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Veröffentlicht am 13.06.2025

Erschütternde Zeitreise und die Suche nach einer großen Liebe

Eine Welt nur für uns
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Die Nachkriegszeit in Frankreich... Mit vielen anderen Männern ist Vincent als Kriegsheimkehrer damit beschäftigt, die Côte d'Azur von den Minen zu befreien, die während des 2. Weltkrieges gelegt wurden. ...

Die Nachkriegszeit in Frankreich... Mit vielen anderen Männern ist Vincent als Kriegsheimkehrer damit beschäftigt, die Côte d'Azur von den Minen zu befreien, die während des 2. Weltkrieges gelegt wurden. Mehr noch, als die Gefahr, die diese Tätigkeit mit sich bringt, beschäftigt Vincent allerdings der ungewisse Verbleib seiner großen Liebe Ariane. Die Suche nach ihr begegnet Vincent vielen Menschen, die ihn für immer prägen werden und es tun sich Fragen auf, mit denen er nicht gerechnet hätte. Wer ist Freund, wer ist Feind? Sind wirklich alle so böse, wie man ursprünglich denkt, oder steckt viel mehr hinter den Menschen, wenn man erst ihre Geschichte kennt?

Claire Deya ist mit "Eine Welt nur für uns" ein sehr bewegendes und interessantes Buch gelungen, das viele Themen aufgreift und einen nachdenklich stimmt. Einerseits verleitet es natürlich dazu, sich mit der Geschichte um den 2. Weltkrieg und seinen Folgen auseinander zu setzen. Es geht aber noch viel tiefgründiger und versucht, Menschen wieder zu vereinen, nicht nur bei der Tätigkeit der Minensuche, sondern auch emotional. Während Vincent trauert, weil er seine große Liebe vermisst, haben auch alle anderen ihr Schicksal zu meistern und was oberflächlich in "Gut" und "Böse" eingeteilt wird, ändert bei näherem Hinsehen rasch die Perspektive, plötzlich sind die Unterschiede zwischen den Menschen gar nicht mehr so groß.

"Eine Welt nur für uns" ist ein emotionales Buch mit vielen Hintergründen. Ich habe es einerseits sehr gerne gelesen, weil es mich sehr berührt hat, weil ich mit dem Protagonisten Vincent mitfiebern konnte. Auch den Schreibstil mochte ich gerne, die Unterteilung in kurze Kapitel (warum wurden diese nicht nummeriert oder benannt?) fand ich angenehm. Mir persönlich stand allerdings die Minensuche gerade am Anfang des Buches ein bisschen zu sehr im Vordergrund, sodass ich diesen Teil als etwas langwierig empfunden habe.

Insgesamt ist "Eine Welt nur für uns" aber eine große Bereicherung und eine schöne Ergänzung zu vielen Büchern mit der Thematik 2. Weltkrieg, das ein bisschen über die direkte Zeit des Krieges hinweg blickt, Perspektiven ändert und die Folgen in den Mittelpunkt stellt, die der Krieg für so viele Menschen noch lange danach hatte.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Verrückt, tiefgründig und wunderschön

Die unglaubliche Grace Adams
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Viel ist passiert im Leben der Familie Adams und als Tochter Lotte ihren 16. Geburtstag feiert, macht sich Grace auf den Weg zu ihrer Tochter". Es gibt viel Ungesagtes zwischen den beiden Frauen und Grace ...

Viel ist passiert im Leben der Familie Adams und als Tochter Lotte ihren 16. Geburtstag feiert, macht sich Grace auf den Weg zu ihrer Tochter". Es gibt viel Ungesagtes zwischen den beiden Frauen und Grace möchte das bereinigen, möchte endlich wieder für Lotte dasein dürfen. Grace macht sich nicht nur symbolisch auf den Weg zu ihrer Tochter, sondern sie läuft für sie durch die ganze Stadt und kommt dadurch in viele unglaubliche Situationen. Doch wird sich das alles lohnen? Oder kommt am Ende alles doch ganz anders?

"Die unglaubliche Grace Adams" ist der Kampf einer Mutter um ihr Kind, um ihre Liebe und letzten Endes um sich selbst. Es ist ein wunderschönes Buch, das Emotionen weckt, das sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringt, das Tiefgründiges mit Banalem verbindet. Manchmal kann man während des Lesens nur den Kopf schütteln, so absurd kommt einem Graces Verhalten vor, aber dann erkennt man, was wirklich dahinter steckt und man merkt, dass alles nur aus Liebe geschieht. Aus ganz tiefer Liebe einer verzweifelten Mutter, die alles für ihr Kind zu tun bereit ist.

Fran Littlewood ist mit "Die unglaubliche Grace Adams" ein großartiger Roman gelungen, der einen humorvollen Schreibstil mit viel Tiefgang verbindet, der den Leser erheitert und gleichzeitig zu Tränen rührt. Nicht nur einmal wollte ich während des Lesens die unglaubliche Grace einfach in den Arm nehmen. Ist das Buch vom Cover her für mich nicht sonderlich ansprechend und erscheint die Geschichte anfangs etwas oberflächlich, so verwandelt sich der Roman im Verlauf zu einem sehr emotionalen Buch, das mich Seite für Seite immer mehr eingenommen und überzeugt hat.

Das Lesen der "Unglaublichen Grace Adams" hat mir viele schöne, aber auch nachdenkliche Stunden bereitet und ich empfehle das Buch sehr gerne an alle weiter, die sich einem Wechselbad der Gefühle hingeben möchten und gerne mit Grace lachen und weinen wollen.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Eine kurzweilige Fahrt und ein emotionaler Aufbruch

In einem Zug
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Der Autor Ewald Brünhofer trifft auf der Zugfahrt von Wien nach München auf die Psychotherapeutin Catrin, die ihn rasch in ein Gespräch verwickelt. Was von Seiten Brünhofers als kurzer Small-Talk gedacht ...

Der Autor Ewald Brünhofer trifft auf der Zugfahrt von Wien nach München auf die Psychotherapeutin Catrin, die ihn rasch in ein Gespräch verwickelt. Was von Seiten Brünhofers als kurzer Small-Talk gedacht ist, entwickelt sich zu einem tiefergehenden Gespräch über Brünhofers Leben, seinen beruflichen Stillstand und über seine langjährige Ehe mit Gina. Auch wenn sich Brünhofer anfangs gegen den Kontakt wehrt, so lässt er sich doch drauf ein und es entwickelt sich zwischen dem ein oder anderen Glas Wein eine intensive Zugsbekanntschaft, die Brünhofer lange in Erinnerung bleiben wird.

Glattauer ist mit "In einem Zug" einmal mehr ein großartiges Buch gelungen. Ein Buch, in dem sich nicht sehr viel tut, die einzige Handlung liegt in einem Gespräch während einer Zugfahrt, ein Buch, das aber viel aussagt. Die Komplexität von Beziehungen ist ebenso Thema wie zwischenmenschliche Probleme und berufliche Hindernisse. Die Intention der Psychotherapeutin Catrin ist es, Brünhofer zum Nachdenken anzuregen - und genau das passiert auch mit dem Leser.

Große Themen des Lebens werden behandelt, in alter Glattauer-Manier aber nicht belehrend, sondern sehr unterhaltsam, teilweise sogar satirisch. Ein paar Episoden während der Zugfahrt hätte man vielleicht auch kürzen können, manches wiederholt sich ein bisschen. Insgesamt ist "In einem Zug" aber ein gleichzeitig unterhaltsamer als auch nachdenklicher Roman, der sich leicht liest und einen durch die originelle Gliederung in Streckenabschnitte schnell weiterkommen lässt. Ich konnte das Buch tatsächlich "in einem Zug" durchlesen und empfehle es sehr gerne weiter - nicht nur an Leser österreichischer Literatur, sondern auch an alle, die gerne einen Anstoß nützen wollen, um ein bisschen über sich selbst zu reflektieren.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Ein neuer Fall für Liv Lammers

Höllische Küste
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Kommissarin Liv Lammers hat wieder viel zu tun, die Ereignisse auf Sylt überhäufen sich und stören die Inselidylle. Bei einem Fallschirmsprung kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall, bei dem eine Hochzeitsplanerin ...

Kommissarin Liv Lammers hat wieder viel zu tun, die Ereignisse auf Sylt überhäufen sich und stören die Inselidylle. Bei einem Fallschirmsprung kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall, bei dem eine Hochzeitsplanerin stirbt. Was erst als Unfall aussieht, erweist sich schon bald als manipulativer Akt und als es schließlich zu immer mehr Vorfällen kommt, läuft die Tätersuche auf Hochtouren. Wird es Liv und ihrem Team gelingen, den Fall aufzuklären, bevor noch mehr passiert?

Sabine Weiss ist mit "Höllische Küste" einmal mehr ein atmosphärischer Sylt Krimi gelungen, der sowohl von seiner Geschichte als auch von seinem Setting auf der wunderschönen Nordseeinsel überzeugt. Die Idylle ist sowohl den Insulanern als auch den Besuchern wichtig, daher heißt es mit Hochdruck an dem Fall zu arbeiten - auch wenn dadurch vorübergehend Livs Privatleben etwas zu kurz kommt.

Da ich Livs Arbeit von Anbeginn an verfolge, ist jeder Band wie ein "Wiedersehen" mit alten Bekannten und ich mag es, wie sich die Charaktere Buch für Buch weiterentwickeln. Auch der Ort des Krimis ist gut gewählt, und man fühlt sich während des Lesens immer wieder auf die Insel versetzt. Urlaubsgefühle inklusive!

Weiss lässt auch gesellschaftliche Probleme nicht außer Acht, die Kluft zwischen Arm und Reich auf der Insel ist groß und Neid und Missgunst wohl keine Seltenheit. Die Partyszene der Reichen und Schönen steht im Gegensatz zu den Einheimischen, die darunter leiden, dass die Insel immer exquisiter wird, ein Alltag ist für viele gar nicht mehr leistbar.

Einmal mehr schafft es die Autorin, einen durchdachten und sehr spannenden Krimi zu schreiben, bei dem ein Quäntchen Lokalkolorit nicht fehlen darf. Der Spannungsbogen wird aufrecht erhalten und es tauchen immer wieder falsche Fährten auf, die einen das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Man will einfach wissen, wie es ausgeht.

Persönlich war ich mit den Ende nicht ganz so glücklich, es erschien mir ein bisschen unrealistisch. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und hab mich gefreut, wieder einmal "News" von Liv , ihrer Familie und ihren Freunden zu erfahren. Bis zum nächsten Mal, es gibt ja für Liv bestimmt bald wieder etwas auf Sylt aufzuklären.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Demenz mit Würde

Das Herz kennt keine Demenz
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Jim Ayag ist Altenpfleger auf einer Demenzstation. Eine herausfordernde Aufgabe, die er mit großer Leidenschaft erfüllt - und genau davon handelt sein Buch. Anhand von "Frau Tippelkamp" erzählt er Alltagsgeschichten ...

Jim Ayag ist Altenpfleger auf einer Demenzstation. Eine herausfordernde Aufgabe, die er mit großer Leidenschaft erfüllt - und genau davon handelt sein Buch. Anhand von "Frau Tippelkamp" erzählt er Alltagsgeschichten aus seinem Beruf. "Frau Tippelkamp" steht stellvertretend für all die Patienten mit denen er zu tun hat. Ayag schildert die kleinen Erfolge genauso wie die Niederlagen und Schwierigkeiten, mit denen er im Umgang mit den demenzkranken Menschen zu tun hat, er erzählt lustige Episoden, aber auch Trauriges und das Buch verleitet sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken. Auch der Tod ist Thema und wird genauso wenig ignoriert wie körperliche Einbußen, unter denen die Patienten zu leiden haben oder Veränderungen in der Persönlichkeit, im Tagesrhythmus oder den Vorlieben.

Jim Ayag ist mit "Das Herz kennt keine Demenz" ein sehr wichtiges Buch gelungen, das die verschiedenen Facetten im Umgang mit Demenz-Patienten zeigt. Der Schreibstil ist unterhaltsam und teilweise sogar lustig, sodass man zügig durch das Buch durchkommen kann, wenn man das möchte.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings schon: massiv gestört hat mich auf einer geriatrischen Abteilung arbeitende und täglich mit Demenzkranken konfrontierte Ärztin, dass alle Personen als "Frau Tippelkamp" bezeichnet wurden. Auch wenn das zum Schutz der Anonymität sicher gut gemeint ist, so spiegelt es genau das wider, was eigentlich nicht geschehen soll: Demenzkranke werden ihrer Identität beraubt, werden nicht mehr als der Mensch wahr genommen, der sie eigentlich sind, verlieren an Würde. Das geht oft soweit, dass sie wieder wie Kinder behandelt werden, dass man sie in Einrichtungen unterbringt, in denen Teddybären die Wände zieren. Gut gemeint ist leider nicht immer gut ausgeführt.

Das Buch an sich hat mir aber gut gefallen und ich empfehle es gerne jedem weiter, der, sei es beruflich oder privat, mit dem Thema Demenz konfrontiert ist, oder einfach seinen Horizont erweitern möchte.

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