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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2017

Erinnert an Gone Girl

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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„Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor“ ist ein moderner amerikanischer Psychothriller, der mich stark an Gillian Flynns Romane erinnert. Die Erzählweise mit Blogeintragungen und später wechselnden ...

„Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor“ ist ein moderner amerikanischer Psychothriller, der mich stark an Gillian Flynns Romane erinnert. Die Erzählweise mit Blogeintragungen und später wechselnden Erzählern ist ungewöhnlich und gediegen gemacht. Eigentlich finde ich aber die Blogeinträge unglaubwürdig, da Stephanie zu frei über ihre „Geheimnisse“ spricht.

Alle 3 Hauptfiguren sind schräg, haben Macken und sind nicht gerade liebenswert. Sie sind egoistisch bis zum Egozentrischen, dabei labil und getrieben.
Ich finde das interessant, Leser die Identifikationspersonen brauchen, könnten damit Probleme haben.
Hinzu kommt, dass vor allen Stephanie offensichtlich als unglaubwürdige Erzählerin agiert, die teilweise absichtlich, teilweise unbewusst auf eigenartige Art mit Fakten und Vermutungen umgeht.
Der Plot ist klein gehalten, fast wie ein Kammerspiel. So spielt sich ein Großteil der Handlung in den Häusern von Stephanie und Emily/Sean ab. Ich könnte mir das auch gut als Film vorstellen.
Der verhängnisvolle Verlauf der Handlung ist charaktergetrieben und voller Wendungen. Die Mischung aus Verschlagenheit und Labilität mancher Figuren ergibt verherrende Ergebnisse und sie treiben über eine Grenze des normalen.

Ich habe das Buch als unterhaltend empfunden, aber durch die hohe Unglaubwürdigkeit der Handlung bleibe ich distanziert und ich kann die Autorin Darcey Bell noch nicht als Neuentdeckung feiern, aber es ist ja auch ihr Debüt und es würde mich nicht wundern, wenn sie sich in kommenden Romanen noch steigert.

Veröffentlicht am 20.05.2017

äußerst brutal

Sie werden dich finden
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Von dem südafrikanischen Thrillerautor Roger Smith habe ich schon etwas gelesen und die Mischung aus Härte und sprachliche Brillanz bewundert. Hinzu kamen gesellschaftliche und soziale Themen.
Deswegen ...

Von dem südafrikanischen Thrillerautor Roger Smith habe ich schon etwas gelesen und die Mischung aus Härte und sprachliche Brillanz bewundert. Hinzu kamen gesellschaftliche und soziale Themen.
Deswegen wundert es mich, dass er als James Rayburn anders wirkt. Die Handlung von „Sie werden dich finden“ ist auch brutal, aber das wirkt als überflüssige Beigabe um den blutgierigen Geschmack der Thrillerleser zu befriedigen. Manche Stellen halte ich sogar für primitiv. Schon zu Anfang dominiert sinnlose und vor allen unreflektierte Gewalt. In Zeiten wie diesen stört mich das gewaltig.

Was ich aber auch feststelle, ist die geschickte und professionelle Schreibart hinsichtlich Stil und Plotkonstruktion.. Sprachlich sind die rasanten Szenen filmreif gestaltet.

Es ist eine Fluchtgeschichte, die mir überbetont und übertrieben vorkommt. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die emotionslose Hauptfigur. Kate Swift fand ich an keiner Stelle glaubhaft, bei ihrer Tochter Suzy war das etwas besser. Das es bei ihr trotz der ständigen Flucht und Gefahr keine Anzeichen für Traumatisierung gibt, halte ich für unglaubwürdig.
Auch der heruntergekommen Harry Hook konnte mich als ambivalente Figur nicht wirklich überzeugen, obwohl immerhin ein paar gute Ansätze da sind. Er beginnt sich für Kate und Suzy verantwortlich zu fühlen, als seien sie seine Tochter und Enkelin. Und da ist vielleicht sogar etwas dran.
Der Nebenplot mit Nadja ist leider überwiegend langweilig gestaltet.

Auffällig ist die Kühle des Erzähltons und das Tempo. Ich glaube schon, dass viele Thrillerfans das mögen, für mich ist das nicht ganz das ideale, dennoch habe ich nicht bereut, den Roman gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Ein Loch in der Wand

Zur Zeit der Schneefälle
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Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz erreichen. Zu sehr bleibt die Idee in Ansätzen stecken und damit belanglos. Zu schematisch und emotionslos wirken die Figuren. Das Buch ist arm an Dialogen ...

Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz erreichen. Zu sehr bleibt die Idee in Ansätzen stecken und damit belanglos. Zu schematisch und emotionslos wirken die Figuren. Das Buch ist arm an Dialogen und wenn es welche gibt, sind sie sehr verhalten. Vermutlich ist das Absicht des Autors Hanno Millesi. Es gehört zu seinem Programm, das mich wenig begeistert. So meine Lesermeinung, aber vielleicht verstehe ich Das Buch auch nur nicht.

Zugestehen kann man dem Roman aber eine starke kammerspielsartige Wirkung.

Die Zeit der Schneefälle ist auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis, doch ich halte seine Chancen für gering.

Veröffentlicht am 25.04.2025

Das Treffen

Haus Waldesruh
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Eine Gruppe von Freunden trifft sich nach langer Zeit in einem Jagdhaus. Lange hatten sie keinen Kontakt mehr. Einer nach dem anderen trifft ein. Anna, Marco, Ferdinand und Lea. Nur einer fehlt. Max, ...


Eine Gruppe von Freunden trifft sich nach langer Zeit in einem Jagdhaus. Lange hatten sie keinen Kontakt mehr. Einer nach dem anderen trifft ein. Anna, Marco, Ferdinand und Lea. Nur einer fehlt. Max, der Selbstmord begangen hat.

Das Buch ist anfangs nicht gerade irre spannend, aber man liest doch interessiert. Die Figuren sind weder besonders sympathisch noch habe ich Probleme mit ihnen. Eigentlich wirken sie ganz realistisch.

Schließlich stellt sich heraus, dass es für das Treffen noch einen bestimmten Grund gibt. Jemand aus der Gruppe will Gerechtigkeit für Max.

Das Buch entwickelt Atmosphäre, nicht ganz so düster wie erwartet, aber ernst.
Der Autor David Krems schafft es, das Buch kurz zu halten. So wird die Handlung prägnant erzählt. Es bleibt aber das Gefühl, man hätte auch mehr daraus machen können.
Die Spannung war nur so Mittel wie auch der Roman Durchschnitt bleibt.

Veröffentlicht am 12.03.2025

Hochzeitstag

Die Hochzeit
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Ein Buch, das einen Tag zeigt, einen Hochzeitstag.
Es beginnt schon morgens schlecht mit einem Hexenschuss des Wirts, die Köchin motzt und im Verlaufe des Tages geht noch mehr schief, zum Beispiel taucht ...

Ein Buch, das einen Tag zeigt, einen Hochzeitstag.
Es beginnt schon morgens schlecht mit einem Hexenschuss des Wirts, die Köchin motzt und im Verlaufe des Tages geht noch mehr schief, zum Beispiel taucht die Braut nicht auf.

Überraschenderweise ist das Buch außerordentlich viel illustriert. Jedoch sind es relativ einfache, wenig ansprechende Illustrationen.

Dadurch sind auf manchen Seiten wenig Text, der abschnittsweise sogar gereimt ist.

Das Problem mit dem Buch ist dessen Derbheit. Das liegt nicht jedem.

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