, doch leider ist dies einer der wenigen Punkte, die mir durchweg gefallen haben. Ein weiterer sind die starken Nebencharaktere, von denen ich gerne mehr gelesen hätte.

Ansonsten fing die Geschichte spannend an, ich mochte den Einstieg und hatte das Gefühl, dass ein spannender Roman auf mich warten wird. Doch relativ schnell hat sich die Freude gelegt, was vor allem an einer Protagonistin lag, die super eindimensional gezeichnet wurde. Die Handlungen hätten teilweise wirklich Potenzial gehabt, aber konnten mich aufgrund der Vorhersehbarkeit leider nur langweilen. Und auch die beiden anderen Protagonistinnen konnten mich nicht vollends überzeugen, es fehlte mir bei ihnen an Tiefe oder diese wurde an eine Stelle gesetzt, die für die Geschichte eigentlich total irrelevant ist. Das Ende war trotz kleiner Überraschung wenig spektakulär und hat dadurch eher für Enttäuschung gesorgt. Und so bleibt am Ende das Gefühl, dass viel geschrieben, aber wenig gesagt wurde und der Geschichte einige Seiten weniger ausgereicht hätten.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Fünf Tage auf 800 Seiten!

Tränenfluch
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13 Jahre lebt Mercy Callahan bereits außerhalb ihrer ehemaligen Sekte „The Church of Second“. Als Überlebende eines Serienkillers wird nun jedoch von ihr berichtet und das macht den Sektenanführer Ephraim ...

13 Jahre lebt Mercy Callahan bereits außerhalb ihrer ehemaligen Sekte „The Church of Second“. Als Überlebende eines Serienkillers wird nun jedoch von ihr berichtet und das macht den Sektenanführer Ephraim Burton auf sie aufmerksam. Ausgerechnet den Mann, mit dem Mercy zwangsverheiratet wurde und der bisher dachte, dass sie vor 13 Jahren starb. Burton ist klar, dass er Mercy wieder holen möchte. Burtons erste Attacke auf Mercy kann Rafe Sokolov verhindern, doch mit ihr wird klar, dass Mercy sich offensiv gegen die Sekte stellen muss. Kann Mercy ihren früheren Peiniger aufspüren?

Tränenfluch ist der zweite Teil der Sacramento-Trilogie von Karen Rose, die nicht unabhängig voneinander gelesen werden kann und dessen Reihenfolge unbedingt beachtet werden sollte. Im Gegensatz zum ersten Teil habe ich mich jedoch inhaltlich sehr schwer getan. 800 Seiten können spannend sein und dadurch auch schnell beendet werden, aber in diesem Fall fand ich es weitestgehend doch sehr zäh. Wir erleben auf das komplette Buch gesehen fünf (!) Tage. Das verdeutlicht sehr, wie detailliert und kleinteilig der Romance-Thriller geschrieben wurde. Wenn ich emotional nicht bereits durch den ersten Band eine starke Beziehung zu den Protagonist:innen aufgebaut hätte, dann hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen. Durch diese emotionale Bindung hatte ich aber phasenweise dennoch meinen Spaß, denn natürlich interessiert es mich, wie es für Gideon Reynolds und Mercy Callahan weitergeht. Auch in diesem Teil mochte ich die Interaktionen der Charaktere und ihre Gefühlsbeschreibungen. Gefallen hat mir auch weiterhin das Thema „Sekte“, das sehr gut transportiert wurde. Allerdings war der „Thriller“-Part in diesem Band sehr schwach. Ephraim Burton wird zum großen Gegenspieler und es geschehen auch Dinge, allerdings wirken diese fast schon nebensächlich. Lediglich auf den letzten 100 Seiten zog die Spannung an, folgte dann aber einer großen Enttäuschung, weil es keinen richtigen Abschluss gab, sondern lediglich eine Übertragung, die es für meinen Geschmack nicht gebraucht hätte. Denn auch ohne dieses offene Ende hätte es für den letzten Teil noch genug Arbeit gegeben.

Tränenfluch alleine gesehen, hätte mich absolut nicht überzeugt, durch den ersten Band und das dadurch entstandene Interesse für die Protagonist:innen, komme ich hier noch auf lieb gemeinte 2,5 Sterne. Ich bin mir auch sicher, dass ich die Trilogie abschließen möchte, allerdings wird das direkt passieren.

Die Reihe kann ich vor allem denjenigen empfehlen, die kein gesteigertes Interesse an blutigen Taten haben, aber doch einen gewissen Thrill mögen, das Thema Sekte interessant finden und die sehr gerne eine tiefe Beziehung zu den Protagonist:innen aufbauen.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Die GALS

Eine von uns
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Gina lebt mit ihrem Mann Matt und den zwei Kindern fernab ihrer Heimat und dunklen Vergangenheit. Doch als ihr Haus abbrennt, ist Gina auf die Hilfe ihrer ehemaligen Freundin Annie angewiesen. Annie bietet ...

Gina lebt mit ihrem Mann Matt und den zwei Kindern fernab ihrer Heimat und dunklen Vergangenheit. Doch als ihr Haus abbrennt, ist Gina auf die Hilfe ihrer ehemaligen Freundin Annie angewiesen. Annie bietet ihr an, vorübergehend bei ihr zu wohnen, in einem wunderschönen, renovierten Haus, das ausgerechnet in Hastings steht. Einem Ort, zu dem Gina nur ungern zurückkehrt. Gina fühlt sich sichtlich unwohl und dann ist da noch Mary, die Haushälterin, die ihr - trotz Annies wohltuender Worte - äußerst seltsam vorkommt. Immer häufiger holt Gina die Vergangenheit ein und ihr größter Albtraum rückt immer näher.

Ich mochte den beklemmenden Einstieg in Eine von uns von Samantha Hayes direkt, doch dann verlor sich der Inhalt leider auf den nächsten 200 Seiten etwas. Lange scheint die Konstellation der Figuren ziemlich klar, was die Spannung nimmt und das Gelesene zeitweise langatmig und fast schon wiederholend macht. Vor allem die Perspektive Ginas dreht sich phasenweise im Kreis, während man als Leser bereits erahnen kann, welche Wege der Thriller nehmen wird. Das nimmt die Spannung und mindert das Lesetempo. Marys Perspektive war hingegen interessanter zu lesen.

Die Auflösung konnte dementsprechend an vielen Stellen nicht überraschen und dennoch gelang am Ende doch noch ein Twist mit enormen Potenzial, der mir noch viel besser gefallen hätte, wenn man diesem mehr Raum gegeben hätte. Sowohl durch eine weitere Perspektive, die dem Inhalt extrem viel gegeben hätte, als auch durch mehr Seiten. Ich fand es schade, dass das Buch damit (mehr oder weniger) zu Ende ging, dadurch gewann der Twist eher etwas Gekünsteltes, um noch einmal zu schocken und verlor für mich doch genau das.

Und so bleibt am Ende leider ein etwas enttäuschtes Fazit, weil die Grundidee zwar sehr gut, die Figuren super gewählt wurden und auch die Auflösung generell hervorragend ist, aber mir die Umsetzung leider nicht wirklich gefallen hat. Das was Freida McFadden so auszeichnet (da der Vergleich gezogen wird, nehme auch ich ihn auf) hat mir hier komplett gefehlt - die Raffinesse auf der psychologischen Ebene. Die Einblicke in das Innenleben der Protagonisten waren mir zu oberflächlich bzw. durch den Schreibstil kaum gegeben und eine entscheidende Perspektive fehlte mir komplett.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Sturm über Langer

Die Bucht
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Nancy zieht mir ihrem Mann Calder zurück in seine Heimat, einer kleinen Insel vor der Westküste Schottlands. Dort möchten die beiden endlich zur Ruhe kommen und eine eigene Familie gründen. Nancy hat allerdings ...

Nancy zieht mir ihrem Mann Calder zurück in seine Heimat, einer kleinen Insel vor der Westküste Schottlands. Dort möchten die beiden endlich zur Ruhe kommen und eine eigene Familie gründen. Nancy hat allerdings Probleme mit der kargen Schiefernlandschaft und den Bewohnern und dann wird auch noch ihr größter Alptraum wahr, denn sie muss um das Leben ihres Mannes bangen. Niemals hätte sie vermutet, dass sein Überleben einen noch größeren Alptraum erwecken könnte.

Die Bucht von Liz Webb klang nach einem spannenden, atmosphärischen Thriller, der mich nicht wirklich überzeugen konnte und leider liegt das vor allem an dem sehr detaillierten Klappentext, der mehr als zwei Drittel des Buchinhalts enthält. Thriller leben von Überraschungen, wenn aber der Großteil des Inhalts bereits in einen Klappentext passt, dann nimmt das nicht nur die Spannung, sondern macht das Buch auch ziemlich zäh. Genau das war hier für mich leider der Fall.

Mein zweites Problem war die Perspektive die wir einnehmen, Nancys. Ich konnte mit der Frau und ihrer Gedankenwelt nicht warm werden, mochte zu Beginn ihre Tendenz zum Selbstmitleid und den vielen ‚ich‘-Gedanken nicht und konnte im weiteren Verlauf auch mit ihrer Vertrauensverteilung gar nichts anfangen. Allein aus dieser Perspektive ist für mich das Ende absolut unglaubwürdig und fragwürdig.

Webb widmet sich sehr detailliert der Landschaftsbeschreibung, was durchaus eine kühle Atmosphäre erzeugt, aber auch sehr viel Tempo nimmt. Erst auf den letzten vierzig Seiten zog dieses an, konnte mich aber mit seinen Twists nicht überraschen und war mir im Endeffekt zu wenig.

Ich mochte allerdings die Insel und ihre Bewohner, die Webb sehr mysteriös erscheinen lässt und deren Fokus stark auf den Priester Arran und die Kirche liegt. Diese Beziehungsdynamik der Inselbewohner fand ich interessant und gut dargestellt. Doch insgesamt war es mir leider zu wenig für einen spannenden Thriller. Tendenziell hat es sich für mich auch eher wie ein Psychothriller angefühlt, da es sich vor allem um das Innenleben Nancys dreht.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Dramatische Liebe

Maybe Meant To Be
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Ihr ganzes Umfeld geht fest davon aus, dass die besten Freunde Sage und Charlie füreinander bestimmt sind und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die beiden zusammen kommen. Dabei könnte ihr Beziehungsleben ...

Ihr ganzes Umfeld geht fest davon aus, dass die besten Freunde Sage und Charlie füreinander bestimmt sind und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die beiden zusammen kommen. Dabei könnte ihr Beziehungsleben kaum unterschiedlicher sein. Charlie, der jeden Monat eine neue Freundin hat und Sage, die noch nie eine richtige Beziehung hatte. Dann taucht Luke Morrissey auf dem Campus auf und bringt alles durcheinander. Zwischen Charlie und Luke funkt es und auch Sage traut sich endlich mehr Zeit mit Charlies Zwillingsbruder Nick zu verbringen.

Doch Charlie hat Angst seine wahren Gefühle der ganzen Welt zu zeigen und auch Sage fürchtet sich, Nicks Herz zu brechen. Kann die Freundschaft zwischen Charlie und Sage ihr Ängste überwinden lassen.

Maybe Meant to Be von K. L. Walther konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich mochte die Grundidee der Story sehr gerne, doch die Figuren waren mir in ihrem Verhalten viel zu jung und unreif. Viele der vermeintlichen Probleme wären mit etwas Kommunikation schnell gelöst und nur das Coming-Out hatte für mich wirklich eine begründbare Angst, aber hier gab es leider wenig Kommunikation und dafür deutlich mehr Drama. Der angesprochene Campus lässt zwar jüngere Protagonisten vermuten, im Verbund mit dem Cover dachte ich jedoch an einen universitären Campus und dementsprechend an reifere Protagonisten und eine tiefgründigere Story.

Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven Charlie und Sages, die beide eine langjährige Freundschaft eint. Ich konnte zu beiden leider keine richtige Beziehung aufbauen, weil mir ihr Verhalten nicht immer nachvollziehbar erschien und ich auch ihre Gefühle nicht wahrnehmen konnte. Mir fehlte es leider an einer tieferen Charakterzeichnungen, vor allem Charlie hätte noch viel mehr Emotionen wecken können. Seine Perspektive gefiel mir, auch thematisch, am besten. Ich mochte seine Entwicklung.

Maybe Meant to Be war durch die jungen Protagonisten deutlich anders als erwartet. Wer sich von Beginn an auf Drama einstellt, der wird dieses Buch mögen.

Ich habe einige Teile der Geschichte als Hörbuch gehört. Dieses wurde von Corinna Dorenkamp und Julian Horeyseck super eingesprochen und macht es einfach, der Geschichte zu folgen.

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