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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

irgendwie geht es immer wieder weiter

Bis die Sonne scheint
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Beim Lesen des Romans fühlte ich mich teilweise wie in einer Zeitschleife. Erzählt wird aus Sicht von Daniel, der teilweise neutral, fast schon emotionslos berichtet, dann aber wieder mit humorvollen Spitzen. ...

Beim Lesen des Romans fühlte ich mich teilweise wie in einer Zeitschleife. Erzählt wird aus Sicht von Daniel, der teilweise neutral, fast schon emotionslos berichtet, dann aber wieder mit humorvollen Spitzen. Daniels Familie träumt noch immer vom Reichtum und Leben in großem Stil, obwohl sie notorisch pleite sind und nicht mit Geld umgehen können. Mir haben die Ausflüchte und kreativen Ideen, wie sie zu Geld kommen könnten und wie man es vor der Verwandtschaft und den Nachbarn verbirgt, dass man bankrott ist, sehr gut gefallen. Hier hat die Familie sehr viel Kreativität gezeigt. Daniel hat als Jugendlicher auch seine Wünsche und Vorstellungen, die ihm nicht erfüllt werden können, was für ihn nicht schön ist.

Veröffentlicht am 29.04.2025

interessante Leseerfahrung

Hase und ich
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Die Geschichte erzählt von einer besonderen Begegnung von einem Menschen mit einem Hasen und wie sich die Bindung langsam aufbaut und immer intensiver wird. Für mich ist es ein außergewöhnliches Leseerlebnis, ...

Die Geschichte erzählt von einer besonderen Begegnung von einem Menschen mit einem Hasen und wie sich die Bindung langsam aufbaut und immer intensiver wird. Für mich ist es ein außergewöhnliches Leseerlebnis, sowohl was das Thema betrifft als auch die Schilderung der Emotionen und Gedankenwelt. Interessant ist, dass nicht nur aus Sicht von Chloe geschildert wird, sondern auch dem Hasen sein persönlicher Freiraum gelassen wird. Er wird nicht als Haustier behandelt und zahm gemacht, sondern ist trotzdem noch ein Feldhase, der seine eigenen Bedingungen stellt. Die Erzählungen sind intensiv, an manchen Stellen fast schon poetisch und man merkt der Autorin an, dass sie von ihren eigenen Erfahrungen spricht.

Veröffentlicht am 29.04.2025

beklemmende Atmosphäre

Die Kammer
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Die Atmosphäre ist sehr gelungen beschrieben, durchwegs beklemmend und einengend, passend zur Situation, in der sich die Taucher befinden. Mit der Zeit wird auch die Stimmung immer angespannter und misstrauischer ...

Die Atmosphäre ist sehr gelungen beschrieben, durchwegs beklemmend und einengend, passend zur Situation, in der sich die Taucher befinden. Mit der Zeit wird auch die Stimmung immer angespannter und misstrauischer und die Zeit schleicht dahin. Es ist nicht möglich, schnell von außen einzugreifen und somit müssen sich die Taucherinnen aufeinander verlassen können, aber in Not- und Stresssituationen ist dies nicht einfach umsetzbar. Mir hat es sehr gut gefallen, dass der Thriller sehr von der Atmosphäre lebt und es möglich ist, ohne große Aktionen und auf sehr begrenztem örtlichem Raum trotzdem so eine Spannung aufzubauen und dies durchzuziehen. Über das Berufsfeld der Taucherinnen hatte ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht, daher war auch dieser Einblick für mich spannend und neu.

Veröffentlicht am 28.04.2025

etwas zu glatt - aber hat Potenzial

Mickey und Arlo
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Mickey und Arlo sind zwei unterschiedliche Schwestern, die erst nach dem Tod ihres gemeinsamen Vaters aufgrund der Erbschaftsverhältnisse voneinander erfahren. Charakterlich haben mir beide gut gefallen, ...

Mickey und Arlo sind zwei unterschiedliche Schwestern, die erst nach dem Tod ihres gemeinsamen Vaters aufgrund der Erbschaftsverhältnisse voneinander erfahren. Charakterlich haben mir beide gut gefallen, mitsamt ihren jeweiligen Stärken und Schwächen. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus Sicht von Mickey oder Arlo erzählt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihr Leben lang um die Aufmerksamkeit ihres Vaters gekämpft haben und nun ihr Leben wieder neu ordnen müssen. Die Themen, die angesprochen werden, sind vielfältig und spannend, von psychischen Problemen über Alkoholsucht und Beziehungsproblemen. Die Therapiestunden hätte ich mir noch spannender und zentraler vorgestellt, vor allem, da sie auch am Cover so präsent sind. Ich hatte mir erwartet, dass die gesamte Geschichte darauf aufgebaut wird, es gibt aber einige weitere Charaktere und Nebenschauplätze, die ergänzen und manchmal auch ein wenig von der Hauptstory ablenken. Ich hätte mir die Gespräche zwischen Mickey und Arlo noch emotionaler und intensiver vorgestellt. Der Schluss ist für mich etwas vorhersehbar und zu glatt.
Das Cover wirkt sehr altbacken, bewusst auf old getrimmt und auch die beiden abgebildeten Schwestern passen optisch nicht so richtig in mein Bild, das ich mir aufgrund des Buches gemacht habe.

Veröffentlicht am 23.04.2025

hohe Erwartungen

Achtzehnter Stock
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Der Roman lässt sich sehr einfach lesen, er ist ausdrucksstark und die Grundstimmung schwankt von hoffnungsvoll, überglücklich, aber zumeist ist sie gedämpft und deprimierend. Es sind einige sehr treffende ...

Der Roman lässt sich sehr einfach lesen, er ist ausdrucksstark und die Grundstimmung schwankt von hoffnungsvoll, überglücklich, aber zumeist ist sie gedämpft und deprimierend. Es sind einige sehr treffende Sätze, die schon fast poetisch klingen, die mir sehr gut gefallen haben, vor allem in der Kombination mit den ansonsten tristen Beschreibungen des Lebens im Plattenbau. Man kann Wandas Gefühlsschwankungen sehr gut spüren, auch wenn ich als Leserin ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen kann. Als Mutter ewig nicht mit der kranken Tochter zum Arzt zu gehen, ist unverantwortlich und gefährlich und auch sie in der Nacht alleine in der Wohnung zu lassen. Es ist auch eine Kritik an der Gesellschaft, wenn man zwischen den Zeilen liest, denn Wanda bekommt wenig Unterstützung, kaum Geld und verfügt nicht über die Fähigkeiten sich um ihr Kind und sich selbst ordentlich zu kümmern. Die Betreuerin im Kindergarten hat dies erkannt, aber auch nur mit dem Jugendamt gedroht, geholfen wurde Wanda damit auch nicht. Wanda ist ein getriebener Mensch, sie hat viele Träume, aber ihre Träume platzen dann auch wieder schnell wie Seifenblasen. Sie stellt sich selbst über die Mitbewohnerinnen, aber wenn es hart auf hart kommt, sind es doch wieder ihre einzigen Vertrauten. Man spürt Wandas Wunsch auszubrechen und ein besseres Leben zu führen so deutlich, aber dann kommen wieder viele Rückschläge, die sie zum Verzweifeln bringen und fast schon in eine Depression schlittern lassen. Die Szenen fast zum Schluss haben mir weniger gut gefallen, sie wirken konstruiert und nicht glaubwürdig, passen auch nicht wirklich in das Gesamtkonzept von Wandas Leben, ansonsten hat mich der Roman überzeugt. Es ist schwer alte, bekannte Muster und Strukturen zu durchbrechen und neu zu starten, oft hängt man doch am altbekannten.