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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

Altmodisch im guten Sinne

Ein Schilling für Kerzen
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Zum Inhalt:
Als die berühmte Schauspielerin Christine beim Baden stirbt, geht man zuerst von einem tragischen Unfall aus. Als sich der Todesfall jedoch als Mord entpuppt, wird Alan Grant von Scotland Yard ...

Zum Inhalt:
Als die berühmte Schauspielerin Christine beim Baden stirbt, geht man zuerst von einem tragischen Unfall aus. Als sich der Todesfall jedoch als Mord entpuppt, wird Alan Grant von Scotland Yard mit der Aufklärung beauftragt. Diese gestaltet sich schwierig, da es zwar einige Verdächtige gibt, die Motivlage jedoch dünn erscheint und der Mensch mit dem scheinbar stärksten Motiv außerordentlich sympathisch wirkt.

Mein Eindruck:
Zwar ist die Geschichte ein bisschen eingestaubt; durch ihre vielschichtigen und interessanten Charaktere, die sich zum größten Teil zeitgemäß einordnen und verhalten, macht sie aber trotzdem (oder genau deshalb) richtig viel Spaß. Fühlt man sich doch wunderbar zurückgesetzt in Zeiten, in denen die Welt noch erkundet werden wollte, Konversation höchstens durch die Verwendung von Telegrammen beschleunigt wurde und sogar Filmstars unerkannt bleiben konnten, wenn ihnen danach war. Dass der Verlag glücklicherweise vermieden hat, dieses Buch politisch korrekt zu modernisieren, mag deshalb vielleicht zu vordergründiger Schnappatmung führen; insbesondere ein ganz besonders sympathischer und durchaus nicht dem damaligen Zeitgeist entsprechender, weiblicher Charakter sollte jedoch die empörten Gemüter sehr schnell beruhigen können. Genau aus diesen Gründen wäre es überaus wünschenswert, wenn der Verlag noch mehr Exemplare aus genialer Feder veröffentlicht.

Mein Fazit:
Ein unblutiger Genuss mit intelligentem Humor

Veröffentlicht am 27.04.2025

Psychothriller mit einer Spur Fantasy

Apartment 5B
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Das junge Künstlerpaar Rosie und Chad hat einen kranken Verwandten bis zu seinem Tod gepflegt und erbt danach dessen Apartment in New York. Obwohl die Tochter ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Das junge Künstlerpaar Rosie und Chad hat einen kranken Verwandten bis zu seinem Tod gepflegt und erbt danach dessen Apartment in New York. Obwohl die Tochter des Verstorbenen zu Lebzeiten nichts von ihrem Vater wissen wollte, verlangt sie aufgebracht die Herausgabe des Erbes und will sich mit Rosie treffen, um diese mit einigen pikanten Informationen zu deren Ehemann zu versorgen. Doch zu einer Aussprache kommt es nicht mehr.

Mein Eindruck:
Genremixe sind nicht unbedingt jedermanns Sache, aber Lisa Unger macht ihre Sache in diesem Buch wirklich gut. Denn die Gegensätze sind hier Programm: Einerseits sympathische Nachbarn, andererseits eine unterschwellige Gefahr. Einerseits das vibrierende, lebendige New York, andererseits viele Leichen, welche die Geschichte rund um Rosie, Chad und das Windermere-Gebäude säumen. Das Leben, welches die sympathischen Protagonisten erwartet, ist Traum und Alptraum gleichermaßen und genau so gestaltet sich das Gefühlsleben von Rosie: Ein stetiges Auf und Ab, begleitet gleichermaßen von unheimlichen Vorkommnissen und überaus glücklichen Momenten. Lisa Unger hält dabei immer den Spannungsbogen straff gespannt und bietet einige Überraschungen auf, die man so nicht wirklich erwarten konnte.

Mein Fazit:
Ganz großes (Hör-)Kino

Veröffentlicht am 21.04.2025

Erst Kaugummi, dann Gaumenschmaus

Die Garnett Girls
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Zum Inhalt:
Nachdem sie von ihrem Mann Richard verlassen wurde, vernachlässigte die Mutter der Garnett-Girls - Margo - aus lauter Kummer ihre kleinen Töchter. Doch dann erfand sie sich neu, nahm ihren ...

Zum Inhalt:
Nachdem sie von ihrem Mann Richard verlassen wurde, vernachlässigte die Mutter der Garnett-Girls - Margo - aus lauter Kummer ihre kleinen Töchter. Doch dann erfand sie sich neu, nahm ihren Mädchennamen wieder an und wachte über die drei Mädchen, die alle auf ihre Weise mit den Gegebenheiten klarzukommen versuchten.

Mein Eindruck:
Der Anfang ist zäh, doch - obwohl es nicht einmal DEN Punkt in der Geschichte gibt, packt sie einen plötzlich und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wie sich Margo und ihre Töchter aus dem Schatten des Vaters befreien und wie ihre Geschichte mit Richard zum Schluss noch einmal rund wird, ist aller Ehren und vor allen Dingen lesens-wert. Georgina Moore erschafft für jede ihre weiblichen Figuren eine glaubhafte Lebensgeschichte, die sich perfekt am Verhältnis zu den Eltern orientiert. Die Schauplätze gefallen und die (spät)pubertären Kämpfe mit der Mutter und deren ganz eigenen Macken lassen einen gleichermaßen verzweifeln und grinsen.

Mein Fazit:
Absolut lesenswert, nicht zu früh aufgeben!

Veröffentlicht am 05.04.2025

Die perfekte Welle

The Surf House
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Zum Inhalt:
Nach einem traumatischen Erlebnis landet Bea am Strand von Marokko in einer Surfer-Community und jobbt im Ferien-Hostel ihrer neuen Freundin Marian. Als Bea in großen Geldschwierigkeiten steckt, ...

Zum Inhalt:
Nach einem traumatischen Erlebnis landet Bea am Strand von Marokko in einer Surfer-Community und jobbt im Ferien-Hostel ihrer neuen Freundin Marian. Als Bea in großen Geldschwierigkeiten steckt, bietet ein Amerikaner einen Ausweg und viel Geld, wenn Bea das Verschwinden seiner verschollenen Schwester erforscht, denn Samantha wurde zuletzt an genau diesem Ort gesehen. Bea nimmt Geld und Herausforderung an und begibt sich dadurch in große Gefahr.

Mein Eindruck:
Das einzige, was den wirklich überaus guten Eindruck das Thrillers schmälert, ist der dramatische Grund, warum Bea bei Marian landet - wenn das eine Nummer kleiner ausgefallen wäre, hätte das Buch einen Glaubwürdigkeits-Punkt zusätzlich bekommen.
Aber sonst gibt es an der Geschichte wirklich gar nichts zu meckern. Besonders gut gefällt die Charakterzeichnung der Protagonistin, die sehr viel - auch gegen ihre eigene Natur - tut, um geliebt zu werden. Dass in einem Thriller auch diese Saite angeschlagen wird, ist eher selten, - doch Lucy Clarke verwirrt ihre Leser (und Bea) genau mit diesem Aspekt. Dadurch lässt sich die Hauptperson manipulieren, interpretiert einige Umstände falsch und kann sich fast nicht aus den Fesseln befreien, die ihr Umwelt und letztendlich auch sie selbst angelegt haben. Viele Figuren haben doppelte Böden, - das macht Spaß und lässt einen bis zum Schluss raten und fiebern, ob und wo Samantha lebt und wie sich Bea durch den Showdown kämpfen kann.

Mein Fazit:
Spannende Urlaublektüre, - nicht nur für Surfer

Veröffentlicht am 18.03.2025

Erst langsam, dann gewaltig

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Zum Inhalt:
Robyn leidet an einer Krankheit, die sie ans Bett und den Rollstuhl fesselt, doch zum Glück kümmert sich ihre Großtante Nelly rührend um sie. Außerdem hat Robyn ein Hobby, welches ihr viel ...

Zum Inhalt:
Robyn leidet an einer Krankheit, die sie ans Bett und den Rollstuhl fesselt, doch zum Glück kümmert sich ihre Großtante Nelly rührend um sie. Außerdem hat Robyn ein Hobby, welches ihr viel Spaß macht: Ein True-Crime Podcast. Als Robyn Ivy, der Autorin dieses Podcasts, eine Idee zum gegenüberliegenden Hotel Ambrosia - ein heruntergekommener Schuppen mit seltsamen Dauergästen - präsentiert, wird sie von Ivy gebeten, bei den Recherchen vor Ort zu helfen. Um ihr Handicap nicht zuzugeben, überredet Robyn einen Einbrecher, sie zu unterstützen. Das bringt beide in große Gefahr.

Mein Eindruck:
Richtig gut ist der Aufbau des Buchs, denn man bekommt nicht nur einfach eine Geschichte in Text serviert; diese wird aufgelockert durch Zeichnungen und Telefongespräche. Leider zieht sich der Beginn der Story am Anfang ein bisschen. Das liegt an der Krankheit Robyns, die sehr viel Raum einnimmt (inklusive Erklärungen, Medikation und Therapie) und der daraus folgenden Fürsorge Nellys. Ähnlich Robyn (die von ihrer Krankheit ausgeknockt wird) ist man teilweise eher genervt, dass die Handlung dadurch eher stockt, als dass sie an Fahrt gewinnt. Zusätzlich muss man sich darauf konzentrieren, von welcher Person gerade die Rede ist, da Robyn den Bewohnern des Hauses Phantasie-Namen verpasst hat.
Doch hat man sich irgendwann in das Buch eingegroovt und Robyns Partner in Crime so richtig Fuß gefasst, wird es immer spannender und man kann das Buch praktisch nicht mehr zur Seite legen. Einige Vorgänge, die zu Beginn nicht unbedingt wichtig erschienen, bekommen auf einmal eine Bedeutung und zum Schluss ist wirklich sehr viel geklärt, was am Anfang unerklärbar schien. Das ist ganz großes Kino, auch wenn es den Epilog nicht wirklich gebraucht hätte. Aber dieses Geplänkel zum Schluss ist wohl auch der Zielgruppe geschuldet und - seien wir ehrlich - wenn ein Buch ein so gutes und stimmiges Finale hat, kann der Epilog auch nicht mehr stören.

Mein Fazit:
Am Anfang zäh, doch dann schlägt der Kaugummi Blasen