Kunst, Liebe und Selbstfindung
Perfect Girl ParadoxLarks Geschichte wird es einigen Lesern einfach machen, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Lark hat jahrelang versucht, in allem perfekt zu sein und es allen recht zu machen. Doch sie merkt nicht, ...
Larks Geschichte wird es einigen Lesern einfach machen, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Lark hat jahrelang versucht, in allem perfekt zu sein und es allen recht zu machen. Doch sie merkt nicht, dass ihr der Druck von außen und vor allem durch sich selbst zu viel wird. Man lernt sie mitten in ihren schwierigsten Tagen kennen.
Um Lark aus dem Haus zu holen, melden ihre Eltern sie bei einem Kunstkurs an. Versuchen sie aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen mit ihrer früheren Leidenschaft. Das Thema Kunst fand ich so spannend und gut eingebaut. Es gewährt tiefere Einblicke, die auch für Laien verständlich geschrieben sind.
Der Kurs besteht insgesamt nur aus vier Personen. Lark, ihr ehemaliger Mitschüler, nun freiwillige Aushilfe und Kunstlehrer Nick, die quirlige, dauerflirtende Tammy und ihr Gegenstück Linda, die immer einen guten Rat auf den Lippen hat. Alles toll ausgearbeitete Persönlichkeiten, die insbesondere „Found Family“-Trope Liebhaber glücklich machen werden.
Für mich war es total schön zu beobachten, wie Lark eine innere Entwicklung durchmacht mit den richtigen Menschen um sich herum, eine Leidenschaft und sich selbst im Blick. Vor allem empfand ich den Verlauf als sehr authentisch, mit Fort- und Rückschritten und absolut gemächlich. Gegen Ende konnte sie mich mit ihrem Entwicklungsprozess auch überraschen, weil ich den Verlauf ungewöhnlich, aber auch sehr stark fand.
Gelesen wird die Geschichte aus den Perspektiven von Lark und Nick. Zwischen ihnen bahnt sich eine Lovestory an, die voller Liebe zu den Farben des Lebens ist. Sie verläuft süß, prickelnd, unterstützend und erzeugt das Gefühl alter Romance-Filme, die man früher aus der Videothek ausgeliehen hat. Nur manchmal empfand ich die gewählten Umstände für die Spice-Szenen ungewöhnlich (z. B. kamen sie in der Nähe ihrer Eltern vor mit Potenzial erwischt zu werden).
Das Buch ist vergleichsweise recht kurz und liest sich schnell weg. Dennoch geht es sensibel mit den wichtigen Themen im Plot um. „Perfect Girl Paradox“ ist bestärkend darin, dass man nicht perfekt, sondern nur man selbst sein muss. Außerdem bietet es einen Einblick in den Bereichen Selbstfindung und psychische Erkrankungen. Aufgrund der Kürze des Buches werden die Themen aber nicht so vertieft, wie es möglich gewesen wäre. Vor allem zur männlichen Hauptfigur hätte ich sehr gerne noch mehr gelesen.
Fazit:
Eine Geschichte zum Mitfühlen, zum Träumen, aber mit einer großen Prise Realität. Lark empfand ich als sehr realistische Hauptfigur, in die ich mich gut einfühlen konnte und deren Entwicklung ich unheimlich gerne verfolgt habe. Dabei begleiten sie viele tolle Personen und Nebencharaktere, die gut ausgearbeitet sind und einen Found Family-Vibe verströmen. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich schön, wobei ich manchmal die Umstände für die Spice-Szenen etwas komisch fand.
Letztendlich bietet der Plot eine Menge Elemente mit Mehrwert: Selbstfindung, Entwicklung, psychische Erkrankungen und den Umgang damit. Hier liegt in der Kürze die Würze, wobei der Verlauf dennoch sensibel mit den wichtigen Themen umgeht.