Kommissarin Jette Adler ermittelt
Die Erste KommissarinNach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Trilogie um R. Hartmann oder „Die Physikerin“) hat Moritz Hirche nun sein neustes Werk „Die erste Kommissarin“, das im März 2025 bei Amazon Direct Publishing ...
Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Trilogie um R. Hartmann oder „Die Physikerin“) hat Moritz Hirche nun sein neustes Werk „Die erste Kommissarin“, das im März 2025 bei Amazon Direct Publishing erschienen ist) vorgelegt. Leider kannte ich weder den Autor, noch habe ich eins seiner Bücher gelesen, aber dies wollte ich ändern. Allein das Cover und der dazugehörige Klapptext haben meine Neugierde mehr als nur geweckt. Dieses Buch musste gelesen werden und so begab ich mich (buchtechnisch) nach Berlin.
Der flüssige und leicht Schreibstil ließ mich sofort in die Geschichte um Jette Adler ein und abtauchen. Während des Lesens merkte ich, wie mich die Handlung mehr und mehr in ihren Bann zog und dadurch fiel es mir unsagbar schwer, diesen Krimi einfach so zur Seite zu lesen. Zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es weitergeht. Brillant wurde auch das Setting von Berlin und Hamburg eingefangen und wieder gespiegelt. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren und wer sich ein wenig in Berlin oder Hamburg auskennt, hat die einzelnen Spielorte (sofern sie noch vorhanden sind) genau vor Augen. Hinzu kommen noch die authentischen und lebendigen Charaktere, die mir sehr gut gefielen. Besonders Jette, eine taffe, ehrgeizige und junge Frau, die weiß, wie man sich in der Männerwelt durchsetzen muss. Zudem unterstreicht der perfekt eingestreute Berliner Dialekt die Authentizität das Ganze.
Die Handlung ist ein historischer Krimi, der in den Zwanziger Jahren in Berlin spielt. Als erste Kriminalassistentin darf Jette Adler in der Roten Burg (Polizei-Präsidium) am Alexanderplatz ihre Ausbildung zur Kriminalpolizistin absolvieren. Bereits am ersten Arbeitstag erfährt sie, dass ihre männlichen Kollegen sie am liebsten wieder loswerden wollen. Als in einem Berliner Museum ein rätselhaftes Verbrechen geschieht, kann Jette ihre Fähigkeiten nun unter Beweis stellen. Am Tatort finden sie und ihre Kollegen eine übel zugerichtete Frauenleiche. Zudem wurde ein historisches Kunstwerk mit einem Diamanten gestohlen worden. Wer ist die Frau und wie konnte die gut gesicherte Kostbarkeit gestohlen werden? Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen und je weiter sie in den Fall eindringen, desto verworrener werden die Details. Immer langsamer keimt der Verdacht auf, dass es unter den Kollegen einen Maulwurf gibt. Wer soll dies sein? Trotz emsiger Ermittlungen kann Jette es nicht verhindern, dass ihre eigene Familie zum Spielball des Geschehens wird. Wird Jette mithilfe ihrer Kollegen den Fall lösen können?
Mit „Die erste Kommissarin“ hat Moritz Hirche nicht nur einen historischen, sondern auch einen sehr spannenden Kriminalfall kreiert. Auf Grund, dass die Ermittlungen in alle Richtungen laufen, wird der Leser automatisch an vielen Spielorte geschickt. So trifft er nicht nur auf Glamour und High Society, sondern auch auf Schicksale und findet sich in Armutsvierteln wieder. Obwohl die Grenzen sehr offensichtlich sind, so verschmelzen sie sekundenschnell. Zudem hat der Autor ein Gespür für das, was seine Leserschaft wollen. Er nimmt sie nicht nur auf eine Zeitreise mit, nein, er lässt sie auch am Geschehen teilhaben. Ich hatte das Gefühl, dass ich immer vor Ort war. Der Fall war eine spannende Achterbahnfahrt, die dank der zahlreichen Wendungen immer spektakulärer wurde. Obwohl der Krimi stolze 718 Seiten (laut E-Book Angabe) beinhaltet, wurde es zu keinem Zeitpunkt langatmig geschweige denn langweilig. Eher das Gegenteil war hier der Fall. Im Laufe des Krimis wurde es immer rasanter. Das hohe Spanungslevel hielt bis zur letzten Seite: die Auflösung wird mit Beendigung des Buches bekanntgegeben. So liebe ich es!
Ich würde mich freuen, wenn es einen zweiten Fall mit Jette Adler geben wird. Sie hat definitiv das Potenzial, sich auf dem Krimimarkt zu behaupten (wenn es nicht schon passiert ist).
Klare 5 von 5 Sterne und wer historische Kriminalfälle liebt, sollte diesen unbedingt lesen.