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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

Hat mich diesmal nicht ganz überzeugt

Was am Ufer lauert
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Nachdem ich den ersten Band dieser Krimi-Reihe rund um Gianna Pitti-Sanbaldi gelesen und für interessant befunden habe, war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung. Gleich vorweg, ich bin leider enttäuscht ...

Nachdem ich den ersten Band dieser Krimi-Reihe rund um Gianna Pitti-Sanbaldi gelesen und für interessant befunden habe, war ich sehr neugierig auf die Fortsetzung. Gleich vorweg, ich bin leider enttäuscht worden. Dabei hat mich der Klappentext, in dem es um ein bislang nicht gelüftetes Geheimnis von Winston Churchill gehen sollte, angesprochen.

Gianna soll auf Bitte ihres Vaters Arnaldo, einem ehemaligen Investigativjournalisten, am Ufer das Gardasees einen Informanten treffen, der Aufschluss zu Churchills Geheimnis geben könnte. Doch der erscheint nicht, stattdessen findet Gianna eine Frauenleiche und eine leer CD-Hülle mit der Aufschrift „Churchills Geheimnis“.

Offensichtlich war hier jemand schneller. Nur wer? Der englische Geheimdienst, der Churchills Geheimnis um jeden Preis gewahrt haben will? Geschäftemacher? Oder doch die Ewiggestrigen und ihre Nachkommen, die Mussolini & Co. gar nicht so übel fanden und finden?

Meine Meinung:

Einem geschätzten Staatsmann, ein wohl gehütetes Geheimnis entreißen zu wollen, dass vielleicht an seinem Saubermann-Image kratzt, ist ein interessanter Ansatz. Leider ist die Umsetzung nicht so toll gelungen. Wir Leser stolpern mit der Familie Pitti-Sanbaldi, das sind Gianna, die Brüder Arnaldo und Francesco sowie Arnaldos Ex-Frau (mit zwielichtigem Lover) und seine aktuelle Freundin, Giannas Chefin Elvira durch die Handlung. Oftmals stehen die komplizierten Familienverhältnisse dem flüssigen Lesen und der Spannung im Weg.

Die Jagd nach Churchills Geheimnis nimmt nur wenige Tage in Anspruch und endet mit einem Showdown sowie einer unerwarteten Auflösung, die zum Schmunzeln anregt. Echte Spannung und Polizeiarbeit, die ich von Commissario Grauner und Saltapepe kenne, fehlen hier gänzlich.

Die Charaktere, ausgenommen Francesco Marchese Pitti-Sanbaldi, der mir durch seine unkonventionelle, bisweilen schrullige Art gut gefällt, bleiben eher blass.

Fazit:

Der erste Fall mit Gianna Pitti Was der See birgt hat mir wesentlich besser gefallen. Hier reicht es nur für 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Über Stock und Mörderstein
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Weil Jörg von seiner Ehefrau, der Goldschmiedin Margot, verdächtigt wird, ein Verhältnis zu haben, engagiert sie die Privatermittlerin Ellen. Gleichzeitig sind einige wertvolle Diamanten aus der Schmuckwerkstatt ...

Weil Jörg von seiner Ehefrau, der Goldschmiedin Margot, verdächtigt wird, ein Verhältnis zu haben, engagiert sie die Privatermittlerin Ellen. Gleichzeitig sind einige wertvolle Diamanten aus der Schmuckwerkstatt verschwunden. Ellen soll Jörg während einer mehrtägigen Wanderung durch die Eifel, an der Margot nicht teilnimmt, auf den Zahn fühlen.
So wandert Ellen als Fotografin getarnt mit einem Rucksack voll technischen Spielereien mit der Gruppe landauf landab, immer bereit, fremde Rucksäcke zu durchsuchen und GPS-Tracker anzubringen, um Jörg des Ehebruchs zu überführen. Sie überrascht ihn tatsächlich mit einer Teilnehmerin der Wandergruppe, sieht ihren Auftrag als erledigt an und verständigt Margot. Beim Frühstück am nächsten Morgen erfährt die Gruppe, dass Jörg tödlich abgestürzt ist. Unfall oder Mord, das ist die eine Frage, die sich alle stellen. Die andere, wo denn die Diamanten sind, beschäftigt nur die Insider.

Meine Meinung:

Ich habe von Autorin Carla Capellmann die beiden Zeeland-Krimis gelesen und war nun auf den Ortswechsel neugierig. Ehrlich? Die Zeeland-Krimis rund um Freddie haben mir wesentlich besser gefallen.

Zum einen sind mir weder Margot noch Ellen sehr sympathisch. Margot wirkt im Umgang mit Ellen sehr bestimmend und ich habe gleich vermutet, dass sie mehr weiß als sie sagt. Ellen geht mir mit ihrem Gejammer über die Wechseljahrebeschwerden ziemlich auf die Nerven. Auch zu den anderen Charakteren habe ich kaum Zugang gefunden.

Als dann am letzten und 7. Tag alle in den Ballon steigen, um Ballast abzuwerfen, habe ich kurz den Atem angehalten, denn vor mir hat sich ein übles Szenario entwickelt.

Fazit:

Leider hat mir dieser Wanderkrimi nicht so richtig gefallen, daher gibt es nur 3 Sterne..

Veröffentlicht am 27.04.2025

Hat noch ein wenig Luft nach oben

Stars
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Zunächst habe ich das Cover sowie das Thema Astrologie und Sternzeichen recht witzig gefunden, weil nur wenige Menschen zugeben, sich ernsthaft mit Horoskopen zu beschäftigen. Dabei haben zahlreiche Herscherinnen ...

Zunächst habe ich das Cover sowie das Thema Astrologie und Sternzeichen recht witzig gefunden, weil nur wenige Menschen zugeben, sich ernsthaft mit Horoskopen zu beschäftigen. Dabei haben zahlreiche Herscherinnen und Herrscher oft nicht eineml einen Schritt aus ihrem Bett getan, ohne ihren hochangesehenen Astrologen zu konsultieren.

So scheint die Astrologie hier zunächst auch nur ein Zeitvertreib, der das karge Salär von Carla Mittmann ein wenig aufbessert, zu sein. Mit Hilfe einer Gratissoftware bietet sie unter dem Namen Cosmic-Charly kurze Beratungen an.

Als sie dann unverhofft vor ihrer Wohnungstür einen vollen Schuhkarton mit fein gebündelten Dollarnoten findet, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopf, kündigt ihren öden Bürojob. rüstet die Website auf und betreibt nun die Astrologie als Hauptberuf. Hat sie zuvor nur per eMail Beratungen angeboten, so gibt es nun auf persönliche Gespräche, die einen recht harschen Stundensatz von anfangs 200,00 bis 500,00 Euro haben. Trotz des hohen Honorars hat Carla recht bald einen treuen Kundenstock, der bis in die höchsten Kreise reicht.

Meine Meinung:

Es ist schon erstaunlich, wie aus einer kleinen, vagen Spielerei, ein großes Business werden kann. Wir begleiten Carla auf ihrem Weg, checken mit ihr die Mitbewerber und manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die eine oder andere Kundschaft ein wenig veräppelt.

Die Idee hat mir ja ganz gut gefallen, die Umsetzung finde ich weniger gut gelungen. So bleibt die Herkunft der ominösen Schuhschachtel mit den Dollarnoten völlig im Dunkeln, obwohl sie zu Beginn eine große Rolle gespielt hat.
Auch die im Klappentext versprochene „sprühende Unterhaltung“ vermisse ich ein wenig. Die Erzählung wirkt stellenweise ein bisschen sprunghaft.

Außerdem wirkt keiner der Charaktere so richtig sympathisch. Dass dann Carla Mittmanns ehemalige Bürokolleginnen für sie arbeiten, kommt dann irgendwie überraschend.

Schmunzeln musste ich darüber, als Carla im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter die eigene Geburtsanzeige aus dem Krankenhaus findet, die ein anderes Geburtsdatum aufweist. Ein Zahlendreher? Nur, wie kann es sein, dass sie fast fünfzig Jahre mit einem falschen Geburtsdatum lebt? Ich habe dazu zwei spontane Ideen, die ich aber nicht verraten möchte.

Ob das ein Aufhänger für eine eventuelle Fortsetzung sein soll? Wäre reizvoll.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Debütroman von Katja Kullmann, die sich unter den kundigen Fittichen des Hanser-Verlages bestimmt entwickeln kann, gute 3 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Gute Idee, verschenktes Potenzial bei der Umsetzung

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Der Klappentext verspricht einen atmosphärischen Krimi aus dem Herzen Neapels, jener pulsierenden Stadt, die man gemeinhin mit dem Vesuv, dem organisierten Verbrechen und einer ausufernden Volksfrömmigkeit ...

Der Klappentext verspricht einen atmosphärischen Krimi aus dem Herzen Neapels, jener pulsierenden Stadt, die man gemeinhin mit dem Vesuv, dem organisierten Verbrechen und einer ausufernden Volksfrömmigkeit in Zusammenhang bringt. Leider kann die Vorschau mit der Umsetzung nicht mithalten. Ja, die Einwohner sind, wie jedes Jahr auf das Blutwunder von San Gennaro, einem umstrittenen Heiligen, fixiert. Das Leben kommt ob dieser Hysterie beinahe zum Erliegen.

Just in diesem Chaos erscheint ein Mann bei Commissario Gaetano und ersucht um Hilfe, weil er sich bedroht fühlt. Wenig später ist der Mann tot, doch nicht nur tot sondern enthauptet wie San Gennaro.

Salvatore Gaetano und sein Team beginnen zu ermitteln, doch scheint es keine und viele Verdächtige geben. Niemand hat etwas gesehen oder gehört, will oder kann Auskunft geben. Dass der Tote ein Norditaliener war, verschärft die zähen Ermittlungen, die auch deswegen nicht vom Fleck kommen, weil sich Gaetano in seinen persönlichen Problemen verstrickt.

Meine Meinung:

Ich glaube nicht, dass Commissario Gaetano und ich gute Freunde werden. Ich habe mich auf einen KRIMI, der am Fuße des Veusvs spielt, gefreut und bekommen habe ich einen Roman, der sich vor allem um zahlreiche Nebensächlichkeiten dreht. Der im Titel vorkommende lügende Fisch hat mich einerseits an die Botschaft der Mafia bzw. an den Begriff „nasser Fisch“, der in der Zwischenkriegszeit für unaufgeklärte Kriminalfälle in Deutschland geprägt worden ist, erinnert. Leider spielt der lügende Fisch hier nur eine marginale Rolle.

Keiner der Charaktere wirkt auf mich besonders sympathisch, auch Gaetano nicht. Klar, sein dementer Vater und sein, nach einem Unfall schwerst behinderter Bruder, machen ihm große Sorgen und vermutlich ein schlechtes Gewissen.

Ich kenne mich in den Arbeitnehmerschutzgesetzen von Italien nicht wirklich aus, aber, dass eine Polizistin, die Zwillinge erwartet, im fünften Monat ihrer Schwangerschaft noch gefährlichen Außendienst und Überstunden macht, halte ich für eine grobe Verletzung der Sorgfaltspflicht des Dienstgebers. Natürlich ist Bürotätigkeit oft eintönig, aber der Schutz der werdenden Mutter und der Kinder geht vor. Warum Gaetano hier nicht rechtzeitig eingreift und seiner Mitarbeiterin den Kopf wäscht?

Gut gelungen ist die Darstellung der Abneigung der Süditaliener den Norditalienern (und umgekehrt) gegenüber. Das Bild Neapels hingegen wirkt lieblos. Besteht die Stadt wirklich nur aus Lärm und Abfall? Hat sie nicht doch etwas Liebenswertes an sich?

Fazit:

Wie schon erwähnt, werden Commissaio Gaetano und ich nicht die besten Freunde werden, Die Idee hätte Potenzial, die Umsetzung weniger. Daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 13.04.2025

Hat noch ein wenig Luft nach oben

Eine Melange zum Verlieben
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Wie Titel und Cover verraten, spielt dieser Roman in einem Wiener Kaffeehaus, nämlich im Café Schopenhauer in Wien-Währing.

Wir lernen, Katie, Lisi und Elena, drei Freundinnen, alle ein wenig über dreißig, ...

Wie Titel und Cover verraten, spielt dieser Roman in einem Wiener Kaffeehaus, nämlich im Café Schopenhauer in Wien-Währing.

Wir lernen, Katie, Lisi und Elena, drei Freundinnen, alle ein wenig über dreißig, kennen. Katie, Langzeitstudentin arbeitet seit längerer Zeit im Schopenhauer als Kellnerin, während Lisi, Ärztin im nahegelegenen AKH ist und Elena, eine Blumenverkäuferin mit abgeschlossenem Kunststudium ist. Ihre Nachmittagspausen sie regelmäßig im Schopenhauer. Man spricht über Gott und die Welt, aber eigentlich über Männer im Allgemeinen und die aktuellen bzw. verflossenen im Besonderen. Jeder Gast, ob Mann oder Frau, erhält vom Trio einen Spitznamen. Die beiden Schachspieler nennen sie „Schach“ und „Matt“ oder den Mann in Nordic Walking Outfit „Johnnie Walker“.

Seit kurzem hat das Kaffeehaus einen neuen Gast - einen geheimnisvollen Gast, der im dunklen Anzug und mit einem Aktenkoffer jeden Mittwoch erscheint und wortkarg eine Melange bestellt. Wer mag das sein? Die drei Freundinnen laufen zur Höchstform auf, wenn es darum geht, die Profession des Mannes zu erraten. Von Banker über Geheimagent ist einiges dabei. Sie nennen ihn einfach El Sol, obwohl er mit seiner schwarzen Kluft das Gegenteil von Sonne ist.

Das heimliche Anhimmeln des schwarz gekleideten Gastes findet ein jähes Ende, als eines Tages sein Koffer unter dem Tisch stehengeblieben ist, und das Trio ihn öffnet, um die Identität des geheimnisvollen Gastes zu lüften ....

Meine Meinung:

Hin und wieder muss auch ich eine zuckerlrosa Geschichte lesen, besonders dann, wenn sie in einem bekannten Wiener Kaffeehaus, dem Schopenhauer spielt. Dieser Roman passt schon alleine durch sein Cover in dieses Genre.

Bis auf eine kurze Szene spielt sich das Geschehen ausschließlich im Kaffeehaus ab. Aber, Geschehen ist zu viel gesagt, denn eigentlich plätschert die Handlung wochenlang ohne größere Wellen einfach so dahin. Beinahe hätte ich die Geduld mit Katie verloren. Die Frau ist über dreißig, Kellnerin und traut sich einen Gast nicht anzusprechen? Benimmt sich wie ein Teenager? Immerhin die anderen beiden Frauen sind nicht ganz so lethargisch.

So recht packen kann mich diese Geschichte nicht. Es passiert einfach zu wenig. Der Showdown kommt dann ein wenig unerwartet.

Gut gelungen ist die Beschreibung des Ambiente des Café Schopenhauer. Der Schreibstil ist leicht und locker. Allerdings kann ich mich mit der Imitation des Wienerischen nicht ganz anfreunden. Die Autorin bekennt, dass sie zehn Jahre in Wien gelebt und die Sprachmelodie liebgewonnen hat. Aber leider klingt es nicht authentisch. Das ist in etwa so, als würde ich als Wienerin in Hamburg platt schnacken. Das ist vermutlich Ansichtssache und fällt anderen Leserinnen vielleicht gar nicht auf oder macht diese Romanze gerade interessant. Ich jedenfalls ziehe für den gekünstelten Wiener Dialekt einen Stern ab.

Fazit:

Dieser Roman, der die Kaffeehausliteratur einmal anders interpretiert, erhält von mir (siehe oben) 3 Sterne.