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Veröffentlicht am 17.07.2025

Urlaub? Na ja...

Urlaub für den Commissario
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Urlaub für den Commissario? Nicht wirklich. Denn Pellegrini macht überraschend Vaterschaftsurlaub und ist total übermüdet, da ihn die sechs Wochen alte Emma nachts wach hält. Der Neue im Team, Tonio Gruber, ...

Urlaub für den Commissario? Nicht wirklich. Denn Pellegrini macht überraschend Vaterschaftsurlaub und ist total übermüdet, da ihn die sechs Wochen alte Emma nachts wach hält. Der Neue im Team, Tonio Gruber, hält auf dem Kommissariat die Stange, da auch Claudia aufgrund eines Todesfalles in der Familie einige Wochen frei genommen hat. Und er macht es gut! Man freut sich schon, wenn man alle drei irgendwann wieder gemeinsam offiziell ermitteln dürfen.

Als Stammgäste der Pension von Pellegrinis Eltern verunglücken, weist erst alles auf einen Unfall hin. Doch den beiden Kommissaren und der Ispettrice lässt es keine Ruhe und sie schauen genauer hin. Das Verhalten von einigen Beteiligten gibt den Ermittlern ein komisches Bauchgefühl. Claudia steigt schnell offiziell wieder ein, Pellegrini inoffiziell. Letzteres ist auch gut so, denn er kennt die Familie des Opfers und kann von der Pension aus Erkundigungen einholen. So kann er auch seine beiden Leben miteinander verbinden, da er die Arbeit sehr vermisst.

Auch Marcos Mutter ist davon überzeugt, dass es eben kein Unfall war und gibt keine Ruhe. Auch sonst nicht, sie weiss eh alles besser, besonders was Emma betrifft. La Mama hat mich in diesem Band total genervt, ich fand sie sehr aufdringlich. Pellegrini hat sich viel gefallen lassen, ich schiebe es mal auf den Schlaf- und Espressomangel.

Was es damit auf sich hat, wird in "Urlaub für den Commissario" schön erzählt, besonders die Hintergründe über die Vaterschaft und Franca. Das war genau in richtigem Masse, nicht zu viel und nicht zu wenig. Das Ende macht dann auch neugierig auf eine Fortsetzung.

Dieser fünfte Band ist ein etwas anderer Fall als üblich, aber eine Krimi-Lektüre, die Spass macht. Der Plot, das Setting und auch das Team, jetzt ohne Fabio sowieso, ist toll.

Fazit: Ein interessanter und gut unterhaltender fünfter Band. Urlaub hat Pellegrini ja nicht wirklich, aber ohne Ermittlung wird es ihm schnell langweilig.
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Sommerliches Highlight

Wenn die Tage länger werden
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"Wenn die Tage länger werden" ist so ein Buch, das man nur mal schnell anlesen will und dann nicht mehr weglegen kann.

Manchmal kommt alles zusammen, zusammen hoch. Lisa ist alleinerziehend, mit Job ...

"Wenn die Tage länger werden" ist so ein Buch, das man nur mal schnell anlesen will und dann nicht mehr weglegen kann.

Manchmal kommt alles zusammen, zusammen hoch. Lisa ist alleinerziehend, mit Job und Kind kaum zur Ruhe kommend, und dann stehen einige freie Tage an. Erst ist Lisa überfordert, was tun mit plötzlich so viel freier Zeit für sich allein, im Kopf hätte man viele Pläne, aber weil Freizeit so ungewohnt ist, braucht sie einige Tage, bis sie sich daran gewöhnt hat.

Und plötzlich ist da die Lust vielleicht wieder mal Geige zu spielen, das Instrument das sie vor Jahren weggeschlossen hat, weil sie dem Leistungsdruck der eigenen Mutter entgegentrat. Doch nun muss die Geige erst mal wieder generalüberholt werden. Sie bringt sie in eine ihr neue Werkstatt, mitten auf dem Lande, der Restaurator, Hans, ein ruhiger alter Herr, seine Tochter Ute auch nicht mehr jung, noch wortkarger als er. Und doch ist da etwas, was Lisa in den beiden sieht.

Hans entdeckt in der Geige ein Herkunftsschild, das ihm komisch vorkommt. Dadurch ploppt plötzlich wieder die Frage nach Lisas Vater auf. Eine, die weder er noch die Mutter ihr je beantworteten. Es nagt in Lisa, wie schon früher, jetzt will sie dem Geheimnis endlich auf die Spur kommen, da war dieser eine Satz, den sie mal hörte und der nie mehr aus ihrem Gedächtnis verschwand.

Es geht u.a. um Themen, die in der Generation von Hans, Ute und Lisas Mutter gerne verschwiegen werden, weil "darüber spricht man nicht". Doch am Ende lernen sie alle zu sprechen, sogar Lisas Ex, der - ins kalte Wasser geworfen - plötzlich doch merkt, was es heisst alleinerziehend zu sein.

Anne Stern schreibt hier wunderschön und bildhaft. Ihren Sätzen ist eine Leichtigkeit inne, obwohl die Thematik nicht gerade leicht ist. Mir hat diese bewegende Geschichte, die oft melancholisch anmutet, sehr gut gefallen.

Fazit: Eine nachdenkliche, melancholische und bewegende Geschichte, die vollends überzeugt. Ein sommerliches Highlight.
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Kein Schoggijob für Dupin

Bretonische Versuchungen
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Dass Bretonen Schokolade mögen, ist bekannt. Dass sie darin baden, weniger. Dann soll es noch einige geben, die darin ertrinken, zumindest - und hoffentlich ausschliesslich - in Kommissar Dupins 14. Fall. ...

Dass Bretonen Schokolade mögen, ist bekannt. Dass sie darin baden, weniger. Dann soll es noch einige geben, die darin ertrinken, zumindest - und hoffentlich ausschliesslich - in Kommissar Dupins 14. Fall.

Die in der Schoggi ertrunkene Frau rettet Georges Dupin vor einer Konfrontationstherapie, vor der ihm fürchtete. Dann doch lieber einen Mord aufklären. Naja, wenn es denn bei dem einen bliebe. Auf jeden Fall gibt es reichlich Arbeit für das Team. Ebenso liegen alsbald viele Mutmassungen auf dem Tisch, wieso Adeline sterben musste. Und am Ende ist es eine Frage der Zeit, wieviele Menschen noch sterben müssen, da fiebert man regelrecht mit und stellt Dupin gedanklich einige Tassen Kaffees hin, damit er auf jeden Fall bis zur Ergreifung der Täterschaft durchhält. Nicht gerade ein Schoggijob für Dupin.

Es ist ein wirklich rasanter Fall, auch aufgrund des langen Roadtrip auf den sich Dupin und Nolwenn gemeinsam aufmachen. Und dies ist mal was ganz Neues: Nolwenn ist mittendrin - Georges staunt nicht schlecht, als sie sich zu ihm ins Auto setzt, und man spürt richtig sein Missfallen, doch das hält nur kurz an und er wird noch froh sein, denn die lange Autofahrt der Küste nach runter nach Bayonne ist nicht ohne. Zurück nach Concarneau gehts dann schneller, aber das ist ein anderes Thema. Eins, vor dem nicht nur Nolwenn Dupin immer gewarnt hat.

Nicht nur Nolwenn, sondern wie üblich sind auch Riwal, Kadeg, Le Menn und Nevou im Team dabei, auch wie üblich geizt keiner mit seinen Eigenheiten. Zum Glück aber geht es einmal komplett ohne Präfekt Locmariaquer, der in den "Ferien" weilt. Dafür freut sich Dupin über die tolle Zusammenarbeit - mehr noch über ihre gemeinsamen Vorlieben - mit Amaia Unarte, bekannt aus einem früheren Fall, was hoffentlich Gutes für einen der nächsten Bände verheisst.

Trotz Schoggimord ist "Bretonische Versuchungen" ein Buch nicht nur für Bretagne- und Krimifans, sondern auch eins für alle Schoggi-Passionné(e)s. Ich konnte den Krimi kaum aus der Hand legen und war froh, konnte ich mir Zeit stehlen, denn es gab gerade nicht viel, was unbedingt erledigt werden musste.

Die Informationen über Schokolade sind ausführlich, vieles schon bekannt, doch da ist auch einiges Neues mit dabei, ich fand besonders die möglichen Forschungsfeldern interessant. Über den Schreibstil müssen wir nicht reden, würde ich ihn nicht mögen, hätte ich die Reihe längst schon abgebrochen.

Fazit: Ein fesselnder Fall - das gibt es selten, dass in einer Reihe auch der 14. Fall so spannend ist und heraussticht wie die ersten Fälle, besonders nach dem mir zu mystischen 13. Band. Wirklich toll!
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Tolle Atmosphäre

Die schottische Bäckerei zum Glück
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In diesem zweiten Band der "Isle of Mull"-Reihe kann Hailey ihr Helfersyndrom ausleben, als sie einen scheinbar obdachlosen Mann aufliest. Sie versorgt ihn mit Kleidung und einer Schlafstelle und findet ...

In diesem zweiten Band der "Isle of Mull"-Reihe kann Hailey ihr Helfersyndrom ausleben, als sie einen scheinbar obdachlosen Mann aufliest. Sie versorgt ihn mit Kleidung und einer Schlafstelle und findet heraus, dass sich der Mann an nichts erinnern kann. Die Leserinnen können aber schnell eins und eins zusammen zählen und sich einen Reim machen, auf das, was diesem Arran widerfahren sein könnte.

So ist es spannend zu sehen, wie die beiden in dieser Ahnungslosigkeit agieren. Auch dann, als herauskommt, wer Arran ist, wird es interessant, denn mit dem neuen Wissen umzugehen, ist nicht so einfach. Hailey hat zwar ein Herz für Bedürftige, sie schützt ihr Herz aber auch vor zu vielen Gefühlen. Und die hat sie immer mehr für diesen ihr bald nicht mehr so fremden Mann. Ihre Gedankenspiralen waren mir manchmal zu repetitiv, aber ansonsten fand ich die Entwicklung dieser Liebesgeschichte schön.

Natürlich erfährt man in diesem Band auch wieder mehr von Haileys besten Freundinnen Lin (die mit dem Blumenladen) und Ally (die mit dem Buchladen). Die Freundschaft der drei ist einmalig, da sie sich seit ihrer Kindheit kennen und bereits viel miteinander durchgemacht haben und immer für die anderen da sind und sich dennoch Freiraum geben.

Auch die Atmosphäre auf der Insel ist erneut gut eingefangen von der Autorin Tanja Neise, die hier unter dem Pseudonym Emma Bishop schreibt. Das Besondere an der Isle of Mull ist nicht nur das Leben mit den Gezeiten, sondern auch dass es eine Insel ist, die saisonabhängig von Touristen ist. Es gibt also Zeiten, wie zum Beispiel im Winter, die sind ruhiger, und andere, wo die Bewohner viel Arbeit haben weil die Touristen die Insel "stürmen".

Das Gute an der Trilogie: mittlerweile sind alle drei Bände erschienen, so dass man alle hintereinander lesen kann und nicht noch auf den nächsten Teil warten muss.

Fazit: Einfach nur ein sehr schöner Roman.
5 Punkte.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Un'estate in Italia

Die kleine Villa in Italien
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Eine Info zuerst: Dieser Band kann problemlos als Einzelband gelesen werden, da keine bisher bekannten Figuren dabei sind. Im kommenden Prag-Band ist dies dann anders, denn eine hier auftretende Figur ...

Eine Info zuerst: Dieser Band kann problemlos als Einzelband gelesen werden, da keine bisher bekannten Figuren dabei sind. Im kommenden Prag-Band ist dies dann anders, denn eine hier auftretende Figur wird dort den grossen Auftritt erst noch haben.

Zurück nach Italien: das blaue Meer, pittoreske Häuser, Sommerfeeling - Lia hofft, sich an der Amalfiküste inspirieren zu lassen für einen grossen Auftrag. Lias erste Idee zur Inneneinrichtung eines neuen Restaurants in London kam beim Auftraggeber nicht an, weshalb sie sich an der Amalfiküste inspirieren lassen möchte, um mit einer zweiten Idee den Auftrag an Land zu ziehen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb Lia im kleinen Dachatelier eines Bekannten für einige Wochen nächtigt. Vor kurzem erst hat sie erfahren, dass ihr leiblicher Vater nicht der ist, der sie aufgezogen hat, sondern ein Mann namens Ernesto, der hier den Sommer verbringen soll.

Sein Manager, Raphael Knight, hat Lias erste Kontaktversuche in London abgeblockt, weswegen sie hofft, vor Ort erfolgreicher zu sein. Doch auch hier begegnet sie Ralph, der jeglichen Kontakt mit Ernesto verbietet, denn er hält sie für eine Erbschleicherin, da Ernesto ein weltweit bekannter Schauspieler ist. Immerhin lernt Lia vor Ort schnell einige Menschen kennen, darunter Leo, der für Unterhaltung sorgt, so fühlt sie sich nicht zu einsam. Doch das Schicksal meint es bald gut mit Lia, die schon bald in Ernestos Villa eingeladen wird. Das, was nun passiert, haben weder Lia noch Raphael erwartet.

Neben Lias Kunst, italienischem Essen (Lia lernt kochen!) und Amore geht es hauptsächlich um Patchworkfamilien unterschiedlicher Couleur. Damit hat Julie Caplin mich gepackt, da es zum Zeitpunkt der Lektüre in meinem Umfeld gerade auch stark thematisiert wurde.

Raphaels Misstrauen und Beschützerinstinkt; Lias Sehnsucht ihren leiblichen Vater kennenzulernen und damit umzugehen; Leos Unbekümmertheit; Aurelias Liebe zum Kochen und zu Ernesto und einiges mehr hat die Autorin sehr glaubhaft und realistisch geschildert. Auch das Knistern zwischen Lia und Raphael war deutlich zu spüren. Lia scheint die erste Frau zu sein, die Raphael Kontra gibt. Einerseits ist Raphael misstrauisch, andererseits fasziniert von Lia. Er wird gezwungen, immer öfters und länger Zeit mit ihr zu verbringen, doch ob sich die Vorurteile auch in Luft auflösen?

Es gab nicht nur viel zu essen, sondern auch viel zu lachen, während man Seite an Seite mit Lia Positano und die Amalfiküste entdeckt. Gefühlvoll geschrieben, wie gewohnt bei Julie Caplin, und somit ein Pageturner, bei dem ich bestens unterhalten wurde.

Fazit: Dieser Roman bringt den Sommer zurück in den tristen mitteleuropäischen Winter und sorgt für tolle Lesestunden!
5 Sterne.

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