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Veröffentlicht am 02.06.2025

Stella Herzig kehrt zurück

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen („Die Schönbrunn – Saga“ oder „Die Donauprinzessin“) hat Beate Maly nun ihr neustes Werk „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, dass im Mai 2025 im Ullstein Verlag ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen („Die Schönbrunn – Saga“ oder „Die Donauprinzessin“) hat Beate Maly nun ihr neustes Werk „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, dass im Mai 2025 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Hierbei handelt es sich um den ersten Band ihrer Dilogie (Anm. Band 2 erscheint voraussichtlich am 26.01.2026 ebenfalls im Ullstein Verlag). Der Klapptext hat sofort meine Neugierde geweckt und so begab ich mich (buchtechnisch) nach Wien ins Jahr 1946.

Wer schon das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß ihren flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen. Der bildhafte Erzählstil ließ mich bereits ab der ersten Seite in Stellas Geschichte ein und abtauchen. Die Kulissenbeschreibungen waren so detailliert eingefangen und wiedergegeben, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre Teil der Handlung. Vor meinem geistigen Auge sah ich die zerstörten Stadtviertel, Einwohner, die dem Krieg nur knapp entkommen sind, Kriegsinvaliden oder die Trümmerfrauen, die den Schutt der Zerstörung beseitigen mussten. Hinzu kommen noch die authentischen Charaktere, die mir bestens gefallen haben. Gerade Stella hat mich tief beeindruckt. Nach all den schrecklichen Jahren und all das Leid, dass man ihrer Familie angetan hat, kehrt sie in ihre alte Heimat zurück. Tief sitzt nicht nur der Schmerz, sondern auch die Vorurteile mit denen sie sich auch nach dem Krieg auseinandersetzen muss. Aufgeben ist keine Option. Obwohl sie eigene Probleme hat, kämpft sie für ihre Schulkinder und nicht nur, dass sie eine gute schulische Ausbildung bekommen, sondern auch für Gerechtigkeit und eine gewaltfreie Erziehung. Was bei den Kollegen leider auf Widerstand stößt. Sie weiß das der Weg steinig und schwer sein wird, aber unterkriegen lässt sie sich nicht. Eine taffe Frau, die den Kampf auf sich nimmt.

Für ihre Dilogie hat sich Beate Maly an eine Person erinnert, die für Stella Herzig Patin stand: Pädagogin und Politikerin Stella Klein – Löw! Um deren Geschichte so authentisch wie möglich zu schreiben, hat sie zahlreiche Recherchen geführt, um diese in ihren Roman einfließen zu lassen und so ist der Roman „Die Trümmerschule“ eine Mischung aus fiktiver Handlung und wahrer Lebensgeschichte. Ohne dieses Hintergrundwissen könnte man meinen, dass sie sich genauso abgespielt hat. Eine grandiose und authentische Umsetzung, die man nicht besser hätte machen können.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist der Cliffhanger am Ende des Buches. Jetzt heißt es, warten bis Januar 2026, wo der zweite Band erscheinen soll.

Eine authentische Geschichte, die die damaligen Geschehnisse perfekt einfängt und diese nicht vergessen lässt.
5 von 5 Sternen!


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Veröffentlicht am 29.05.2025

Ein Roman, für Herz und Seele

Pfotenglück und Sommerwellen
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen aus der Reihe „Lichterhaven“ hat Petra Schier nun ihr neustes Werk „Pfotenglück und Sommerwellen“, dass im April 2025 im Harper Collins Verlag erschienen ist, vorgelegt. ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen aus der Reihe „Lichterhaven“ hat Petra Schier nun ihr neustes Werk „Pfotenglück und Sommerwellen“, dass im April 2025 im Harper Collins Verlag erschienen ist, vorgelegt. Dieser Roman ist bereits der achte Band der Serie, aber jeder einzelne Band kann unabhängig voneinander gelesen werden.

Wer schon das eine oder andere Buch von der Autorin gelesen hat, weiß ihren leichten und flüssigen Schreibstil zu schätzen. Der bildhafte Erzählstil trug dazu bei, dass ich mir die Schauplätze genaustes vorstellen konnte. Zudem schafft es Petra Schier immer wieder ein unvorstellbares Urlaubsfeeling zu erschaffen, dass Lust auf auf Sonne, Strand und Meer macht. Ach, wie gerne würde ich jetzt die Koffer packen und mal nach Lichterhaven reisen, um mir ein eigenes Bild von diesem idyllischen Fleckchen Erde zu machen. Hier stimmt nicht nur die Kulisse, sondern auch die authentischen und sympathischen Charaktere, die mich bereits ab der ersten Seite begeistern konnten. Besonders die Hauptfiguren Isalie und Max, deren Welten nicht verschiedener hätten sein dürfen. Isalie ist eine Stadtpflanze und sie könnte sich niemals vorstellen, ihr Hamburg gegen das Landleben einzutauschen. Was man über Max auch schreiben kann. Er ist ein Küstenkind und alles was er liebt, ist das Meer und seinen Bauernhof. Ein Stadtleben käme für ihn nie in Frage. Lassen sie sich überraschen, wie die beiden ihre erste Begegnung meistern werden.

Zur Handlung:
Der alleinerziehende Max lebt mit seinen beiden Kindern auf dem Bauernhof, aber so rosig sieht die Zukunft nicht mehr aus. Seine Scheidung hat ihn finanziell fast ruiniert und wenn nicht ein Wunder geschieht, muss er seinen Hof bald verkaufen. Die Influencerin Isalie Hansen soll ihm dabei helfen, einen Plan zu erstellen, wie der Hof gerettet werden kann. Für Isalie ist dies eine wahre Herausforderung. Zum einen hat sie überhaupt keine Ahnung vom Leben auf einen Bauernhof und zum anderen kann sich Max nicht vorstellen, wie eine Stadtpflanze ihm helfen soll. Unstimmigkeiten sind schon vorprogrammiert und seine schlechte Laune trägt auch nicht viel dazu bei, dass das Arbeitsklima zwischen ihm und Isalie gut wird. Eher im Gegenteil, aber sie lässt sich nicht unterkriegen, denn Auftrag ist Auftrag. Unerwartete Schützenhilfe bekommt sie durch den Neufundländer Samson, der sich nicht nur in ihr Herz schleicht, sondern auch in Max.

Mit Pfotenglück und Sommerwellen hat Petra Schier erneut einen Wohlfühlroman mit inkl. Urlaubsfeeling geschaffen. Obwohl man nur buchtechnisch in Lichterhaven Ferien macht, hat man hier und da den Eindruck, dass man das Meerrauschen hört oder hier und da sogar eine steife Brise um die Nase weht. Auch ausgedehnte Strandspaziergänge mit Samson oder die familiäre Gastfreundlichkeit bekommt der Leser gratis geboten. Ich liebe dieses Feeling und das ich immer den Eindruck habe, ein Teil dieser Geschichte sein zu dürfen.

Wer für ein paar Stunden den Alltag hinter sich lassen möchte und die Seele baumeln lassen will, ist bei diesem Buch genau an der richtigen Adresse. All inklusiv und etwas fürs Herz ist auch inbegriffen.
5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Kommissarin Jette Adler ermittelt

Die Erste Kommissarin
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Trilogie um R. Hartmann oder „Die Physikerin“) hat Moritz Hirche nun sein neustes Werk „Die erste Kommissarin“, das im März 2025 bei Amazon Direct Publishing ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. Trilogie um R. Hartmann oder „Die Physikerin“) hat Moritz Hirche nun sein neustes Werk „Die erste Kommissarin“, das im März 2025 bei Amazon Direct Publishing erschienen ist) vorgelegt. Leider kannte ich weder den Autor, noch habe ich eins seiner Bücher gelesen, aber dies wollte ich ändern. Allein das Cover und der dazugehörige Klapptext haben meine Neugierde mehr als nur geweckt. Dieses Buch musste gelesen werden und so begab ich mich (buchtechnisch) nach Berlin.

Der flüssige und leicht Schreibstil ließ mich sofort in die Geschichte um Jette Adler ein und abtauchen. Während des Lesens merkte ich, wie mich die Handlung mehr und mehr in ihren Bann zog und dadurch fiel es mir unsagbar schwer, diesen Krimi einfach so zur Seite zu lesen. Zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es weitergeht. Brillant wurde auch das Setting von Berlin und Hamburg eingefangen und wieder gespiegelt. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren und wer sich ein wenig in Berlin oder Hamburg auskennt, hat die einzelnen Spielorte (sofern sie noch vorhanden sind) genau vor Augen. Hinzu kommen noch die authentischen und lebendigen Charaktere, die mir sehr gut gefielen. Besonders Jette, eine taffe, ehrgeizige und junge Frau, die weiß, wie man sich in der Männerwelt durchsetzen muss. Zudem unterstreicht der perfekt eingestreute Berliner Dialekt die Authentizität das Ganze.

Die Handlung ist ein historischer Krimi, der in den Zwanziger Jahren in Berlin spielt. Als erste Kriminalassistentin darf Jette Adler in der Roten Burg (Polizei-Präsidium) am Alexanderplatz ihre Ausbildung zur Kriminalpolizistin absolvieren. Bereits am ersten Arbeitstag erfährt sie, dass ihre männlichen Kollegen sie am liebsten wieder loswerden wollen. Als in einem Berliner Museum ein rätselhaftes Verbrechen geschieht, kann Jette ihre Fähigkeiten nun unter Beweis stellen. Am Tatort finden sie und ihre Kollegen eine übel zugerichtete Frauenleiche. Zudem wurde ein historisches Kunstwerk mit einem Diamanten gestohlen worden. Wer ist die Frau und wie konnte die gut gesicherte Kostbarkeit gestohlen werden? Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen und je weiter sie in den Fall eindringen, desto verworrener werden die Details. Immer langsamer keimt der Verdacht auf, dass es unter den Kollegen einen Maulwurf gibt. Wer soll dies sein? Trotz emsiger Ermittlungen kann Jette es nicht verhindern, dass ihre eigene Familie zum Spielball des Geschehens wird. Wird Jette mithilfe ihrer Kollegen den Fall lösen können?

Mit „Die erste Kommissarin“ hat Moritz Hirche nicht nur einen historischen, sondern auch einen sehr spannenden Kriminalfall kreiert. Auf Grund, dass die Ermittlungen in alle Richtungen laufen, wird der Leser automatisch an vielen Spielorte geschickt. So trifft er nicht nur auf Glamour und High Society, sondern auch auf Schicksale und findet sich in Armutsvierteln wieder. Obwohl die Grenzen sehr offensichtlich sind, so verschmelzen sie sekundenschnell. Zudem hat der Autor ein Gespür für das, was seine Leserschaft wollen. Er nimmt sie nicht nur auf eine Zeitreise mit, nein, er lässt sie auch am Geschehen teilhaben. Ich hatte das Gefühl, dass ich immer vor Ort war. Der Fall war eine spannende Achterbahnfahrt, die dank der zahlreichen Wendungen immer spektakulärer wurde. Obwohl der Krimi stolze 718 Seiten (laut E-Book Angabe) beinhaltet, wurde es zu keinem Zeitpunkt langatmig geschweige denn langweilig. Eher das Gegenteil war hier der Fall. Im Laufe des Krimis wurde es immer rasanter. Das hohe Spanungslevel hielt bis zur letzten Seite: die Auflösung wird mit Beendigung des Buches bekanntgegeben. So liebe ich es!

Ich würde mich freuen, wenn es einen zweiten Fall mit Jette Adler geben wird. Sie hat definitiv das Potenzial, sich auf dem Krimimarkt zu behaupten (wenn es nicht schon passiert ist).

Klare 5 von 5 Sterne und wer historische Kriminalfälle liebt, sollte diesen unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ein Neuanfang in Little Germany

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Nach einigen Veröffentlichungen (wie z.B. Die Schokoladenvilla oder „Die Bodensee – Saga“) hat Maria Nikolai nun den ersten Band ihrer neusten Dilogie „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“, der im ...

Nach einigen Veröffentlichungen (wie z.B. Die Schokoladenvilla oder „Die Bodensee – Saga“) hat Maria Nikolai nun den ersten Band ihrer neusten Dilogie „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“, der im Mai 2025 im Penguin – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Seit der Trilogie „Die Schokoladenvilla“ bin ich ein großer Fan dieser Autorin und als ich erfuhr, dass es einen neuen Roman von ihr geben wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Allein der Klapptext weckte meine Neugierde. Ab diesen Zeitpunkt wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss und so begab ich mich (buchtechnisch) auf eine wunderschöne Reise.

Wer schon das eine oder andere Buch von Maria Nikolai gelesen hat, weiß den leichten und flüssigen Schreibstil zu schätzen. Bereits ab den ersten Sätzen merkte ich, wie mich die Geschichte regelrecht in ihren Bann zog. Je länger ich las, desto schwerer fiel es mir, dieses Buch vorzeitig aus den Händen zu legen. Zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es mit den beiden jungen Frauen weitergehen wird. Maria Nikolai kann aber nicht nur mit ihrem Schreibstil punkten, sondern auch mit dem bildhaften Erzählstil. Dieser ist so lebhaftgeschrieben, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre mitten im Geschehen. Wozu die authentischen und lebensnahen Charaktere auch eine Menge dazu beitragen. Egal, wenn man hier herausnehmen würde, jede einzelne Figur bereichert die Geschichte auf seine eigene Art und Weise. Info: Einige der Personen gab es wirklich und somit wurde ihre Geschichte nacherzählt.

Die Handlung spielt um 1901. Das Dienstmädchen Lissi arbeitet in der herrschaftlichen Villa der Familie Wagner, wo sie eine Liaison mit dem Sohn anfängt. Als sie schwanger wird, wird sie kurzerhand gekündigt. Nach und nach schmiedet sie den Plan ihre Heimat zu verlassen und in Amerika das große Glück zu suchen.

Zeitgleich wird Julia, die aus gutem Haus stammt, unter falschen Voraussetzungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Glücklich ist sie mit Frederick nicht und auch die Schwiegermutter trägt eine Menge dazu bei. Sie möchte aus Julia eine vorzeigbare Ehefrau machen. Der einzige Halt gibt ihr der Hengst Achill, denn sie mit auf das Gestüt nehmen durfte. Als Frederick ihn verkauft, bricht ihre Welt zusammen. Sie beschließt Deutschland zu verlassen, um nach Amerika auszuwandern.

Die erste Begegnung der jungen Frauen ist das Fundament einer wunderbaren Freundschaft. Auf der Überfahrt nach New York schmieden sie gemeinsame Zukunftspläne, die sie in einer Bäckerei in Little Germany verwirklichen wollen. In der Backstube findet Lissi ihre Berufung, wo sie u.a. ihre Brezel backen darf. Julia ist für den Verkauf zuständig. Der Neuanfang könnte besser nicht starten, aber am Horizont ziehen bald dunkle Wolken auf. Werden die beiden an ihren Zukunftsplänen festhalten können?

Mit dem Roman „Little Germany - Der Duft der neuen Welt“ hat Maria Nikolai erneut bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht zu den erfolgreichsten Autorinnen gehört. Für mich schreibt sie keine Geschichten, nein, sie entführt mich auf eine historische Lesereise. Ihre Romane sind eine Mischung aus wahren Begebenheiten und Fiktion. Dank ihrer detaillierten und intensiven Recherche wurde sie so authentisch geschrieben, dass man meinen könnte, sie habe sich genauso abgespielt. Leider entspricht das nicht ganz der Wahrheit. Wer wissen möchte, welche Personen oder Ereignisse tatsächlich gab, den verweise ich gerne an die historischen Romanhintergründe, die sich am Buchende befinden. Dort kann man einiges nachlesen. Aber nicht nur die Recherche trug dazu bei, dass dieser Roman so lesenswert wurde. Zum einen gefiel mir die perfekt eingefangene und wiedergespiegelte Atmosphäre in der diese Geschichte spielt. Zum anderen Lissi und Julia, die durch ihr Freundschaft zu starken Persönlichkeiten wurden. Sie auf ihren Weg nach Amerika begleiten zu dürfen, war für mich eine große Ehre. Ich habe mit ihnen geweint, gehofft oder gelitten. Schade, dass die Reise mit einem fiesen Cliffhanger unterbrochen wurden ist, aber auf das Wiedersehen freue ich mich jetzt schon.

Obwohl die Geschichte stolze 585 Seiten (ohne Extras) umfasst, war sie relativ schnell ausgelesen. So fasziniert war ich. Jetzt heißt es sich bis im Sep/Okt. 2025 in Geduld üben, denn dann erscheint der zweite Band erscheint.

Zudem befinden sich am Ende des Buches ein Personenregister, historische Romanhintergründe (die ich sehr informativ und lesenswert fand), sowie Rezepte.

Für mich ein absolutes Lesehighlight, dass eigentlich mehr als 5 Sterne verdient hätte.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine bewegende und herzzerreißende Familiengeschichte, die tief berührt

Um jeden Preis
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. „Mit dem Mut zur Liebe“ oder „Zeit zu verzeihen“) hat Hera Lind nun ihr neustes Werk „Um jeden Preis“, dass im April 2025 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. „Mit dem Mut zur Liebe“ oder „Zeit zu verzeihen“) hat Hera Lind nun ihr neustes Werk „Um jeden Preis“, dass im April 2025 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. Vor ein paar Jahren habe ich die Autorin für mich entdeckt und als ich von ihrem neuen Roman erfuhr, wusste ich, dass ich diesen ebenfalls wieder lesen muss. Allein der Klapptext und die dazugehörige Leseprobe konnten meine Neugierde wecken, aber da war mehr: ich wollte in Lydias berührende Familiengeschichte eintauchen.

Wer schon das eine oder andere Buch von Hera Lind gelesen hat, weiß ihren flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen. Der bildhafte Erzählstil komplettiert das Ganze. Bereits ab der ersten Seite zog mich Lydias Geschichte regelrecht in ihren Bann. Zu jedem Zeitpunkt wollte ich eigentlich wissen, wie es mit ihr und der Familie weitergehen wird. Die grauenvollen und sehr bewegenden Ereignisse zwangen mich aber mehrfach dazu, das Buch zur Seite zu legen, um das Gelesene zu verarbeiten. Es war der blanke Horror. Immer noch frage ich mich, wie Lydia und deren Familie diese schrecklichen Jahre überleben ließen. War es wirklich nur der familiäre Zusammenhalt, die Liebe oder die Hoffnung, dass es irgendwann einmal besser wird? Ich weiß es nicht. Teilweise haben mich die Ereignisse so mitgenommen, dass ich unter Tränen weitergelesen habe.

Hera Lind erzählt die Geschichte der damals 16jährigen Lydia. Sie und ihre Familie leben in einem ukrainischen Dorf bei Odessa, als die Rote Armee immer weiter vorrückt, fliehen sie. Ihre Flucht endet in Deutschland, wo sie wieder zurückgeholt werden. Ab diesen Moment beginnt ein unvorstellbarer Alptraum, der nie zu enden scheint. Die Odyssee beginnt als die Familie in einem verschlossenen Waggon nach Sibirien verschleppt werden. Was sie dort erwartet, ist kaum in Worte zu fassen. Ihr einziges Gepäck ist die Kleidung, die sie am Körper tragen und dass bei minus 50 Grad. 12 lange Jahre muss die Familie unter schwersten und menschenunwürdigsten Bedingungen Arbeiten und Wohnen. In dieser Zeit wird Lydia selber Mutter. 6 von acht Kindern überleben diese Szenarien. Als man sie endlich aus dem Arbeitslager entlässt, ist der Eiserne Vorhang dicht. Es scheint aussichtslos zu sein, dass die Familie wieder nach Deutschland zurückkehren kann. 12 weitere Jahre, die die Familie mit Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung überleben lässt.

„Um jeden Preis“ ist erneut ein Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht. Dank der Lydias Familie und Angehörige, die sich mit Tagebüchern und Fotoalben an Hera Lind gewandt haben, konnte diese emotionale, dramatische und herzzerreißende Geschichte zu Papier gebracht werden. Eine Familiengeschichte, die mich mehr als einmal zu Tränen gerührt hat, aber auch des Öfteren fassungslos zurückließ. Warum konnten Menschen anderen Menschen sowas antun? Was mich aber zu tiefst bewundern ließ, war, dass die Familie, ganz gleich wie schwer die Lebensumstände auch noch waren, nie die Hoffnung oder gar den Lebensmut verloren haben. Den Glauben an sich und an eine bessere Zukunft haben sie nie aus den Augen verloren und sich all die Jahre lang bewahrt.

Für mich sind Lydia und ihre Familie nicht nur wahre Helden, sondern auch starke Überlebungskünstler, die unsere Probleme ganz klein und sinnlos erscheinen lassen.

Eine Geschichte, die die damaligen Ereignisse nie vergessen lassen.
5 (obwohl dieser Roman definitiv mehr verdient hätte) von 5 Sternen. Dieses Buch gehört jetzt schon zu den Lesehighlights 2025!!!!

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