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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Skurril, Schräg, Spannend!

Sonnwendmord
1

Am 20. März 2025 hat Fanny Svoboda den humorvollen Kriminalroman „Sonnwendmord“ auf den Büchermarkt gebracht. Optisch ist das Cover schon mal eine Wucht. Von der Autorin habe ich bereits „Marillenknödelmord“ ...

Am 20. März 2025 hat Fanny Svoboda den humorvollen Kriminalroman „Sonnwendmord“ auf den Büchermarkt gebracht. Optisch ist das Cover schon mal eine Wucht. Von der Autorin habe ich bereits „Marillenknödelmord“ gelesen und das war einfach super. Ein gutes Jahr später halte ich den Nachfolgeband mit dem erfolglosen Krimiautor Horvath in der Hand und bin neugierig wie ein Flitzebogen. Voller Vorfreude starte ich in die Geschichte.

Auf der Sonnwendfeier in der Wachau wird die Leiche der Arzthelferin Christel Hulatsch im Feuer entdeckt. Darüber ist niemand traurig, denn es gibt keinen, der „die Lutasch“ mochte. Horvath mischt sich unfreiwillig ein. Gemeinsam mit der Mimi und dem Schamanen, die ich beide schon aus dem ersten Teil kenne, übernimmt er in der Ordination die Stelle der Lulatsch. Fanny Svoboda beschreibt diese Situationen einfach herrlich komisch, denn Mimi und der Schamane halten wenig von der Schuldmedizin und bringen ordentliche Turbulenzen in die Arztpraxis. Natürlich sieht die Ärztin das nicht gerne. Doch was soll sie machen? Es herrscht schließlich ein Fachkräftemangel. An dieser Stelle weise ich gerne darauf hin, dass sich das Verhalten der Mimi und dem Schamanen natürlich kein Arzt gefallen lassen würde, doch hier sind wir in einem humorvollen Kriminalroman und damit gibt diese Situation einen herrlichen Raum für skurrile Situationen, einen herrlichen Wortwitz und jede Menge Lacher auf der Leserseite.

Auch an Spannung fehlt es mir nicht. Die Autorin präsentiert früh ihre erste Leiche und es bleibt nicht die letzte. Horvath und sein Team geben sich viel Mühe bei den Ermittlungen. Einfach ist es nicht, denn sie haben mehr Verdächtige, als ihnen lieb sein kann. Nach und nach kommt eine saubere Geschichte zustande, die mich durchaus in all ihrer Komik nachdenklich macht und ein Plot, der mich überrascht.

Wer Lust auf einen herrlich komischen Kriminalroman mit einem skurrilen Ermittlerteam hat, der ist hier genau richtig. Mit viel Wortwitz, einem Anteil an Dialog, den auch Norddeutsche gut verstehen, einer ordentlichen Portion schwarzem Humor hat Fanny Svoboda mit „Sonnwendmord“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Von mir bekommt sie 5 polierte Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Schwarzhumorig, Lesenswert, Unterhaltsam!

Chicken Impossible
1

In Frühlingslaune bin ich auf dem Büchermarkt unterwegs, da fällt mein Blick auf das humorvolle Cover. Ein Huhn mit Sonnenbrille lässt mich schmunzeln. Der Titel Chicken Impossible, ein Krimi aus dem Hühnerstall ...

In Frühlingslaune bin ich auf dem Büchermarkt unterwegs, da fällt mein Blick auf das humorvolle Cover. Ein Huhn mit Sonnenbrille lässt mich schmunzeln. Der Titel Chicken Impossible, ein Krimi aus dem Hühnerstall lässt mich herzhaft lachen. Keine Frage, das Buch muss ich lesen. Die Autorin Anne C. Voorhoeve kenne ich aus einem anderen Genre, doch davon lasse ich mich nicht abhalten. So bin ich gespannt, was die ca. 320 Seiten aus dem Verlag emons: für eine Geschichte beinhalten und beginne gespannt zu lesen.
In einer beschaulichen Waldsiedlung ermordet eine alte Dame ihre Schwester. Niemand hat etwas geahnt und niemand hat ihr das zugetraut. Die Schwestern sind so unterschiedlich, wie Tag und Nacht. Hilde und Helene. Die Autorin lässt lange offen, wer jetzt eigentlich wen umgebracht hat. Für mich ist das von Anfang an glasklar, denn ich lese gerne Ingrid Noll und habe bereits nach ein paar Seiten den richtigen Riecher. Langweilig ist es mir beim Lesen nicht, denn die Autorin erzählt ihren Kriminalroman aus der Sicht der Hühner. Und das ist für mich das Highlight dieser Geschichte.
Wenn Sie Euch einen Namen geben, dann habt ihr gewonnen. So lautet die Aussage von Mama-Huhn an ihre Küken. Ganz so einfach ist es im Leben eines Huhnes dann doch nicht und so lerne ich viel über Hühner. Über Amrocks und Sundheimer. Beide Rassen habe ich gegoogelt, damit ich mir ein besseres Bild der Vierer-Bande machen kann. Sie heißen Amy, Rocky, Susi und Heidi. Und sie sind einfach liebenswert.
Ausführlich beschreibt Anne C. Voorhoeve die Vorgeschichte des Mordes. Wir lesen, wie die Schwestern groß werden und wie sie versuchen, miteinander oder nebeneinander im Elternhaus zu leben. Langeweile hat keine Chance. Jeder Satz ist wichtig, jeder Satz ist spannend. Ehe ich mich versehe ist der Kriminalroman gelesen und ich wünsche mir einfach mehr davon. Am Ende löst sie ihren Krimi sauber auf und lässt keine Fragen offen.
Mit „Chicken Impossible, ein Krimi aus dem Hühnerstall“ hat die Autorin eine Krimikomödie auf den Büchermarkt gebracht, die zum Gackern komisch und herrlich kriminell ist. Wer Hühner mag und Sinn für schwarzen Humor hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Dramatisch, Berührend, Fesselnd!

Um jeden Preis
1

Am 1. April 2025 hat Hera Lind gemeinsam mit dem Verlag KNAUR den historischen Roman „Um jeden Preis“ auf den Büchermarkt gebracht. Ich lese gerne historische Romane. Besonders, wenn es sich um Fluchtgeschichten ...

Am 1. April 2025 hat Hera Lind gemeinsam mit dem Verlag KNAUR den historischen Roman „Um jeden Preis“ auf den Büchermarkt gebracht. Ich lese gerne historische Romane. Besonders, wenn es sich um Fluchtgeschichten handelt. Meine Schwiegermutter ist selbst aus Ostpreußen geflohen und ihre Geschichte versorgt mich heute noch mit Gänsehaut. Doch diese Geschichte von Hera Lind hat noch ein ganz anderes Kaliber.

Die Autorin startet mit einem kleinen Einblick in ihre Arbeit. Sie lässt sich Geschichten schicken, die erzählt werden möchten und müssen. Diese Erzählung startet sie mit einem kurzen Gespräch der noch lebenden Familienmitglieder von Lydia und endet mit einem verbalen Blumenstrauß von den noch lebenden Familienmitgliedern.

Im Jahr 1927 wird Lydia in Odessa geboren. In der Ukraine erlebt sie eine Hungersnot, die von Stalin angeordnet ist. Ihr Leben steht unter keinem guten Stern. Sie erlebt neben dem Hunger, Verzweiflung, Vertreibung, Heimatlosigkeit und Zwangsarbeit in Sibirien bei minus 50 Grad. Am Leben hält sie ihre Familie. Dem Vater hat sie versprochen, dass die Familie unter allen Umständen zusammenbleibt. Lydia wird über 90 Jahre alt und ich ziehe meinen Hut vor ihr.

Von Hera Lind habe ich auch schon andere Romane gelesen, die mich bewegt haben. Dieses hier ist anders. Es geht mir an mein Herz. Der Stil ist sachlicher gehalten. Vermutlich war die Geschichte schon so bewegend, berührend und dramatisch ist, das nur vorsichtige Worte sie erzählen können. Einmal mit dem Lesen gestartet ist es kaum noch möglich, diesen Roman wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht. So habe ich die ca. 512 Seiten in 4 Abenden gelesen.

Alles in allem hat Hera Lind mit „Um jeden Preis“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, der berührt. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Erschreckend, Realistisch, Lesenswert!

Und der Schönbuch schweigt
1

Da meine Schwägerin Schwäbin ist, kenne ich den Naturpark Schönbuch von einigen gemeinsamen Spaziergängen. In der Literatur schlägt mein Herz für den Krimi. Damit liegt es für mich nahe, dass ich um diesen ...

Da meine Schwägerin Schwäbin ist, kenne ich den Naturpark Schönbuch von einigen gemeinsamen Spaziergängen. In der Literatur schlägt mein Herz für den Krimi. Damit liegt es für mich nahe, dass ich um diesen Krimi gar nicht drum herum komme. Das idyllische Cover trügt und zeigt dennoch das Herz dieser Erzählung auf einen Blick. Den Jagdstand, die wunderbare Natur im Sonnenauf- oder -untergang. Der Titel und der Name der Autorin ist gut lesbar. Es ist der erste Regionalkrimi, den ich von Sybille Baecker lese und sicher nicht der letzte. Sie hat mich auf eine ganz andere Art und Weise mitgenommen, als viele ihrer Autorenkollegen das tun.

„Und der Schönbuch schweigt“ so lautet der treffende Titel von diesem Kriminalroman, den die Autorin am 17. Oktober 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht hat. Es handelt sich um den 12. Band der Reihe mit Kommissar Brandtner und seinem Team. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Auf einem Jagdstand für die Wildbeobachtung wird die Leiche eines Mannes gefunden. Alles deutet auf Suizid hin. Was ist geschehen? Warum hat dieser Mann sich das Leben genommen? Im Dorf wurde er ausgegrenzt und angefeindet. Kommissar Brandtner und sein Team ermitteln und decken eine fatale Spirale aus Lügen, Hass, Hetze und Mordlust auf.

Dieser Krimi hat mich ganz schön erschreckt. Er wirkt noch nach. Gestern habe ich ihn ausgelesen und erst einmal zur Seite gepackt. Noch heute schwirren meine Gedanken rund um den Plot. Er könnte aktueller und realistischer nicht sein. In erster Linie beschäftigt er sich mit dem Gedanken, was wir zu wissen glauben. Und darauf basieren unsere Handlungen. Unbedacht bin ich in diese Geschichte gestartet, die vom ersten bis zum letzten Buchstaben meinen Geist beschäftigt hat. Schnell habe ich Zugang in die Geschichte gefunden. Kommissar Brandtner und seinem Team bin ich gedanklich zu jeder Zeit gefolgt. Zu keiner Zeit habe ich gezweifelt. Dem Kommissar ging es ebenso und ehe wir uns versehen haben, haben wir eine Geschichte aufgedeckt, die uns im Mark getroffen hat. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Kommissar jetzt erst einmal eine Auszeit braucht. Der Plot dieser Geschichte muss erst einmal verdaut werden. Auch von ihm.

Mit dem Regionalkrimi „Wenn der Schönbuch schweigt“ hat die Autorin Sybille Baecker ein Werk auf den Büchermarkt gebracht, das im Deutschunterricht zur Pflichtlektüre für pubertierende Schüler werden sollte. Es beschäftigt sich und uns mit der Macht und den Folgen von Fake News. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Atmosphärisch, Spannend, Lesenswert!

Die Mündung
1

Ende März 2025 hat Tim Pieper den Thriller „Die Mündung“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Von Tim Pieper habe ich schon „Raue Havel“ gelesen. Da ich den ...

Ende März 2025 hat Tim Pieper den Thriller „Die Mündung“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Von Tim Pieper habe ich schon „Raue Havel“ gelesen. Da ich den Kriminalroman super fand, bin ich voller Spannung in „Die Mündung“ gestartet.

Der Autor startet seine Erzählung mit einem Prolog, der mich neugierig macht und mir nicht zu viel verrät. Noch nicht einmal, in welcher Zeit ich mich beim Lesen befinde. Die folgenden Kapitel sind kurz gehalten. Der Autor hat 14 Kapitel auf den ersten 75 Seiten untergebracht. Ich mag kurze Kapitel. Sie erzählen in kleinen Häppchen aus verschiedenen Zeiten. Das Erzähltempo empfinde ich als hoch. Die Sprache ist modern gehalten und lässt sich flüssig lesen.

Lena Funk, Kommissarin, gönnt sich eine Auszeit auf einer abgelegenen Insel. Sie möchte nach dem Tod ihrer Schwester Jette zur Ruhe kommen. In einer stürmischen Nacht wird ein Toter angespült. Brutal ermordet. In seiner Jackentasche findet Lena Schmuckstücke und sie ist sich sofort sicher. Es sind Trophäen des Gezeitenmörders, der auch ihre Schwester auf dem Gewissen hat. Lena stürzt sich auf die Arbeit, als gäbe es kein Morgen. Endlich sieht sie eine Chance auf Gerechtigkeit. Doch ehe sie sich versieht, wird dieser Fall gefährlich für Lena. Sie erkennt, dass sie niemanden trauen kann, noch nicht einmal ihrem eigenen Gedächtnis.

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben habe ich die Spannung in diesem Thriller als hoch empfunden. Zu jeder Zeit ist mein Geist tief mit der Erzählung beschäftigt. An Lenas Seite folge ich ihren Erlebnissen. Der Autor geizt nicht mit Hinweisen, auch nicht mit falschen. Ich beginne mich regelmäßig zu fragen, ob nicht vielleicht doch alles ganz anders ist. An den richtigen Stellen hat Tim Pieper unerwartete Wendungen gesetzt und so überrascht er mich mit einer Auflösung, die ich auch so nicht erwartet habe. Von diesem Thriller bin ich schlichtweg begeistert. Mir hat er viel Spaß gemacht. Während ich diese Zeilen schreibe, freue ich mich bereits auf Neues aus dem Köpfchen und der Feder des Autors.

Alles in allem hat Tim Pieper mit „Die Mündung“ einen Thriller auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. In atmosphärischer Umgebung der rauen Küste zeigt er mit einem spannenden Kriminalfall, dass die Kommissarin Lena Funk ihrem Gedächtnis nicht trauen kann. Und warum. Von mir bekommt der Autor 5 sturmgeschützte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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