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Veröffentlicht am 24.08.2018

Sehnsucht nach Heimat

Das rote Adressbuch
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„Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen ...

„Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest. Sei stark!“ Mit diesen Wünschen wird die dreizehnjährigen Doris von ihrer Mutter als Hausmädchen zu einer reichen Lady geschickt. Ab da an ändert sich ihr ganzes Leben.
Diese Lebensgeschichte wird in zwei Zeitsträngen festgehalten. Verbunden durch das rote Adressbuch. Es beginnt in der Gegenwart als Doris 96 Jahren alt ist. Sie lebt allein und hat fast alle Verwandten und Freunde überlebt. Davon zeugen die durchgestrichenen Namen in ihrem roten Adressbuch mit dem Zusatz TOT. Geblieben ist nur ihre Nichte Jenny und deren Familie. Diese lebt jedoch in den USA. Doris ist nach vielen verschieden Orten, die sie im Leben bereist hat, wieder nach Schweden zurückgekehrt. Dies geschah nach dem zweiten Weltkrieg.
Doris hinterlässt Jenny Briefe, in denen sie die Geschichten zu den einzelnen Namen in ihrem Adressbuch beschrieben sind. Den Freunden, Arbeitgebern, der Familie und den Feinden. Und so hat Doris Namen für Namen abgearbeitet: Zu Beginn ihr Vater, der früh verstirbt und ihre Mutter, Schwester und Doris selbst in Armut zurücklässt. Damit Doris es besser hat, wird sie zu einer Lady geschickt, bei der sie den Maler Gösta kennen lernt, der ihr ein guter Freund wird und mit dem sie über lange Zeit im Briefwechsel steht. Als sie mit ihrer Arbeitgeberin nach Paris fährt, wird Doris als Model und Mannequin entdeckt. Dieses Ereignis bringt Doris in das glamouröse Leben von Paris. Es zeigt jedoch auch die Schattenseiten der Modebranche auf. Wäre da nicht Alan, ihre einzige große Liebe.
Hier muss ich jedoch einwenden, dass ich verstehen kann, dass Doris aus Liebe immer wieder reist und sich in einem neuen Land ein neues Leben aufbaut. Was für mich jedoch einfach inakzeptabel ist, ist die Tatsache, dass sie nicht nachdenkt und Alan nachläuft, obwohl dieser verheiratet ist. Sie handelt manchmal wie ein hirnloses Püppchen. Ich möchte damit in keiner weiße die Verwandte der Autorin beleidigen, jedoch wurden manche Entscheidungen nicht mit dem schlauen Verstand dieser einzigartigen Frau getroffen.
Ich habe dieses Lebenswerk sehr gerne gelesen. Der Schreibstil war wunderschön und hat mich durch ein Leben geführt, das so fernab meines eigenen ist. Was hat die Kriegsgeneration unserer Großeltern alles ertragen müssen. Eine interessante Biographie über das Leben und Lieben während des zweiten Weltkrieges.

Veröffentlicht am 17.08.2018

Solo durch den Sommer

Orcasommer
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Svenja reist nach Kanada um ihren Vater Matt kennen zu lernen. Sie ist wie viele Teenager mürisch und überhaupt nicht begeistert von dieser Idee. Ihre Stimmung verbessert sich in den ersten Tagen in Kanada ...

Svenja reist nach Kanada um ihren Vater Matt kennen zu lernen. Sie ist wie viele Teenager mürisch und überhaupt nicht begeistert von dieser Idee. Ihre Stimmung verbessert sich in den ersten Tagen in Kanada nicht, da es nur trübes Wetter ist und Matt wohnt weit entfehrnt von einer Stadt.
Dann trifft Svenja auf einen jungen Orca in einer Bucht und tauft in Solo. Sie freunden sich an und auf einmal verspricht dieser Sommer, der beste in Svenjas Leben zu werden.

Es geht um Pubertät, Familie, Wale und Umweltschutz. Auch wird Svenja im Verlauf der Geschichte erwachsen. Zu Begin war sie mir sehr unsympatisch, war nur schlecht gelaunt. Dies änderte sich mit der Zeit, durch Alex und Solo.
Es wird viel über das Leben von Orcas berichtet, was sehr informativ war. Auch fehlte es nicht an Spannung. Denn Svenja möchte Solo helfen und beschützen, jedoch gerät sie an die falschen Personen und verdamt Solo fast zu einem Leben in einem Tierpark.
Mir hat es sehr gefallen, dass über die Haltung von Walen in Gefangenschaft geschrieben wurde. Weder Delfine, noch eine andere Art von Wal gehört in ein Becken. Der Schall in Becken verwirrt die Tiere und macht sie krank. Auch können wir Menschen den Tieren nicht den Platz geben, den sie brauchen. Es ist pervers, wenn viele Menschen nach Amerika oder andere Länder gehen und sich in Meerparks die gefangenen Tiere ansehen und Kunststücke erwarten.

Dieses Buch vermittelt vor allem jungen Lesern die Probleme von Walen in der Nähe von uns Menschen. Sie gehören ins Meer und nicht in Parks, oder auf den Teller reicher Menschen. Eine tolle Geschichte, da mir auch Svenjas Entwicklung und die Beziehung zu ihrem Vater gefallen hat. Ein tolles Buch für den Sommer.

Veröffentlicht am 13.08.2018

Biologie für jederman

Ein Keim kommt selten allein
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Der Buchtitel von Professor Dr. Markus Egerts Debüt hat mich sofort angesprochen, da ein bekanntes Sprichwort passend verwendet wurde.
Mit "Ein Keim kommt selten allein" haben es Markus Egert und Frank ...

Der Buchtitel von Professor Dr. Markus Egerts Debüt hat mich sofort angesprochen, da ein bekanntes Sprichwort passend verwendet wurde.
Mit "Ein Keim kommt selten allein" haben es Markus Egert und Frank Thadeusz geschafft, Biologie einfach für jedermann zu beschreiben. Der Schreibstil wirkt spielerisch und vermittelt so dem Leser mikrobiologisches Fachwissen. Mit kindlichen Illustrationen werden die kleinsten Lebewesen verbildlicht, wodurch es leichter zu verstehen ist.
Durch den Biologieunterricht hat man schon gewisse Vorkenntnisse von Bakterien, Viren und Pilzen, jedoch vermittelt dieses Werk einen größeren Einblick über deren Wirken in unserem Umfeld. Es ist nicht nur Theorie, sondern auch praktische Beispiele die benannt werden. Markus Egert kennt sich als Professor der Mikrobiologie und führender Forscher der Haushaltshygiene bestens mit diesen Kleinstlebewesen aus und weiß, dass sie Fluch und Segen zugleich sein können:
Unsere Darmflora wird gesund gehalten durch kleinste Lebewesen und sind existenziell wichtig für die Herstellung von Genussmitteln wie Bier, Wein und Käse.
Auch stärken und Schwächen sie unser Immunsystem zugleich. Denn sie können als Überträger von Infektionskrankheiten gelten.
Es gibt Typs und Allgemeinwissen über Hygiene im Haushalt, Smartphones, im Krankenhaus oder zu unseren Haustieren.

Im Großen und Ganzen ist dieses Buch ein unterhaltsam und lehrreicher Ratgeber, der einfach für jeden ist und Spaß macht. Es werden Sachverhalte einfach erklärt und hilfreiche Tipps gegeben. Eine Empfehlung passend für den Sommer.

Veröffentlicht am 25.09.2017

Taschentüchergebrauch garantiert....

Das Geschenk eines Sommers
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Inhalt:
Clara stekt in einer Kriese. Ihre Mama erkrankt an Krebs. Nun ist sie zwischen München und Berlin hin und hergerissen. Auch steht in der Liebe die Welt Kopf. Ein verheirateter Mann oder ein charmanter ...

Inhalt:
Clara stekt in einer Kriese. Ihre Mama erkrankt an Krebs. Nun ist sie zwischen München und Berlin hin und hergerissen. Auch steht in der Liebe die Welt Kopf. Ein verheirateter Mann oder ein charmanter Artzt.

Sprache und Stil:
Einfache Sprache, die den Leser flüssig durch die Geschichte geleitet. In der Mitte gibt es die ein oder andere Länge, während das Ende wiederum zu schnell verläuft. Es gibt immer wieder schöne Sprüche und philosophische Weisheiten.

Protagonisten:
Clara war mir am Anfang sympatisch, jedoch gegen mitte und Ende leider nicht mehr so sehr. Ihr Leben in München wird schön beschrieben und ihre Liebe zu Alf, ihrem kater, ist echt liebenswert. Aber ihre Affäre mit einem verheirateten Mannn ist sehr langatmig. Auch äußert sich Clara sehr negativ der betrogenen Ehefrau gegenüber. Jedoch ist sie sehr fürsorglich zu ihrer Mutter, wobei sie immer mal wieder etwas zu dramatisiert und übertreibt.

Nebencharakter:
Diese Geschichte lebt von ihren Nebencharakteren, die im Großen und Ganzen sehr liebenswürdig und trollig sind. Clemens und Katie, die Freunde von Clara sind so lieb, dass sich jeder solche FReunde wünscht. Auch Philip ist großartig.

Meine Meinung:
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Der Schreibstil war leicht und daher ist man auch flüssig durch gekommen. Kleiner Kritikpunkt wäre, dass es die ein oder andere Länge gab und mir Clara als Protagonistin nicht durchgängig sympatisch war. Ich habe die Nebencharakter sehr geliebt und sie haben mir das Lesen sehr erleichtert und große Freude bereitet.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Von Menschen und Katzen im Frühling...

Die Magnolienkatzen
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Beim Lesen hat man direkt den schweren Duft von Magnolien in der Nase und das Schnurren einer Katze im Ohr. Es ist keine aufregende Geschichte mit viel Drama, sondern wie eine Frühlingsbriese zum träumen ...

Beim Lesen hat man direkt den schweren Duft von Magnolien in der Nase und das Schnurren einer Katze im Ohr. Es ist keine aufregende Geschichte mit viel Drama, sondern wie eine Frühlingsbriese zum träumen in Japan. Es stehen keine Lebensweisheiten im Vordergrund, sondern eher wie man sich an Kleinigkeiten erfreuen kann und wie Katzen Menschen verändern. Die Geschichte vermittelt die Sehnsucht von Geborgenheit und weckt den Wunsch nach Frühlingsgefühlen oder dem Schwinden von Einsamkeit. Dabei ist die Geschichte nicht zu melankolisch, sondern ist vielmehr wie das zarte Streichen einer Katze um die eigenen meist eingeschlafenen Beine. Es ist ein flüssiger Schreibstil, der Leichtigkeit verspricht. Mir hat ein wenig gefehlt. dass der typische japanische Flair durchkommt. Das Setting könnte überall auf der Welt sein, was mich ein wenig störrt. Außer die benannten Personen und wenig erwähnte Ortsnamen kommt nicht sehr durch, dass sich die Leser*innen in Japan befinden. Es war eine leichte und schöne Lektüre für den Frühling und die ersten warmen Tage. Es war schön zu lesen, aber es ist jetzt keine weltbewegende Erkenntnis daraus hervorgegangen, weswegen es für mich 3,5 Sterne, jedoch eine Empfehlung von mir ist.

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