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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Quälende Schlaflosigkeit

Der Schlaf der Anderen
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Wie der Titel schon sagt, spielt der Schlaf oder besser gesagt die Schlaflosigkeit in diesem Roman eine große Rolle. Sina kann sich kaum mehr erinnern, wann sie das letzte Mal gut geschlafen hat. Mit Schlaftabletten, ...

Wie der Titel schon sagt, spielt der Schlaf oder besser gesagt die Schlaflosigkeit in diesem Roman eine große Rolle. Sina kann sich kaum mehr erinnern, wann sie das letzte Mal gut geschlafen hat. Mit Schlaftabletten, ja, aber die will der Arzt der Lehrerin nicht weiter verschreiben und gibt ihr eine Überweisung für das Schlaflabor. Dort trifft sie auf Jannis, die von Berufs wegen schon nicht gut schläft, wacht sie doch Nacht für Nacht über den Schlaf des ihr zugewiesenen Patienten. Schichtarbeit ist nicht gut für einen gesunden Schlafrhythmus.

Die Nacht in der die Frauen sich begegnen, wird ein Wendepunkt im Leben beider werden, weil Grenzen überschritten werden und es Zeit wird für grundlegende Veränderungen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd mal aus der Sicht von Sina, mal aus der von Jannis. Mit der Zeit entsteht ein zartes Freundschaftsband zwischen beiden. Es war eine leise, feinfühlig erzählte Geschichte von zwei Frauen, die letztendlich mehr eint als die Schlaflosigkeit, für die die Umwelt nur wenig Verständnis aufbringt.

Hat mir gut gefallen!

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Unter der Oberfläche brodelt es

Blaues Wunder
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Endlich ein neues Buch von Anne Freytag!

Das Setting bombastisch: eine Luxusjacht, die vor den Philippinen kreuzt!

An Bord : der Eigentümer der Yacht, Walter Bronstein, seine Frau Rachel und deren rebellischer ...

Endlich ein neues Buch von Anne Freytag!

Das Setting bombastisch: eine Luxusjacht, die vor den Philippinen kreuzt!

An Bord : der Eigentümer der Yacht, Walter Bronstein, seine Frau Rachel und deren rebellischer Sohn David, daneben 2 von Walter‘s Topangestellten und deren Ehefrauen. Was wie ein Urlaub der Extraklasse anmutet, ist eher so etwas wie ein Assessment Center, denn es geht um eine besondere Beförderung für einen der beiden Kandidaten , ob Teilhaberschaft oder Nachfolge, das bleibt zunächst offen.

Es ist ein Kammerspiel, dass sich Anne Freytag hier erdacht hat mit viel subtiler Spannung, Geheimnissen, die gewahrt bleiben müssen, Lügen und Intrigen. Walter ist ein Kotzbrocken, der es liebt Menschen bloßzustellen und somit ist dieser Traumurlaub der absolute Albtraum für alle Mitreisenden.

Ich fand‘s großartig!

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Toller Mehrgenerationenroman

Stromlinien
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Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch war ein richtiges Highlight für mich.

Die Autorin nimmt uns mit an die Elbe, wo in einem kleinen Ort an der Lühe im alten Land die Zwillinge Enna und Jale bei ihrer ...

Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch war ein richtiges Highlight für mich.

Die Autorin nimmt uns mit an die Elbe, wo in einem kleinen Ort an der Lühe im alten Land die Zwillinge Enna und Jale bei ihrer Großmutter Ehmi leben. Sie zählen die Tage herunter bis sie ihre Mutter Alea wiedersehen können, die sich seit vielen Jahren in Haft befindet. Doch als der Tag gekommen ist, taucht die Mutter nicht auf, und auch Jale verschwindet spurlos. Enna ist fassungslos und begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Doch zwischenzeitlich ist ein Sportboot in der Elbe verunglückt und die Familie scheint für die Polizei verdächtig zu sein.

Der Roman ist nicht nur sehr atmosphärisch geschrieben und enthält jede Menge wunderschöner Naturbeschreibungen, so dass man sich richtig gut einfühlen kann in die Umgebung, er ist auch spannend und enthält viele unerwartete Wendungen. Es ist eine vielschichtige Geschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Hier springt die Autorin hin und her, was Konzentration erforderte und manchmal etwas verwirrte. Trotzdem, ich fand den Roman richtig toll und habe ihn total gerne gehört. Das Hörbuch wurde hervorragend gelesen von Ulrike Kapfer.

Vielleicht können auch gerade im Hörbuch die Charaktere wie z.b die wortkarge Oma Ehmi, mit ihrer trockenen Art, die Zwillinge in ihrer Unterschiedlichkeit oder der charmante, liebenswerte Lucca, der auch ganz schön nerven konnte und Enna bei der Suche half , besonders gut „herausgearbeitet“ werden, und man bekam von ihnen eine noch bessere Vorstellung als nur durch das Kopfkino im gelesenen Buch.

Ich fand’s toll, hat mir großen Spaß gemacht, eine schlüssige, spannende Geschichte, die mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein erschütterndes unbedingt lesenswertes Buch im Buch

Das Haus auf dem Wasser
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Der renommierte Schriftsteller Joel Blum entdeckt auf einer Lesereise in Amsterdam bei einem Museumsbesuch im Holocaustmuseum in einer Videoinstallation eine Szene, in der im Hintergrund eindeutig seine ...

Der renommierte Schriftsteller Joel Blum entdeckt auf einer Lesereise in Amsterdam bei einem Museumsbesuch im Holocaustmuseum in einer Videoinstallation eine Szene, in der im Hintergrund eindeutig seine Mutter Sonia und seine Schwester Nettie zu sehen sind. Befremdlicherweise hält seine Mutter ein Baby im Arm, dass ihm selbst überhaupt nicht ähnelt.

Joel weiß, dass er in Amsterdam geboren wurde und seine Mutter mit den 2 Kindern dann nach Israel immigriert ist. Viel mehr weiß er allerdings nicht, da seine Mutter nicht bereit war über diese schreckliche Zeit zu sprechen.

Sie hat ihm auch zu Lebzeiten das Versprechen abgerungen niemals holländischen Boden zu betreten, doch jetzt ist sie verstorben, und so fühlt sich Joel nicht mehr verpflichtet die Niederlande weiter zu meiden.

Das Erlebnis im Museum lässt ihn allerdings so verstört zurück, dass er die Geschichte seiner Familie und vor allem seine eigene Kindheit recherchieren will. Er sammelt Material um daraus das Buch seines Lebens zu machen.


Der Roman hat mich sehr beeindruckt und berührt. Der Schreibstil ist ein ganz Besonderer. Die Autorin springt quasi fließend von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Das Ganze passiert nicht kapitelweise wie man denken sollte, sondern oft von einem Satz zum nächsten. Dabei merkt man deutlich, wie die Recherchearbeit von Joel in sein neues Buch-Projekt einfließt. Wir lesen ein Buch im Buch, dass sehr feinfühlig komponiert wurde und sich einer ausdrucksstarken literarischen Sprache bedient, die ich so gerne gelesen habe. Erstaunlicherweise gerät man aber nicht mit den Zeiten durcheinander.

Ein Roman, der den Holocaust zum Thema hat, ist natürlich erschütternd und man kann zu dem Thema noch so viel lesen und wird die Unmenschlichkeit dieser Zeit nie wirklich begreifen können. Für mich war es sehr interessant, dass der Schauplatz hier Holland war und ich kann nur wiederholen, dass auch die Art und Weise wie dieses Buch geschrieben wurde wirklich außergewöhnlich ist.


Auch wenn es bei mir etwas brauchte, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin, kann ich das Buch nur empfehlen. Je weiter man mit der Lektüre fortschreitet, desto weniger kann man den Roman zur Seite legen. Ich habe Joel Blum sehr gerne bei seiner packenden Identitätssuche begleitet, konnte mit ihm mitfühlen und war ergriffen und erschüttert von seiner Geschichte.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Die Scham ist weiblich

Sorry not sorry
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Ein sehr persönliches Sachbuch, von der Autorin selbst gelesen über die weibliche Scham. Anika Landsteiner zeigt unter anderem an Hand von Selbsterlebtem auf, was immer noch schief läuft in unserer ...


Ein sehr persönliches Sachbuch, von der Autorin selbst gelesen über die weibliche Scham. Anika Landsteiner zeigt unter anderem an Hand von Selbsterlebtem auf, was immer noch schief läuft in unserer ach so aufgeklärten Welt. Leider leben wir nach wie vor in einer „Mens World“ und das zeigt sich in allen Lebensbereichen.

Die Scham ist weiblich und bewusst anerzogen. Das kann nur wütend machen.

Ein Augen öffnendes Sachbuch,trotzdem sehr unterhaltsam geschrieben , dass ich nur jedem ans Herz legen kann.

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