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Veröffentlicht am 27.04.2025

Millenials

Dancing Queen
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Als Millennial habe ich mich sofort in Paulina wiedergefunden. Ihr innerer Zwiespalt zwischen Hoffnung und Desillusionierung, ihr Schwanken zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit – all das wirkte unglaublich ...

Als Millennial habe ich mich sofort in Paulina wiedergefunden. Ihr innerer Zwiespalt zwischen Hoffnung und Desillusionierung, ihr Schwanken zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit – all das wirkte unglaublich authentisch und hat mich sehr berührt. Camila Fabbris Schreibstil ist lakonisch, direkt und manchmal bewusst rotzig, was perfekt zur Geschichte und ihrer Atmosphäre passt.

Besonders spannend fand ich, wie die Autorin die Unsicherheiten und das Lebensgefühl einer Generation einfängt, die ständig mit gesellschaftlichen Erwartungen und dem Gefühl der eigenen Austauschbarkeit konfrontiert wird. Die Konstellation der Figuren – von der chaotischen Maite bis zur mysteriösen Lara – bringt zusätzlich viel Dynamik und Tiefe in die Erzählung.

Ein kleiner Wermutstropfen: Der Roman ist leider recht kurz geraten. Manche Entwicklungen hätten gerne noch etwas mehr Raum bekommen dürfen, gerade weil die Charaktere so viel Potenzial bieten. Trotzdem bleibt "Dancing Queen" ein intensives und sehr gelungenes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

spannendes Ägypten

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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"What the River knows" hat mich von Anfang an begeistert – vor allem durch sein außergewöhnliches Setting. Eine Geschichte, die im Ägypten des 19. Jahrhunderts spielt und dabei Magie, Geheimnisse und Abenteuer ...

"What the River knows" hat mich von Anfang an begeistert – vor allem durch sein außergewöhnliches Setting. Eine Geschichte, die im Ägypten des 19. Jahrhunderts spielt und dabei Magie, Geheimnisse und Abenteuer miteinander verbindet, habe ich so bisher noch nie gelesen.

Inez Olivera träumt davon, ihre Eltern auf ihren Reisen zu begleiten. Doch als sie plötzlich die Nachricht von ihrem mysteriösen Tod erhält, begibt sie sich kurzerhand selbst nach Kairo. Mit einem antiken Ring, der mehr birgt, als es zunächst scheint, stürzt sie sich in ein Netz aus alten Legenden, tödlichen Gefahren und einer schlagfertigen Rivalität mit dem charmanten Whit.

Ich fand besonders faszinierend, wie detailreich und atmosphärisch die Autorin Ägypten zum Leben erweckt hat – man spürt die Hitze, die Geheimnisse der alten Tempel und den Zauber der Geschichte auf jeder Seite. Auch die Verbindung von historischen Elementen mit Magie hat mir sehr gut gefallen. Ein kleiner Minuspunkt: Manche Szenen zogen sich etwas, und Inez' Verhalten war nicht immer ganz nachvollziehbar. Trotzdem ein spannendes Abenteuer, das Lust auf mehr macht!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

zwei unterschiedliche Frauen

Halbe Leben
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"Halbe Leben" hat mich mit seiner stillen Intensität beeindruckt. Susanne Gregor gelingt es auf bemerkenswerte Weise, die so unterschiedlichen Lebensrealitäten zweier Frauen nebeneinanderzustellen: Klara, ...

"Halbe Leben" hat mich mit seiner stillen Intensität beeindruckt. Susanne Gregor gelingt es auf bemerkenswerte Weise, die so unterschiedlichen Lebensrealitäten zweier Frauen nebeneinanderzustellen: Klara, die erfolgreiche Karrierefrau, deren Mutter nach einem Schlaganfall gepflegt werden muss, und Paulína, die extra aus der Slowakei kommt, um diese Aufgabe zu übernehmen – während ihre eigenen Kinder in der Heimat von der Schwiegermutter betreut werden.

Als Klara bei einem gemeinsamen Wanderausflug tödlich verunglückt, wird klar, wie brüchig das scheinbar gut organisierte Konstrukt aus Arbeit, Pflege und Dankbarkeit wirklich war. In einer klaren, unaufgeregten Sprache erzählt die Autorin von großen Themen wie Verantwortung, Ungleichheit und dem Preis, den jede Figur in ihrem eigenen Leben zahlt.

Ich fand besonders faszinierend, wie feinfühlig die inneren Welten von Klara und Paulína dargestellt werden. Man versteht beide Seiten, spürt die Zwischentöne und die leisen Ungerechtigkeiten, die sich in vermeintlicher Freundlichkeit verbergen.

Ein leiser, kluger Roman, der nachhallt – nur an manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr emotionale Tiefe gewünscht. Trotzdem eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

interessante Reise

Rückkehr nach Budapest
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Rückkehr nach Budapest ist ein Roman, der mich sofort mit seinem sommerlichen Cover angesprochen hat – man spürt direkt die Atmosphäre unbeschwerter Tage am Plattensee. Doch hinter der idyllischen Kulisse ...

Rückkehr nach Budapest ist ein Roman, der mich sofort mit seinem sommerlichen Cover angesprochen hat – man spürt direkt die Atmosphäre unbeschwerter Tage am Plattensee. Doch hinter der idyllischen Kulisse verbirgt sich eine tiefgehende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verrat.

Marta wächst im sozialistischen Ungarn auf und verbringt unvergessliche Sommer mit ihrer Cousine Theresa. Doch nach dem Schulabschluss zieht es sie nach Ost-Berlin, wo sie sich in die aufregende Welt der Künstler- und Literaturszene stürzt. Dort begegnet sie Konstantin, einem charismatischen, aber undurchsichtigen Schriftsteller, der sowohl sie als auch Theresa fasziniert. Doch als Theresa verhaftet wird, verändert sich alles – und Marta muss sich den Schatten der Vergangenheit stellen.

Besonders gefallen hat mir, wie geschickt die Autorin zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt, sodass man nach und nach immer mehr über Marta und Theresas gemeinsames Schicksal erfährt. Diese Rückblenden machen die Geschichte vielschichtig und spannend. Marta selbst ist ein sehr interessanter Charakter, und ich habe sie gerne auf ihrer Reise begleitet. Allerdings blieb sie für mich als Leserin manchmal etwas unnahbar, was es schwer machte, sich vollständig in sie hineinzuversetzen.

Trotzdem ist Rückkehr nach Budapest ein sehr lesenswerter Roman, der historische Ereignisse, persönliche Schicksale und große Gefühle miteinander verwebt. Eine eindrucksvolle Geschichte, die nachhallt.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

toller Roman

Mickey und Arlo
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Von der ersten Seite an hat mich „Mickey und Arlo“ total gefesselt! Die Geschichte rund um zwei Schwestern, die sich eigentlich gar nicht kennen, aber durch den Tod ihres gemeinsamen Vaters zusammengeführt ...

Von der ersten Seite an hat mich „Mickey und Arlo“ total gefesselt! Die Geschichte rund um zwei Schwestern, die sich eigentlich gar nicht kennen, aber durch den Tod ihres gemeinsamen Vaters zusammengeführt werden, ist emotional und tiefgründig erzählt. Besonders spannend fand ich die Ausgangssituation: Mickey, die als Kind von ihrem Vater verlassen wurde, erbt sein gesamtes Vermögen – doch bevor sie es bekommt, muss sie sieben Therapiestunden absolvieren. Dabei trifft sie auf Arlo, die in einer ganz anderen Realität aufgewachsen ist, und zwischen den beiden entspinnt sich eine intensive, oft herausfordernde Dynamik.

Beide Charaktere sind vielschichtig und interessant geschrieben, auch wenn sie nicht immer sympathisch sind. Gerade das machte sie für mich aber so authentisch. Ihre Auseinandersetzungen und ihr vorsichtiges Annähern waren mitreißend zu lesen, auch wenn ich manche ihrer Verhaltensweisen nicht immer ganz nachvollziehen konnte.

Die Mischung aus Familiengeschichte, Trauma-Aufarbeitung und emotionaler Annäherung hat mich wirklich berührt. Ein paar Kleinigkeiten haben mich zwar gestört, aber insgesamt ist es ein toller Roman über Familie, Vergebung und die Frage, was es bedeutet, wirklich zusammenzugehören. Eine klare Empfehlung!

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