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Veröffentlicht am 14.05.2025

Patrioten

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Es ist erst zwei Jahre her, dass die adlige Rune ihre eigene Großmutter als Hexe angezeigt hat. Jetzt wird sie als Vorzeigepatriotin der Neuen Republik betrachtet, in der alle Hexen gnadenlos gejagt und ...

Es ist erst zwei Jahre her, dass die adlige Rune ihre eigene Großmutter als Hexe angezeigt hat. Jetzt wird sie als Vorzeigepatriotin der Neuen Republik betrachtet, in der alle Hexen gnadenlos gejagt und getötet werden. Rune jedoch verbirgt ein Geheimnis: Nicht nur ist sie selbst eine Hexe, sondern auch der Rote Nachtfalter - ein Phantom, das nachts die gefangenen Hexen befreit und in Sicherheit bringt. Um mehr über eine soeben gefangene Hexe in Erfahrung zu bringen, muss Rune ausgerechnet den schlimmsten Hexenjäger umgarnen. Doch Gideon hat sie selbst in Verdacht, etwas mit dem Roten Nachtfalter zu tun zu haben und so beschließt er, ebenfalls um sie zu werben. Doch wie lange dauert es, bis aus Fake Ernst wird - und wie loyal sind beide ihrer eigenen Sache?

Das ist wieder ein Buch, in dem ich hin- und hergerissen bin. Einerseits verabscheue ich Typen wie Gideon. Obwohl ich seinen Hass auf gewisse Weise nachvollziehen kann, sind mir Hexenjäger schon rein geschichtlich ein Gräuel. Ich verstehe Hass auf diejenigen, die einen gequält und geliebte Menschen getötet haben. Ich verstehe aber nicht, wie man dann alle solche Menschen hassen kann. Das wäre, als würde ich alle Bäcker hassen und verfolgen, weil mir einer ein schimmliges Brot verkauft hat. Das hat mich also an Gideon wahnsinnig abgestoßen. Gleichzeitig ist die Geschichte komplex, besteht nicht nur aus Schwarz-Weiß. Weder sind die Hexen noch die Revolutionäre alle Pappschablonen, die man je nach Bedarf irgendwo hinschiebt. Der Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte mitgenommen, Rune ist mir hochsympathisch und ich mochte auch Alex. Die Sache mit Verity war gewissermaßen vorherzusehen - nicht in diesem Ausmaß, aber was es mit ihr zu tun hatte, schon. Alles in allem konnte mich dieser erste Teil packen und ich werde auf jeden Fall den zweiten lesen, um herauszufinden, wie das Ganze endet.

Veröffentlicht am 09.05.2025

Frohlocket!

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Achtung, könnte Spoiler zu Band 1 & 2 enthalten, Weiterlesen auf eigene Gefahr!



Drei Jahre sind vergangen, seit die Stadt der Scythe untergegangen ist. Scythe Goddard hat sich zum obersten Blade des ...

Achtung, könnte Spoiler zu Band 1 & 2 enthalten, Weiterlesen auf eigene Gefahr!



Drei Jahre sind vergangen, seit die Stadt der Scythe untergegangen ist. Scythe Goddard hat sich zum obersten Blade des ganzen Kontinents ernannt und versucht, die anderen Scythetümer unter seine Fuchtel zu bringen. Greyson ist zum Toll aufgestiegen; die Tonisten verehren ihn als Heiligen, während er einfach nur versucht, die Fanatiker unter ihnen unter Kontrolle zu halten. Zu diesem Zeitpunkt werden Citra und Rowan totenähnlich geborgen - und sofort wieder getrennt. Während Citra als Stimme der Hoffnung behandelt wird, muss Rowan wieder und wieder um sein Leben bangen, das ihm ebenso wieder und wieder genommen wird. Doch der Thunderhead, der sich nicht in die Belange der Scythe einmischen darf, hat einen Plan und dazu werden sämtliche Spielfiguren von ihm dahin gebracht, wo sie benötigt werden ...

Ich gebe zu, dass mich dieser Band nicht ganz so sehr packen konnte wie seine Vorgänger. Ich fand, dass es zwischendurch immer mal wieder ins Plätschern kam; nicht unbedingt langweilig, aber auch nicht wirklich zielführend. Es wurden allerdings auch neue Charaktere eingeführt, die ich sehr spannend fand, zum Beispiel Captain Jerico. Viele Dinge haben mir noch immer einen Schauer über den Rücken laufen lassen, gerade der Faschismus von Goddard und Konsorten kommt mir der heutigen Situation ein bisschen zu nahe. Was ich jedoch wirklich nicht mochte, war das Ende. Es kommt mir als Lösung sehr unbefriedigend vor. Alles in allem ist es jedoch eine spannende Reihe, die ich nur weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 26.04.2025

Feuerprobe

Blood of Hercules
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Alexis hat in ihrem jungen Leben schon echt viele Ar...karten gezogen. Sie lebt in einer Welt der Götter, der Spartaner, die die Menschen und andere Wesen unter ihrer Fuchtel halten. Als würde es nicht ...

Alexis hat in ihrem jungen Leben schon echt viele Ar...karten gezogen. Sie lebt in einer Welt der Götter, der Spartaner, die die Menschen und andere Wesen unter ihrer Fuchtel halten. Als würde es nicht reichen, dass sie in einer grausamen Pflegefamilie aufwächst, die sie quält und in der sie und ihr Pflegebruder Charlie gerade so überleben, kennt sie Hunger und Schmerzen. Ihre einzige Freundin ist eine unsichtbare Giftschlange. Dann stellt sich bei einem Schultest heraus, dass sie göttliches Blut trägt - was bedeutet, dass sie gezwungen wird, erst an einem Massaker, dann an einer Ausbildung einer göttlichen blutrünstigen Akademie teilzunehmen. Sie bekommt die grausamen Mentoren Patros und Achilles zur Seite gestellt, die sich anfangs kaum um sie kümmern. Dann scheinen auch die tödlichen Professoren Augustus und Kharon ein seltsames Interesse an ihr zu entwickeln. Zusammen mit blutrünstigen Mitschülern, Hunger, Eis, mörderischen Titanen und göttlichen Traditionen, von denen Alexis nicht das geringste weiß - was soll da schon schiefgehen?

Welcher Analphabet hat eigentlich den Klappentext verfasst? Jedenfalls jemand, der das Buch höchstens mal durchgeblättert hat - da stimmt außer den Namen fast nichts. Zum Glück. Das Buch vollbringt eine für mich fast unmögliche Leistung: Es wartet mit megatoxischen Typen auf, die jedoch durch Alexis absolut krasse Coolness, ihren Zynismus und ihrem Kampfwillen fast (!) relativiert werden. Dabei gelingt der Autorin immer wieder das Kunststück, diese Ar....ergötter ab und zu direkt sympathisch zu machen; natürlich nur bis zum nächsten unfassbar grausamen, toxischen Move, den die Typen absolvieren. Außerdem schafft sie es irgendwie, diese tödlichen Götter noch einmal in "etwas jugendlicher/tödlich, aber nicht so gefährlich" und in "erwachsen/megatödlich/megagefährlich" zu unterteilen - obwohl alle diese Burschen genau eines auszeichnet: Sie sind grausam und tödlich.

Ich habe den Humor der Autorin abgefeiert, den sie in sarkastischen Gedankengängen Alexis' und so schrägen Sachen wie einen absolut niedlichen tierischen Begleiter (kuscheliger Waschbär) von Augustus aufblitzen lässt. Die Vorstellung, dass der megagefährliche Gott einen Waschbären über seiner Schulter hängen hat, der an seinen Haaren kaut ... großes Kino. Deshalb gibt es wahrscheinlich zum ersten Mal von mir eine Empfehlung für ein Buch mit lauter toxischen Typen, einer extrem grausamen Handlung und viel Alltagsgrausamkeit, weil es für mich einfach so verpackt war, dass ich sagen konnte: Ja, kann man mal machen.

Veröffentlicht am 20.04.2025

GeneticAlly

The Soulmate Equation – Sie glaubt an die Macht der Zahlen, bis er ihr Ergebnis ist
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Jess ist Ende 20, hat eine siebenjährige Tochter und ist selbstständige Datenanalystin. Ihre Tochter kommt für sie an erster Stelle, sie arbeitet hart und kümmert sich um ihre Großeltern, die sie aufgezogen ...

Jess ist Ende 20, hat eine siebenjährige Tochter und ist selbstständige Datenanalystin. Ihre Tochter kommt für sie an erster Stelle, sie arbeitet hart und kümmert sich um ihre Großeltern, die sie aufgezogen haben, weil ihre Mutter eine trinkende, drogenabhängige B... ist. Obwohl sie nicht mehr an die große Liebe glaubt, macht sie mit ihrer Freundin Fizzy zusammen bei einer neuen Datingagentur mit, die behauptet, perfekte Matches anhand der genetischen Bedingungen der Teilnehmenden herauszufinden. Wie es der Zufall will, matcht sie ausgerechnet mit dem arrogant erscheinenden Genetiker River, einem der Gründungsmitglieder der Firma - und ihr Match ist das höchste bisher erreichte. Kann es also wahr sein? Liebe auf den ersten Speichel oder die erste Blutprobe?

Dieses Buch ist eine reine Wohlfühloase. Obwohl Jess echt viel um die Ohren hat, ist sie mega freundlich und sympathisch, genauso wie ihre Großeltern und ihre beste Freundin. Wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, ist echt wohltuend. Auch River ist eine reine green flag; anständig, intelligent und natürlich mega gutaussehend. Ich bin ehrlich, ob die ganzen genetischen erwähnten Dinge in irgendeiner Form Sinn ergeben: keine Ahnung. War mir auch egal, es rahmte die Story schön wissenschaftlich ein. Dass sich ineinander verlieben ging mir für meine Begriffe etwas zu schnell, aber weil die Leute hier abgesehen von wenigen Personen, die keine Hauptcharaktere waren, so unglaublich nett und sympathisch sind, hat es mich fast nicht gestört. Wer einfach mal abschalten und durchatmen will, dabei einfach mit einem erleichterten Grinsen das Buch zuschlagen möchte: Hier seid ihr richtig.

Veröffentlicht am 30.03.2025

Seraph

Hell Followed with us – Das Monster in uns: Eine düstere postapokalyptische Fantasy – Auf Goodreads gefeiert! Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt
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Sie nennen sich selbst Engel und Todesschwadronen - Mitglieder der Sekte, vor der Benji flüchtet. Durch ein Virus haben sie fast die gesamte Menschheit getötet und sind wild entschlossen, auch alle anderen ...

Sie nennen sich selbst Engel und Todesschwadronen - Mitglieder der Sekte, vor der Benji flüchtet. Durch ein Virus haben sie fast die gesamte Menschheit getötet und sind wild entschlossen, auch alle anderen zu töten, die sich ihnen nicht anschließen. Benji ist ein Transjunge und er muss zusehen, wie sein Vater bei ihrer Flucht getötet wird. Im letzten Moment wird er gerettet: von Nick, einem charismatischen, autistischen Jungen, der zusammen mit anderen Jugendlichen in einem ehemaligen LGBTQ+-Zentrum lebt bzw. mit ihnen um ihr Überleben kämpft. Nick weiß, wer Benji ist: die furchtbarste Bio-Waffe, die die Sekte je hervorgebracht hat. Dennoch geben ihm die Jugendlichen bei sich ein Zuhause, eines, für das Benji kämpfen will ...

Das war wirklich ein wilder Ritt, der aus Zähnen und Klauen, aus Unmengen an Blut und zerschmetterten Gliedmaßen und Eingeweiden und allem dazwischen und mehr besteht. Also nichts für schwache Nerven, das ist eine Dystopie, die den Namen verdient. Auch dass religiöse Fanatiker unter dem Banner ihres Glaubens alle Andersdenkenden ausrotten wollen, ist glaubhaft (punch intented). Das Buch ist nichts für Homophobiker, die in Tränen ausbrechen, wenn gegendert und die richtigen Pronomen verwendet werden. Zwischendrin ist mir manchmal ein bisschen viel wiederholt worden; ab und zu als Stilmittel ist cool, aber hier war es ein Tick zu viel. Und auch, wenn mir klar ist, dass die meisten Charaktere hier einen religiös-fanatischen Hintergrund haben, so gab es für meine Verhältnisse zu viele Gebete. Trotzdem konnte mich das Buch bis zum Schluss fesseln und ich bin gespannt, was der Autor noch zu bieten hat.