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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

Gute Unterhaltung

Im Glanz des Wasserfalls
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Man schreibt das Jahr 1906 und seit einige Zeit ist es für den Adel und das gehobene Bürgertum en vogue, nach Gastein zu reisen, um die Heilkräfte der Natur zu genießen. Um den Ansprüchen der Gäste zu ...

Man schreibt das Jahr 1906 und seit einige Zeit ist es für den Adel und das gehobene Bürgertum en vogue, nach Gastein zu reisen, um die Heilkräfte der Natur zu genießen. Um den Ansprüchen der Gäste zu genügen, sind zahlreiche mondäne Hotels gebaut worden, darunter das heute noch existierende Hotel Straubinger, das allerdings nicht mehr in Familienbesitz ist wie in seinen Anfängen.

Neben dem Straubinger gibt es das in kaiserlichem Besitz befindliche Badeschloss, das Fürsterzbischof Hieronymus Graf von Colloredo (1732-1812) erbauen hat lassen. Mit der Verwaltung des Badeschloss ist (der fiktive) Johann Wahringer betraut, der mit Ehefrau und den Zwillingen Valerie und Stephan in der Sommersaison auch im Hotel wohnt.

Während die kluge und wissbegierige Valerie sich für den Hotelbetrieb interessiert, was sich zu dieser Zeit so gar nicht schickt, soll ihr Bruder eine gediegene Ausbildung erhalten, hat aber nur Vergnügen im Sinn. Letztlich wird Valerie durch ihren geschickten Umgang mit Gästen wie Kaiser Wilhelm und der Kaiserin Elisabeth sowie dem Personal zu einer unverzichtbaren Hilfe ihres Vaters. Mutter Barbara Wahringer hasst Gastein und setzt alles daran, wieder in ihr geliebtes Wien reisen zu dürfen und für Valerie eine standesgemäße und vor allem vorteilhafte Ehe zu arrangieren.

Doch es kommt wie es kommen muss, Valerie verliebt sich ausgerechnet in Theo Straubinger, den unehelichen Sohn der Straubinger-Schwester Theresa. Diese Liebe ist unmöglich und wird von beiden Familien hintertrieben. Letzten Endes muss Valerie Ferdinand Windischbauer, einen Hotelerben heiraten, der sich als .... Nein, das verrate ich jetzt nicht.

Meine Meinung:

Emilia Schilling, eine österreichische Autorin, entführt uns in das wildromantische Gasteiner Tal, genauer gesagt nach Wildbad Gastein, wie das heutige Bad Hofgastein damals hieß. Wir erhalten durch diesen historischen Roman, der Fakten und Fiktion sehr gut miteinander verquickt, einen Einblick in das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders gut sind die gesellschaftlichen Konventionen für Frauen herausgearbeitet. Ledige Mütter werden verfemt und nur wenige, wie Theos Mutter Theresa, haben das Glück in ihrer Familie bleiben zu dürfen, wenn auch gerade noch geduldet. Für kluge Mädchen ist kaum Platz. Das muss auch Valerie erfahren, die nur wenig Schulbildung erhält, während ihrem Bruder die Welt des Lernens offen steht. Mädchen sollen hübsch sein, weder den Eltern noch ihren Ehemännern widersprechen und viele Kinder bekommen. Dass arrangierte Ehen kaum glücklich werden, ist am Beispiel des Ehepaares Wahringer deutlich zu sehen. Deshalb ist es für uns unverständlich, dass Valerie, auf Geheiß von Johann Wahrunger, mit Ferdinand Windischbauer, Hoteliersohn und größtem Konkurrenten der Straubinger aus heiraten muss, um den Traum ihres Vaters, ein eigenes Hotel zu besitzen, zu erfüllen.

Schmunzeln muss ich über die eine oder andere Anekdote über den deutschen Kaiser, seinen Kanzler Bismarck oder Kaiserin Elisabeth, die mit einem einheimischen Bergführer quasi im Laufschritt die umliegenden Berge erwandert.

Neben dem gesellschaftlichen Leben kommen auch der Ort und die Landschaft, sowie die Anfänge von Gastein zum Kurort sehr gut zur Geltung. Man hört förmlich die Gasteiner Ache rauschen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Charaktere sind recht gut herausgearbeitet und haben so ihre Ecken und Kanten. Dass die Handlung an manchen Stellen vorhersehbar ist, spielt keine wesentliche Rolle. Mir hat Theos Mutter Theresa imponiert und sehr gut gefallen. Sie weigert sich ja all die Jahre beharrlich, den Namen von Theos Vater bekannt zu geben. So können wir selbst Überlegungen anstellen, wer die damals 16-Jährige geschwängert hat.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein gelungener Reihen-Auftakt

Nur die Wühlmaus war Zeuge
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Valentina hat sich ihren Lebenstraum (fast) erfüllt: Sie erhält einen Schrebergartenparzelle zugeteilt. Nur der Teich fehlt noch zu ihrem Glück. Sie beginnt mit dem Ausgraben und stößt auf die Leiche ihres ...

Valentina hat sich ihren Lebenstraum (fast) erfüllt: Sie erhält einen Schrebergartenparzelle zugeteilt. Nur der Teich fehlt noch zu ihrem Glück. Sie beginnt mit dem Ausgraben und stößt auf die Leiche ihres Vorgängers Wiggerl Wetzstein. Wer hat ihn erschlagen und eingebuddelt?

Die Tätersuche erweist sich als mühsam, denn der Tote war nicht unbedingt beliebt, weshalb so ziemlich jede und jeder verdächtig ist. Die Polizei lässt die eingeschworene Gemeinschaft der Schrebergartler auch lieber außen vor, hat doch jeder Bewohner sein kleines oder größeres Geheimnis, wie Althippie Jo, der Gras nicht nur als Rasen anbaut. Federführend bei den Ermittlungen ist die betagte Friedl, die mit einem Rollator, in dem sich allerlei Lebenswichtiges wie Gin etc. befindet, Verdächtige befragt und den Überblick zu bewahren scheint. Sie ähnelt der berühmten Miss Marple. Dass es letztendlich noch einen zweiten Toten gibt, ist unerwartet.

Meine Meinung:

Das Sub-Genre Cosy-Crime, das in einer Schrebergarten-Kolinie spielt, ist in den letzten Jahren mehrfach aufgegriffen worden und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass skurrile Laien völlig unbedarft Verdächtige befragen. Wenn dann manchmal der oder die Eine in Gefahr gerät, ist unter Kollateralschaden zu verbuchen.

Ich kenne eine Schrebergarten-Krimi-Reihe, die in Berlin spielt und ähnlich skurrile Charaktere aufweist. Allerdings ermitteln dort ein ehemaliger Kriminalkommissar und eine Laubenbesitzerin.

Hier in diesem, kommt die Polizei nur in kleinen, fast homöpathischen Dosen vor. Doch einer der Ermittler gewinnt das Herz von Barbara.

Schrebergärten sind ein Mikrokosmos, dem sich viel Freude aber auch einige Abgründe verbergen.

Natürlich liegt der Fokus eher auf der vermeintlichen Schrebergartenidylle, die zahlreiche schräge Typen und einige Rätsel für uns Leser bereit hält, als auf authentischer polizeilicher Ermittlungsarbeit. Wer solche lieber hat, muss zu einem anderen Krimi greifen.

Der Schreibstil ist flüssig und wird durch das in schwäbischem Dialekt sprechende Ehepaar aufgelockert.

Für das Cover hat sich der Emons-Verlag etwas ganz besonderes einfallen lassen: Das abgebildete Gras fühlt sich wie ein Grasteppich an. Ein haptisches Highlight!

Fazit:

Auftakt einer neuen Cosy-Krimi-Reihe, der mir durch seine skurrilen Protagonisten ein vergnügliches Leseerlebnis beschert hat. Ich vergebe hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Wer die Kohlmeise stört
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Es herbstelt in der Schrebergartensiedlung in München. Das merkt man nicht nur an den Horden von Touristen. die zum Oktoberfest auf die Theresienwiese strömen, sondern auch daran dass sich Bienen und Wespen, ...

Es herbstelt in der Schrebergartensiedlung in München. Das merkt man nicht nur an den Horden von Touristen. die zum Oktoberfest auf die Theresienwiese strömen, sondern auch daran dass sich Bienen und Wespen, die um die letzten Blüten herum schwirren und sich ohne Erlaubnis auf den Zwetschkendatschis niederlassen.

Valentina und ihre Gartenfreundinnen haben Zuzug durch Jüngere erhalten. So ist eine Jungfamilie eingezogen und statt Xaver Walter werkeln nun seine Tochter Marie und ihr Verlobter Sebastian im Garten. Sebastian ist ein Beau und Gesundheitsfanatiker, der, was niemand weiß, auf allerlei Getier allergisch reagiert. Ein lebensrettender EpiPen ist immer am Mann, oder doch nicht?

Daher ist die Gartengemeinschaft ziemlich überrascht als er tot im Garten liegt. Valentina und Friedl beginnen zu schnüffeln und entdecken, dass der EpiPen durch ein Übungsgerät ausgetauscht worden ist, was aber der eitle, aber stark kurzsichtige Sebastian nicht erkennen konnte. Wer hat hier nachgeholfen?

Statt die Münchener Polizei mit ihrem Verdacht zu belästigen, beginnen Valentina und jene, die man aus dem ersten Teil der Reihe kennt, zu spekulieren und nachzuforschen. Recht schnell findet man ein mögliches Motiv: Der schöne Bas, wie Sebastian auch genannt worden ist, war ein Egomane, den nur Geld, Sex und Bewunderung seiner jeweiligen Freundin interessiert hat. Dass eine seiner abgelegten Freundinnen im Kleingartenidyll gesehen worden ist, lässt Leni sofort in den Fokus von Friedl, der garteneigenen Miss Marple rücken. Und was hat Willow, die Influencerin und Tochter von im ersten Fall ermordeten Wiggerl Wetzstein, mit seinem Tod zu tun?

Meine Meinung:

Uns Leser erwartet auch diesmal wieder ein humorvoller und turbulenter Kriminalroman, der die Eigenheiten der Schrebergartenbewohner ziemlich gut beschreibt. Man ist eine eingeschworene Gemeinschaft, in der Fremde nichts verloren haben.

Die Figuren sind allesamt mit recht eigenwilligen Charakterzügen ausgestattet. Da ist zum eine Friedl, eine betagte Dame, die auf einen Rollator angewiesen ist, aber deren schräger Humor und kriminelle Energie ungebrochen ist. Oder das schwäbische Ehepaar, das mit seinem Dialekt für den einen oder anderen Grinser sorgt. Oder Valentina, die Ich-Erzählerin, die an Prokrastination, also Aufschieberitis, leidet und ihre Illustrationen zu spät an den Verlag weiterleitet. Valentinas Freundin Barbara, die man nur die Lerche nennt, spielt diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Auch Barbaras Freund, der Kommissar, tritt erst ganz zum Schluss auf, als Friedl das Endergebnis und den Täter präsentiert.

Man (also eigentlich frau) schwelgt in Erinnerungen, was einen Mann zum echten Mann macht. Ein Zopferl zählt nicht dazu.

„Die Vorstellung davon, was ein echter Mann ist, muss unsere Generation revidieren. Wir wurden von Syvester Stallone, Han Solo und Michael Douglas geprägt. Nicht unbedingt die gesündesten Vorbilder für die Männlichkeit. Frisur hin oder her.“ (S. 39)

Zudem herrscht auch darüber Einigkeit, dass Basti ein ziemlicher Blender war. (Warum kommt mir dieser Satz als Österreicherin so bekannt vor?)

Eine stringente Handlung, mit polizeilichen Ermittlungen, die zur Überführung des Täters führen, darf man sich hier nicht erwarten. Es wird Kaffee, Tee und manchmal ein Likörchen oder Härteres getrunken und dabei allerlei Spekulationen gewälzt bis letzten Endes die Puzzleteile an die richtige Stelle fallen.

Fazit:

Wer in seinem eigenen (Schreber)Garten einen vergnüglichen Krimi mit einer mehr oder weniger begabten Laientruppe lesen will, ist hier richtig. Alle jene, die lieber authentische Polizeiarbeit mögen, müssen zu einem anderen Krimi aus dem Emons-Verlag greifen. Von mir gibt’s 4 Sterne.

Veröffentlicht am 20.05.2025

Vom gesellschaftlichen Zwang, Mutter zu werden ...

Hello Baby
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Kim Eui-kyung erzählt in diesem Buch die Geschichte von sechs Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul begegnen. Allen ist gemeinsam, dass sie über 35 Jahre alt sind, von der Gesellschaft ...

Kim Eui-kyung erzählt in diesem Buch die Geschichte von sechs Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul begegnen. Allen ist gemeinsam, dass sie über 35 Jahre alt sind, von der Gesellschaft und der Familie dazu gedrängt werden Mutter zu werden und auf natürlichem Weg nicht schwanger werden können. Also muss die in Südkorea hoch entwickelte IVF-Medizin helfend eingreifen.

Diese sechs Frauen sind Teil eines Chat-Gruppe, über die sie sich regelmäßig und ausgiebig austauschen. Als dann eine von ihnen nach längerem Schweigen plötzlich die Geburt ihres Babys verkündet, und nahezu gleichzeitig in einem Krankenhaus ein Neugeborenes verschwindet, schiebt sich der unerfüllte Kinderwunsch von Polizistin Jiun Han in den Hintergrund und die Ermittlerin tritt wieder in den Vordergrund.

Meine Meinung:

Südkorea ist für die meisten von uns ein Land, über das wenig bekannt ist. Mir geht es da ähnlich. Allerdings habe ich vor kurzem eine Statistik über weltweite Fertilitätsraten und Geburten gelesen. Da ist mir aufgefallen, dass Südkorea wie viel andere Industriestaaten ein Problem mit zu geringem Nachwuchs hat. Es scheint, als wäre der Widerspruch hier national Anstrengungen die Anzahl der Geburt zu steigern und dort wenig kinderfreundliche Arbeitsbedingungen der Eltern, kaum zu überbrücken. Einerseits gibt es Urlaubstage für die schmerzhafte Prozedur der IVF, andererseits sind Mütter in den Firmen nicht gerne gesehen. Dieser Spagat wird in diesem Buch recht gut geschildert.

Der Druck, den die Frauen seitens ihren Familien ausgesetzt sind, ist ernorm. Die alten patriarchalischen Strukturen sind nach wie vor vorhanden, auch wenn es scheint, dass die Schwiegermütter die treibenden Kräfte sind. Ich kenne mich ja mit dem Sozialsystem in Südkorea nicht aus, aber es klingt, als ob die Care-Arbeit für ältere Verwandte nach wie vor bei Töchtern und Schwiegertöchtern liegt. Was wieder heißt, möglichst viele dieser Gratis-Pflegerin in die Welt zu setzen. Ein Teufelskreis aus dem man schwer entfliehen kann.

Gut geschildert, auch wenn die Autorin eher sachlich bleibt, sind die Hoffnungen und Enttäuschungen der Frauen und deren Erfahrungen in den Fruchtbarkeitskliniken sowie die schmerzhaften Prozeduren. Auch die Rolle der Ehemänner wird beleuchtet, die erwarten, Väter zu werden, aber wenig dazu beitragen können und wollen. Die Einstellung, an einer ungewollten Kinderlosigkeit ist immer die Frau schuld, ist weit verbreitet.

Interessant zu lesen ist, dass kaum eine der Frauen die Mechanismen, die hinter der staatlich geförderten (und geforderten) Fruchtbarkeit hinterfragen. Sie nehmen die hohen Kosten und die gesundheitlichen Risiken auf Grund der gesellschaftlichen Verpflichtungen einfach hin. Nur hier und da, regt sich so etwas wie ein klein wenig Widerstand und der Gedanke, dass unter dem Deckmantel, Frauen zu Kindern zu verhelfen, für IVF-Spezialisten eine Menge Geld zu verdienen ist.

Fazit:

Ein interessantes Buch über den Zwang, unbedingt Mutter werden zu wollen oder zu müssen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein gelungener Reihen-Auftakt

Drei Leichen zum Frühstück
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Autorin Eva Reichls neuester Krimi spielt wieder in Oberösterreich. Diesmal geht es um einen Täter, der bei seinen Opfern einen Sinnspruch hinterlässt. Dem ersten, das am Traunsee gefunden wird, hat er ...

Autorin Eva Reichls neuester Krimi spielt wieder in Oberösterreich. Diesmal geht es um einen Täter, der bei seinen Opfern einen Sinnspruch hinterlässt. Dem ersten, das am Traunsee gefunden wird, hat er die Beine abgetrennt und einen Zettel mit den Worten „Lügen haben kurze Beine“ beigefügt. Das lässt auf eine persönliche Täter-Opfer-Beziehung schließen. Nur, welche?

Chefinspektorin Lotta Meinich und ihr Kollege Daniel Proschko haben einiges zu tun, um das Umfeld des Toten, der sich als Anwalt und Politiker jede Menge Feinde gemacht hat, zu durchleuchten. Damit noch nicht genug, muss sie sich mit ihrem Vater Gustav, einem pensionierten Chefinspektor mit hoher Aufklärungsquote, der sich mit dem Unruhestand nicht abfinden kann und seine neugierige Nase in Lottas Ermittlungen steckt, herumschlagen.

Als er dann noch entdeckt, dass dem tödlichen Arbeitsunfall eines Bauleiters ein Zitat, das bei den Todesanzeigen in der Lokalzeitung abgedruckt ist, vorangegangen ist, ist man in Lottas Dienststelle wenig amused. Gustav und sein Freund Rudi geraten kurzfristig in das Visier der Ermittler und Lotta, die für ihre Alleingänge bekannt ist, hat einen schwarzen Punkt mehr.

Meine Meinung:

Eva Reichl ist wieder ein spannender Krimi gelungen, der zeigt, dass es nach wie vor Ressentiments Frauen in Führungspositionen gegenüber gibt. Die sind bei der Polizei deutlich größer als im Durchschnitt. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Privatleben. Dass Lotta ebenso wie ihr Kollege Daniel geschieden ist, wird dennoch unterschiedlich bewertet. Erschwerend kommt bei Lotta hinzu, dass ihr Vater Anzeichen einer beginnender Demenz zeigt, allerdings dies nicht einsehen will. So muss sich Lotta dennoch Beruf den Spagat zwischen Beruf und Familie zu meistern versuchen. Ich denke, da wird noch einiges an Konfliktpotenzial auf uns Leser warten.

Die Grundzüge der Charaktere sind, wie bei Eva Reichl üblich, sehr gut herausgearbeitet und haben die Möglichkeit in alle Richtungen zu wachsen.

Fazit:

Mir hat dieser Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe sehr gut gefallen, daher erhält der Krimi 4 Sterne.