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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ist es wirklich immer so spaßig?

Fun
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Es ist das Ereignis in Sasenhaim. Die Band nbl/nbl spielen ihr drei großen Konzerte bevor es in der Tour weitergeht nach Paris, Süddeutschland und die Schweiz. Zurück zu ihren Ursprügen, hierhin, wo alles ...

Es ist das Ereignis in Sasenhaim. Die Band nbl/nbl spielen ihr drei großen Konzerte bevor es in der Tour weitergeht nach Paris, Süddeutschland und die Schweiz. Zurück zu ihren Ursprügen, hierhin, wo alles angefangen hat. Ob das immer so gut ist? Doch die drei großen Konzerte und der Fun werden überschattet von einem Shitstorm. Die fünf Musiker haben gerade während ihrer Aftershowpartys immer Fun, doch ist dies auch für Ljilja so? Für sie ist der Konzertabend in Köln ein einziger Alptraum. Wie werden die Abende in Sasenhaim enden? Wer zahlt hier den Preis, das andere grenzenlosen Spaß erleben dürfen.

Ein gesellschaftliches und kritisches Buch, von einem Musiker einer der bekanntesten Deutschen Bands, mit Einblicken, die sonst wahrscheinlich die wenigsten Leute haben. Bela B Felsenheimer schreibt das Buch in einem sehr angenehmen Stil. Lediglich über die Namen bin ich das ein oder andere Mal gestolpert. Die Auflockerungen durch Nachrichten und KI-Recherchen.
Durch die knapp gehaltenen Kapitel, den Sprung zwischen den einzelnen Protagonisten (wir haben nicht nur die Sicht der einzelnen Mädchen und der Band, sondern auch die der Managerin oder auch des Securitychefs) und die Einteilung in die einzelnen Wochentage kommt man zügig durch das Buch und hat das Gefühl, dass doch ein Kapitel doch durchaus noch machbar ist. Auch die kleinen Anspielungen auf uns bekannte Bands wie die Die Ärzte und die Toten Hosen lockern das doch sehr schwere Thema auf.
Bela zeigt aber nicht nur das Macht, Geld und Positionen in der Rockszene ausschlaggebend sind, sondern auch in anderen sozialen Schichten. Ein Sprung in die Apothekenlobby oder die LARP-Szene ist da doch mal etwas anderes.

Für mich ein sehr gelungenes Buch mit einem leider zu schnellen Ende. Gerne mehr davon. Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem nur ans Herz legen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2024

Cosy Crime im kalten Großbritannien

Der Krimidinnermord
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Wir sind im Dritten Band zurück im Hause Mallowan Hall. Die Herrschaften Agatha Christie und ihr Mann Max Mallowan sind außer Haus und es flattert eine Einladung ins Haus. Eine Einladung in welcher ein ...

Wir sind im Dritten Band zurück im Hause Mallowan Hall. Die Herrschaften Agatha Christie und ihr Mann Max Mallowan sind außer Haus und es flattert eine Einladung ins Haus. Eine Einladung in welcher ein Mord angekündigt wird. Die Neugier unserer Phyllida ist da natürlich geweckt und nach kurzer Rücksprache mit Agatha Christie nimmt sie an einem Krimidinner teil. Was keiner ahnen konnte, es wird einen echten Toten geben.

Ich habe mich super auf den dritten Band von Colleen Cambridge um die Hobbydetektivin Phyllida Bright gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Das Cover hat mir direkt Flashbacks beschert und passt super zu dem Buch. Es ist klassisch in den Farben der Union Jack gehalten und zeigt das wichtigste, passend zum Titel.

Unsere bekannten Charaktere sind wieder vorhanden, sei es natürlich die Haushälterin, so aber auch der Butler Mr Dobble, der Chauffeur Bradford und Inspektor Greenstick.
Die Handlung ist schlüssig und durch den Schreibstil einfach zu verstehen. Ich habe mich direkt wieder wohlgefühlt und konnte in dieser Jahreszeit mir das kalte England super vorstellen. Allgemein bin ich begeistert von der damaligen Zeit und ihren Gegebenheiten die wieder sehr bildlich erklärt wurden (typisch britisch: kalt, nass und stürmisch - zumindest so das Klischee). Das Miträtseln bleib auch in diesem Band nicht aus und ist durch die Autorin super aufgebaut gewesen. Es wurden falsche Fährten gelegt und hier und da gibt es einen versteckten Hinweis, der mit der endgültigen Lösung erst so richtig Sinn ergibt und man sich denkt "natürlich, warum hab ich das nicht gesehen".

Es ist vielleicht nicht das stärkste Buch aus der Reihe, aber die beiden ersten haben die Messlatte auch sehr hoch gelegt. Für mich dennoch eine klare Leseempfehlung in der kalten Jahreszeit mit warmer Decke und Tee auf dem Sofa.

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  • Handlung
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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.02.2026

Märchen in der heutigen Zeit

Böser, böser Wolf
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Katie ist Autorin, wurde entführt und sieht sich hier ihrer größten Herausforderung entgegenstehen. Sie soll nun für den Wolf ein Märchen schreiben. Nicht irgendwelche einfachen Märchen mit guten Feen ...

Katie ist Autorin, wurde entführt und sieht sich hier ihrer größten Herausforderung entgegenstehen. Sie soll nun für den Wolf ein Märchen schreiben. Nicht irgendwelche einfachen Märchen mit guten Feen und schönen Prinzen, sondern Märchen, welche der böse Wolf in die Realität umsetzen kann.
Dem gegenüber begleiten wir die Detective Lyla Rondell, welche selbst nicht ganz unvoreingenommen an die Ermittlungsarbeit gehen kann.
Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das Cover. Es ist wieder typisch Alexandra Benedict schlicht und dennoch genau passend gehalten. Wir wissen durch das Cover sofort um was es geht, auch wenn es nur mit einem Rotkäppchen und minimalistischen Rosenranken in schwarz rot gestaltet wurde. Durch ihre Weihnachtskrimis, welche mir alle bisher sehr gut gefallen haben, war natürlich erst recht mein Interesse und meine Neugier geweckt. Leider finde ich es das bisher schwächste Buch der Autorin.
Der Schreibstil ist zwar wieder wie gewohnt sehr gut und es nimmt schnell an Fahrt auf, aber zum Ende hin wurde es mir dann doch ein wenig zu verworren und nicht mehr erklärbar. Ein Ende das für mich leider dem Buch nicht ganz so gut tat und was man vielleicht hätte besser lösen können.

An und für sich ist es für mich aber wieder ein solider guter Thriller, der einfach immer zwischendrin mal funktioniert. Wer Lust darauf hat, im Fall selbst ein wenig seine Theorien aufzustellen, kommt hier ganz auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

starkes Debüt

22 Bahnen
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Tilda ist eine junge Frau in einer Kleinstadt. Ihr Leben ist normal, sie studiert, arbeite nebenbei an einer Supermarktkasse und geht gern ins Schwimmbad um ihre 22 Bahnen zu schwimmen. Normal halt, könnte ...

Tilda ist eine junge Frau in einer Kleinstadt. Ihr Leben ist normal, sie studiert, arbeite nebenbei an einer Supermarktkasse und geht gern ins Schwimmbad um ihre 22 Bahnen zu schwimmen. Normal halt, könnte man meinen, doch Zuhause und in Tildas Kopf sieht es anders aus. Sie muss sich nicht nur um ihre kleine Schwester Ida kümmern, sondern auch um ihre alkoholkranke Mutter, den Haushalt, die Schularbeiten von Ida und das alle gut versorgt sind.
Tilda wächst vieles über den Kopf, eine Verantwortung die niemand in dem Alter aufgeladen bekommen möchte. Und dann kommt da noch dieses unglaubliche Angebot ihres Professors - Bewirb dich doch für eine Promotion in Berlin. Doch Ida mit ihrer Mutter allein lassen? Und dann ist da noch Viktor. Tildas Welt scheint nun ganz aus den Bahnen zu geraten und ein freies und unbeschwertes Leben scheint Meilenweilt weg.

Für mich ein sehr gelungenes Buch, auch wenn man sich an den Schreibstil ein wenig gewöhnen muss. Eine Geschichte, wie sie wahrscheinlich überall in Deutschland spielen könnte, eine Geschichte wie sie auch direkt neben an sein könnte, bei den Nachbarn, der Kassiererin an der Kasse oder der Freundin. Caroline Wahl regt hier sehr zum Nachdenken an. In unserer schnelllebigen Zeit hat man kaum ein Auge auf die anderen, sieht zu, dass man selbst gerade klar kommt.
Auch wenn man beim Lesen des Klappentextes sieht, dass es auch um Alkoholmissbrauch geht, so fehlt mir doch ein wenig eine Trigger-Warnung. Die Thematiken um Drogen, Alkoholmissbrauch und auch Suizid werden hier sehr eindrücklich beschrieben. Achtet beim Lesen daher auf euch selbst und eure mentale Gesundheit.

Ein sehr intensives Buch, welches sehr direkt daherkommt und man unbedingt gelesen haben sollte. Eine Geschichte mit Tiefgang.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Nachruf für die Schwester

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana ist die tolle ältere Schwester, welche man sich wünscht. Sie ist größer, aufgeschlossener und kann besser schwimmen. Sie steht fest im Leben, studiert, ist in einer festen Beziehung und verbringt ...

Liliana ist die tolle ältere Schwester, welche man sich wünscht. Sie ist größer, aufgeschlossener und kann besser schwimmen. Sie steht fest im Leben, studiert, ist in einer festen Beziehung und verbringt die Nächte gern mit ihren Freundinnen. Doch dann ändert sich ihr Leben. Sie trennt sich von ihrem Freund. Doch ihr Leben geht weiter, der Alltag geht weiter. Nicht alle können damit umgehen und so wird Liliana Garza ermordet. Stranguliert gefunden.
Der Täter ist ihr Ex-Partner, welcher seit der Tat nicht verurteilt wurde.

Cristina Rivera Garza reist nach 29 Jahren zurück nach Mexiko, den Ort an dem alles geschah. Zurück um ihrer Schwester ein Andenken zu setzen. Und das ist in meinen Augen definitiv gelungen. Wir bekommen einen Eindruck von ihrer Schwester, wenn auch teilweise nur in Puzzleteilen, welche man selbst zusammensetzen muss. Nicht immer ist mir Liliana sympathisch, aber ich glaube das ist vollkommen normal und gerade das macht das Buch auch so ehrlich. Eines, welches mich beim lesen immer wieder wütend gemacht hat, auf die Justiz und Bürokratie in Mexiko.

Ein rührendes Buch, eindringlich, ernst und mit so voller Liebe. Nichts für schwache Nerven und definitiv ein wichtiges Thema. Femizid geht uns alle an, passiert täglich und es ist wichtig darüber zu sprechen.
Unterteilt in kurze und knappe Abschnitte, welche es einem sehr einfach machen das Buch zu lesen, bei einem so schweren Thema.

Cristinia Rivera Garza ist das gelungen, was sie wollte. Die Geschichte ihrer Schwester erzählen, ein liebevolles Denkmal setzten und auf ein Thema aufmerksam machen, welches so viele andere Frauen auch betrifft.

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