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Veröffentlicht am 25.04.2025

Sensibel, witzig, bewegend

Keine Party ist auch keine Lösung
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Jagoda lebt seit 6 Monaten mit ihrer polnischen Mutter im Frauenhaus, nachdem ihre Mutter wieder enttäuscht zum 2. Mal vor ihrem gewalttäigen Vater geflohen ist. Jetzt lebt sie im Frauenhaus an der Grenze ...

Jagoda lebt seit 6 Monaten mit ihrer polnischen Mutter im Frauenhaus, nachdem ihre Mutter wieder enttäuscht zum 2. Mal vor ihrem gewalttäigen Vater geflohen ist. Jetzt lebt sie im Frauenhaus an der Grenze zu Polen, also gar nicht so weit weg von ihrer geliebten Babschka, ihrer Oma. Aber da die Adresse von Frauenhäusern geheim bleiben muss, kann diese natürlich noch nicht einmal für ihren Geburtstag in wenigen Tagen zu Besuch kommen. Wie damals vor 5 Jahren soll es eine kleine feine Feier, mit allen Bewohnern des Frauenhauses werden. Aber nicht mit Jagoda! Zum einen, will sie die gleichaltrige Jules, die große Schwester von Putzi, nicht dabei haben. Auch wenn Putzi eine super Ersatzschwester ist, ist Jules eine Plage. Sie will immer alles in die Luft sprengen. Was stimmt bloß nicht mit ihr? Zum anderen ist das Mia, das neue Mädchen in ihrer Klasse, die als einzige nett zu ihr ist und sie nicht wegen ihrer abgetragenen Klamotten hänselt. Als sie erfahren hat, dass Jagoda am Freitag Geburtstag hat, fragt sie sofort, ob sie eingeladen wird und Jagoda sagt zu. Sie will unbedingt, dass Mia ihre Freundin wird und dass es eine richtig tolle Party mit allem Drum und Dran wird – nur, wie soll das gehen?

Jagoda ist polnisch und heißt Blaubeere und sie hasst ihren Namen und würde so gerne Jasmin heißen. Aber niemand nennt sie so und so hasst sie stattdessen einfach fast alles was blau ist! Aber das ist gerade ihr geringstes Problem....

Anna Maria Prasler gewährt sehr einfühlsam und für Kinder gut verständlich den Einblick in das Leben im Frauenhaus. Wobei einige Dinge nicht so thematisiert werden, weil das für die Altersgruppe nicht so spannend ist, z.B. warum Jagodas Mutter so arm ist, obwohl sie den ganzen Tag arbeitet.... Arbeitende Bewohnerinnen des Frauenhauses müssen die Unterkunft nämlich bezahlen und zu den Kosten gehören eben auch die für die Mitarbeiterinnnen! Klar, dass da nicht mehr allzu viel für anständige Klamotten oder andere Annehmlichkeiten übrig bleibt. Jagoda hat also echte Probleme bei der Planung, denn Geld hat sie keines, aber dank ihrer Tierliebe, verdient sie sich welches und muss es mit Bedacht einsetzen. Zum Glück schafft sie es, über ihren eigenen Schatten zu springen und die übrigen Bewohnerinnen und ihre Kinder um Hilfe zu bitten. Sie ist nämlich für ihr Alter schon viel zu erwachsen und übernimmt immer viel zu viel Verantwortung, da ist es mal sehr angenehm etwas davon abzugeben. Da es den anderen aber ganz ähnlich geht, müssen sie in der Not sehr erfinderisch werden. Aufgeben oder versagen steht nicht zur Auswahl, dafür steht für Jagoda viel zu viel auf dem Spiel. Außerdem ist es wie immer im Leben, es kommt alles ganz anders als geplant und wird dann ganz anders und viel besser als erhofft! Dazwischen muss Jagoda aber wirklich noch so einiges verkraften und ihr Name ist da ihre geringste Sorge! Dafür liefert sie ihren Zuhörerinnen aber auch tolle Partyideen für wenig oder kein Geld!

Uta Dänekamp spricht frech und energisch diese junge, entschlossene Heldin, die keinen leichten Start hat, aber nicht aufgibt. Mit vielen Stimmnuancen kann sie wunderbar die vielen Stimmungschwankungen der Geschichte zum Leben erwecken. Denn natürlich erfahren wir nicht nur das Schicksal von Jagoda und ihrer Mutter, sondern auch von einigen anderen Bewohnerinnen und ihren Kindern. Damit zeigt uns Anna Maria Prasler, dass es jede treffen kann. Gewalt in der Beziehung ist völlig schichtunabhängig und so werden ganz nebenbei, hoffentlich, Vorurteile abgebaut.

Ein sehr wichtiges Thema, dass viel zu wenig beachtet wird, einfühlsam und doch abwechslungsreich präsentiert.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Auch Jungs haben es nicht leicht!

Das Leben fing im Sommer an
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Solingen, Juni 2006. Es ist der heißeste Sommer seit Menschengedenken... Die Schulferien stehen unmittelbar bevor und der 15 Chris Kramer muss verkraften, dass er aus dem Nachwuchskader von Bayer 04 Leverkusen ...

Solingen, Juni 2006. Es ist der heißeste Sommer seit Menschengedenken... Die Schulferien stehen unmittelbar bevor und der 15 Chris Kramer muss verkraften, dass er aus dem Nachwuchskader von Bayer 04 Leverkusen geflogen ist: zu schmächtig. Nichts was man gerne hört, wenn man davon träumt Fußballprofi zu werden, sich nach Debbie, dem schönsten Mädchen der Schule sehnt und die Akne auf dem Rücken einem den Badespaß im Freibad verdirbt. Und doch erlebt Chris seinen ganz eingen Sommertraum. Er sitzt mit seinen besten Freunden Johnny und Salvo auf dem Dach der Scheune vom Kramerschen Hof und sie quatschen, bis Johnny beschließt, dass es Zeit ist, das Leben in vollen Leben zu genießen, Zeit für DIE Party, auf die alle außer ihnen eingeladen sind. Da müssen sie hin, zumindest Johnny und Chris, Salvo macht ja schon eine Lehre. Christ steht eigentlich nicht so auf Partys. Er trinkt nicht, er raucht nicht.... (klar, er will ja Profisportler werden) und fühlt sich dort irgendwie immer fehl am Platz. Doch heute ist alles anders, Debbie, das schönste Mädchen der Schule, für die er im Lateinunterricht immer etwas trödelt, tanzt ihn an und nicht nur das... Alles scheint möglich, ein Sommer, der sein Leben verändern wird!

Christoph Kramer ist aktuell vereinslos und wird immer als der Weltmeister in Erinnerung bleiben, der im Finale von einem Fußball ausgeknockt wurde. Der sympathische Fußballkommentator, der gerne geradlinig die Dinge beim Namen nennt, erzählt hier von seinem wichtigsten Sommer als Teen, als es eigentlich zu heiß für alles war und er doch nur eines wollte: eine Freundin, mit der er über alles reden kann und die am Besten so aussieht wie Mischa Barton in O.C. California. Solche Mädchen fallen jedoch nicht vom Himmel und wenn, interessieren sie sich für die coolen Jungs, nicht unbedingt für die Netten. Sind die netten Jungs tatsächlich immer die Langweiler? Tatsächlich nicht, es ist nur vielleicht zu Beginn etwas schwieriger mit ihnen ins Gespräch zu kommen, wenn sie schüchtern sind. Es lohnt sich aber es zu versuchen. Für alle Jungs und Mädels: Ihr seid nicht alleine mit Euren Selbstzweifeln! Anderen geht es ganz genauso, den meisten sogar. - Mein privater Trost an Euch: die, die in der Schule die Coolsten waren, bleiben es oft in der Folge nicht mehr... sie werden ganz oft, von den Normalos, den Netten raketenartig überholt...

Diese Geschichte ist eine Momentaufnahme eines Sommers, in der Christoph Kramer seine Kindheit endgültig hinter sich ließ, was er auf unglaublich sympathische Art schildert. Was mir besonders gut gefällt ist, wie ehrlich er seine Selbstzweifel schilder und dass ihm seine Hormone nicht schon aus den Ohren heraus kochen, so dass sich seine Gedanken nicht nur um das eine drehen... Er ist einfach ein Typ, den man mögen muss. Auch wenn er in diesem Sommer Mist baut, so versuchen sie es anschließend wieder in Ordnung zu bringen, und das ist es was die guten Jungs ausmacht! Als Mädchenmutter finde ich es sehr beruhigend, dass, egal was die Ärzte singen, nicht alle Jungs Schweine sind. Seine Erzählweise und meine eigenen Erinnerungen an die Zeit mit 15, haben mich immer wieder schmunzeln lassen....

Christoph Maria Herbst liest die wahrscheinlich nicht ganz autobiografische Erzählung von Christoph Kramer selbst ironisch, sympathisch und immer wieder voller Selbstzweifelt, aber mit ganz klarer Lebenslust! Er klingt nicht wie 15, das kann er nicht, dafür ist seine Stimme zu bekannt und es ist klar, dass er die 15 schon länger hinter sich hat. Trotzdem macht es gute Laune ihm zuzuhören, dem Autor hätte ich sicherlich aber auch gerne zugehört, auch wenn auch er nicht mehr 15 ist.

Hier kommt auf jeden Fall Sommerlaune auf und Lust auf das Leben. Egal was die Jugend für Zweifel mit sich bringt: das Leben ist schön! Macht was draus! Es ist eine Liebeserklärung, nicht nur an das Leben.... und das macht es ganz besonders sympathisch.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Für Fantasiebegabte!

Herr Konfetti – Mein unsichtbarer Freund
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Sophia ist ein glückliches Mädchen mit einer übersprudelnden Fantasie. Langeweile kennt sie nicht, wie auch? Sie stellt sich alles aufregend und bunt vor und außerdem gibt es ja noch ihren besten Freund ...

Sophia ist ein glückliches Mädchen mit einer übersprudelnden Fantasie. Langeweile kennt sie nicht, wie auch? Sie stellt sich alles aufregend und bunt vor und außerdem gibt es ja noch ihren besten Freund Herrn Konfetti. Zwar sieht ihn außer ihr niemand, aber das ist ihr egal. Er ist stets freundlich, einfallsreich und immer an ihrer Seite, wenn sie die aufregendsten Abenteuer erleben. Doch ihre Lehrerin findet sie habe zu viel Fantasie und sei nicht ernsthaft genug. Sophia soll nun zu einem Spezialisten! Doktor Fix kennt sich nicht nur ganz besonders gut mit Fantasie aus, sondern ist begeistert von Sophia und Herrn Konfetti. Er macht ihnen Mut. Auf dem Heimweg, will Papa eigentlich ein ernstes Wort mit Sophia sprechen, doch dann denkt er an Dr. Fix und lässt sich auf Sophia und Herrn Konfetti ein. Was nun folgt, wird für sie alle unvergesslich!

Illustratorin Miren Asian hat diese Geschichte über besondere Kinder sehr liebevoll, fantasiereich und vor allem kindlich gestaltet. Herr Konfetti ist ebenso groß und offensichtlich flauschig, wie sein Gesichtsausdruck freundlich ist. Sophias Fantasiewelten werden aufregend und offensichtlich irreal dargestellt, z.B. durch Vulkane ich auffallendem Größenmissverhältnis zu dem kleinen Mädchen, während sie Büchern entspringen. Insgesamt stilisiert sie und beschränkt sich auf das Wesentliche, wie zum Beispiel die ganz klar zu erkennenden Gesichtsausdrücke, die für die Geschichte viel wichtiger sind, als die angedeuteten Frisuren.

Die Autorin und Kinderpsychologin Susanna Isern erzählt diese Geschichte von Sophia und ihrem imagniären Freund ganz liebevoll, behutsam und mit viel Verständnis. Ich hoffe, sie nimmt damit vielen Eltern mit Kinder mit imaginären Freunden ihre Angst, dass mit ihren Kindern etwas nicht stimmen könnte. Dem ist nicht so, den Kindern geht es gut, sie sind nur ausgesprochen fantasiebegabt und das ist eine der schönsten und reichsten Gaben, die hoffentlich ein Leben lang bleibt. Wenn einem nicht eingeredet wird, dass man sich schämen solle oder ähnlicher Quatsch kann dies gelingen und Sophia zeigt uns in diesem Abenteuer, dass dies wirklich wünschenswert ist, nicht nur für sie und Herrn Konfetti. Dabei ist die Sprache sowohl sehr bildhaft und poetisch schön, sie ist für Kinder ab 4 Jahren auch sehr gut verständlich. Indem der Vater sich auf Sophias Welt staunend einlässt und versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen, wird sie auch für ihn viel bunter und freundlicher. Das liegt auch daran, dass sie letztendlich durch ihre Offenheit ein echtes Abenteuer erleben und einem Kind in Not retten. So wird auch dem Vater bewusst, dass Sophia nicht gänzlich jenseits der Realität lebt, sie aber bei Bedarf aufzuhübschen weiß, was das Leben einfach schöner macht und andere Menschen eben auch glücklich. Warum sollte man das also bitte schön ändern?

Ein Plädoyer für mehr Fantasie im Leben und für einen behutsamen und respektvollen Umgang mit besonders fantasievollen Kindern.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Zuckersüß!

Mein Pop-up-Buch zum Staunen. Disney Winnie Puuh
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Winnie Puuh den freundlichen Bär mit seinen vielen Freunden und der großen Liebe zu Honig kennt wohl jeder. Hier stellt sich Winnie Puuh auch den Kleinsten ab 2 Jahren vor: Winnie ist erstaunt, er kann ...

Winnie Puuh den freundlichen Bär mit seinen vielen Freunden und der großen Liebe zu Honig kennt wohl jeder. Hier stellt sich Winnie Puuh auch den Kleinsten ab 2 Jahren vor: Winnie ist erstaunt, er kann seinen geliebten Honigtopf nicht finden. Nanu!? Da muss er wohl losziehen und gründlich suchen. Am besten schaut er gleich hinten dem Baum dort nach. Doch von dort springt ihm Ferkel entgegen, der seinen Honig auch nicht gesehen hat, aber gerne mit suchen hilft!

Diese Geschichte ist ganz einfach und auch absolut kleinkindgerecht formuliert, mit kurzen einfachen Sätzen aber ganz viel zu entdecken. So kann man wirklich hinter den Baum schauen, in dem man die stabile Pappschicht umklappt und nicht erschrecken! Schon springt einem dank geschickter Falttechnik Ferkel entgegen. Auch auf den folgenden Seiten gibt es immer wieder die festen Pappseiten zum Aufklappen und Staunen. Wo sich Winnies Freunde nur alle gerade aufhalten ! Nach und nach lernen wir auf der Honigsuche alle kennen: Ferkel, Tigger, I-Aah, Känga und Ruh und natürlich den Honigtopf, denn mit Freunden zusammen schafft man doch (fast) alles.

Die Sätze sind nicht nur kurz und einfach, sie sind auch super groß gedruckt. Perfekt für Oma, die gerade ihre Lesebrille nicht findet, oder Erstklässler, die ihren kleinen Geschwistern vorlesen wollen oder sollen. Kein Problem! Das Schriftbild ist einfach mega-entspannt.
Die Klappen sind nicht nur stabil, sondern auch sehr handlich und groß, damit das Buch nicht sofort kaputt geht und die Kleinen traurig sind. Dennoch fördert es die Feinmotorik, da die Seiten in verschiedene Richtungen aufzuklappen sind. Deshalb müssen die Kinder erst genau schauen, wohin sie die Seite klappen sollen. Das fördert die Aufmerksamkeit und Beobachtung. Belohnt werden sie mit fröhlich-bunten herausspringenden Freunden von Winnie Puuh, die sich durch ihre Faltung auch wirklich beim Öffnen der Klappen bewegen. Auch das Zuhören fördert ihre Konzentration, ihre Fantasie und ihr Sprachgefühl und ihre Sprachentwicklung. Dabei steht die Geschichte aufgrund ihrer Einfachheit weniger im Vordergrund, als die Entdeckung und Feinmotorik. Hier wird ein Buch direkt zu einem verblüffenden Erlebnis.

Durch die liebevolle und fröhliche Gestaltung werden die Kleinen immer wieder dieses Buch neu entdecken und vorgelesen bekommen wollen. So wächst schon früh die Liebe zu Büchern heran.

Sehr niedlich und interaktiv ab 2 Jahren.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Ich habe es geliebt!

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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An ihrem 18 Geburtstag beginnt Quinns Medizinstudium an der renommierten Wilhem Schreiber Akademie, einer privaten Hochschule für Medizin, deren Gründungsrektor ihr Großvater war. Quinn, oder auch Q, wie ...

An ihrem 18 Geburtstag beginnt Quinns Medizinstudium an der renommierten Wilhem Schreiber Akademie, einer privaten Hochschule für Medizin, deren Gründungsrektor ihr Großvater war. Quinn, oder auch Q, wie ihr Bruder Flo sie nennt, hat seit ihrem 8. Geburtstag ein Spenderherz in ihrer Brust und damit läuft seine Zeit langsam ab. Es zeigt schon deutliche Verschleißerscheinungen und ihre Mutter kommt mit ihrem nahen Tod nicht zurecht. Doch Q will den Tod verstehen und schreibt ein Tagebuch über verschiedene Todesarten, wie sie sich anfühlen und was bei ihnen genau vor sich geht. Sie will wissen, was mit ihrem sterbenden Herzen passiert. Ganz wissenschaftlich, sachlich beschäftigt sie sich mit ihrem baldigen Tod und stößt die Menschen um sich herum zurück, damit sie nicht um sie trauern müssen und sie der Verlust nicht so schmerzt. Sie hat einen Schutzwall aus Sarkasmus und Distanziertheit um sich herum aufgebaut hinter den nur ihr Bruder als ihr Lieblingsmensch blicken darf. Als sie sich in der Bibliothek einschließen lassen will, um Geburtstagsgratulanten zu entgegen, wird vor dem Fenster, der neue Rektor Professor Seiler erschossen. Der Verdacht fällt schnell auf die mächtigste Studentenverbindung der Alphas, der auch Flo angehört. Ausgerechnet er entzieht sich den Befragungen der Polizei, erst recht, als noch eine Bewohnerin des Verbindungshauses nach einer Party tot aufgefunden wird. Q kann den Verdacht der Polizei nicht glauben und will der Sache auf den Grund gehen. Doch dafür braucht sie Hilfe und das bedeutet, dass sie die Nähe anderer Menschen zulassen muss.....

Julian Mehne liest kühl, sachlich und distanziert das Tagebuch des Todes, dass Quinn minutiös führt, um den Prozess des Sterbens zu verstehen. Er wirkt reif und unnahbar. Henriette Schreurs als Ich-Erzählerin Quinn ist ebenso distanziert und bisweilen gefühlsarm, doch nach und nach taut sie auf. Selbst sie kann nicht kalt lassen, was um sie herum unbegreifliches geschieht. Kann sie wirklich von einem Geheimbund umgeben sein, der die Geschicke lenkt und die Morde auf dem Gewissen hat? Doch wozu? Flo warnt sie immer wieder, doch was soll ihr schon groß geschehen, sie stirbt ja ohnehin bald! Eine junge Heldin, die so abgeklärt den eigenen Tod vor Augen hat finde ich sehr ungewöhnlich und interessant und sicherlich auch eine Herausforderung für Sprecherin Henriette Schreuers, denn sie muss unnahbar, abgeklärt und kühl, aber dennoch sympathisch klingen. Tatsächlich habe ich sie wirklich ziemlich schnell gemocht, anders als ihre Mitbewohnerin Mira, die mir im Vergleich furchtbar überdreht vorkam. Wie gut, dass Q ja keine Freunde sucht... Wenn das kein völlig anderes Studentenleben ist, als man es aus Büchern gewohnt ist. Aber natürlich muss Q schon um die rätselhaften Vorgänge um sie herum zu durchblicken immer mal wieder unter Leute, auf Partys in Pubs... bisweilen mit tragischen Erlebnissen, die sehr intensiv beschrieben und auch gesprochen werden. Da ist mir die Zeit beim Hören nur so davon geflogen.

Dieser Medizinthriller wird ab 14 Jahren empfohlen und als Slow Burn Romance beworben. Es ist dermaßen slow burn, dass ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, mit wen Quinns Romanze denn sein wird. Der allseits beliebte Nette, der um sie wirbt, oder der Geheimnisvolle, aus dem Herzen des Verbindungsheims, bei dem sie nie weiß, ob er Freund oder Verräter ist. Dabei will Q ja eigentlich keine Freunde haben und einen Freund schon gar nicht. Immerhin müsste sie befürchten, ihm das Herz zu brechen, wenn ihres bald aufhören wird zu schlagen. Ich mag das ja gerne. Keiner der Typen ist offen herzlos und es wird auch nichts überstürzt. Quinns Herz wird nicht mehr lange schlagen, dennoch übereilt sie nichts, als hätte sie alle Zeit der Welt...

Spannend, geheimnisvoll, verschwörerisch und mit gedämpften Gefühlen ab 14 Jahren. Trotz des fiesen Endes (Cliffhanger-Alarm!), will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht!

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