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Veröffentlicht am 03.06.2024

Schönes Buch mit historischem Hintergrund

Der König und der Uhrmacher
5

Der Autor Arnaldur Indridason hat sich bislang mit isländischen Krimis und einigen Psychothrillern einen Namen gemacht. Der Roman „Der König und der Uhrmacher“ ist ein völlig anderes Genre. Es handelt ...

Der Autor Arnaldur Indridason hat sich bislang mit isländischen Krimis und einigen Psychothrillern einen Namen gemacht. Der Roman „Der König und der Uhrmacher“ ist ein völlig anderes Genre. Es handelt sich um einen geschichtlichen Roman, um König Christian VII. von Dänemark und einen Uhrmacher mit dem Namen Jon, der eine wertvolle, historische Uhr reparieren will, die sich im Schloss befindet. Das Cover ist entsprechend gestaltet und zeigt ein Bild von einem Schloss und ein astronomisches Ziffernblatt.
Persönlich habe ich noch keine Erfahrungen mit dem Autor gemacht, konnte mich jedoch bereits nach einigen Seiten gut in den Schreibstil einfinden. Das Buch macht einen gut recherchierten Eindruck zu historischen Gegebenheiten aus Dänemark und Island zur Zeit der Regentschaft König Christian VII.
Zwei wichtige Protagonisten in dem Buch sind der König und der Uhrmacher Jon. Sie treffen sich, als der Uhrmacher beschließt eine wertvolle Uhr, die seit Jahren kaputt im Besitz des Königs ist zu reparieren. Er fühlt sich dazu berufen. Daneben gibt es weitere Figuren, die durch Erzählstränge entstehen, auf beiden Seiten.
Es geht zum einen um die Geschichte der Familie von Jon, die sehr unter der Regentschaft Christian V, dem Vater von Christian dem VII. gelitten haben und zum anderen darum, wie der König als Regent gesehen wird und wer ihn maßgeblich beeinflusst. Der König wird für mein Empfinden sehr real dargestellt. Er hat seine psychischen Schwächen, erscheint teilweise verwirrt, aber dann auch wieder klar und in seinen Entscheidungen entschlossen. Der Uhrmacher, ein aus Island eingewanderter Mann, wird so dargestellt, dass ich ihn mir gut vorstellen konnte. Er zeigt eine gewisse Unterwürfigkeit gegenüber seinem König, aber auch wiederum einen starken Willen, den man auf so einer einsamen Insel wie Island sicher benötigt. Diesen Willen setzt er ein, um die Reparatur der Uhr zu Ende zu bringen, die ihm sehr am Herzen liegt.
Die ersten Seiten sind teilweise etwas langatmig erzählt, einen Spannungsbogen konnte ich kaum erkennen, was jedoch im Verlauf des Buches sich ändert.
Im Buch selbst geht es zum einen um Dialoge zwischen dem König und dem Uhrmacher, aber auch der familiären Geschichte des Uhrmachers, einer wertvollen Uhr, die nicht mehr funktionsfähig ist, der Chronik des Königs und einigen Episoden vom höfischen Leben.
Im Verlauf des Buches kristallisiert sich heraus, dass der König und der Uhrmacher Parallelen in ihrer Historie haben, beide haben persönliche Verluste erlitten, wurden durch reformistisch denkende Personen beeinflusst und hatten Schicksalsschläge zu verkraften. Der König ist durch das Verhalten von seinem Vater maßgeblich an der Geschichte von Jon beteiligt, was sich im Verlauf darstellt.
Der König hatte bereits in seiner Kindheit unter seinem Vater gelitten, der ihn sehr streng erzogen hatte. Diese Strenge spüren auch die Angehörigen von Jon, sein Vater und seine Stiefmutter, ihnen wird Unzucht vorgeworfen. Die Darstellungen sind vom Autor teilweise sehr realistisch und nicht immer schön zu lesen.
Christian der VII. hat selbst bei seiner ehemaligen Frau „Unzucht“ erlebt, die er geahndet hat. Hier ist spannend zu lesen, wie unterschiedlich damals bei den einzelnen Bevölkerungsschichten mit dem Thema umgegangen wurde. Zum einen die strenge Gesetzgebung auf Island und zum anderen die Freiheiten, die ein König hatte, mit dem Thema umzugehen.
Im Weiteren geht es in dem Roman um Menschen mit neuen Ideen, Fortschrittsgeist und Rückschritte. Da diese Themen auch alle mit dem Begriff „Zeit“ zusammenhängen, ist hier für mein Empfinden das Thema mit der Reparatur der Uhr gut platziert. Hier schließt sich für mich der Bogen, der über dem Buch gespannt ist.
Der letzte Satz im Buch hat mir sehr gut gefallen, dass „jeder Schritt nach vorne ein Schritt in die Vergangenheit war“. Ein lesenswertes Buch, deswegen auch 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Leichte Kost mit einem Hauch von Schokolade und Nüssen

Café Alba
4

Fransesca ist die Hauptfigur in dem Roman, um ihre Person dreht sich die Geschichte. Die Geschichte selbst spielt in Italien, im Piemont, nach dem 2. Weltkrieg. Sie wird als 16-jährige von ihren Eltern ...

Fransesca ist die Hauptfigur in dem Roman, um ihre Person dreht sich die Geschichte. Die Geschichte selbst spielt in Italien, im Piemont, nach dem 2. Weltkrieg. Sie wird als 16-jährige von ihren Eltern in einen Haushalt nach Alba geschickt, um dort als Haushaltshilfe zu arbeiten. Zu dem Haushalt gehört ein ortsbekanntes Café. Das Café wird von der Familie Milani betrieben. Zu der Familie gehören auch der Sohn Matteo, und sein vermissten Bruder Valentino. Weiterhin gibt es diverse Angestellte, darunter auch die Köchin Antonella. Francesca ist sofort fasziniert von den Gerüchen und Düften im Café, einer Ihr unbekannten Welt.
Francesca lernt Matteo durch einen Zufall kennen und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, wobei schnell klar ist, dass eine engere Verbindung durch die Standesunterschiede ausgeschlossen ist. Francesca arbeitet bald in der Backstube mit, da der Hausherr unverhofft verstirbt. Matteo muss das Café übernehmen und stellt fest, dass die Familie hoch vers huldet ist. Francesca hat die Idee, da Schokolade knapp und teuer ist, geröstete Haselnüsse zu verwenden. Eine neue Creme für die dort begehrten Baci di dama wurde kreiert. Im Verlauf der Geschichte treten weitere Protagonisten auf, die Matteo und Francesca den Ruhm mit der Creme neiden. Zum Ende wird es etwas dramatisch, es gibt unglückliche Verwicklungen, der Bruder von Matteo tritt auch in Erscheinung.
Die Autorin Emilia Lombardi ist ein Pseudonym einer deutschen Bestseller Autorin. Für mich war es der erste Roman der Autorin. Francesca erscheint mir am Anfang als eine junge, etwas naive Frau, die sich dann aber schnell als sehr liebenswert, strebsam und fleißig zeigt, die sich durch ihren Charme eine Position im Leben verschafft. Sie hat es als Frau nach dem 2. Weltkrieg geschafft trotz widriger Umstände sich einen gute Lebensstandard zu verschaffen.
Der Schreibstil ist angenehm, wobei si h der erste Teil des Buches für mich etwas in die Länge gezogen hat, der Spannungsbogen war nicht immer gegeben. Die Landschaften Italiens waren toll beschrieben. Die Gerüche, das Meer, die Menschen, ich war beim Lesen immer mittendrin. Im zweiten Drittel und zum Ende kamen noch der ein oder andere Fiesling zum Einsatz, was der Spannung gut getan hat. Zum Schluss hatte ich den Eindruck, dass ein positives Ende gefunden werden musste. Es wirkte etwas konstruiert, um einen Cliffhanger zum Folgeroman zu schaffen.
Der Roman war angenehm zu lesen. Ich konnte einiges über die Entwicklung der Nussnougatcreme erfahren, die es bis heute gibt. Das Buch war gut recherchiert, aber nicht mit trockenen Daten gefüllt. Bei einigen aufgeführten Backwaren konnte man direkt Hunger bekommen. Sie waren so realistisch beschrieben, dass beim Lesen der eine oder andere Löffel der Creme von mir genascht wurde.
Insgesamt ein gutes Buch, Francesca kann auch heute noch jungen Frauen als Vorbild dienen, das man immer eine Chance hat im Leben, auch wenn die Startbedingungen nicht optimal sind. Ich werden den Folgeband bestimmt auch "vernaschen". Von mir eine eindeutige Empfehlung.








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Veröffentlicht am 03.06.2026

Schöne Geschichte mit bildhafter Sprache

Träume aus Feuer
2

In dem Buch „Träume aus Feuer“ beschreibt Florian Illies bildhaft eine Zeit im Barock zwischen Reichtum des Kurfürsten und einem Glasmacher, der unmögliches möglich machen soll.
Die Geschichte spielt 1685 ...

In dem Buch „Träume aus Feuer“ beschreibt Florian Illies bildhaft eine Zeit im Barock zwischen Reichtum des Kurfürsten und einem Glasmacher, der unmögliches möglich machen soll.
Die Geschichte spielt 1685 in Brandenburg.
Damit dies gelingen kann, schenkt der Kurfürst dem Glasmacher Johannes Kunckel die Pfaueninsel. Hier soll er in Ruhe und Abgeschiedenheit Glas herstellen, das es so bislang noch nicht gab.
Rot und funkelnd, eben ein Traum aus Feuer. Kunckel benötigt die Abgeschiedenheit um zu träumen,
um kreativ sein Glas herstellen zu können.
Die einzelnen Kapitel steigern sich mit den Aggregatzuständen von „Kalt“ bis „zu Heiß“. Die Bewegungsenergie nimmt zu und das ist auch in der Geschichte so. Letztendlich geht es um den Aufstieg und den Fall des Alchimisten Johannes Kunckel, dem am Ende der Neid einiger Personen zum Verhängnis wird.
Das Buch ist sehr schön geschrieben, sehr bildhaft, sehr beschreibend. Die Pfaueninsel wird mit ihrer Fauna und Flora ausführlich beschrieben. Ich hatte den Eindruck, dass man direkt mit Kunckel über die Insel gelaufen ist.
Gerade die Hauptprotagonisten wie der Kurfürst und seine Gemahlin werden ausführlich dargestellt. Die Szene wo das Ehepaar von seinem Bett aus regiert, fand ich sehr gut beschrieben und war wohl zu dieser Zeit bei höher gestellten Personen normal.
Im Weiteren das Verhältnis des Kurfürsten zu Kunckel. Ich hatte das Gefühl, dass sich der Kurfürst auf eine Ebene zu dem Alchimisten begeben hat, er hat ihm vertraut. Hier konnte er auch der normale Mensch sein und nicht nur der Kurfürst.
Dann aber auch die andere Ebene, dass seine Neider, gerade Eberhard Danckelmann ihm den Ruhm nicht gönnen und am Ende zu seinem Fall beitragen, als sich ihm die Gelegenheit bietet, nach dem Tod des Kurfürsten.
Den letzten Satz finde ich sehr schön.
„Ein Traum, im Feuer geboren. Ein Traum, im Feuer verloren
oder wie gewonnen so zerronnen würde man heute sagen.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Leichter Sommerroman mit ganz viel Gefühl

Mein Herz will Meer
0

Barbara Merlenkamp ist das Pseudonym von zwei Autoren, die unter dem Namen Romane veröffentlichen. Das Buch von Barbara Merlenkamp „Mein Herz will Meer“ ist ein schöner Sommerroman.
Das Cover zeigt bereits ...

Barbara Merlenkamp ist das Pseudonym von zwei Autoren, die unter dem Namen Romane veröffentlichen. Das Buch von Barbara Merlenkamp „Mein Herz will Meer“ ist ein schöner Sommerroman.
Das Cover zeigt bereits einige Details die dann auch in der Geschichte eine Rolle spielen.

Nicki und Viola sind beste Freundinnen seit der Schulzeit und kennen den Hauptort an der Ostsee in dem der Roman spielt seit ihrer Jugend. Nicki hat einen evangelischen Pfarrer geheiratet, während Viola ihr Studium als Opernsängerin abgeschlossen hat. Sie singt im Chor der Dresdner Semperoper.
Liiert ist sie mit einem angehenden Schlagerstar.
Die Beziehung geht etwas dramatisch auseinander und Viola landet einen Sommer lang bei ihrer Freundin und soll dort einen Frauenchor aufbauen und leiten.
Es gibt Verwicklungen, eine neue Liebe, ganz viel Romantik und Gefühle.

Barbara Merlenkamp hat für mein Empfinden einen Roman geschrieben, der sich gut als Urlaubslektüre, im Sommer in einem Liegestuhl oder direkt am Meer wunderbar lesen lässt.
Die Landschaft um Sulzhagen wird wunderbar beschrieben, so dass man Lust bekommt diese Region näher kennen zu lernen. Die Details sind liebevoll dargestellt. Das Schaf mit dem Strohhut auf dem Cover kommt in der Geschichte vor, genauso wie das Haus mit dem Reetdach.
Viola als eine Hauptprotagonistin ist eine junge Frau die durch harte Arbeit ihren Platz im Chor an der Semperoper gefunden hat. Sie zweifelt manchmal an ihren Fähigkeiten, aber das ist durchaus menschlich, wer tut das nicht. In der WG in der sie mit einer anderen jungen Frau lebt, haben die beiden eine gute Gemeinschaft gefunden.
Im Weiteren gibt es natürlich eine neue Liebe die zu Viola kommt.
Wie in dem Lied von Herbert Grönemeyer „Tausendmal berührt“ findet Viola in der Geschichte eine neue Liebe und bleibt sich dennoch treu, mehr sei nicht verraten. Sie ist eine liebevolle Figur.
Nicky empfinde ich als bodenständiger. Sie hat ein Optikergeschäft. Sie ist in der Kirchengemeinde von ihrem Mann angesehen und sie unterstützen sich gegenseitig. Wie es in einer guten Partnerschaft sein sollte. Vielleicht sieht Viola bei ihrer besten Freundin darin auch ein Vorbild.
Es ist ein Wohlfühlroman, wo relativ schnell klar ist wie die Strukturen angelegt sind und worauf es hinausläuft. Das empfinde ich als nicht schlimm, da es insgesamt auch so angelegt ist und man vorher einschätzen kann in welchem Genre dieses Buch unterwegs ist.
Von mir eine Kauf- und Leseempfehlung wenn man für eine kleine Auszeit einen Roman zum Wohlfühlen haben möchte, mit Liebe, etwas Herzschmerz, leichter Dramatik und einen Happy End.


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Veröffentlicht am 22.10.2024

Wunderbare nordische Mythologie

Sisters in Blood - Der Schwur
4

„Sisters in Blood“ ist ein Roman von Genevieve Gornichec.
Der Roman „Sisters in Blood“ beruht auf einer historischen Grundlage der isländischen Sage von Gunnhild und Erik und spielt in den frühen 900er ...

„Sisters in Blood“ ist ein Roman von Genevieve Gornichec.
Der Roman „Sisters in Blood“ beruht auf einer historischen Grundlage der isländischen Sage von Gunnhild und Erik und spielt in den frühen 900er Jahren. Es gab Götter, Sagen und Mythen. Die Menschen waren sehr naturverbunden, es gab noch Tieropfer und Medikamente aus Kräutern.
Das Buch mit dem Farbschnitt ist wunderbar gestaltet und das Cover mit Bergen, Wasser und Schwalben verheißt schon einiges, bevor man das Buch überhaupt aufgeschlagen hat. Im Anhang finden sich eine Aufstellung der Personen und einiger besonderer Begriffe.
Die Hauptprotagonistinnen sind Gunnhild und ihre beiden Freundinnen Signy und Oddny. Sie werden zu Schwurschwestern nachdem eine Seherin ihnen weissagte, dass eine von ihnen die Zukunft der anderen verdunkelt.
Gunnhild geht danach ihren eigenen Weg, wird selbst zu einer Hexe/ Weissagerin ausgebildet, ihre Schwurschwestern verbleiben in der eigenen Familie. In dem Roman sind die Schwurschwestern sehr unterschiedliche Charaktere, wo jede versucht ihren eigenen Weg zu gehen, aber auch zu der anderen steht.
Jahre später wird Signy von Wikingern entführt und verkauft. Oddny will ihre Schwester retten und versucht mit allen Mitteln herauszufinden, wo sie sich befindet. Gunnhild geht auf diesem Weg eine Verbindung mit König Erik ein.
Der Schreibstil ist flüssig. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Protagonistinnen sind gut beschrieben. Ich konnte mir zu jeder Zeit ein Bild vorstellen, wie sie aussehen könnten und warum sie in der jeweiligen Situation so reagiert haben, wie es beschrieben war. Einige Anteile waren sehr mystisch und für mein Empfinden auch nicht unbedingt in die Zeit der Wikinger zu verorten. Das letzte Drittel schwächelt etwas. Ich hatte den Eindruck es muss zu Ende gebracht werden. Teilweise war bei mir der Eindruck vorhanden, dass Handlungsstränge erhalten werden müssen, um einem möglichen Folgeband den Weg zu ebnen.
Deswegen habe ich auch einen halben Punkt abgezogen. Insgesamt eine Leseempfehlung die auch historisches Wissen vermittelt.

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