Platzhalter für Profilbild

Julybookish

Lesejury-Mitglied
offline

Julybookish ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Julybookish über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2024

Was ist nun die wahre Geschichte von Anna O.?

Anna O.
0

Anna O. liegt neben den Leichen ihrer beiden besten Freunden. In ihrer Hand ein Messer, sie selbst blutverschmiert. Aber sie schläft. 4 Jahre später: Dr. Benedict Prince soll Anna O. aufwecken, damit ihr ...

Anna O. liegt neben den Leichen ihrer beiden besten Freunden. In ihrer Hand ein Messer, sie selbst blutverschmiert. Aber sie schläft. 4 Jahre später: Dr. Benedict Prince soll Anna O. aufwecken, damit ihr der Prozesse gemacht werden kann. Doch ist sie wirklich schuldig? Das ist die große Frage im Buch und ich war so gespannt, aufgrund der interessanten Thematik.
Ich muss sagen, das Hörbuch war wirklich richtig gut vertont und durch die verschiedenen Sprecher konnte man es gut differenzieren, wer wer ist. Aber da alles so distanziert erzählt wurde, war es schwierig für mich ein Gefühl für die anderen Charaktere zu bekommen, sie bleiben blass und irgendwie wenig greifbar. Ich fand allerdings sehr gut, das menschlichen Schwächen und Zweifeln, Tateingeständnisse so authentisch vermittelt wurden. Gerade die Frage „Wer hilft hier wem“ und „Was passiert nach dem Aufwachen“ und kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren waren für mich richtig gut erörtert. Auch was schlussendlich Dr. Benedict Theorie und Auslöser oder Trigger werden sollte um Anna zurück zu holen.
Positiv zu erwähnen war für mich der Aufbau, denn die Protokolle, psychologische Gespräche und Tagebucheinträge, die sich mit Bens Ich -Perspektive abwechselnden, fand ich total spannend und wollte mehr. Nur leider waren alle Infos und medizinischen Beiträge, die ich mir über Resignationssyndrom und Parasomnie erwünscht hatte, doch etwas oberflächlich abgehandelt und mir fehlte die tiefe Psychologie und mehr Input zur Schlafproblematik.
Mit Truman Capote und leichten True Crime Vibes hatte mich der Inhalt auch wieder, doch als ich nach Sally Turner googelte, war da nichts zu finden. Das diese Serienmörderin nur im Buch vorkommt war gut umgesetzt und hat mich sichtlich getäuscht. Sowie auch die unzähligen Täterprofile. Gegen Ende hin war mir dann etwas zu oft der Staffelstab des Schuldigen weitergereicht wurden und ich war etwas müde der Erklärungen, wer da noch was verbrochen hat.
Im Großen und Ganzen las es sich wie eine Rachetherapie und hat mich schon gut unterhalten, aber nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2025

Bonnie und Bonnie reisen durch die Staaten.

Killer Potential
0

Evie ist Nachhilfelehrerin und obwohl sie hochbegabt und studiert ist, hat sie aus ihren ganzen Abschlüssen, aufgrund schlechter Entscheidungen, nicht viel gemacht. Um das Darlehen der Studiengebühren ...

Evie ist Nachhilfelehrerin und obwohl sie hochbegabt und studiert ist, hat sie aus ihren ganzen Abschlüssen, aufgrund schlechter Entscheidungen, nicht viel gemacht. Um das Darlehen der Studiengebühren zurück zu zahlen hilft sie 4 steinreichen Studenten bei Mathe aus und verdient somit ein paar Dollar. Als sie eines Tages bei den Victors auftaucht um die Tochter Serena zu unterrichten findet sie beide Elternteile getötet im Garten und als sie eine Frau um Hilfe rufend im Schrank findet, ist die Verwirrung komplett. Serena stößt zu der absurden Szene dazu und durch eine Menge Missverständnisse und Handgreiflichkeiten liegt Serena bald reglos am Boden. Von der ganzen Situation maßlos überfordert laufen Evie und die Unbekannte weg und fliehen in ihrem Auto Richtung Wüste. Nur was jetzt und wer ist die Frau aus dem Schrank?

Wie ich schon sagte, rauscht man von der Spannung angetrieben durch das Buch. Die 400 Seiten, die große Schrift und die kurzen Kapitel lassen uns wenig Zeit zum Nachdenken und Analysieren. Nach 100 Seiten denkt man, dass der Höhepunkt erreicht ist, aber das war erst der Anfang einer spektakulären Jagd von Bonnie und Bonnie durch die Staaten.

Evie verfällt oft ins Grübeln und das, sowie die anfängliche ausführliche Vorstellung ihrer Vergangenheit und Erlebnisse können sich etwas ziehen, da es nicht wirklich zum eigentlichen Geschehen relevant ist. Aber was bleibt einem anderes übrig, wenn die Weggefährtin die ganze Zeit stumm ist und ich fand es ganz interessant um sie besser kennenzulernen. Da wir auch über die andere Dame nicht übermäßig viel erfahren, was sich zum Ende hin ändert, ist das eine willkommene Abwechslung. Die kleinen Plotttwists ab und an sind ganz gut eingebaut und mit Evies Humor und Schlagfertigkeit macht das Lesen Spaß, aber die sind auch sehr leicht vorhersehbar. Man muss aber auch dazu sagen, dass nicht nur Evie viele Geheimnisse birgt, sondern auch die Unbekannte ist völlig unberechenbar und beide zusammen eine richtig explosive Mischung, die nicht zu unterschätzen ist. Es werden auch viele Themen angesprochen, die uns derzeit gesellschaftlich oft begegnen. Gerade wenn es richtig spannend wird und man die Verfolger im Nacken spürt, wechselt die Autorin auch gerne zu ruhigen Unterhaltungen oder in die Vergangenheit, was einen wieder entspannen und durchatmen lässt. Die letzten 100 Seiten zogen sich dafür wieder und sind für mich eher überflüssig. Da wird halt wieder der Erklärbär hervor geholt und das brauch es schlussendlich gar nicht.

Somit habt ihr hier zwar einen spannenden Thriller, aber mit Momenten des Innehaltens und Grübelns. Empfehlen kann ich euch das Buch, wenn ihr Lust auf eine rasante Verfolgungsjagd, viele zynische Sprüche und dabei ein bisschen Gewalt habt, aber andererseits nicht ganz so überraschend war, wie vielleicht erhofft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Beklemmend, spannend und ganz viele Tauchergeschichten!

Die Kammer
0

Wir lesen aus der Perspektive von Ellen Brooke, die als Tiefseetaucherin doch schon eine seltene Rolle in einem Männerberuf einnimmt. Sie ist Teil von einem Team aus insgesamt 6 Personen und alle sind ...

Wir lesen aus der Perspektive von Ellen Brooke, die als Tiefseetaucherin doch schon eine seltene Rolle in einem Männerberuf einnimmt. Sie ist Teil von einem Team aus insgesamt 6 Personen und alle sind sich größtenteils unbekannt. Das ist jetzt kein so gängiger Beruf und fordert extreme Belastungen für Geist und Körper und Ellen macht uns recht schnell klar, dass man sich in dieser Domäne als Frau sehr standhaft behaupten musss. Aber auch wo sie beginnt von den Umständen eines solchen Tauchganges zu erzählen, die Bedingungen, was gefordert wird und unter welchen Umständen, verstehe ich die begrenzte Zahl an Qualifizierten. Das war schon der erste große Pro-Punkt in diesem Buch, das alles sehr ausführlich, verständlich und dennoch spannend erklärt wurde. Man bekommt sofort ein bedrückendes Gefühl in der Bauchgegend, als die enge Kabine, das spärliche Essen und die Aufgaben beschrieben wurden. Durch die anderen Druckverhältnisse unter Wasser ändert sich nämlich nicht nur die Stimme, sondern auch die Belastungsgrenzen eines jeden Einzelnen und wie ganz oft betont wurde, geht alles etwas langsamer. Wenn man also nicht routiniert einem Ablaufplan folgt, kann das den sofortigen Tod bedeuten. Es dauert auch nicht lange bis der Erste davon betroffen ist und statt die Mission abzubrechen und die Taucher so schnell wie möglich an die Oberfläche zu holen, muss erst der Druck abgebaut werden und die Rückführung eingeleitet. Da das eben nicht in 5 Minuten gemacht ist, stellen sich den Beteiligten neuen anspruchsvollen Aufgaben.

Wie ich schon erwähnte haben mich schon die ersten Seiten an das Buch gebunden. Jede Beschreibung und Erklärung haben für mich einen neuen interessanten Reiz gegeben dran zu bleiben und zu erfahren, wer alles wie managt. Dazu kommen noch die undurchsichtigen Teilnehmer, wo jeder nur zum Arbeiten da ist und nicht für Freundschaften. Schwierig auf diesen engen Raum und mit den Aufgaben. Ich hatte auch sofort klaustrophobische Gedanken im Kopf, obwohl ich dafür nicht veranlagt bin, aber daran erkennt man den guten Schreibstil. Als dann diesen besagten Todesfall gibt und die Mission abgebrochen wird, gibt es in dieser Zeit nichts anderes außer das Ganze auszusitzen. An sich wurden die Langeweile, strikte Routinen und Alltag gut dargestellt, aber es zog sich auch enorm. Um sich abzulenken erzählen sich die Taucher Erlebnisse aus ihrem Leben, die mit ihrer Karriere verbunden waren und das zog sich. Klar ist es interessant diesen Geschichten zu folgen, aber es wurde immer skurriler, brutaler und kritischer an Sinn und Verhalten der Gesellschaft. Trotzdem bleiben die Beteiligten für mich recht undurchsichtig und die Erlebnisse hätten auch jedem anderen passieren könne. Ich konnte sie zwar namentlich voneinander unterscheiden, aber nicht persönlich und charakterlich. Man fiebert dennoch dem Countdown entgegen, wenn die Besatzung endlich wieder ins Freie kommt und wer das Ganze übersteht.

Hier findet ihr keinen reißerischen Thriller, der mit Blut und Brutalität um sich wirft. Eher eine ganz ruhige, bedachte und kritische Story über das Tauchen und alle ihren Gefahren. Für mich hätte es wesentlich kürzer sein dürfen und ich finde es bemerkenswert von dem Autor wie viele Geschichten er zu diesem Thema gefunden hat und wie groß das Thema Vertrauen in diesem Beruf spielt. Kleinste Gegebenheiten können den Tod bedeuten und das wurde hier eindringlich und intensiv dargestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Frauenknast, Corona und der Gedanke an die Freiheit!

Sing mir vom Tod
0

Wir starten im Frauenknast von Arizona, wo wir Kace, Dios und Florida kennenlernen. Die drei Frauen haben eine seltsame Beziehung zueinander, die sich mir bis zum Ende hin nicht wirklich erklärt hat. Kace ...

Wir starten im Frauenknast von Arizona, wo wir Kace, Dios und Florida kennenlernen. Die drei Frauen haben eine seltsame Beziehung zueinander, die sich mir bis zum Ende hin nicht wirklich erklärt hat. Kace ist mehr die Beobachtende an der Seite mit einer dermaßen cholerischen Art, das es schon unpassend wirkte. Dios und Florida verbindet eine Hassbeziehung, die ich von Anfang schon nicht begriffen habe. Auch als beide frühzeitig das Gefängnis verlassen dürfen und scheinbar getrennte Wege gehen, entsteht eine Co-Abhängigkeit, die ich nur noch nervig und toxisch empfand. Ich habe weder die Gründe noch die Motivation dahinter verstanden. Dios strahlt für mich von Beginn an eine ganz unangenehme Aggressivität aus und ihre Art Dinge zu regeln, finde ich mehr als bedenklich.

Wir schlüpfen in dem Buch in 4 verschiedene Perspektiven. Kace, Dios, Florida und Lobos erzählen uns in der Ich-Perspektive ihren Standpunkt und das ohne weitere Kapiteleinteilung darunter. Das bedeutet, dass es manchmal doch ein wenig zu lange Kapitel mit wenigen Absätzen sind und so etwas demotiviert mich immer beim Lesen. Dazu kommt noch ein sehr statischer Schreibstil mit kurzen und prägnanten Sätzen. Stellenweise von Vorteil, weil es die brutalen Handlungen auch stilistisch unterstreicht, aber meist hinderlich, weil ich keiner Person eine Bindung aufgebaut habe. Also nicht so richtig ein ausführlicher, ausschweifender Schreibstil, dafür umso ausführlicher in der Erzählung. Das wurde schnell eintönig und zog sich stellenweise wie Gummi, da viele dieser Informationen nicht zur Geschichte beigetragen haben. Auch diverse Logiklücken, was Essen oder Zusammenhänge betrifft, ließen mich stutzen oder innehalten. Ich habe viel mehr in die Sache hinein interpretiert und spekuliert, wie es schlussendlich gedacht war.
Die Geschichte würde sich sehr gut für eine Verfilmung eignen. Die Bilder, die das Buch im inneren Auge entstehen lässt, wäre ideal für das Kino mit Breitbild und Zeitlupe als ideale Stilmittel. Leider in der Buchform etwas zäh und stellenweise zu wenig Informationen, also ausreichend für den Film, zur Serie reicht es nicht. In Endeffekt wird viel erzählt, aber nichts passiert, was die Handlung vorantreibt. Für mich ist das auch kein Thriller, nur weil ein paar blutige und brutale Momente auftauchen. Es hat keine Elemente, die die Spannung hochtreiben und dahalten. Ab der Hälfte erscheint dann Lobos, wie eine Art Lückenfüller auf dem Schirm und da wird eine gewisse Grundspannung erzeugt, aber für mehr leider nicht ausreichend.
Mit dem Thema Corona komme ich immer noch nicht klar und bin nach wie vor genervt davon. Hier ist es recht passend, denn wer weiß, mit wie vielen Opfern die beiden sonst noch den Weg gepflastert hätten. Im Großen und Ganzen erscheint das Buch wie ein moderner Western, wo sich ein Duell dem anderen anknüpft. Auch das Cover ist mit dem Gelb-Orange und den Palmen in diesem Sinne gestaltet und strahlt schon eine gewisse Einsamkeit und Aggressivität aus. Der Spannungsbogen und auch der Inhalt haben mich wenig überzeugt, aber die Grundidee war nicht sc

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2024

Sehr Schade!

Stalker – Er will dein Leben.
0

Ja, was soll ich sagen... Ich war immer ein großer Strobel Fan und seine frühen Werke waren wirklich an Spannung und Einfallsreichtum grandios verfasst...Ich habe mich auch sehr auf das Hörbuch gefreut, ...

Ja, was soll ich sagen... Ich war immer ein großer Strobel Fan und seine frühen Werke waren wirklich an Spannung und Einfallsreichtum grandios verfasst...Ich habe mich auch sehr auf das Hörbuch gefreut, da ich die letzten Jahre schon immer Abstand von den Büchern genommen habe und mich lieber den Hörbüchern widmete. Vorgelesen war es wieder gut. Der Sprecher bekommt die verschiedenen Personen sehr gut unterschieden und wenn man so eine dramatische Stimmlage gerne folgt, ist es genau das Richtige.

Der Inhalt hat mich leider, wie schon bei den letzten Büchern, nicht überzeugt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass einfach Ideen aus den alten Geschichten in eine neue, sehr konstruierte Geschichte gebastelt wurden. Im Gegensatz zu den älteren Werken fand ich es nicht gruselig und auch nicht spannend. Es wirkt in vielerlei Hinsicht zu gewollt und auch etwas aufgesetzt. Inhaltlich geht viel Fokus verloren, weil es stellenweise sehr absurd wirkt und das hat es gar nicht nötig. Genauso wie die zwei Enden. Das Eine war mir zu vorhersehbar und das Andere so schnell abgehandelt, dass man sich das hätte sparen können. Als Einsteiger in das Genre ist das wirklich ein gutes Buch, aber ich habe wahrscheinlich schon zu viel davon gelesen und bin zu kritisch geworden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere