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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

Zwei Leben

Beeren pflücken
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In den frühen 60er Jahren kommt eine indianische Familie regelmäßig im Sommer nach Maine, um dort als Beerenpflücker ihren Unterhalt zu bestreiten. Eines Tages verschwindet die 4jährige Tochter Ruthie ...

In den frühen 60er Jahren kommt eine indianische Familie regelmäßig im Sommer nach Maine, um dort als Beerenpflücker ihren Unterhalt zu bestreiten. Eines Tages verschwindet die 4jährige Tochter Ruthie spurlos, ihr einige Jahre älter Bruder Joe hatte sie zuletzt gesehen. Ruthie taucht nie wieder auf, die Familie muss mit diesem Schicksal leben, Joe macht sich lebenslang Vorwürfe und verlässt nach einem Vorfall seine Familie, um rastlos durch die USA zu ziehen.
Die Geschichte wird aus zwei Sichtweisen erzählt: Der Joes und der Normas, eines Mädchens, das überbehütet bei seinen Eltern aufwächst und zeitlebens nach seinen Wurzeln sucht. Auch wenn man bald ahnt, was es mit Norma auf sich hat, dauert es doch sehr lange, bis nicht nur der Leser, sondern auch Norma selbst Gewissheit hat.
Die Autorin hat uns sehr einfühlsam die Geschichte einer Familie erzählt, die stellvertretend für die indigene Bevölkerung Amerikas steht, für die Probleme einer Bevölkerungsgruppe, aber auch mit ihrem höchstpersönlichen Schicksal zu kämpfen hat. Die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren wurde für mich sehr gut herausgearbeitet, ebenso aber auch der große Zusammenhalt einer Familie, in der jeder sein Schicksal anders verarbeitet.
Zwischendurch hatte für mich die Geschichte von Joe einige Längen und die "Auflösung" über Normas Leben hatte ich mir persönlich etwas spektakulärer vorgestellt. Es ist dennoch ein sehr lesenswertes Buch, das ich gerne empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Ungewöhnliche Mieter in einem ungewöhnlichen Haus

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf ...

Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf den Plan, allen voran die 77jährige Dorothy, die dort bereits seit Jahrzehnten wohnt und als eine Art selbsternannte Hausmeisterin über Recht und Ordnung im Hause wacht. Dass sich die Mieter untereinander alle nicht gerade gut verstehen, macht die Sache nicht einfacher. 

Hatte ich aufgrund des Klappentextes ursprünglich mit einer humorvoll-lockeren Geschichte gerechnet, wurde ich beim Lesen im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Neben einigen Szenen, bei denen ich gerade über Dorothys Verhalten des Öfteren schmunzeln musste, gab es hier verschiedene tiefgründige Themen, die mich doch sehr angesprochen haben: Vergangenheitsbewältigung, familiäre Probleme, unausgesprochene Wahrheiten, Schuldvorwürfe, aber am Ende auch der grosse Zusammenhalt zwischen Menschen, die zunächst gar nicht zusammenzupassen scheinen. Hierbei erscheint die Geschichte jedoch nie überladen, die Charaktere kamen für mich authentisch herüber und waren fast durchweg sympathisch. Ein kleiner Hund sorgte hier zwischendurch zusätzlich für Stimmung, ein schöner Roman mit einem ungewöhnlichen Thema, den ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Leben und Leben lassen?

Halbe Leben
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Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, ...

Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, dass die Geschichte von rückwärts her aufgerollt wird, bis zum Ende fragt man sich, wie es zu Klaras Tod kommen konnte oder gar musste? Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden hier sehr gut am Beispiel der beiden Frauen aufgezeigt, beide arbeiten hart für ihr Geld, sind aber in unterschiedlichen Strukturen und Ländern aufgewachsen. Zu den Charakteren konnte ich keine wirkliche Nähe aufbauen, werden sie hier doch eher distanziert und teilweise auch etwas gefühlsarm gezeichnet, was aber m.E. auch gut zur Geschichte passt. Das Ende hatte ich hier zwar anders erwartet, aber auch dad passt insgesamt. Daher gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Liebesverwicklungen

Dünenküsse
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Antonia ist jung Mutter geworden und lebt mit ihrem 15jährige Sohn Max alleinerziehend auf der Insel Nordsand in der Nordsee, wo sie einen kleinen Pensionshof betreibt. Als guter Freund und eine Art Ersatzpapa ...

Antonia ist jung Mutter geworden und lebt mit ihrem 15jährige Sohn Max alleinerziehend auf der Insel Nordsand in der Nordsee, wo sie einen kleinen Pensionshof betreibt. Als guter Freund und eine Art Ersatzpapa für Max fungiert Tristan, der Inselarzt, den Antonia seit Kindertagen kennt. Als der epilepsiekranke Max einen Therapiehund benötigt, das Geld aber mal wieder knapp ist, kommt Antonia auf die Idee, Max' leiblichen Vater zu kontaktieren, der ein erfolgreicher Partysänger ist, von seiner Vaterschaft jedoch nichts weiss. Antonia zögert noch, die Begegnung mit dem Sänger Nick erfolgt jedoch schneller und ganz anders, als es Antonia lieb ist. Probleme sind natürlich vorprogammiert...

Ich habe hier wieder einen dieser schönen Nordseeromane gelesen, die bei mir durch die tollen Beschreibungen von Land und Leuten direkt das Fernweh entfachen. Die Geschichte kommt hier trotz der Thematik "Partysänger" niemals kitschig oder gar schnulzig herüber. Ganz im Gegenteil: Der Sänger Niklas alias "Nick" wurde mir im Verlauf der Geschichte immer sympathischer. Über Antonia habe ich dagegen manches Mal den Kopf schütteln müssen, aber sie hatte es als alleinerziehende Mutter mit Geldsorgen auch nicht immer einfach. Max ist dagegen ein typischer Teenager mit all seinen Marotten. Eine wunderbar leichtgängige Geschichte, die man in der schönen Jahreszeit gerne an einem Nachmittag lesen kann.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Elli ermittelt wieder

Törtchen, Tod und Techtelmechtel
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Nachdem ich bereits den Vorgängerband rund um die bayrische Hobbyermittlerin Elli Fuchs mit Begeisterung gelesen habe, habe ich mich sehr auf den neuen Fall mit ihr gefreut. Diesmal gilt es, den Mord an ...

Nachdem ich bereits den Vorgängerband rund um die bayrische Hobbyermittlerin Elli Fuchs mit Begeisterung gelesen habe, habe ich mich sehr auf den neuen Fall mit ihr gefreut. Diesmal gilt es, den Mord an einer jungen Frau aufzuklären, die ausgerechnet in der Tiefkühltruhe des Dorfwirts aufgefunden wird. Wer Elli kennt, ahnt, dass sie nichts unversucht lässt, der heimischen Polizei mit ihrer unverwechselbaren Art unter die Arme zu greifen. Schnell sind einige Verdächtige ausgemacht, diese genauso flott wieder verworfen, die Reihe der potentiellen Täter nimmt offenbar kaum einen im Dorf aus, haben doch so einige hier ein Motiv.

Die Autorin hat uns hier wieder einen mehr als humorvollen Krimi vorgelegt, bei der Elli mit ihrer ganz speziellen Art und vor allem ihrer typisch bayrischen Aussprache und auch leichter Derbheit im Vordergrund steht, immer mit wachem Verstand, manchmal etwas vorschnell, aber stets sympathisch. Diesmal war mir die Anzahl der Figuren mit ihren diversen bayrisch-typischen Spitznamen etwas zu viel, Elli etwas zu aufgedreht und der Fall an sich am Ende ein wenig zu spektakulär, als dass es für die volle Punktzahl gereicht hätte. Dennoch mag ich die Art hier sehr, so dass ich mich auf einen weiteren Fall mit Elli freue, der sicherlich nicht sehr lange auf sich warten lässt.

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