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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2023

Keine Cosy-Christmas-Mystery

Mord im Christmas Express
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Ich hatte mich, angesprochen durch das schöne, weihnachtliche Cover, sehr auf dieses Buch gefreut. Nach der Lektüre muss ich feststellen, dass ich etwas anderes erwartet hatte.
Doch zunächst mal zum Setting. ...

Ich hatte mich, angesprochen durch das schöne, weihnachtliche Cover, sehr auf dieses Buch gefreut. Nach der Lektüre muss ich feststellen, dass ich etwas anderes erwartet hatte.
Doch zunächst mal zum Setting. Wie im berühmten Vorbild lässt die Autorin auch in diesem Roman ihre Protagonisten in einem Zug auf freier Strecke liegen und verwickelt sie in einen Mordfall, wenn auch nicht im exklusieven Orientexpress sondern im Schlafwagenzug durch die schottischen Highlands, die eine tolle Kulisse für eine Weihnachts-Mystery bilden.
Durch die Anspielung auf den Mord im Orientexpress hatte ich mich auf einen gemächlichen Whodunnit-Krimi eingestellt, das bedrückende Hintergrundthema nimmt dem Buch aber ziemlich schnell das Cosy-Feeling. Auch die Kulisse (Schneesturm in den Highlands, entgleister Zug) hätte mehr zur Stimmung beitragen können, blieb aber meist nur Kulisse. Die Charaktere blieben leider alle recht oberflächlich und für meinen Geschmack wurde zu viel Tamtam um die Familienstory der Ex-Polizistin Roz gemacht, die scheinbar nur deswegen widerwilling die Ermittlungen aufnimmt, um möglichst schnell zu ihrer am Ziel der Reise in den Wehen liegende Tochter zu kommen.
Alles in allem ein durchschnittlicher Kriminalroman, den man durchaus lesen kann, wenn man grade nichts Besseres zu tun hat. Z.B. wenn man genervt vom weihnachtlichen Fernsehprogramm ist.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Arg konstruiert und langweilig

Das Mörderarchiv
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Seit eine Wahrsagerin vor sechzig Jahren auf einem Jahrmarkt der 17-jährigen Frances Adams prophezeit hat, dass sie eines Tages ermordet werden würde, ist Frances davon besessen, ihren eigenen Mörder zu ...

Seit eine Wahrsagerin vor sechzig Jahren auf einem Jahrmarkt der 17-jährigen Frances Adams prophezeit hat, dass sie eines Tages ermordet werden würde, ist Frances davon besessen, ihren eigenen Mörder zu entlarven.
Jetzt, in der Gegenwart, hat Frances, eine wohlhabende Einsiedlerin, die ihren weitläufigen Landsitz nur selten verlässt, ihre Großnichte Annie gebeten, nach Castle Knoll zu reisen, weil sie plant, ihr Testament zu ändern. Annie, eine angehende Krimiautorin, die ihre Großtante noch nie getroffen hat, macht sich also auf den Weg zu diesem Treffen, trifft ihre Tante aber nicht mehr lebend an. Es ist klar, dass sie ermordet worden ist, was sie ihr gesamtes Leben hindurch erwartet hatte.
Ihr letzter Wille verfügt, dass ihr Vermögen an denjenigen geht, der ihren Mord innerhalb einer Woche aufklären kann, jede Menge Material über Verdächtige und Motive hat die Verstorbene zu ihren Lebzeiten bereits angesammelt, jetzt machen sich die drei potentiellen Erben also auf die Suche.

Soweit zum Plot. Mit der Protagonistin wurde ich nicht so richtig warm, alle übrigen Personen hatten auch nicht grade einen Bonus auf Sympatie und die Geschichte wurde zu keiner Zeit wirklich spannend, sie wirkte arg konstruiert und wurde dadurch, dass in dem Ort offenbar jeder irgendwelche Dreck am Stecken hat, auch nicht besser. Die vielen beteiligten Personen mit ihren Motiven und Verstrickungen machen das Ganze zudem unnötig unübersichtlich, ich war am Ende froh, dass die Geschicht zu Ende war.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

Schade um die gute Idee

Die Reinsten
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Aufbauend auf den wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Zustanden auf der Erde in unserer Gegenwart des 21. Jahrhunderts erschafft Thore D. Hansen die Dystopie einer Zukunft, die bei aller Science ...

Aufbauend auf den wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Zustanden auf der Erde in unserer Gegenwart des 21. Jahrhunderts erschafft Thore D. Hansen die Dystopie einer Zukunft, die bei aller Science Fiction doch vorstellbar ist. Eine künstliche Intelligenz bestimmt nach der Zerstörung der uns bekannten Gesellschaften das Leben eines Großteils der Menschheit in neuen Metropolen. Unterteilt in Angepasste und Reinste, letztere durch ein Hirnimplantat direkt mit der KI Askit verbunden und durch diese ständig überwacht und "optimiert" folgt das Leben in den Metropolen dem Ziel, die Klimakatastrophe aufzuhalten und umzukehren. Außerhalb dieser Metropolen kämpfen aus jenen vertriebene "Degradierte" und frei geborene Kolonisten um das tägliche Überleben in einer nahezu unbewohnbaren Welt. Bis eines Tages die Besten der Reinsten nicht mehr gefeiert, sondern degradiert werden und sich die Reinste von allen, Eve Legrand, fragen muss, ob dies alles von Askit geplant war und welche Rolle sie in diesem Plan spielt.
So weit so gut, leider vermag es der Autor zwar, wissenschaftliche Zusammenhänge in der Geschichte glaubhaft und durchaus eindringlich zu vermitteln und die Wichtigkeit des Themas Erderwärmung erschreckend realistisch darzustellen, bedauerlicherweise fehlt dem Wissenschaftler und Theoretiker Hansen das Gefühl für Sprache und Stil und damit das Handwerkszeug eines Schriftstellers, so dass an keiner Stelle des Buches der Hauch von Spannung aufkommt. Auch die Figuren bleiben, wie durch eine KI optimiert seltsam fremd so dass man sich nur schwer in eine der Personen hineinversetzen kann.
Alles in allem ist es schade um das wirklich spannende und gut ausgearbeitete Thema, das man Ende so dröge an den Leser / die Leserin gebracht wird, da hätte man mehr raus machen können.

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