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Veröffentlicht am 17.02.2026

Wann war ein Leben ein Gutes?

Das gute Leben
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Das gute Leben

Anni ist tot. Die Anni, die als junge Frau schwanger von Rumänien nach Deutschland ging, als Alleinerziehende beim Quelle Versand so viele Jahre gearbeitet hat, sich ein Haus erarbeitet ...


Das gute Leben

Anni ist tot. Die Anni, die als junge Frau schwanger von Rumänien nach Deutschland ging, als Alleinerziehende beim Quelle Versand so viele Jahre gearbeitet hat, sich ein Haus erarbeitet hat. Das ist doch was. Oder was genau macht ein gutes Leben aus?
Geschrieben wurde das Buch von Nadine Schneider. Sie hat bereits die Bücher „Drei Kilometer“ und „Wohin immer ich gehe“ geschrieben. Dies ist allerdings das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.
Erschienen ist das Buch im Fischer Verlag. Es umfasst 303 Seiten und ist eingeteilt in 62 angenehm kurze Kapitel. Abwechselnd wird Annis Geschichte und in der Gegenwart die ihrer Enkelin Christina erzählt.
Insgesamt wird von vier Generationen starker Frauen berichtet: Annis Mutter in Rumänien, Anni, deren Tochter Helene und Christina. Die Männer spielen eine sehr untergeordnete Rolle. Teilweise haben mich die abrupten Wechsel irritiert. Ich war mir nicht immer sicher, ob wir jetzt in Rumänien oder in Nürnberg sind und bei welcher der Frauen. Die ruhige Art mit der Nadine Schneider ihre Geschichte erzählt hat mich sehr fasziniert. Mir erschien vieles sehr gut recherchiert und/oder aus der eigenen Geschichte. Ich konnte den Zeitgeist sehr gut nachempfinden und gerade das für Anni so wichtige Quelle Unternehmen wurde perfekt beschrieben. Ich habe ein paar Mal beim Lesen gestoppt um parallel im Internet über die Familie Schickedanz, das Quelle Gebäude oder das Logo, das ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, zu recherchieren. Gegen Ende war mir aber das Tempo doch etwas arg langsam, da hätte ich mir ein bisschen mehr Handlung gewünscht.
Das Buch macht mich nachdenklich. Es widmet sich ganz eindrücklich dem großen Thema, wann ein Leben ein Gutes war.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Sehr ehrlich

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

Nach dem Tod ihres Mannes, probiert Christien das gemeinsame Haus auf- und auszuräumen. Dabei setzt sie sich mit ihren Gefühlen auseinander und reflektiert über ihr ...


Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

Nach dem Tod ihres Mannes, probiert Christien das gemeinsame Haus auf- und auszuräumen. Dabei setzt sie sich mit ihren Gefühlen auseinander und reflektiert über ihr Leben. Wie kann man eine Liebe mit ihren Höhen und Tiefen, Erlebnissen und Verletzungen einordnen, um das eigene Leben weiterleben zu können?
Geschrieben wurde das Buch von Christien Brinkgreve, einer niederländischen Professorin für Soziologie. Das Buch ist autobiografisch. Es wurde in den Niederlanden unter dem Titel „Beladen huis“ zum Bestseller.
Erschienen ist es bei Hanser. Es umfasst 190 Seiten, ist also ein schmales Büchlein und ist eingeteilt in 42 kurze Kapitel. Der Preis erscheint mir relativ hoch.
Mir gefällt die Art, wie die Autorin schreibt sehr. Christien Brinkgreve ist zweifelsohne eine extrem kluge Frau, schafft es aber, sehr unanstrengend und nachvollziehbar zu schreiben. Viele ihrer Gedanken konnte ich gut mitgehen. Ich bewundere ihre Ehrlichkeit.
Ganz bestimmt haben ihre Reflexionen ihr sehr geholfen, ihr Leben neu zu ordnen. Leider blieben die Charaktere nicht nur zum größten Teil namenlos, sondern auch so blass. Auch die Handlung verlief für mich in Schleifen und hat sich zum Schluss dann doch erschöpft.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Vielfältig und unmittelbar

Berchtesgaden
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Berchtesgaden

Kurz nach dem Krieg treffen in Berchtesgaden, bis vor kurzem Residenz der Führers, alle zusammen: amerikanische Besatzer, deutsche Soldaten, vorher verfolgte Juden und die Berchtesgadener ...

Berchtesgaden

Kurz nach dem Krieg treffen in Berchtesgaden, bis vor kurzem Residenz der Führers, alle zusammen: amerikanische Besatzer, deutsche Soldaten, vorher verfolgte Juden und die Berchtesgadener Bevölkerung. Alle haben einen Krieg erlebt, alle sortieren sich neu. Wer trägt welche Schuld? Wer ist unwissend? Und wie lebt man eigentlich weiter, wenn plötzlich alles anders ist?
Geschrieben wurde das Buch von Carolin Otto, einer Drehbuchautorin und Regisseurin.
„Berchtesgaden“ ist ihr Debütroman.
Das Buch ist bei Lübbe erschienen. Es umfasst 543 Seiten und ist eingeteilt in 54 angenehm kurze Kapitel.
Ich mag Bücher, bei deren Lektüre ich etwas lernen kann sehr. Bei diesem Buch musste ich mich erst orientieren. Es wird sehr dicht loserzählt. Viele Charaktere werden schnell eingeführt und viele geschichtliche Details dicht geschildert. Im Laufe der Lektüre tat ich mir damit deutlich leichter. Es ist kein Buch, das Charaktere „zum Verlieben“ schafft, dazu ist die übrige Schilderung viel zu dicht. Ich habe das Buch dennoch voller Begeisterung gelesen. Carmen Otto schafft es, die Atmosphäre und den Zeitgeist, der in dieser Zeit so dicht nach dem Krieg in diesem sehr besonderen Setting sehr spürbar zu erzählen. Es ist ein Buch für jedes Alter und auch kein klassischer Frauenroman.
Fazit: Wer nicht davor zurück schreckt, sich in ein Buch erst mal „reinzuarbeiten“, wird sich über diesen Roman sehr freuen. Ich habe bisher noch kein Buch gelesen, das diese Zeit so vielfältig und unmittelbar beschrieben hat.


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Veröffentlicht am 05.05.2025

Extrem liebevoll erzählt

Die Inselschwimmerin
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Die Inselschwimmerin

Evie kommt nach langer Abwesenheit in ihr Elternhaus auf den schottischen Orkneyinseln zurück. Ihr bleibt nichts anderes übrig als sich den Schatten der Vergangenheit endlich zu stellen. ...

Die Inselschwimmerin

Evie kommt nach langer Abwesenheit in ihr Elternhaus auf den schottischen Orkneyinseln zurück. Ihr bleibt nichts anderes übrig als sich den Schatten der Vergangenheit endlich zu stellen. Ist dies vielleicht auch eine große Chance?
Geschrieben wurde das Buch von Lorraine Kelly. Dieses Buch ist ihr Debütroman und stand 2024 auf der Jahresbestsellerliste der Sunday Times.
Erschienen ist der Roman bei Lübbe. Er umfasst 395 Seiten und ist eingeteilt in 51 angenehm kurze Kapitel. Das Buch hat verschiedene Zeitebenen, spielt in der Gegenwart, 2024, und hat Rückblenden bis ins Jahr 1960.
Mir hat das Setting sehr gut gefallen. Die Szenerie der Orkneyinsel ist so schön beschrieben, dass ich mir das Ganze so gerne mal in Natura anschauen würde. Die Handlung war mit phasenweise zu glatt und platt. Ich hätte mir mehr Überraschungen und unvorhersehbare Wendungen gewünscht. Ausgeglichen wurde dies allerdings durch einen total angenehmen Erzählstil. Die Charaktere wurden sehr schön ausgestaltet. Lorraine Kelly führt so liebevoll durch ihr Buch, das ich mich trotz der kleinen Schwächen in der Handlung in ihrem Buch wohlgefühlt habe und es wirklich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Nichts ist so, wie es scheint….

Die Yacht
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Die Yacht

Hannah ist zu einer Silvesterparty auf die Yacht ihrer Kindheitsfreundin Libby und deren Mann Olly eingeladen. Außerdem gehen noch Maggie und deren Freund Leon, sowie ein gemeinsamer Freund, ...

Die Yacht

Hannah ist zu einer Silvesterparty auf die Yacht ihrer Kindheitsfreundin Libby und deren Mann Olly eingeladen. Außerdem gehen noch Maggie und deren Freund Leon, sowie ein gemeinsamer Freund, Harry, mit an Bord. Während Hannah ein „normales“ Leben führt, haben es die anderen zu Geld gebracht. Aber ist wirklich alles so, wie es erst scheint?
Geschrieben wurde das Buch von Sarah Goodwin. Ich kannte die Autorin zuvor nicht, habe mir aber jetzt ihre anderen Bücher auf den Wunschzettel gepackt.
Erschienen ist das Buch bei Lübbe. Es umfasst 400 Seiten und ist eingeteilt in 30 übersichtlich lange Kapitel. Geschrieben ist es in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Hannah, ohne weitere Perspektivwechsel, Zeitsprünge etc., was ich aber in keinster Weise als langweilig, sondern eher mal, weil doch ungewöhnlich, als wohltuend empfand.
Mir hat das Buch alles in allem richtig gut gefallen. Ich fand es sehr unanstrengend und kurzweilig zu lesen. Die Charaktere wurden sehr schön herausgearbeitet und die wechselnden Stimmungen und Atmosphären so excellent beschrieben, dass man sie förmlich mitgefühlt und erlebt hat. Die Handlung hat immer wieder Wendungen genommen, die ich so nicht habe kommen sehen und mich bis zum Schluss bei der Stange hielt. Ganz klare Leseempfehlung von mir.

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