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Veröffentlicht am 29.04.2025

Ein toller Auftakt

Dorn. Hotel der Angst
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Mit „Dorn – Zimmer 103“ startet Jan Beck eine neue Thriller-Reihe, die von Anfang an mit einer düsteren Atmosphäre, komplexen Charakteren und intelligent konstruierter Spannung besticht.

Kriminalpsychologe ...

Mit „Dorn – Zimmer 103“ startet Jan Beck eine neue Thriller-Reihe, die von Anfang an mit einer düsteren Atmosphäre, komplexen Charakteren und intelligent konstruierter Spannung besticht.

Kriminalpsychologe Simon Dorn hat sich nach mehreren schweren Schicksalsschlägen aus dem aktiven Polizeidienst zurückgezogen. Er lebt isoliert im verfallenen Hotel Dornwald in Bad Gastein, einem einst mondänen Kurort, der hier als eindrucksvolle Kulisse für Becks düstere Geschichte dient. Dorn lässt seine Vergangenheit jedoch nicht ruhen: Zimmer für Zimmer verwandelt er das Hotel in ein morbides Museum ungelöster Mordfälle – eine symbolische wie schaurige Verarbeitung seiner beruflichen und persönlichen Traumata.

Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist Karla Hofbauer vom Cold Case Management in Wien. Als sie in Hamburg brutal ermordet wird, beginnt die eigentliche Handlung: Lea Wagner, eine junge, ehrgeizige Kriminalpolizistin, nimmt Hofbauers Ermittlungen auf – und landet schließlich in Bad Gastein. Was als Konfrontation beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Zusammenarbeit zwischen Wagner und Dorn. Gemeinsam jagen sie einen Serienmörder, der seine eigenen perfiden Regeln kennt – und keine Grenzen.

Jan Beck versteht es meisterhaft, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Besonders hervorzuheben ist das nicht vorhersehbare Finale. Der Schreibstil ist flüssig, präzise und atmosphärisch.

„Dorn – Zimmer 103“ ist ein starker Auftakt zu einer vielversprechenden neuen Thriller-Reihe.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Ein ergreifendes Finale

Lied der Rache
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Mit "Lied der Rache" liefern das Autoren-Duo Iny Lorentz ein würdiges und fesselndes Finale ihrer historischen Romanreihe um die Gauklerin Cristina.

Cristina, die nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes ...

Mit "Lied der Rache" liefern das Autoren-Duo Iny Lorentz ein würdiges und fesselndes Finale ihrer historischen Romanreihe um die Gauklerin Cristina.

Cristina, die nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes schweren Verlust erfahren hat, versucht, sich in Tresskau ein neues Leben aufzubauen. Doch Ruhe und Frieden sind ihr nicht vergönnt: Die Zeit der napoleonischen Kriege bringt Unsicherheit, Gewalt und Zerstörung über Europa – und auch ihr persönliches Umfeld wird von dunklen Bedrohungen heimgesucht. Besonders der eskalierende Erbstreit mit dem Vetter ihres verstorbenen Mannes entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für ihr neues Leben und ihr hart erkämpftes Glück.

Cristina erweist sich einmal mehr als starke, kämpferische Heldin, die sich den Herausforderungen des Lebens entschlossen stellt. Ihre Entschlossenheit, Gerechtigkeit zu erlangen und ihre Lieben zu beschützen, macht sie zu einer zutiefst bewundernswerten Figur. Iny Lorentz zeichnen Christina nicht als unfehlbare Heldin, sondern als menschliche, verletzliche Frau, die trotz aller Rückschläge niemals aufgibt.

Die historischen Hintergründe der napoleonischen Zeit sind gekonnt eingeflochten und geben der Handlung eine dichte, glaubwürdige Atmosphäre. Iny Lorentz gelingt es, das Leid, die Unruhen und die Unsicherheiten dieser Epoche ebenso eindrücklich darzustellen wie die Hoffnungen und Träume der Menschen, die in ihr leben.

Besonders hervorzuheben sind die abwechslungsreiche Handlung, die zahlreichen dramatischen Wendungen sowie die vielschichtigen Nebenfiguren, die das Bild dieser bewegten Zeit abrunden. Intrigen, Abenteuer und große Emotionen sorgen dafür, dass keine Seite langweilig wird und man Cristina bis zum Ende mit Herzklopfen begleitet.

"Lied der Rache" ist eiin großartiger Abschluss einer fesselnden Reihe, der sowohl Historienfans als auch alle Liebhaber*innen starker Frauenfiguren begeistern wird!

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Einzigartig

Ósmann
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Mit "Ósmann" präsentiert Joachim B. Schmidt eine ebenso raue wie faszinierende Lebensgeschichte nach, die den Geist des hohen Nordens Islands um die Jahrhundertwende in all seiner Ursprünglichkeit einfängt. ...

Mit "Ósmann" präsentiert Joachim B. Schmidt eine ebenso raue wie faszinierende Lebensgeschichte nach, die den Geist des hohen Nordens Islands um die Jahrhundertwende in all seiner Ursprünglichkeit einfängt. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der Roman das Leben von Jón Magnússon Ósmann, einem Fährmann am Skagafjord, dessen Existenz untrennbar mit der Natur, den Menschen und den Mythen seiner Heimat verbunden ist.

Ósmann ist ein Charakter wie aus einer anderen Welt: überlebensgroß, kräftig, wettergegerbt und doch von einer tiefen, verletzlichen Menschlichkeit geprägt. Er setzt mit seiner Seilfähre über Jahrzehnte hinweg Menschen, Tiere und Waren über die Gewässer, lebt als Fischer und Robbenjäger, sieht Elfen und Geister und vereint in sich eine Mischung aus tiefem Glauben, poetischer Sehnsucht und einer unverhohlenen Liebe zum Leben. Trotz seiner beeindruckenden Stärke spürt man die Narben seines Schicksals, die ihn langsam, aber unaufhaltsam dem Ruf der Fluten entgegenziehen.

Dem Autor gelingt es meisterhaft, die wilde Schönheit und gleichzeitige Unbarmherzigkeit der isländischen Natur sprachlich einzufangen. Sein Stil ist klar, bildhaft und atmosphärisch, sodass man sich als Leser*in an die Orte denken kann Man spürt die Kälte des Fjords, den Duft von Salz und Fisch, das Knistern der Geschichten am Feuer.

Die Figur des Ósmann ist einzigartig gestaltet: ein Trinker und ein Menschenfreund, ein Träumer und ein Pragmatiker, ein Poet und ein robuster Kämpfer. Diese Vielschichtigkeit macht ihn zu einem faszinierenden Protagonisten, dessen Lebensweg ebenso atemberaubend wie berührend ist.

"Ósmann" ist nicht nur ein historischer Roman über das Überleben in einer rauen Umwelt, sondern auch eine Hommage an die menschliche Widerstandskraft, die Sehnsucht nach Sinn und Zugehörigkeit und an die Magie der Geschichten, die ein Leben überdauern können.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Willkommen zurück in Meran

Merano criminale
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Mit "Merano Criminale" liefert Elisabeth Florin wieder einmal einen humorvollen Kriminalroman, der sich durch eine gelungene Mischung aus cleverer Ermittlungsarbeit, originellen Figuren und einer traumhaften ...

Mit "Merano Criminale" liefert Elisabeth Florin wieder einmal einen humorvollen Kriminalroman, der sich durch eine gelungene Mischung aus cleverer Ermittlungsarbeit, originellen Figuren und einer traumhaften Kulisse auszeichnet. Die Autorin entführt ihre Leserinnen in das idyllische, Meran, wo hinter malerischen Fassaden dunkle Geheimnisse lauern.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Ispettore Emmenegger und seine Kollegin Eva Marthaler, die gleich zu Beginn vor einer großen Herausforderung stehen: Zwei Frauen werden innerhalb kurzer Zeit tot aufgefunden. Der Druck steigt, als eine der Spuren ausgerechnet zu Emmeneggers bestem Freund führt, dem charismatischen Wirt eines der beliebtesten Bierlokale der Stadt. Emmenegger gerät dadurch nicht nur beruflich, sondern auch emotional in einen Konflikt.

Tatkräftige Unterstützung erhalten die beiden Ermittler von Paul, einem chaotisch-genialen Schauspielschüler, der sich undercover in die Küchen der Südtiroler Gastronomie einschleust. Dass Paul von Kochen herzlich wenig versteht, sorgt für zahlreiche amüsante Momente, die dem Krimi eine wunderbare Leichtigkeit verleihen, ohne die Spannung aus den Augen zu verlieren.

Der Autorin Elisabeth Florins Talent gelingt es wieder liebenswerte Figuren zu erschaffen, die einem schnell ans Herz wachsen. Die Dialoge sind oft witzig. Jedoch verliert die Charaktere nie ihre Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit. Emmenegger und Marthaler ergänzen sich perfekt als Ermittlerduo: pragmatisch, empathisch und mit einer angenehmen Prise Eigenwilligkeit.

Der Fall selbst entwickelt sich vielschichtig und bietet einige überraschende Wendungen. Die Verbindung zu einem zwanzig Jahre alten ungelösten Kriminalfall bringt zusätzliche Tiefe in die Handlung und zeigt, wie geschickt Elisabeth Florin alte und neue Spuren miteinander verwebt. Die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft, der kleinen Lokale und des kulturellen Lebens verleihen dem Buch eine besondere Wärme, sodass man sich als Leser
in sofort auf den Weg nach Meran machen möchte.

"Merano Criminale" ist ein absoluter Lesetipp für alle Südtirol-Fans.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Das Finale

Goldene Wege. Die Münchner Ärztinnen
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Mit „Goldene Wege“ entführt uns Ina Bach ins pulsierende München des Jahres 1905 und zeichnet ein beeindruckendes Porträt dreier junger Frauen, die sich mutig gegen die gesellschaftlichen Konventionen ...

Mit „Goldene Wege“ entführt uns Ina Bach ins pulsierende München des Jahres 1905 und zeichnet ein beeindruckendes Porträt dreier junger Frauen, die sich mutig gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit stellen. Mit dem dritten Teil der Saga präsentiert uns die Autorin den Abschluss der Reihe. Lulu, Elsa und Fanny haben es geschafft, einen der heißbegehrten Plätze an der Medizinischen Fakultät zu ergattern – ein gewaltiger Erfolg, doch der Weg zur Anerkennung ist steinig. In einer männerdominierten Welt werden sie nicht mit offenen Armen empfangen. Besonders Fanny, die für ihren scharfen Verstand und ihre Zielstrebigkeit bekannt ist, muss sich gegen Anfeindungen und Vorurteile ihrer männlichen Kommilitonen behaupten.

Währenddessen kämpft Lulu nicht nur mit den Herausforderungen des Studiums, sondern auch mit der Sorge um ihre enge Freundin Änny, deren tiefe Melancholie ein düsteres Geheimnis birgt. Ihre Suche nach Antworten verleiht dem Roman eine zusätzliche emotionale Dimension. Elsa wiederum wird von einem unerwarteten Besuch überrascht, der ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt und sie zwingt, ihre Prioritäten neu zu ordnen.

Ina Bach versteht es meisterhaft, die Atmosphäre der Zeit lebendig werden zu lassen. Die Detailverliebtheit in der Schilderung des studentischen Alltags, der gesellschaftlichen Zwänge und der subtilen, aber allgegenwärtigen Diskriminierung von Frauen machen das Buch zu einem intensiven Leseerlebnis. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, den Mut, die Entschlossenheit und den unbeirrbaren Willen ihrer Protagonistinnen einfühlsam und authentisch darzustellen.

Die Freundschaft zwischen Lulu, Elsa und Fanny bildet das emotionale Herzstück der Geschichte. Ihre gegenseitige Unterstützung, ihr gemeinsamer Kampf und ihr unbeirrbarer Glaube an eine bessere Zukunft sind ebenso berührend wie inspirierend. Trotz aller Widrigkeiten verlieren sie ihr Ziel nicht aus den Augen: Ärztinnen zu werden und sich ihren Platz in einer Gesellschaft zu erkämpfen, die Frauen kaum Rechte zugesteht.

„Goldene Wege“ ist ein tiefgründiger, atmosphärisch dichter und bewegender historischer Roman, der an seine Vorgänger anknüpft und ein tolles Finale der Reihe darstellt.

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